Stressfaktor Geduld

24.04.04 13:49 #1
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Stressfaktor Geduld

himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
Hi du,
ich sage ja auch nicht, du sollst dich einfach allem hingeben und dich aufgeben, um dann in Depressionen und im Selbstmitleid zu zerfallen.
Du solltest für dich die Möglichkeiten raussuchen, die trotz deiner Schmerzen zu bewältigen sind, ohne das du dabei erhebliche Schmerzen hast und da gehört auch die Ruhe dazu. Denn andersherum verursachst du wiederrum Stress.
Dein Körper sagt dir, was falsch und was richtig ist.
Wichtig ist für dich, dass du trotz der Arbeit usw. das alles bewältigen kannst ohne dabei zu Grunde zu gehen.
Beschäftigung und Ablenkung sind sehr wichtig, sicher!
Aber alles in seinem Rahmen und man muss es sich auch eingestehen können, das manches einfach eben nicht zu bewältigen ist.

"Ich hab immer noch starke Depressionen, auch bin ich Borderliner. Aber ich hab mit der Zeit einfach gelernt damit zu leben"

du musst damit nicht leben! Änder was, damit es dir besser geht.

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Himmelsengel

Also gleich mal vorab. Borderline ist NICHT heilbar. Auch wenn da immer mal zwischendurch was gemunkelt wird. Es stimmt nicht. Und wenn ich nichts mehr machen soll was mir Schmerzen bereitet, dann kann ich mich ja gleich in Watte wickeln und ins Bett stecken... Nö Bett ist auch nicht gut, da habe ich ja auch Schmerzen. Ich bin einfach der Meinung ich muss immer wieder meine Grenzen ausstesten, nur so komme ich weiter.

Stressfaktor Geduld

himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
Huhu whitney,
ersteinmal möchte ich mich bei dir von ganzem Herzen entschuldigen.
Ich hatte Bordeline mit Burnout-Syndrom verwechselt. Sorry, das ist absolut nicht vergleichbar.

Ich weiss was Bordeline'r durchmachen. Es ist extrem schlimm und man ist sehr hilflos.
Aber ich weiss, dass man durch gute Therapien und viele Gespräche und schöne Urlaube mit viel Aktivitäten gute Erfolge erzielen kann.
Aber auch die Ruhe ist wieder dabei wichtig. Nicht die ständige! Sich finden... Nicht aufgeben!

Finde heraus, was dir guttut und dich weiterbringt. Wenn du deinen Weg gefunden hast, wird es dir viel besser gehen :)

P.S.: Übrings machen Bordeline'r und Angst- und Panikpatienten vieles gemeinsam durch. Nicht alles, aber vieles ;)

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whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Himmelsengel

Nein, das stimmt nicht, man ist als Borderliner absolut nicht hilflos. Man muss einfach die teilweiss wirren Gedankengänge kontrollieren können. Und eben im Gegenteil, ja NICHT aufgeben. Auch weiss ich nur zu gut was Panikattacken sind. Hatte früher dauernd welche. Mehrere im Tag. Aber eben auch da. Nicht einfach sagen, ich hab diese nun, nun bleib ich halt zu Hause, dass es ja niemand merkt. Mit der Zeit lernt man auch die in den Griff zu bekommen. Ich hab auch jetzt immer wieder Panikattacken, aber eben, kontrolliert. Es ist "nur" noch ein Zittern. Und da hilft keine Therapie, das muss jeder ganz für sich alleine machen. Eben wieder der Tritt in den Hintern. Es geht wirklich nur so und man darf ja nicht verwechseln, damit abfinden und damit leben, das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe, damit abfinden gibt man sich auf. Man jammert nur noch in der Gegend rum wie schlecht es eim doch geht und damit leben ist ein Weg zu finden wie man ein einigermassen normales Leben trotz dieser Sachen führen kann.

