Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre

29.11.14 01:05 #1
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Medifan
Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und doch muss ich es jeden Tag.
Auf jeden Fall möchte ich allen denen es schlecht geht hier mal erzählen, wie gut sie es eigentlich haben.

- Ich muss jeden Tag damit rechnen in die Prostitutionsszene abzurutschen, falls das mit der Schule aus irgendwelchen Gründen nicht klappen sollte.
(In Deutschland ist die Prostitution erlaubt.)
Klappt es mit der Schule nicht, stellt mich keiner ein. Dies bedeutet kein Einkommen, mit dem ich mir etwas aufbauen könnte. Darum tue ich mit dem Gedanken spielen, eine rüchige Arbeit der Armut vorzuziehen.
Am Abend grübele ich darüber nach, was nach dem Abi kommt, den weder geht die Diagnose weg, noch das Schreiben meines vorherigen Betriebes.
Man stelle sich einen Zug vor. Man weiß, wohin der Zug fährt, aber nicht bis wann man fahren darf und wo man letztlich rauskommt. Der Zug fährt z.B. nach Berlin, doch du musst in Kalkutta-Irgendwo aussteigen, weil du eben eine schlechte Karte im Leben gezogen hast.

- Ich muss jeden Tag in der Schule damit rechnen, eine Urinkontrolle abgeben zu müssen, um auf Drogen und Alkohol getestet zu werden. Diese muss ich vor meinen Lehrkräften abgeben. (Pinkelt doch mal vor euren Chef oder sonst wem, der euch sonst nicht nackt sieht, in einen Becher. Und dann lasst euch noch als Junkie assoziieren, obwohl ihr keiner seit. Wie fühlt ihr euch?)
Auf diese Schule muss ich gehen, weil ich behindert bin und mir in Deutschland aufgrund dessen keiner eine Chance gibt, meine Fähigkeiten dort unter Beweis zu stellen, wo sie gefördert werden.
Man wird einfach als schwaches Glied abgestempelt. Allerdings wäre es woanderster auch nicht anders. Kranke Tiere werden faktisch auch gemobbt. Scheint also ein biologisches Phänomem zu sein.

- Meine Mutter täuscht Krankheiten vor und erzählt allen, dass andere schlimme Krankheiten hätten. Das hört sich im ersten Moment nicht schlimm an, bis sie anfängt den eigenen Personenkreis etwas zu vermitteln, was die Persönlichkeit massiv angreift.
Zudem weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, dass sie Krankheiten vortäuscht.
Ich weiß nicht, ob es echt ist oder übertrieben, zumindest in den meisten Fällen.

- Ich habe kein Recht darauf, die Farbe zu wählen, die mir gefällt. Das sei krank und man müsse doch auch mal andere Farben wählen.
Ebenso kann ich nicht das essen, was ich will und vor allem wie ich es will.
Ich solle doch bitte alles in einem babyhaften "Manschepansche"-Brei vermengen und in mich hinein stopfen.
Sowas sei schließlich normal, alles andere psychisch krank. (Da frage ich mich, wo leben wir eigentlich? Wo kommen wir hin?)

- Ich muss mir jeden Tag irgendwelche Gesundheitsvorurteile gegen Frauen anhören, wo ich jedesmal ausrasten könnte, wenn Leute das nachlabern ohne sich informiert zu haben. Besonders diese tollen Periodenausreden, wie schlechte Laune, Erkältungen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder sonstige Sachen, die man im Leben nicht braucht wegen der Periode.
(Bei solchen Sachen denke ich jedesmal, wenn ich mich nicht umoperieren lasse, sterbe ich an einem Herzinfarkt, bevor ich 40 bin. Es würde mich auch nicht wundern, weshalb die Herzinfarktstatistik deshalb so hoch ist! Allerdings gibt es gewisse Sachen als Frau, die es dann doch wert werden lassen eine zu sein. Z.B. jeden Fehler einfach auf die Schwäche und Blödheit des Geschlechts schieben.)

Wenn ihr also keinen Antrieb verspürt, bin ich gerne bereit euch zu helfen und euch mal zu zeigen, wie gut ihr es habt. Manchmal merkt man es erst, wenn man es spürt.
(Musste ich in meinen Ferien im Urlaub in einem Armenviertel auch feststellen, obwohl ich wusste, dass es sowas gibt.)

