Stress im Auto

02.12.05 00:45 #1
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admin ist offline
Administrator
Beiträge: 20.090
Seit: 01.01.04
Ich fahre morgens mit dem Auto los, komme gerade aus der Garage auf die Querstrasse ... und schon donnern 6 Autos an mir vorbei ans Ende des täglichen Staus auf die Hauptstrasse hin. Konnten die nicht 10 Sekunden später kommen? Mussten die vor mir den Stau noch weiter auffüllen?

Und genau der Fahrer vor mir lässt sich schon Zeit im Stau-fahren und macht keine Anstalten, die 5 Meter zum Vordermann aufzuschliessen. Ich könnte dann zwar genau in die Abzweigungstrecke einbiegen ... aber so muss ich warten, bis er sich entschliesst, den fehlenden Meter frei zu machen.

Endlich geht's weiter und ich kann mal einige 100 Meter fahren.
Doch dann, die erste Ampel. Eine Ampel mit recht langem Rot- und recht kurzem Grün-Intervall. Zuvorderst steht ein Auto, dass offenbar von einem grün/rot-Farbenblinden gelenkt wird. So ist die Hälfte des Grün-Intervalls schon mal vorbei, bis die ersten Räder rollen.

Weiter geht's ... auf eine unübersichtliche Strecke mit Überholverbot. Kurz vor mir beugt ein landwirtschaftliches Fahrzeug auf die Strasse. Die Geschwindigkeit entsprechend gemässigt, schafft es die Bahnschranke noch vor mir runter zu gehen. Somit mal als erstes den Motor abgestellt.
Und weiter geht's, ab auf die Autobahn.
Das heisst, zuerst schleich ich mal einem Auto hinterher, welches mit 80km/h die Einspurstrecke auf die Autobahn verlässt. Die Autos dahinter, inklusive mir, quetschen sich zusammen wie ein Akkordeon. Und dann löst sich ein Auto nach dem anderen von hinten nach vorn, bis ich schlussendlich auch an der Reihe bin, den 7-Tage-Sonntagsfahrer zu überholen. Und endlich gefällt mir die Geschwindigkeit.

Aber siehe da, von hinten naht einer, der möchte noch schneller fahren und kann es nicht erwarten, mich abzuschiessen. Wie konnte ich es auch wagen, die Überholspur zu befahren
Also hinten rein gefahren, etwa die Distanz, die man sich beim Parkieren gewährt ...
Muss ich weiter schreiben?

Es gibt soviele Ereignisse, die einem beim Autofahren den Stresspegel in die Höhe treiben können. Bei regelmässigen Fahrern ist somit die Chance gross, dass sie sich mindestens 2 mal am Tag über kurz oder lang heftig aufregen.

Aber muss das sein? Kann man das umgehen? Und was würde es uns körperlich und seelisch bringen, wenn wir auf diesen Ärger verzichten würden?

Ich gebe die Diskussion frei. Wer von Euch kennt das auch, dass er selbst wenn er alleine im Auto ist, lauthals rausschreit und Selbstgespräche führt.
Und wollen wir uns mal in den nächsten 2 Wochen darauf konzentrieren, dass wir uns NICHT aufregen ... dass wir uns in jeder entsprechenden Situation zureden, dass es nicht nötig ist, sich unnötig aufzuregen?
Also ich bin dabei.

Gruss, Marcel

Stress im Auto

klaudi ist offline
Beiträge: 305
Seit: 25.07.05
Hallo

Das ist leichter gesagt als getan, sich nicht aufzuregen.

Mich regen besonders rote Ampelschlangen auf. Rot, rot, rot.

Aber wie wär es denn dann mal langsam durchatmen,7 sek. ein und 7 sek.aus.
5 Minuten lang.


Wenn ich privat unterwegs bin, regt mich das nie auf. Dann bin ich entspannt aber fahre nicht im Schneckensalat.


Wenn ich beruflich unterwegs bin regt mich das sehr auf. Komischerweise stehe ich dann an den meisten Ampeln.


LG Klaudia

Stress im Auto

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.657
Seit: 26.04.04
Stress im Auto hat man wohl dann am meisten, wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein soll, wenn also Termine eingehalten werden müssen; Berufstätige werden als Beispiel den täglichen Weg zur Arbeit nennen.

