Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

11.08.11 10:26 #1
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Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
@Fauna

Ich habe das Buch das du gelesen hast mit "Die neue Medizin der Emotionen" verwechselt Also ein kompletter Irrtum meinerseits.

Ich habe keine PTBS (nicht das ich wüsste) und habe daher wohl nur für mich gesprochen als ich die Stabilisierung für Schwachsinn hielt. Ich leide unter Panikattacken bzw. sozialen Ängsten. Diese sind "tagesformabhängig". Ich vermute das es viele Minderwertigkeitskomplexe sind in Verbindung mit dem eigenen Aussehen. Ich hatte von 12 bis 18 Jahren starke Akne und litt sehr in dieser Zeit. Daher fühle ich mich nach wie vor minderwertig, obwohl ich inzwischen normal aussehe.

Aber auch sonst müssten irgendwelche kleinen Traumas in meiner Kindheit geschehen sein. Diese würde ich gerne angehen. Deshalb hat mir EMDR Hoffnung gemacht. Ich werde mich mal auf die Suche nach einem Therapeuten begeben. Vielleicht übernimmt ja die Kasse auch was.

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo janni

Ok. dann ist ja das mit dem Buch geklärt.

Weil du von Trauma bearbeiten gesprochen hast und von Stabilisierung habe ich angenommen, dass da eine PTBS gemeint ist. Da braucht es tatsächlich eine Stabilisierung.

Oft ist ja bei starken Symptomen ein Monotrauma - oder auch Mehrfachtrauma ausschlaggebend, auch bei Panik. Soziale Ängst hängen oft damit zusammen, aber manchmal (ich meine nicht immer...) mit sehr restriktivem, entwertendem Erziehungsverhalten der Eltern.

Dass das tagesformabhängig ist, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

EFT kann da sicher gut helfen, ich habe absolut krasse Traumata damit mit bestem, nachhaltigem Erfolg behandelt. - aber eben im Rahmen einer längeren Therapie.

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch EMDR im Rahmen einer guten, tragfähigken und ehrlichen therapeutischen Beziehung gut helfen kann.

Nun drücke ich dir ganz feste die Daumen, dass du bald jemanden findest. - Bei Panik und Ängsten kann übrigens auch NLP gut helfen, am besten kombiniert mit EMDR oder EFT.

Von Herzen gute Besserung, fauna

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janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
Hi Fauna,

danke für die aufmunternden Worte. Ja das mit den Eltern, da triffst du den Nagel auf den Kopf. Habe ziemlich viel durchgemacht als Kind. Selbstvertauen durfte man bei meiner Erziehung nicht zeigen. Man musste sich immer anderen unterordnen und nie protestieren, laut werden oder sonstwas. Immer gehorchen. Auch haben mich meine Eltern eigentlich nie geliebt. Zumindest nie gezeigt. Liebe gab es nur nach Schulnoten. Da die meist nicht gut waren, gabs eben nie Zuneigung oder Wärme. Zudem gab es immer sehr lauten Streit meiner Eltern untereinander. Mit Trennungen und zerschmetterten Tellern usw. Prügel gabs auch schon vom Vater. Also nicht gerade ideale Bedingungen für einen 5 Jährigen Jungen

Was mich auch in letzter Zeit beschäftigt, meine beiden Elternteile rauchen ziemlich stark. 1 Packung pro Tag jeweils. Das meine Mutter selbst während der Schwangerschaft geraucht hat macht mich in letzter Zeit irgendwie traurig, keine Ahnung warum. Zeigt mir irgendwie das ich denen schon immer egal war. Bin auch Einzelkind. Das sind ja meist sowieso Sonderfälle, da die ganze (meist negative) Aufmerksamkeit auf 1 Kind gelenkt wird.

Mir sind viele Sachen sehr bewusst aber ich wüsste nicht wie ich das ändern kann oder da ran komme. Habe so viele Selbsthilfebücher und so vieles probiert. Auch NLP. Selbsthypnose, Hypnose CD´s, EFT, TAT, Selbstliebe, Chakren, Meditation und noch vieles mehr. Aber im Endeffekt hat nie was geholfen. Und je älter ich nun werde desto stärker werden die Ängste und Gefühle. Ich kann es nicht begreifen.

Bin jetzt aber abgeschweift. Danke nochmal, hoffe auch das sich da jemand findet.