Die Formel ist ganz einfach.
- Lasst euch von einer geliebten Person sagen, dass ihr ein Unmensch seit
- Lasst euch vorschreiben, wie ihr zu essen, euch anzukleiden und zu benehmen habt
- Gebt bei euren Vorgesetzen eine Urinkontrolle ab bzw. bittet darum, dass er irgendwann unangekündigt eine macht. (Bitte jeden Tag bis Arbeitsende eine volle Blase haben. Dann wisst ihr, wie wertvoll Privatsphäre bzw. Intimsphäre ist!)
-Denkt immer daran, wenn nichts mehr hilft, euer Körper ist auch ein Objekt und demnach (leider) eine Ware. (Ich verweise auf den obigen Satz: Dann wisst ihr, wie wertvoll Privatsphäre bzw. Intimsphäre ist!)



Ich hoffe dieser kleine, aber unangenehme Tritt hat einigen geholfen.
Mir hat er geholfen, weil ich mich endlich mal wieder aussprechen konnte.

Nun frage ich mich aber, wie würdet ihr mit so einer Situation umgehen?
Mache ich irgendetwas falsch?
Den Kopf kann ich nicht ausschalten. Den schalte das Licht aus und du stolpert über deine eigenen Lasten.

Ich habe einfach das Gefühl, dass mein "Akku leer" läuft und alles aus den Fugen gerät bzw. keinen Sinn mehr ergibt.

Wer solche Gespräche und Äußerungen nicht zulässt, der unterstützt solche Systeme!

AW: Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre

dadeduda ist offline
Beiträge: 1.503
Seit: 23.08.12
Hallo Medifan
Erstmal: Wie alt bist du?
Warum musst du Urin abgeben?
An welcher Behinderung leidest du?
Welche Art Schule besuchst du?
Wenn du die Schule nicht magst, warum willst du keine Lehre machen?

lg dadeduda

AW: Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre

Oregano ist gerade online
Beiträge: 62.671
Seit: 10.01.04
Hallo Medifan,

ich schließe mich den Fragen von dadeduda an. Wenn Du täglich einen Urintest machen mußt, dann kann das meiner Meinung nach nur bedeuten, daß Drogen eine Rolle spielen oder gespielt haben. Ist das so?
Wie lange ist THC im Blut und Urin nachweisbar? Nachweiszeit von Cannabis - Hanf Journal Kiffer Portal, macht abhängig, ganz legal

Bist Du auf dieser Schule, weil Du zu Hause nicht gut aufgehoben bist? (- Lasst euch von einer geliebten Person sagen, dass ihr ein Unmensch seit)?
Du lebst aber bei Deiner Mutter?

Grüsse,
Oregano
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AW: Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre
Medifan
Themenstarter
ich schließe mich den Fragen von dadeduda an. Wenn Du täglich einen Urintest machen mußt, dann kann das meiner Meinung nach nur bedeuten, daß Drogen eine Rolle spielen oder gespielt haben. Ist das so?
Nein. Solche schnellen Schlussfolgerungen verbitte ich mir. Als MTA muss man straffrei sein. Von daher hätte ich mir sowas sowohl zeitlich als auch rechtlich nicht erlauben können, aber wie das alles zusammenhängt, dazu komme ich jetzt. Zudem erklär mir mal, von was ich das hätte bezahlen sollen?
Ich habe in meiner vorherigen Ausbildung kein Geld verdient.

2. Bitte ich dich Oregano mich nicht gleich mit sowas zu identifizieren, ohne die Hintergründe zu kennen!

Von dadeduda:
Erstmal: Wie alt bist du?
24, immernoch. Und daran wird sich trotz meiner Lage nichts ändern, auf die Schnelle.