PS: hier noch ein Link über Borderline: http://www.medical-info.ch/berichte/Borderline.htm

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himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
gugug whitney,

ich kenne jemanden der Bordeliner ist und weiss um einige Dinge. Mit hilflos meinte ich eher die Personen, die Menschen, die um den Bordeliner sind. Und wenn man als junger Mensch nicht weiss, was mit einem los ist, ist man doch auch erstmal hilflos, bis erkannt wird, was man hat.
Und aufgeben sollte man sich nie!
Und ich gebe dir in Sachen Panikattacken recht, dass man trotz der ganzen Angst sich nicht "einkerken" sollte und die Dinge angeht. Man kann sich damit auch nicht abfinden, weil man will ja wieder raus.
Habe da ganz ganz schlimme Zeiten hinter mir. Aber auch das ist ein Prozess der lange dauert, weil Panikpatienten auch erstmal eine Odysse hinter sich haben, bis erkannt wird, was überhaupt los ist.
Aber
ich trenne Panik und einige meiner Symptome heute und kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass man nicht alles der Panik zuschreiben kann oder wie meine Ärzte und Psychiater immer so schön sagten, dass es alles die Psyche... ich hätte nix!
Doch ich habe sehr wohl was, nämlich eine Amalgamvergiftung.
Und deswegen weiss ich heute, dass manche Dinge einfach nicht zu bewältigen sind für mich und ich weiss heute auch warum und bin froh, dass ich endlich dies verdammte Psychoschiene verlassen konnte.
Man kann eben doch nicht alles in einen Topf schmeissen...
Mit der Angst und Panik kann ich mittlerweile einigermaßen leben... mit den Vergiftungserscheinungen nicht!
Das sind zwei paar Schuhe.

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whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Diese Frage hab ich Dir schon mal gestelt:

abgeschickt Mittwoch, April 21, 2004 @ 12:55:59

hmm, und was machst Du damit du gesund wirst?


damals habe ich keine Antwort erhalten, vielleicht ja jetzt. Ich kann auch mit vielem nicht leben, aber dann tu ich was dagegen.

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Oregano ist offline
Beiträge: 62.955
Seit: 10.01.04
mh - ich misch mal kurz ein in diesen spannenden Dialog :) :
Himmelsengel hat doch hier schon öfters geschrieben, was sie schon alles gemacht hat (wenn auch ohne Erfolg, aber hätte sie es deshalb gleich gar nicht tun sollen?) und daß sie im Moment eine Entgiftung mit Chlorella & Co macht...

Noch eine Bemerkung zu Borderline: ich kenne mehrere Leute mit völlig verschiedenen Symptomen (alle hatten Amalgam in den Zähnen :? ). Und trotzdem haben alle von einem Psychiater die Diagnose Borderline bekommen. Jetzt frage ich mich, ob es sein kann, daß so unterschiedliche Krankheitsbilder alle unter Borderline fallen? Oder: ob evtl. die Psychiater diese Diagnose stellen, weil damit die Möglichkeit, eine Therapie bzw. einen Klinikaufenthalt zu bekommen, ziemlich groß ist? Oder: weil sie einfach keine Ahnung haben?

Mein Neffe hat ein paar Monate in einer Münchner Klinik als AiP gearbeitet. Es war hauptsächlich seine Aufgabe, Diagnosen vorzuschlagen, obwohl sie bisher mit diesen Krankheiten überhaupt nichts außer dem Studium zu tun gehabt hatte. Und: diese Diagnosen wurden meistens auch noch übernommen...
:( :?
Gruß,
Uta

[geändert von Uta am 04-25-04 at 07:32 PM]

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Uta

Was Himmelsengel in den Foren Amalgam usw. geschrieben hat, weiss ich nicht. Ich kann und will dort nicht mitreden. Meiner Meinung nach wird sich alles viel zu einfach gemacht, jedes Krankheitsbild ob nun organisch oder psychisch, es ist immer gleich Vergiftung. Da hab ich meine Mühe mit. Um nicht zu streiten halte ich mich da raus. Eine Antwort hätte ja dann sein können, siehe da und da. Dann wär ich sicher gegangen und hätte nachgelesen.

