Stress im Auto

02.12.05 00:45 #1
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Stress im Auto

Michael ist offline
Beiträge: 405
Seit: 09.01.04
Na klar sind es immer nur die Anderen! ...der, Links auf der Schaukel, bin ich!! ...rechts, sind es die Anderen!!

Spass beiseite, gewöhnlich gehöre ich zu denen Autofahrern, die bewusst und aktiv hinter dem Lenkrad sitzen und Verfehlungen anderer Verkehrsteilnehmern ignorieren, und bestimmt nicht ahnden. Ich fahre sehr gerne Auto und seit dreissig Jahren unfallfrei. Mein Fahrstil würde ich als "zügig" bezeichnen und bestimmt nicht fehlerfrei!
Erst die letzte Woche wollte ich aus einem neu eröffneten Parkhaus hinaus fahren. Irgendwo habe ich wohl ein Richtungs-Pfeil übersehen, prompt landete ich vor der Schranke der Einfahrt, peinlich! Eine junge Frau, der ich den Weg versperrt hatte, lächelte mir freundlich zu und folgte mir, mit einem gehörigen Abstand, um mich nicht zu drängen, bis ich die schneckenförmige Auffahrt rückwerts bewältigte. Ich dankte Ihr mit einem freundlichen Handzeichen.
Zugegeben, ich hätte nicht anders reagiert, leider ist es uns nicht immer bewusst, wenn wir fehler machen!!

Lynx, das mit der Teetasse in der Hand finde ich hingegen nicht unbedingt nachahmenswert, wir sind ja nicht in Amerika! Letzten Herbst pendelte ich drei Monate mit der ÖV zwischen Stadt und Vorort, Stressfaktor 10+, besonders, wenn der Bus vor meiner Nase abfuhr und der nächste erst wieder in einer halben Stunde fällig war!

Michael

Stress im Auto

admin ist offline
Themenstarter Administrator
Beiträge: 20.090
Seit: 01.01.04
Hallo Gaby

Sind es denn wirklich immer nur die anderen???
Danke für den Steilpass ... wollte mir den aufheben, um nochmals anzufeuern.
Tatsächlich ist es so, dass ich mich ärgere, wenn der erste in der Reihe nicht losfährt. Ist mir aber auch schon öfters passiert.
Ich ärgere mich über Schleicher, die so langsam fahren, dass es nicht erträglich ist. Nun, ich habe auch schon Dinge transportiert, die man von aussen nicht sah, wo's aber wichtig war, dass ich langsam fuhr. Oder ich suchte eine Strasse und war auch froh, dass dann niemand hupte.

Aber das kommt einem in diesem Moment nicht in den Sinn. D.h. solange man sich das nicht vergegenwärtigt, wie ich es jeweils versuche. Verständnis, Verständnis, Verständnis .... der andere könnte ja einen Grund haben.
Selbst der Raser könnte ja seine schwangere Frau auf dem Beifahrersitz haben ... auf dem Weg ins Krankenhaus

Gruss, Marcel

Stress im Auto

Michael ist offline
Beiträge: 405
Seit: 09.01.04
Hallo Marcel

Vor einigen Jahren, als ich noch täglich von Luzern nach Dübendorf (74km) pendelte, kam mir irgendwann mal die Erleuchtung.

Ach bei der intensivsten Vorsatz Fassung, normal Auto zu fahren, warf ich auf halber Strecke meistens meine zurückhaltung über Bord und überholte was das Zeug hielt. Alle Verkehrsteilnehmer waren mir irgendwie im Wege, immer riskanter und rücksichtsloser bahnte ich meinen Weg ans Ziel.
Einmal, auf dem Nachhause Weg reichte es nicht, ein entgegenkommender Lastwagen und ich mit ca. 120 auf der gegenfahrbahn.
Der Chaufeur riss im letzten Moment das Steuer herum, um Haaresbreite schoss ich am Laster vorbei und beendete mein Überholmanöver. Zum Glück ist niemandem was passiert! Am lauschigen Thürlersee habe ich, auf einem Parkplatz, eine Rast einlegen müssen. Meine Knie zitterten und ich war "Bachnass"!
Von da an brauchte ich keine Vorsätze mehr, ich fuhr einfach von A nach B, und überholte, wenn die Voraussichten optimal waren!
Womöglich ist auch meine erwachte Freude am Motorradfahren, gemütlicher Chopper, schuld an meiner Einsicht.