Warum musst du Urin abgeben?...
Welche Art Schule besuchst du?
Ich besuche immernoch eine Schule für ehem. Drogensüchtige und Suchtkranke. Auf diese Schule gehen sowohl Menschen, die ein Drogenproblem, ein Alkoholproblem, als auch sonstige Süchte hatten.
Deshalb müssen alle Schüler nach Aufforderung Urintests abgeben. (Nicht täglich, wird immer unangekündigt gemacht. Die Schule muss das auch bezahlen, daher sind tägliche Tests finanziell nicht möglich. Nur in Ausnahmefällen.)
Es ist allen Schülern untersagt, Drogen und Alkohol zu konsumieren, egal, ob sie abhängig waren oder nicht.
Das einzige was glaub ich noch erlaubt sind, sind Zigaretten.
Auf diese Schule bin ich gestoßen, weil mein Cousin früher gekifft hatte und dort hin sollte. Dann habe ich mich einfach beworben und wurde angenommen. Die Chance auf das Abitur! Nicht ich habe also gekifft, gesoffen oder gefaulenzt, ich kannte nur jemanden aus dem Kreis und habe mich seiner Möglichkeiten bedient, da er nicht wollte.

Jetzt komm ich aber zu dem Punkt, den Oregano angesprochen hat und zu den Punkten:
Wenn du die Schule nicht magst, warum willst du keine Lehre machen?
An welcher Behinderung leidest du?
Vorab, bevor wieder die ersten fragen, ich lebe in Deutschland. Ein Land, dass sehr hohe Anforderungen in der Berufswelt hat. Man braucht hier fast für jede Ausbildung das Abitur, weil es die Arbeitgeber so verlangen. Gesetzlich ist dies nicht immer vorgeschrieben, jedoch alle Arbeitgeber die nicht das Abitur verlangen, bieten nur schlechte Ausbildungen mit niedrigem Lohn später oder schlechten Einstellungsmöglichkeiten an.
Von daher wäre es meiner Meinung nach bescheuert, eine solche Ausbildung anzustreben, anstatt zu versuchen, eine zu wählen, womit man noch "leben" kann.
So viel erstmal dazu.

Ich hätte gerne eine Ausbildung angestrebt, aber...
1. ist das auf Grund der hohen Anforderungen sehr schwierig und meistens bekommt man nur noch Ausbildungen, die sowieso nichts wert sind, da man danach Hartz 4 beantragen muss, trotz Arbeit oder eben nicht mehr eingestellt wird bzw. fest eingestellt wird. (Zeitarbeitsfirmenkreis!)
2. Verlangen die meistens Schulen in Deutschland eine abgeschlossene Ausbildung, damit man das Abitur nachmachen kann. Eine abgeschlossene Ausbildung bekommt wiederrum meist nur noch mit Abitur, in allen anderen Ausbildungen wird man gerne vorzeitig entlassen, weil man eben nur eine billige Arbeitskraft war und der Ausbilder entweder nicht ausbilden durfte oder einen nicht übernehmen will.
Kontrollieren tut dies hier keiner bzw. es gibt tausend Tricks dies zu umgehen.

Ihr seht also, es ist ein Teufelskreis: (gute Ausbildung erfordert Abitur, Abitur erfordert gute Ausbildung.)

Ein weiterer Grund war meine Behinderung. Ich habe Autismus bzw. das Asperger-Syndrom. Dieses Syndrom bekommt man in Deutschland mittlerweile, wenn man nicht mehr vermittelbar ist bzw. werden soll und abgeschoben werden soll in Behindertenwerkstätte. Deutschland macht seinem Ruf hier mal wieder alle Ehre.
Hier kommt Oreganos Frage ins Spiel, ob ich Zuhause nicht gut aufgehoben wäre.
Nachdem ich meine Ausbildung an der Klinik verloren hatte (dazu komme ich gleich), nötigte sie mich zu einer 2. Diagnostik an der selben Klinik. Dort erzählte sie der Ärztin, was ich doch für ein böses Kind sei und nicht belastbar sei. Ich wurde nicht befragt, sondern musste irgendwelche Tests für Babys absolvieren, auf die ich absolut keinen Bock hatte.
Und schwups, haste nicht gesehen, hatte ich die Diagnose und somit einen weiteren Stein im Leben zu tragen.
Die Aussagen meiner Mutter würden genau darauf passen und die Tests hätte ich nicht nach erwarteten Ergebnissen erfüllt. (Ja, ich war ja auch zu alt für so einen Kinderkram!)
Und sowas soll sich Mutterliebe nennen? Wohl eher Benutzung. Den jetzt bekommt sie durch mich ja Aufmerksamkeit und hat immer eine Entschuldigung parat, wenn ich mal nicht das tue oder denke, was sie will und für richtig hält.
Sie selbst hat mir gesagt, dass ich manchmal unmenschlich bin, frech bin und zu direkt, womit sie ein Problem hat. Sie kann es nicht haben, wenn Leute ihr die Wahrheit ins Gesicht sagen. Ihre Welt soll am besten "friedefreudeeierkuchen" sein.