Mich nervt es, wenn ich in einem unvorhergesehenen Stau stehe und irgendwann zur Kenntnis nehmen muss, dass ich nicht pünktlich zu einem bestimmten Termin erscheinen kann.

Wie Klaudi versuche ich, meine aufkommende Nervosität mit ruhigem, gleichmässigem Atmen einzudämmen. Auch das Autoradio kann gute Dienste tun, wenn man sich zu sehr mit einer stressigen Verkehrssituation auseinander setzen muss - entspannende Musik oder eine interessante Reportage können ablenken. Ausserdem - sofern man einen CD-Player im Auto hat - kann ein Hörbuch helfen, den Ärger abzubauen und auf andere Gedanken zu kommen...

Auch wenn es manchmal schwer fällt - es ist einen Versuch wert, verschiedene Möglichkeiten der Stressvermeidung auszuloten...

LG,

uma

Stress im Auto

viv ist offline
Weiblich viv
Beiträge: 10
Seit: 15.09.05
Also ich habe festgestellt je mehr ich lammentiere, Simpel brülle und Sonntagsfahrer, desto mehr steigt meiner persönlicher Stresspegel. Werde dann agressiv versuche zu überholen und fahre unvorsichtig dicht auf usw.
Bis ich dann am Zielort bin ist mein Nervenkostüm am ende und könnte jeden verreißen der mich anredet.
Wenn ich mich aber besinne und mit Ruhe an die Sache gehe komme ich vielleicht mit 2 Minuten verzögerung am Zielort an, habe mich aber weniger aufgeregt und bin entspannt.
Dann können mich auch alle überholen, ich scher dann aus, wenn dei Raser an mir vorbei zischen und überhole entspannt das HInderniss.
Autos die unbedingt beim überholen meine Tüvplakette lesen wollen versuche ich echt zu ignorieren und lasse mich weder bedrängeln noch mit Lichtorgeln aus der Ruhe bringen.
Wenn ich das schaffe, bin ich immer ganz Stolz auf mich
Fahre dann eben 10 Minuten eher los und komme wirklich entspannter an.
Gelingt mir aber auch nicht immer, denn Simpel gibt es genug die einem das Leben beim fahren schwer machen können
Trotzdem Ruhe bewahren und lässig seinen eigenen Stil entwickeln. Man lässt sich auch oft zu sehr von anderen Autos animieren dem agressiven Fahrverhalten zu folgen. Das geschieht ganz unbewußt. Bei herrlichem Wetter konnte ich dies bei mir beobachten..is auch komisch oder?

Gruss Viv

Stress im Auto
Silver
Vorab mal ein TV-Tipp dazu, für Leute die den ZDF-Infokanal empfangen können:

Agressionen verstehen
Der Steinzeitmensch am Steuer / Wird Aggression vererbt?
Magazin, 2006
Läuft diese Woche, z.B. heute um 22.30

Stress im Auto

samadhi ist offline
Beiträge: 216
Seit: 17.09.05
aus dem Grund fahre ich momentan nur dann, wenn es unbedingt nötig ist. Hab schlicht Angst vor dem ganzen Stress, vor dem teilweise unberechenbaren Verhalten anderer. Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten ist doch kaum möglich, entweder man wird geblitzt oder als Verkehrshindernis beschimpft. Autobahn ist der nackte Horror....Großstadtverkehr fast noch mehr.
Fühle mich dadurch auch etwas eingeschränkt und hoffe, dass es bald wieder besser geht.

samadhi

Stress im Auto

Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Hmmm,

da kommt mir meine ruhige Art sehr zur Hilfe.
Rege mich selten auf und habe auch viel Geduld mit anderen, das wiederum regt mein Mann auf.
Ich finde nichts dabei, wenn zB jemand einparkt solange zu warten bis er fertig ist und dann weiterzufahren. Alle anderen haben dann schon hektisch überholt aber an der nächsten Ampel habe ich sie dann meistens wieder.
Das soll aber nicht heißen dass ich langsam unterwegs bin, nur geduldiger....