Heute kann ich geduldig auf eine Gelegenheit warten, wenn dieser nicht kommt, ziehe ich eine kurze Rast in Betracht. Mit dem Töff mache ich es ähnlich, gewöhnlich zweige ich an der nächst besten Kreuzung rechts ab und fahre dem Horizont entgegen!

Ich bin sicher, dass mein Schutzengel froh ist, das mein Charakter gefestigt wurde. Ich möchte den Beiträgen nicht vorgreifen, bestimmt kommen wir noch zu den Psycholgischen Aspekten!

Michael

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Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Hallo ihr alle,

Tatsächlich ist es so, dass ich mich ärgere, wenn der erste in der Reihe nicht losfährt. Ist mir aber auch schon öfters passiert.
Ich ärgere mich über Schleicher, die so langsam fahren, dass es nicht erträglich ist. Nun, ich habe auch schon Dinge transportiert, die man von aussen nicht sah, wo's aber wichtig war, dass ich langsam fuhr. Oder ich suchte eine Strasse und war auch froh, dass dann niemand hupte.
Genau das ist es!!!
Man muss sich nur vorstellen in der anderen Position zu sein und schon wird man ganz ruhig und gelassen.

Womöglich ist auch meine erwachte Freude am Motorradfahren, gemütlicher Chopper, schuld an meiner Einsicht.
Ja, Motorradfahren bringt viel Einsicht und Ruhe. Man lernt viel mehr als beim Autofahren. Man schaut viel mehr auf die anderen und versuch herauszubekommen was sie als nächstes vorhaben. Ich bin dafür dass jeder der den Autoführerschein machen will auch ein paar Runden auf dem Motorrad drehen sollte. Dabei lernt man nähmlich was ganz wichtiges :"Rücksicht auf andere und vorausschauendes Fahren"

LG
Sternchen

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.657
Seit: 26.04.04
Hallo Sternchen -

wenn im Frühjahr die Motorradfahrer ausschwirren, so ist mir schon manchmal nicht so wohl in meiner Haut als Autofahrer. Sie überholen (meist fahren sie in Gruppen), was das Zeug hält, auch an unübersichtlichen Stellen, und das in einem Tempo... Ich will nun nicht verallgemeinern, es gibt auch da vernünftige Fahrer, aber gerade auf dem Motorrad ist man doch wesentlich mehr gefährdet als in einem Auto und sollte riskante Manöver vermeiden.

Ich muss also nicht erst aufs Motorrad steigen, um als Autofahrer rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst unterwegs zu sein. Es kommt auf den Fahrstil an, und der ist massgebend.

LG,

uma

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Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Hallo Uma,

ja ja, natürlich, Verückte gibt es immer, aber du kannst mir glauben, das Überholen, fahren in Gruppen, ....wahrscheinlich noch lauter Auspuff, lange Haare, schwarze Klamotten....sind für dich/Autofahrer (meistens) nicht gefährlich. Ich will mal nun von den Irrsinnigen (die fahren ohne Schmerzgrenze) garnicht reden, die meisten wissen was sie tun!!!
Die "schlafmützigen" Autofahrer, die ihren Kopf nicht rumkriegen zum schauen sind viel gefährlicher.

dem Motorrad ist man doch wesentlich mehr gefährdet als in einem Auto und sollte riskante Manöver vermeiden.
Ja, und hier fängt das Lernen an. Es gibt viele Autofahrer denen ist das nicht bewusst und wenn man einbischen motorradfährt dann lernt man das eben. Und wenn alle so Autofahren würden wie ein "vernünftiger" Motorradfahren, dann bräuchte man sich auch nicht mehr aufzuregen...womit wir wieder beim Thema sind...