Ein weiterer Grund, warum ich keine neue Ausbildung anfangen konnte, war das Schreiben meiner vorherigen Berufsfachschule. Dort standen rufschädigende Sachen drinnen, die ich teilweise sogar widerlegen kann, teilweise aber nicht, weil es eben Aussagen sind, wo mir Gegenzeugen fehlen.
In etwa, ich hätte nicht mitgearbeitet. (Lässt sich widerlegen, da ich es bis ins 3. Semester geschafft hatte und 5! volle Ordner habe.)
Aber auch solche Sachen, wie die Belästigung von Patienten. (Lässt sich nicht widerlegen. Habe ich zwar nie gemacht und es hat sich nie jemand über mich beschwert, aber weder habe ich Patienten zum widerlegen hierfür, noch was in der Hand. Mir fehlen einfach Gegenbeweise.)
Das ganze entstand, weil eine Lehrerin an der Schule was gegen mich hatte und das eben der Schulleitung so erzählt hatte.
Dementsprechend bekam ich auch eine Arbeitsbeurteilung, wo eigentlich alles drinnen steht, was man falsch machen kann.
Das sog. Notenblatt war zudem chaotisch geordnet, alle Noten waren durcheinander und ihre Erstellung nicht nachvollziehbar.
So kann man sich einfach nicht bewerben.
Daraufhin hatte ich mich damals aufgegeben und bewarb mich bei Zeitarbeitsfirmen als Hilfsarbeiterin für alle Arbeiten.
Als auch das nicht klappte, begann ich zu überlegen, ob überhaupt alles noch einen Sinn machte und hatte innerhalb von einem halben Jahr die Polizei bei mir, wegen Selbstmordgefahr, weil ich befürchtete, etwas zu werden, was ich nie war und sein wollte. Eine Behinderte, die von ihrer Mutter benutzt wird und die kein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat.

Momentan frage ich mich wieder, ob überhaupt alles noch einen Sinn hat und ich nicht doch lieber in Rente gehen sollte, den wenn ich das Abi habe, steht immernoch der Name der Schule auf den Zeugnis.
Oreganos Frage, ob ich Drogen genommen hätte zeigt, dass Leute die das lesen nicht anders denken werden.

Desweiteren hat mich meine Mutter leistungstechnisch schon wieder aufgegeben, weil es dieses Jahr in den Schultest nicht ganz so gut lief, wie letztes Jahr. Lag teilweise an Lehrerwechseln, als auch an den geänderten Testbedingungen.
Schaffe ich es nicht, ein Abitur mit einem Schnitt von mind. 1,4 zu machen, bleibt mir eine Möglichkeit:
Der Weg in eine Behindertenwerkstatt, weil mich keiner mehr einstellen will.
Momentan habe ich als Notplan festgelegt, dass ich versuche mich als Künstlerin durchzuschlagen. Deshalb lerne ich jetzt fleißig malen, Videos bearbeiten und schreiben.

Ich möchte dieses Leben schon lange nicht mehr und komme nicht raus.

Und euch geht es schlecht?

Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre

ADo ist offline
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Seit: 06.09.04
Hallo,

Und euch geht es schlecht?
Mir ja!

Schaffe ich es nicht, ein Abitur mit einem Schnitt von mind. 1,4 zu machen, bleibt mir eine Möglichkeit:
Der Weg in eine Behindertenwerkstatt, weil mich keiner mehr einstellen will.
Momentan habe ich als Notplan festgelegt, dass ich versuche mich als Künstlerin durchzuschlagen. Deshalb lerne ich jetzt fleißig malen, Videos bearbeiten und schreiben.
Also, da hast du ja 2 Perspektiven.
Behindertenwerkstatt schließe ich mal vorsichtig aus, weil du dafür wohl überqualifiziert bist.
Künstlerin ist so gut wie jeder andere Job. Wenn du gut bist und andere von dir überzeugen kannst, könntest du sogar mehr verdienen, als jeder andere normale Arbeiter. Dass du dafür etwas tust, ist sicher von Vorteil. Als Künstler ist auch ein gewisses Talent von Vorteil... siehst du das bei dir? Natürlich kann man beim Malen und Schreiben auch auf reine Technik setzen, muss dann aber Arbeiten annehmen, in denen sich der sprichwörtliche Künstler vllt zu eingeengt fühlt.
Wo siehst du dich? Auftragsarbeiten oder freischaffend?