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Und ernsthaft mit einer Therapie bei einem/r Therapeuten/in, die fachlich und menschlich kompetent ist? Hast du sowas ausprobiert.

Bei der Selbstanwendung (von der ich grundsätzlich viel halte) lernst du keine neue Beziehungsform. Die hast du in der Kindheit nicht gehabt, das ist was Neues!
Dann ist es aus meiner Sicht auch so, dass halt die blinden Flecke nicht einfach so selber "bearbeitet" werden können. - Da braucht es ein Gegenüber. Selber weicht man/frau dem Schmerz gerne aus (unbewusst natürlich). Das sind selbstverständlich Überlebensmuster resp. - strategien. Die hast du als kleiner Junge sicher gebraucht, um das zu überstehen, was in deiner Familie so von den Erwachsenen gelebt wurde. - Ja, und das verselbständigt sich halt. Da brauchst du vielleicht tatsächlich einen geschützten Rahmen.

Selber konnte ich mich auch nicht mit NLP und EFT aus dem Sumpf holen, wirklich nur mit einer guten therapeutischen Beziehung, die mich nicht abhängig gemacht hat. Die Interventionen sind nützlich, doch braucht es jemanden, der den Prozess anleitet. - Du kannst dich nicht einlassen, wenn du dich selber anleiten musst. - Ganz sicher nicht, wenn es ans "Eingemachte" geht...

Bei vielem können aber auch gute Freunde/innen oder Partner/innen unterstützen. Klar dürfen sie nicht in die Rolle eines Therapeuten kommen. Doch die ehrlichen Ansichten guter Freundinnen oder Freunde. Das kann schon auch was bewirken... - Es braucht Nähe. - Und das ist schwierig bei sozialen Ängsten. (Da spreche ich aus meiner persönlichen Erfahrung!)

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janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
Klar, leuchtet ein. Werde mich definitiv auf die Suche nach einem Therapeuten begeben. Muss ich nur erstmal mit meine PKV abklären. Alleine kann ich mir das sicher nicht leisten. Ich vermute nur das ich da erstmal beim Doc. nen psychisch kaputten Eindruck machen muss.

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Zitat von janni81 Beitrag anzeigen
Klar, leuchtet ein. Werde mich definitiv auf die Suche nach einem Therapeuten begeben. Muss ich nur erstmal mit meine PKV abklären. Alleine kann ich mir das sicher nicht leisten. Ich vermute nur das ich da erstmal beim Doc. nen psychisch kaputten Eindruck machen muss.
Hmm.... also, wenn du Panikattacken hast und du einfach offen und ehrlich beschreibst, wo, wann und wie du die hast und wie du die sozialen Änsgte erlebst, meine ich müsste das genügen.

"Psychisch kaputter Eindruck" - Hast du eventuell eine tiefe Überzeugung, dass du versagst, wenn du Hilfe einer Fachperson brauchst? Dieser Ausdruck klingt für mich etwas entwertend.

Oder befürchtest du, dass du vom Arzt nicht ernstgenommen wirst? Dass er/sie deine Beschwerden bagatellisiert? Vielleicht wäre es dann besser, den/die Ärztin zu wechseln.

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janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Hmm.... also, wenn du Panikattacken hast und du einfach offen und ehrlich beschreibst, wo, wann und wie du die hast und wie du die sozialen Änsgte erlebst, meine ich müsste das genügen.

"Psychisch kaputter Eindruck" - Hast du eventuell eine tiefe Überzeugung, dass du versagst, wenn du Hilfe einer Fachperson brauchst? Dieser Ausdruck klingt für mich etwas entwertend.

Oder befürchtest du, dass du vom Arzt nicht ernstgenommen wirst? Dass er/sie deine Beschwerden bagatellisiert? Vielleicht wäre es dann besser, den/die Ärztin zu wechseln.
Bezüglich "psychisch kaputter Eindruck", nein eigentlich nicht. Nur die Kassen und auch die Ärzte wehren sich doch dagegen irgendwas zu zahlen. Daher dachte ich das man dem Arzt schon was schlimmes vorspielen muss um ne Überweisung zum Psychologen/EMDR zu bekommen. Dachte nur, dem wird sowas wie "soziale Phobie" nicht genügen.

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Ok. ich kenne mich zu wenig aus... - Also, ich glaube es kommt eher auf den Arzt an... - Bei mir war es nicht so. Aber vielleicht gibt es da auch anderes...

