Überforderung im Beruf

12.01.10 20:36 #1
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Tino ist offline
Beiträge: 43
Seit: 16.04.08
Hallo zusammen

Ich muss meine derzeitige Situation unbedingt ändern...weshalb?! Ich (m,30) bin seit einem halben Jahr in einer neuen Stelle. Teils in einem mir vertrauten Bereich(Personaladministration) und teils in einem relativ neuen (Lohnbuchhaltung). Vom Team gefällt es mir super und die Arbeit hat bis anhin auch spass gemacht und mich im positiven Sinne herausgefordert. In der letzten Zeit nimmt der Aufwand und die Verantwortung jedoch zu und ich merke nach und nach, auch in Gesprächen mit meinem Vorgesetzten, dass ich vieles völlig falsch "gelernt" habe bzw. vieles weiss wie ich es mache, aber nicht wirklich Gedanken mache, was ich mache. Und so kamen gerade in der letzen Zeit einige dumme Fehler zum Vorschein und ich scheitere seit ca. 2 wochen fast täglich an neuen Aufgaben.

Bin momentan ziemlich verzweifelt. gehe jeden morgen schon mit einem kribbeln und negativen gefühl auf den arbeitsweg und habe jeden tag angst, wieder zu versagen. dabei kommen auch langsam die "psychosomatischen" Wunden wieder, was ich früher schon mal in einer ähnlichen Überfoderungsposition hatte. Ich habe echt zukunftsängste und mein selbstbewusstein ist momentan tief im keller..weiss nicht ob ich der stelle wriklich gewachsen bin und breche fast täglich mal in tränen aus ..ausserdem habe ich eine grosse unlust und fange wieder an mich abzuschotten.

sobald (abschlussarbeiten) es etwas ruhiger wird im geschäft, will ich auf jeden fall diese punkte besprechen..möchte aber auch euren rat, was genau mein problem sein könnte bzw. wie ich kurzfristig besser damit fertig werde.

schönen dank!

Überforderung im Beruf

Omtcg ist offline
Beiträge: 1.154
Seit: 16.12.09
Ich glaube, du willst PERFEKT sein.
Du bist ein Mensch und darfst Fehler machen.
Kannst du Kollegen bitten, gelegentlich drüber zu schauen?
Versuche Kollegen in Gespräche zu verwicklen um eben Hintergründe zu erfahren.
Was würde dir helfen, den Druck von dir zu nehmen?
Warum hast du Existenzängste?
__________________
Liebe Grüße Sabine

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Tino ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 16.04.08
Hallo und Danke für deine Antwort!

nun das glaube ich leider nicht. es sind wirklich basics wie klar von mir erwartet werden und ich einfach im ganzen trouble und hektik nicht mehr draufhabe. sobald ich nachträglich diese fälle dann in aller ruhe anschaue, leuchtet das meiste ein..aber da dies leider oft nicht möglich ist, lange genug zu überlegen sondern ich schnell handeln muss ist das ein problem.

ich merke einfach dass ich z.t. vor lauter überforderung richte blackouts habe. dazue kommt dass ich dann das ganze z.t. an wochenenden noch im alkohol ertränke , was ja sowieso überhaupt nicht gut ist. ich habe einfach angst dass ich defitiv auf zeit nicht für solche jobs gemacht bin, und das macht mir halt schon angst

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Morja ist offline
Beiträge: 823
Seit: 27.10.09
Hallo Tino

hmm ich verstehe deine Situation sehr gut - kenne ähnliches

klar dass das ein ''Fehler'' nach dem anderen auf dem Fusse folgt.

Wichtig ist, dass Du Deine Schwächen erkannt hast, nun brauchst du die praktischen ''Gegenmassnahmen'' dazu.

Auch verstehe ich dass gerade in den Abschlusszeiten -> Quartals Ende-Anfang insbesondere Jahres Abschluss und Beginn, es sehr hektisch ist in allen Jobs mit BuHa, mit gehörigem Termindruck.

Kenne dies aus früheren Tätigkeiten von mir

Also zurück zu den Lösungen:
Du kannst mit Deinem Vorgesetzten sprechen und alles mal darlegen - auch wenn es jetzt hektisch ist, würde ich es als dringender erachten, dieses Gespräch zu führen.

Ausserdem kannst Du Dir ja einige Check-Listen erstellen, besonders dort wo sich Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen haben.

Somit kannst Du ruhiger arbeiten, auch wenn es jetzt gerade einiges an Mehraufwand bedeuten würde.

Eine kleine Notmassnahme währe, regelmässig am Morgen und am Abend ca 3 Minuten lang sich selber zu sagen:

Obwohl ich in letzter Zeit Fehler gemacht habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Obwohl ich Angst habe zu versagen, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich jetzt bin.

usw usf

Die Sätze kannst Du Dir selber zusammen bauen.