LG
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Oregano ist gerade online
Beiträge: 62.671
Seit: 10.01.04
Hallo Medifan,

entschuldige, wenn ich Dich fälschlich als Drogen-Mensch angesehen habe. MIch hat tatsächlich der Name der Schule dahin geführt.

Die Sache mit der Ausbildung:
IN Deutschland werden händeringend Lehrlinge gesucht, und zwar auch Lehrlinge zur Ausbildung ohne Abitur, vor allem von handwerklichen Firmen. Ich kann nicht beurteilen, ob Du als Asperger da einsteigen könntest, aber Lehrstellen gibt es auf jeden Fall - jedes Jahr mehr.

Vielleicht ist diese Seite für Dich interessant, falls Du sie noch nicht kennst?:
Ausbildungspl?tze f?r Asperger Autisten :: REHAkids Das Forum f?r besondere Kinder :: Das Forum f?r behinderte Kinder.

Grüsse,
Oregano
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Geändert von Oregano (01.12.14 um 09:22 Uhr)

AW: Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre
Medifan
Themenstarter
Hallo Oregano,

ich muss mich wiederholen bezüglich deines logisch nicht korrekten Vorschlags mit den handwerklichen Berufen.

alle Arbeitgeber die nicht das Abitur verlangen, bieten nur schlechte Ausbildungen mit niedrigem Lohn später oder schlechten Einstellungsmöglichkeiten an.
Von daher wäre es meiner Meinung nach bescheuert, eine solche Ausbildung anzustreben, anstatt zu versuchen, eine zu wählen, womit man noch "leben" kann.
Und im Handwerk wird man zu 90% späterhin schlecht bezahlt, zumal die Frauen immernoch nicht gerne einstellen (Frauen werden in Deutschland ebenfalls nochmals 25% weniger entlohnt, egal in welchem Beruf) und Leute ohne Abitur, egal ob Handwerk oder nicht, ständig abweisen. Das Abitur hat hierzulande auch einen Ruf. So werden Leute mit Abitur eben als gescheiter und verlässlicher angesehen. Völliger Schwachsinn, aber so ist eben nun mal das Gesellschaftsbild.
Die Realität sieht halt eben doch etwas anderster aus, als es die Presse schreibt und ehrlich gesagt,
mache ich keine mittlere Reife um späterhin von Hartz 4 zu leben und einen Job anzustreben, wo man als dämlich bezeichnet wird.


Das sind Jobs, die man mit einem Hauptschulabschluss gesetzlich lernen kann.
Wenn die Betriebe keine Leute mit der einfachen Reife einstellen wollen und nur billige Arbeitskräfte wollen, dann sollen sie auch die Konsequenzen dafür tragen.

Es geht nicht nur darum etwas zu lernen, sondern auch, etwas zu lernen was Zukunft hat und die sehe ich in einigen Berufen hier aus verschiedenen Gründen nicht.
Wenn ich dir nun sage, dass ich mitten in der Altersgruppe stecke, ist das dann ein Argument für dich mir wenigstens ein bisschen Glauben zu schenken oder vertraust du doch lieber politisch gesteuerten Medien?
Nur in einem hat die Presse Recht und das ist, wenn alle das Abitur haben, verliert es seinen Wert.
Noch eine Frage: Wenn alle mit der mittleren Reife Berufe wie Bäcker, Maurerer etc. lernen, was sollen dann die mit der mittleren Reife machen?
Die Antwort lautete in einigen Bundesländern die Abschaffung der mittleren Reife und Zusammenlegung der Schulabschlüsse. Die Folge war, dass plötzlich die mittlere Reife genausoviel wert war, wie die einfache Reife. Leute, die extra ein Jahr mehr Schule gemacht hatten, hatten plötzlich ein Jahr umsonst gemacht.
Um es krass auszudrücken:"Es gab plötzlich dumme Abgänger und gescheite Abgänger."
Das kann es nicht sein!
Ich bin ein bestes Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Land nur noch der Elite Zukunft bietet.
Freut euch schon mal auf eine kriminelle Schullaufbahn...

