Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

11.08.11 10:26 #1
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Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Noch etwas Vergessenes:

Auch viele rheumatische Symptome, auch eine Fibro / CFS haben sich längerfristig zurückgebildet.

Im Moment arbeite ich mit diesen neuen Glaubenssätzen an meiner chronischen Darmentzündung durch Diätfehler bei Fructosemalabsoption und Histaminintoleranz.

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paule ist offline
Beiträge: 1.060
Seit: 01.02.10
Zitat von Stella Maris Beitrag anzeigen
Trotz langjähriger Psychotherapie scheint es nur immer schlimmer zu werden, körperlich bin ich auch am Ende.
bei "normaler" Psychotherapie würde ich das leider auch erwarten (falls das bei dir der Fall ist). V.a. dann, wenn den Betroffenen mit Psyhopharmaka noch der Rest gegeben wird.
(Standard-Psychotherapie ist das Pendant zur Schulmedizin mit ihren Standard-Medikamenten)

es wäre zu schonenden Verfahren und orthomolekularen Präparaten zu raten.

Geändert von paule (03.01.13 um 19:34 Uhr)

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

Stella Maris ist offline
Beiträge: 79
Seit: 01.11.10
Hallo ArmesHaschel, hallo Fauna!

Danke für eure lieben, aufmunternden Antworten. Ich dürste danach!

Ich habe vor, mich in der nächsten Zeit an EFT und eventuell das Amygdala Retraining ranzutrauen, obwohl meine Beschwerden ja nicht wirklich Fibro & ME sind.


Hallo Paule,

ich halte dennoch viel von Psychotherapie und auch von meiner Therapeutin, selbst wenn es mir (noch) nicht genügend durchschlagenden Erfolg gebracht hat.

Werde mich aber zusätzlich, um gesunden zu können, in Eigenregie bzw. durch geeignete Ärzte um mein Wohlbefinden kümmern müssen, auch, da sich ja schon einiges körperliches manifestiert hat, bzw. vielleicht ja auch Teilursache ist, was dann wieder zurück auf die Psyche wirkt.

Von Psychopharmaka möchte ich mittlerweile Abstand halten, aber ich sehe alles nicht ganz so schwarz-weiß.

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

ArmesHaschel ist offline
Themenstarter Beiträge: 900
Seit: 11.04.10
Hallo Stella Maris,

gerade bei schweren und oft alten Verletzung ist die Amygdala in einem Dauerfeuer. Das wirkt auf den Köper und natürlich wirkt der Körper auch auf die Psyche.

Wenn Amygdala Retraining machst, sagt bitte einmal bescheid, da hab ich auch großes interess dran.

Alles was diesen Dauerstress senkt ist gut. Oft helfen auch Körper und Ausdrucks Therapien weiter. Normales Gequatsche (Normale Psychotherapie) ist da oft nicht so hilfreich.

Alles Gute
Haschel
__________________
Keine falschen Perlen vor echte Säue werfen!

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janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Mir hat die Therapie mit EFT und anderen systemischen Methoden und Werkzeugen sehr geholfen.

Der Durchbruch kam aber erst als ich mich mit diesem Buch:

Dawson Church: "Die neue Medizin des Bewusstseins" - Einfach das Studieren der Zusammenhänge der Quantenmedizin und deren "wissenschaftlicher Beweis" haben mir geholfen an eine dauerhafte Verbesserung zu glauben. - Jetzt erst konnte ich die für mich richtigen Übungen finden.

Aber eine grosse Verbesserung brachte mir schon die Traumatherapie wie oben geschrieben.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald deinen Weg finden wirst.

Liebe Grüsse, fauna
Hi Fauna,

inwiefern hat dir das Buch geholfen? Ich lese es im Moment auch. Das Kapitel mit der Herzkohärenz deckt sich mit vielen anderen Methoden die ich früher kennengelernt habe. Nidiaye Safi hat hierzu tolle Bücher. Allerdings komme ich beim Thema Herz an sich nicht weiter. Bei mir ist es immer verschlossen und ich habe es nie geschafft mein Herz zu öffnen.

Auch Dawson schreibt das dies an erlittenen Traumas liegen kann. Ich kann mich zwar an keine krassen Traumas erinnern, hatte jedoch eine schwere Kindheit. Mich hat das Kapitel EMDR fasziniert, scheitert vermutlich aber daran einen Therapeuten zu finden der einem hilft und nicht nur ans Geld ran will.

Hab dazu in einigen anderen Foren gelesen das viele Therapeuten erstmal den Patienten "stabilisieren" und einige Jahre auf EMDR vorbereiten. Klingt absolut schwachsinnig und nach Abzocke. In den Staaten gibt es anscheiend schon EMDR Geräte für den Hausgebrauch zu kaufen. Hierzulande wird wieder dick Kasse gemacht statt zu helfen.