Borderline hat sehr viel verschiedene Symptome. Nicht alle durchleben alle Symptome und auch nicht alle gleich stark. Bei mir kann ich nur sagen, dass ich bis auf SVV alles durchmache und teilweise sogar sehr extrem. Und der Psychiater welche die Diagnose bei mir stellte hatte weder Aussicht auf Therapie mit mir noch dass ich in "seine" Klinik komme.

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himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
Erstellt von whitney

Diese Frage hab ich Dir schon mal gestelt:

abgeschickt Mittwoch, April 21, 2004 @ 12:55:59

hmm, und was machst Du damit du gesund wirst?

sorry, das war bei mir irgendwie durchgerutscht, aber ich beantworte es dir gerne:

Ich versuche nun Vertrauen in eine weitere Ausleitungsmethode zu haben und ziehe diese jetzt durch.
Ich versuche trotz allem irgendwie den Tag zu genießen (z.B. bei schönem Wetter, die Sonne genießen)
Ich versuche mich zu entspannen, wenn nötig.
Ich versuche mich trotz allem nicht hängen zu lassen.
Ich versuche mich abzlenken, wenn irgendwie möglich.
Ich versuche Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Ich versuche zu akzeptieren, so wie es gekommen ist und wie es mom. ist.
Ich versuche die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es mir irgendwann einmal gut geht und ich das Leben in vollen Zügen genießen kann.
Ich halte Abstand von Menschen, die mir nicht gut tun und für mich schlechte Energien haben.

Man ist sicherlich auf Hilfe angewiesen und muss Vertrauen in eine Sache entwicklen. Auch das ist schwer, denn woher will man wissen, was richtig und was falsch ist als Laie?

Es ist schwer, aber ich versuche es zumindest. Denn eins habe ich die letzten Jahre gelernt.
Der Körper sagt dir, was los ist.
Als Beipspiel bekam ich gestern Mittag nach dem ganzen Geschreibsel hier urplötzlich aus dem Nichts eine Panikattacke, was ich in dieser Form schon lange nicht mehr hatte und fragte mich direkt, warum ist die jetzt gekommen...
Früher war mir das nicht klar, heute schon... durch das Schreiben hier, ist wohl einiges hochgekommen und hat mich erinnert, wie es wieder sein kann, ohne das ich es bewusst wahrgenommen habe....

Es ist immer abzuwägen, was tut einem gut und was einem nicht.
Deswegen habe ich es dann gestern vorgezogen lieber spazieren zu gehen und mich abzulenken, als mich damit noch weiter für den Tag zu beschäftigen.
Ich bin noch lange nicht soweit, dass ich sagen kann... ich habs geschafft (Angst- und Panikattacken)

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Sorry liebe Himmelsengel

Aber mit dem Wort ich versuche, lässt Du Dir immer ein Hintertürchen offen, naja, hat nicht geklappt, aber ich hab es versucht.

Erst wenn Deine Sätze so aussehen machst Du wirklich etwas:

Ich werde nun Vertrauen in eine weitere Ausleitungsmethode zu haben und ziehe diese jetzt durch.
Ich werde trotz allem irgendwie den Tag zu genießen (z.B. bei schönem Wetter, die Sonne genießen)
Ich werde mich entspannen, wenn nötig.
Ich werde mich trotz allem nicht hängen zu lassen.
Ich werde mich abzlenken.
Ich werde Dinge ändern.
Ich werde akzeptieren, so wie es gekommen ist und wie es mom. ist.
Ich werde die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es mir irgendwann einmal gut geht und ich das Leben in vollen Zügen genießen kann.

Niemand sagt, dass es einfach ist. Aber eines musst Du wissen. Es gibt nichts mächtigeres und stärkeres auf der Welt als der Mensch. Aber eben, man muss wollen und sich nicht verstecken.


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