Mit dem Forum Rehakids und allg. mit allen Forum über Autismus komme ich nicht klar bzw. mit den Leuten dort nicht.
Die sehen bei mir ebenfalls keinen Autismus.
Aufgrund der Kommunikationsschwierigkeiten mit diesen Leuten wurde ich auch schon aus zahlreichen autistischen Foren verbannt. Ich denke, dass muss ich hier nicht näher erläutern, da ich mich ebenfalls nicht als Autistin sehe.

Wo siehst du dich? Auftragsarbeiten oder freischaffend?
Diese Bezeichnungen gibt es hier nicht. Es gibt Freiberufler und Selbstständige.
Freiberufler arbeiten völlig alleine.
Selbstständige sind bei jemanden "angestellt", arbeiten aber selbstständig. Also dein Chef stellt dich ein, sagt dir aber nicht, wie du deine Arbeit machen sollst, nur was du machen sollst.
Z.B. gibt es freiberufliche Autoren und selbstständige Autoren.
Selbstständige Autoren arbeiten bei Zeitungen etc. Das heißt, sie sind angestellt, arbeiten aber selbstständig.

Ein Auftraggeber wird mich ohne Ausbildung nicht einstellen, also können wir die 1. Sache vergessen.

Desweiteren hängt es auch immer von der finanziellen Lage ab, ob die Kunstwerke gekauft werden oder nicht.
Ich war mal auf einer Kunstausstellung mit der Schule. Da wurden Pöms in einem Haufen Salz als Kunstwerk angeboten. Stolzer Preis 14000 Euro. Ich glaube kaum, dass weder das Salz noch die Schuhe alleine so viel gekostet haben, aber die Leute kaufen wirklich alles, solange sie Geld haben.
Sehr modern sind auch Kunstwerke aus Zeitungsartikeln. Du kaufst dir einfach 100 Zeitungen, schneidest immer den selben Artikel aus und klebst darauf ein Muster zusammen.
Dieses verkaufst du für 30000 Euro und hast die Kosten für die Zeitungen wieder drinnen.
Weiß ich ebenfalls von der Ausstellung.
Es kommt also nicht nur aufs Talent drauf an, sondern auch auf die Überlegung, wie man etwas macht.
Wie gesagt, bemaltes Klopapier mit dummen Sprüchen, wie:"Statistiken sind dazu da, um sich den ... abzuwischen.", verkauft sich bestimmt auch gut. ;-)

Behindertenwerkstatt schließe ich mal vorsichtig aus, weil du dafür wohl überqualifiziert bist.
Die Rechtslage sieht folgendes vor:
Theorethisch kann niemand in eine Werkstatt gezwungen werden.
Es sei den, sein Vormund schickt ihn dort hin oder das Amt, weil man bei Verweigerung die Leistungen gestrichen bekommt.
Das Amt interessiert es nicht, wie qualifiziert du bist. Hauptsache du bist aus der Statistik raus.
Die sind hier getürkt bis zum geht nicht mehr.
Wir haben mehr Arbeitslose als es angegeben wird. Den die in den Maßnahmen werden ja nicht mitgezählt. Die sind zwar nicht arbeitslos, haben aber keine wirkliche Arbeit.
Klar soweit?

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ADo ist offline
Weiblich ADo
Beiträge: 3.103
Seit: 06.09.04
Hallo,

Wie gesagt, bemaltes Klopapier mit dummen Sprüchen, wie:"Statistiken sind dazu da, um sich den ... abzuwischen.", verkauft sich bestimmt auch gut. ;-)
Tut es! Das gibt es ja schon lange.

Wenn du eine entsprechende Idee hast...

Dein vordringliches Problem ist aber, wie du deine Selbstbestimmung wieder erlangst. Habe ich das soweit richtig verstanden?

Frag doch die Verantwortlichen mal ka**endreist, was du tun musst, um das zu erreichen. Vielleicht doch einen Schulwechsel? Würden die zustimmen, wenn du dich da soooo unwohl fühlst, gemobbt wirst,... was auch immer dir noch einfällt, um überzeugend zu sein? Zumindest wärst du das Stigma "Drogen" los!
Wenn deine Mutter lügt, kannst du dir auch einen Anwalt nehmen (geht auch, wenn man kein Geld hat), der andere Möglichkeiten hat deine Interessen zu vertreten, als du alleine und vielleicht auch noch ein paar neue Ideen.