LG
Sternchen

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Oregano ist offline
Beiträge: 62.963
Seit: 10.01.04
Hallo, Ihr beiden,
es würde ja schon reichen, wenn alle Verkehrsteilnehmer aufeinander
Rücksicht nehmen würden . Aber das scheint oft nicht möglich, weil jeder auf seinem Fahrstil beharrt und natürlich davon überzeugt ist, daß ihm nie etwas passieren wird.
DAs sagte auch ein Bekannter von uns immer, wenn er am Wochenende losfuhr, bis er eine Kurve nicht richtig nahm und tot war.

Gruss,
Uta
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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santa ist offline
Beiträge: 1.515
Seit: 30.06.05
Hallo Ihr Lieben!

Heute morgen war ich wieder in einem Riesenstau festgehangen auf dem Weg zur Arbeit.
Aber mich stört es wirklich nicht, im Gegenteil. So hab ich noch Zeit, etwas schöne Musik im Auto zu hören und die Schüler und Passanten am Strassenrand zu beobachten. Oft sieht man da gerade morgens recht witzige Szenen.

Zu den Motorradfahrern: Sicher gibt es solche und solche Fahrer, manche rasen wirklich, das es einem Angst und Bange werden könnte, aber die meisten sind eher aus Freude am Fahren unterwegs und nicht am Rasen.
Bin früher sehr oft mitgefahren und meine Meinung ist, das man ein überholendes Motorrad sehr schnell übersehen kann. Auch, wenn der Fahrer des Kraftrades sehr human unterwegs ist.

Lieber Gruss Karin

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Bell ist offline
Beiträge: 10
Seit: 05.04.04
Hallo,

ärgern ist ein Thema, das ich allmählich gut im Griff habe. Dabei hat mir dieser Leitspruch verschiedener Motivationstrainer geholfen, wie z.B. Jörg Löhr, der sagt: "Ärgere dich nicht über Kleinigkeiten. Und alles, was dich nicht umbringt, SIND Kleinigkeiten."

Dazu gehören auch die anderen Autofahrer. Und ein Termin, zu dem man zu spät kommt, der ist auch nicht lebensbedrohlich. Außerdem hilft mir die Überzeugung, dass ich alles noch rechtzeitig bekomme, was ich wirklich brauche. So jammere ich verpatzten Gelegenheiten nicht hinterher. Es sollte eben nicht sein...

Übrigens hilft beim Autofahren auch, sich vorzustellen, was den anderen veranlasst, sich so zu benehmen. Und man kann überlegen, was den da drüben vielleicht liebenswert machen könnte (fährt zu seiner hochschwangeren Frau, hat einen Verletzen im Auto, irgendwas in der Art)

Ärger kommt nur aus den Gedanken über eine Sache. Ich stelle das ab - nicht immer, aber immer öfter! Und das ist wirklich ein gutes Gefühl. Ich wünsch Euch, dass euch nur liebe Autofahrer begegnen...

Grüße
Bell

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Pegasus ist offline
Beiträge: 1.120
Seit: 06.11.04
Hallo,

Was der Marcel am Anfang beschreibt, könnte von mir sein. Ich möchte immer so schnell fahren wie ich darf und nerve mich manchmal auch.
Es gibt Tage, da hat es viele A's und I's und dann gibt es wieder Tage, da sind die weg. Komisch, was?
Seit ich weiss, dass bei vielen Autos der Tacho bis 10kmh vor geht, kann ich besser annehmen, dass die im 50iger nur gut 40 fahren.
Ich habe beobachtet, dass meine Einstellung gegenüber den andern meistens von meinem Biorhythmus abhängt. Ich hatte mal einen so grossen Fehler begangen, bei dem Jemand ziemlich hätte verletzt werden können, sodass ich beinahe freiwillig meinen Fahrausweis deponieren wollte. Ich hatte mich so geschämt. Zum Glück ist nichts passiert, ausser dass wohl Einige gedacht hatten: Was ist denn das für ein Idiot?

Gelassene Fahrt wünscht
__________________
Ich vermute, dass viele Symptome entstehen, weil die Reflexzonen zu wenig stimuliert werden.


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