LG
Sternchen

Stress im Auto

Gaby ist offline
Beiträge: 651
Seit: 14.05.05
Also wirklich, diese bösen bösen anderen Autofahrer . Kenne und fahre öfter mit jemandem mit, der sich auch immer fürchterlich über die anderen aufregt und die schlimmsten Ausdrücke für sie parat hat. Allerdings erntet er ebenso viele tötende und verachtende Blicke wie er selber aussendet. Kenne auch einige, die seine Fahrweise als aggressiv und unangepasst bezeichnen. Er selber beurteilt sein Fahrkönnen und Verhalten hinter dem Steuer aber als absolut korrekt .
Da ich festgestellt habe, dass es sich sehr viel stressfreier Autofahren läßt, wenn ich ein paar Minuten früher losfahre und ein Zeitpolster für eventuelle Widrigkeiten habe, versuche ich das jetzt immer zu praktizieren.
Sollte mich aber trotzdem mal was nerven und ich in Rage geraten (kommt leider vor ) dann überlege ich schnell einmal, ob ich vielleicht auch schon einmal so oder so falsch im Verkehr reagiert habe und vielleicht vor mich hingedöst habe, abgelenkt war, irgendetwas übersehen hatte, usw. usw.
Tja, und dann fällt mir die eine oder andere Situation ein, und ich kann den anderen Autofahrern ihre Fehler sehr leicht verzeihen und ich hoffe, sie tun es mit den meinen nicht anders .
Übrigbleiben da nur die unverbesserlichen Raser, die einen womöglich in Gefahr bringen. Da hilft es nur, die Nerven zu bewahren und auf der Hut zu sein, um deren Fehler nicht büssen zu müssen und eventuell rechtzeitig richtig reagieren zu können.

Liebe Grüße
Gaby

Stress im Auto

admin ist offline
Themenstarter Administrator
Beiträge: 20.090
Seit: 01.01.04
Hab's heute morgen fast geschafft. Es hängt schon auch massgeblich davon ab, welche Musik man hört. Mit Enya zum Beispiel wirst Du kaum auf der Überholspur rasen, sondern Dich eher auf rechten Spur hinten einreihen, ohne zu merken, dass die alle zu langsam fahren.

Aber kurz bevor ich dann im Geschäft war, kam dann so ein Neanderthaler mit Führerausweis (der sah wirklich so aus) und drängte sich ein Auto nach dem anderen nach vorne. Zwar war er dann 3 Kreuzungen weiter wiederum genau vor mir, aber ihm muss das mental was gebracht haben. Weiss nicht, vielleicht guckt der zuviel Formel 1 ...
Was ich noch weniger weiss ist, warum das MICH derart beeinflusst, dass der sich nun auf Teufel komm raus noch genau VOR mich drängen muss, anstatt den grosszügigen Platz hinter mir einzunehmen. Möglicherweise, weil da eben das gleiche Gen bei mir reagiert, das beim Autofahren einen Unterschied macht, wenn man überholt oder überholt wird ...? Wer weiss. Würde das aber gerne weiter abschalten.

Guten Start in die Woche!
Gruss, Marcel

Stress im Auto

samadhi ist offline
Beiträge: 216
Seit: 17.09.05
eigentlich bin ich auch recht ruhig und geduldig beim Fahren, und es sind nicht die "bösen, bösen anderen Autofahrer". Es ist die Unberechenbarkeit, die Auswegslosigkeit in der man sich in machen Situationen befindet. Was nützt mir vorausschauendes Fahren, wenn der Hintermann keinen Abstand hält, wohin mit Plattfuß auf der Autobahn ohne Standstreifen, was, wenn auf der linken Spur von dreien beim Überholen der Motor ausgeht, die Bremse ausfällt? Alles schon im Laufe der jahre erlebt und unfallfrei überlebt, aber die Angst vorm nächsten Mal lähmt mich. Habe auch den Eindruck, dass das Klima auf den Straßen rauer geworden ist als es noch vor Jahren war. Klar, das Verkehrsaufkommen ist gestiegen, die Straßen schlechter geworden. Aber das gehöt nicht hier her...

Schöne Woche noch

samadhi


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