Ich hoffe, es war etwas Hilfreiches für dich dabei.

LG
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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.528
Seit: 18.03.12
Guten Abend,Medifan
und ich habe auch mit Interesse deine Beiträge gelesen.
Mir ist nicht alles beim Lesen deiner Beiträge klar,aber sonst geht es mir gut .
Ich verstehe nicht ganz,was du eigentlich von uns erwartest. Ich wollte die gleichen Fragen stellen wie dadeduda und Oregano und dachte auch,dass du diese Schule/ Einrichtung wegen einer Vorbelastung besuchst.
Fragen gehören nun einmal zu einem Austausch dazu und das solltest du nicht negativ sehen.

Ich wohne auch in Deutschland und gehe mit offenen Augen durch den Alltag und sehe einiges anders als du.
Meine erwachsenen Kinder haben kein Abitur und stehen trotzdem mit beiden Beinen im Leben und haben ein gutes Auskommen.
Es stimmt nicht,dass man überall ein Abitur erwartet und ohne nichts zählt.
Du schreibst,du hast kein Recht auf Scham ,Individualität und Privatsphäre und doch weißt du,dass du gerade in unserem Land ein Recht darauf hast.
Erst schreibst du von Prostitution ,dann möchtest du Künstlerin werden ....
Wichtig ist dein Abschluss ,den du sicher auch schaffst.
Ich wünsche dir wirklich,dass du einen guten Weg für dich findest,Medifan.

Eine Behindertenwerkstatt ist eine Einrichtung zur Eingliederung von Menschen mit einer Behinderung in das Arbeitsleben.
Diese Plätze sind sehr begehrt,man muss einige Kriterien erfüllen und es wird nicht als Abschiebung gesehen,im Gegenteil.

Ich hoffe,dass du wieder einen Weg zu deiner Mutti findest.Du wohnst bei ihr und alles hat zwei Seiten.Über alles in Ruhe reden kann dabei sehr hilfreich sein.

Grüße von
Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Geändert von Wildaster (01.12.14 um 02:07 Uhr) Grund: Nicknamen

Kein Recht auf Scham, Individualität und Privatsphäre

Datura ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.002
Seit: 09.01.10
Hallo, Medifan!

Ehrlich gesagt verstehe ich Dein Anliegen gar nicht.

Du hast die Chance, an dieser Schule Dein Abi zu machen. Warum setzt Du nicht alles daran, dass das klappt? Lernen wie verrückt, ohne Ablenkung durch lernen von Videobearbeitung? Durch Streits mit Deiner Mutter? "Hier rein, da raus" wäre eine gute Möglichkeit. Du hast doch wohl ein eigenes Zimmer? Zieh Dich doch dorthin zurück? Sag, Du must lernen und möchtest nicht gestört werden und dann lerne, lies usw.

Nach dem Abi kannst Du entscheiden, was Du weiter machst. Die Schule, wenn Du sie gut bewältigst und die Drogentests alle überstehst, könnte sogar ein Vorteil sein, denn es gibt Leute, auch Arbeitgeber, die Hochachtung haben, wenn jemand sowas schafft. Außerdem, wenn Du dann studierst, fragt keiner mehr, wo Du Dein Abi gemacht hast (und übrigens kann man einen Schnitt von 1,4 anstreben, muss es aber nicht erreichen, 2,3 reicht auch).

Außerdem fällt mir auf, dass Du sehr Jammerst, an allem hast Du was auszusetzen, an allen Missgeschicken sind andere Schuld.

Du wirst so nicht erfolgreich und glücklich sein, sondern nur, wenn Du die Verantwortung für Dein Leben in die Hand nimmst.

Seit wann bist Du eigentlich auf dieser Schule? sehe ich das richtig, erst seit Anfang diesen Schuljahres? Man kann auch Kompromisse eingehen, einfach Ruhe geben und sich um sein Leben un d sein Glück kümmern und freundlich zu seinen Mitmenschen sein, sowas kommt nämlich zu einem zurück.

Aber Dir wird wohl auch nicht gefallen, was ich geschrieben habe. Ich wünsche Dir trotzdem alles Gute!

Datura


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