Autogenes Trainig könnte dir auch helfen
Einfachste Methode

Ich atme ruhig und entspannt, ruhig und entspannt.
Mein linker Arm wird immer schwerer, mein Rechter Arm wird immer schwerer
Mein linkes Bein wird immer schwerer, mein linkes Bein wird immer schwerer

Ich bin ruhig und entspannt, atme ruhig und tief,

Ich werde ruhiger und ruhiger

Dabei möglichst tief in den Bauch atmen

Wenn dabei ein Unbehagen auftreten sollte in der Magen oder Bauch-Gegend
bitte abschliessend hinzufügen

beim einatmen: neu werden
beim ausatmen: loslassen

dies solange bis sich das ungute Gefühl verabschiedet hat.

ich hoffe dies ist praktikabel für Dich
sollte ich mich zu kompliziert ausgedrück haben, einfach Fragen.

herzlichst Morja
__________________
Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da. Franz Kafka

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Tino ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 16.04.08
Liebe Morja

Vielen herzlichen Dank auch dir. Ich werde mir zu deinen worten mal meine Gedanken machen und mich gerne wieder melden. tut auf jeden fall schon sehr gut hier verstanden zu werden. danke, gell!!!

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Morja ist offline
Beiträge: 823
Seit: 27.10.09
smile aber gerne Tino

frei nach dem Motto -> in der Ruhe liegt die Kraft

und fingerchen weg vom Alkohol - das ist echt kontraproduktiv
Karottensaft für die Oiglein und evtl zur Unterstützung mal ein Multivitamin -

Zum Einschlafen geregelte Zeiten, und ein gutes Ritual finden - ev noch spazieren gehen in der kalten Luft.


alles liebe Dir - Morja
__________________
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Omtcg ist offline
Beiträge: 1.154
Seit: 16.12.09
Zitat von Tino Beitrag anzeigen
Hallo und Danke für deine Antwort!

nun das glaube ich leider nicht. es sind wirklich basics wie klar von mir erwartet werden und ich einfach im ganzen trouble und hektik nicht mehr draufhabe. sobald ich nachträglich diese fälle dann in aller ruhe anschaue, leuchtet das meiste ein..aber da dies leider oft nicht möglich ist, lange genug zu überlegen sondern ich schnell handeln muss ist das ein problem.

ich merke einfach dass ich z.t. vor lauter überforderung richte blackouts habe. dazue kommt dass ich dann das ganze z.t. an wochenenden noch im alkohol ertränke , was ja sowieso überhaupt nicht gut ist. ich habe einfach angst dass ich defitiv auf zeit nicht für solche jobs gemacht bin, und das macht mir halt schon angst
Versuche es mit Bachblüten, damit du ruhiger wirst und die Blackouts aufhören.
Den Allohol (das Wort ohne K ) solltest du auch im Lokal lassen Ist ein NervenGIFT - wenn du eh schwächelst, schadet dir das noch mehr.
__________________
Liebe Grüße Sabine

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Hopfen ist offline
Beiträge: 5
Seit: 15.12.09
Ich bin kein Verhaltsenstherapeut, aber ich vermute hinter dem von dir Beschriebenen ein bestimmtes Muster. Anhand deiner Angaben kann ich natürlich nur mutmaßen, welcher Art dieses Denkmuster ist, dem deine Ängste zugrundeliegen könnten bzw. welches Ereignis dieses Denkmuster ausgelöst hat. Dieses zu hinterfragen und vor allem zu durchbrechen ist Aufgabe einer Verhaltenstherapie, die mir in einer ähnlichen Situation schon geholfen hat, meine Potentiale richtig einzuschätzen und mir nicht zu viel abzuverlangen. Was man intelllektkurell zu leisten im Stande ist und was man aufgrund seiner psychischen Beschaffenheit beruflich zu leisten imstande ist, sind leider zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Bei Letzerem sind ganz andere Kompetenzen gefragt. War für mich eine bittere Erfahrung, das zu akzeptieren. Das heißt aber nicht, dass es bei dir ähnlich sein muss. Aber auch um so etwas herauszubekommen, kann eine VT hilfreich sein. Der erste Weg ist natürlich immer der zum Facharzt, da der auch besser einschätzen kann, ob und wenn ja welche therapeutische Maßnahme angebracht sein könnten. Vielleicht ist ja alles garnicht so schimm. Ich wünsche dir alles Gute, Kopf hoch!

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Morja ist offline
Beiträge: 823
Seit: 27.10.09
Hallo Tino

Wie geht es denn bei Dir nun so?

Die Abschlüsse bald erledigt

Im ernst lass uns bitte wissen wie es dir geht

LG Morja
__________________
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Tino ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 16.04.08
hallo!

nun es geht mir tatsächlich langsam wieder etwas besser. zwar ist der "normale" alltag noch nicht eingetroffen, aber schon etwas übersichtlicher und vorallem, das war wohl das entscheidende, als meine chefin merkte, dass es mir echt nicht mehr so gut geht hat sie mit mir das gespräch gesucht und mich ein bisschen beruhigen können. hatte echt zukunftsängste betr. job, aber sie wollt einfach wissen, ob es denn grundsätzlich aber schon das sei was ich wolle, und das ist so. jedenfalls freute sie sich dass ich wieder mut gefasst habe und eben seither gehe ich schon etwas ruhiger am morgen aus dem bett und schlafe wieder ruhiger.

hatte eben schon mal so eine geschicht, man mag es burnout oder was auch immer nennen..und da bin ich seither einfach doppelt sensibel bei so sachen, aber hoffen wir jetzt mal das beste und dass dazu auch im privaten auf der einen seite das glück (liebe?) und endlich wieder der massvolle umgang mit dem alkohol als "abschalt-mittel" zurück kommt.


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