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Fjaeril ist offline
Beiträge: 189
Seit: 29.09.11
Hej!
Ich lese da wiederholt was von Stabilisierung, ehe man mit EMDR beginnt.
Was genau ist damit gemeint?
LG
Fjäril

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

Fjaeril ist offline
Beiträge: 189
Seit: 29.09.11
Nach 15 Sitzungen bei einer Traumatherapeutin möchte ich darüber berichten.

Ich wollte diese Therapie machen, weil mir die Therapeutin mit dem Hinweis empfohlen wurde, dass sie mit EMDR / Brainspotting arbeitet. Meine Ärztin meinte, dass sie meine Gesamtbelastung senken könne, sodass ich vielleicht auch weniger empfindlich wäre gegenüber Elektrosmog, den derzeitig starken kosmischen (?) Energien, und wer weiß, was sich sonst noch bessern könnte an körperlichen Symptomen. Meine Vorstellung war zusätzlich, dass ich herausfinde, wer ich wirklich bin, jenseits all der Trauma-Blockaden.

Von diesen Sitzungen waren ungefähr die Hälfte EMDR-Sitzungen, die die Wirkung hatten, dass mein Gehirn (zum Glück erst, als ich wieder zu Hause war) mehr oder weniger lange „außer Funktion“ geriet und ich halb ohnmächtig im Bett lag. Wir machten auch Aufstellungen, mit Platzhaltern für Mutter bzw. Vater, die ebenfalls starke Wirkung zeigten, nur etwas anders.

Die Therapeutin vertritt die Ansicht, dass EMDR und Aufstellung nur ein Teil der Therapie sein kann, man brauche auch Ziele und bestimmte Vorstellungen. Ich habe mich bemüht mich damit anzufreunden .. ..

Nun ja, wodurch auch immer kam es zu starkem Druck im Kopf, ganz besonders in den Nebenhöhlen, und es brach (wie schon einmal in Zusammenhang mit Unterbewusstsein) eine Sinusitis aus, die mit Homöopathie wieder einigermaßen eingedämmt werden konnte. Dann kam es auch zu Druckgefühl und Schmerzen im Herzbereich – soll ein positives Zeichen sein, dass der Körper nun seine unterdrückten Schmerzen ausdrücken darf .. .. und auch wenn sich erst mal noch nichts gebessert hatte, so dachte ich, das würde im weiteren Verlauf der Therapie schon kommen.

Leider hat sie einen massiven „Haken“. Die Therapeutin, von der ich zunächst den Eindruck hatte, verstanden zu werden und gut mit ihr zu können, nimmt mich energetisch auf eine Weise wahr, die sie zur Ansicht verleitete, ich sei zu spirituell und müsse mich entsprechend mit „Irdischem“ befassen. Beim ersten Mal in diese Richtung hatte ich daraufhin einen heftigen Traum, der Verzweiflung, Abspaltung und Mord von einem Teil an dem anderen zeigte. Dieser Traum wurde ernst genommen, mit EMDR haben wir uns damit verbundene Gefühle vorgenommen, dann fuhr ich ein paar Tage weg.

Ich kam zurück mit dem Gedanken, dass wir nun weiter daran arbeiten würden, der Grund für die Abspaltung bereinigt und sie geheilt werden könne. Aber die Therapeutin „sah“, dass mir die Reise gutgetan habe und drängt nicht nur auf weitere „aufbauende“ Aktivitäten wie Ausflüge, sondern meint auch, dass ich es bräuchte von meinem Mann unabhängig zu werden. Ich solle mir ein Auto kaufen, damit da und dort hin fahren .. .. sie lässt nichts von dem gelten, was ich dagegen vorbringe – wobei das wesentliche ist, dass mein Inneres sich extrem dagegen sträubt. Ich habe den Eindruck, dass irgendwas an meiner Ausstrahlung Therapeuten Signale gibt, die nicht mit meinem Fühlen übereinstimmen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit unmöglichen Forderungen konfrontiert bin .. ..

Also kann ich von EMDR nur obiges berichten. Etwas kam in Bewegung, aber merkbar aufgelöst wurde nichts. Auf einen „Kuhhandel“, bei dem ich mein Gefühl vergewaltige, womöglich einen Unfall baue, nur damit ich weiter EMDR-Sitzungen bekomme, lasse ich mich nicht ein.

Fjäril


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