EFT kenne ich nun schon über 7 Jahre, kam damit aber nie wirklich weit. Da klopft man stundenlang und es passiert sowieso nichts bzw. müsste man da wirklich evtl. zum Therapeuten, was jedoch mal wieder teuer wird.

Ich bin nun erst beim Ende des EMDR Kapitels. Also zu meiner Frage Welcher Teil des Buches hat dir denn geholfen? Bisher liest sich alles sehr toll, in der Praxis scheint mir das jedoch nicht möglich zu sein die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Therapeuten vertraue ich einfach nicht. Immerhin berechnen die meisten 120€ pro Stunde, was ich schon ne extreme Abzocke finde.

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen
Männlich Windpferd
Hallo,

EMDR ist eine nachgewiesenermaßen sehr wirksame Therapie. Braucht nicht lange zu dauern und auch nicht lange "vorbereitet" zu werden. Allerdings ohne ausgebildeten Therapeuten eher nicht durchführbar. (Keinem Therapeuten vertrauen zu können, ist auch ein Symptom; manche schaffen's, darüber hinweg zu springen. Ja, auch Therapeuten wollen Geld verdienen - manche zu viel. Aber wenn man diesen Umstand chronisch als Grund verwendet, sich nicht behandeln zu lassen, hat man schlechte Karten.

Einmal wollte ein Psychiater empirisch nachweisen, daß EMDR Unsinn sei. Seine Umtersuchung ergab, daß EMDR wesentlich besser wirkte als analytische Kurzpsychotherapie. Das umfangreihe Buch der Erfinderin, Francine Shapiro, ist sehr lesenswert.

Die meisten anderen Therapien führen zur Verschlimmerung, weil sie durch wiederholte Konfrontation mit dem Trauma zur sog. Retraumatisierung führen, ohne daß der Patient sich wehren kann. Zunehmend definiert er sich dann als Trauma-Opfer, was gewiß nicht gesund ist.

Alles Gute!
Windpferd

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janni81 ist offline
Beiträge: 1.565
Seit: 25.09.09
EMDR liest sich in der Tat fantastisch. Es hat mir enorm viel Hoffnung gemacht. Vor allem da ich gestaute Emotionen in mir trage die immer schlimmere körperliche Ausmaße annehmen. Zähneknirschen, Darmprobleme, Magenprobleme usw.

Ich war noch nie bei einem Therapeuten. Doch was man so im Internet liest, macht einem eben wenig Hoffnung. Ich habe das wirklich so gelesen das Patienten schreiben das sie sich 3-5 Jahre auf EMDR vorbereiten müssen um stabil zu sein. Und so gutmütig wie sie sind, scheinen sie es ihrem Therapeuten abzukaufen.

Ich habe diese Erfahrung schon mit Ärzten gemacht. Vor allem seit ich Privatkassenpatient bin. Da war ich vor 2 Monaten bspw. beim Arzt (extra gewechselt weil der alte nichts taugte). Der hat sich schon die Hände gerieben als er gehört hat das ich Privatpatient bin. Ich ging hin wegen Magenbeschwerden. Es sticht und zieht im Magen und mir wird ständig übel.

Naja los ging es mit einem Ganzkörper EKG, irgendwelche Pulsabtastungen an den Fußsohlen, dann Ultraschall des Bauches. Dann 2 weitere Termine zur Besprechung. Und am Ende meint er, alles bestens. Die Schmerzen kommen vom Rücken und strahlen in die Bauchgegend.

Danke sehr, daß kostet dann 400€

Und ich bin kein Stück schlauer woher diese Magenschmerzen kommen. Ne Magenspiegelung habe ich ihm dann aufgezwungen bzw. um eine Überweisung gebeten.

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo janni
Zitat von janni81 Beitrag anzeigen
Hi Fauna,

inwiefern hat dir das Buch geholfen? Ich lese es im Moment auch. Das Kapitel mit der Herzkohärenz deckt sich mit vielen anderen Methoden die ich früher kennengelernt habe. Nidiaye Safi hat hierzu tolle Bücher. Allerdings komme ich beim Thema Herz an sich nicht weiter. Bei mir ist es immer verschlossen und ich habe es nie geschafft mein Herz zu öffnen.
Mir hat das Buch geholfen, weil ich durch eine Depression sehr am Erfolg der Traumatherapie gezweifelt habe. Die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen haben mir wieder Mut gemacht, mich mit Visualisierungen zu beschäftigen. - So bin ich aus der Depression rausgekommen. - Nur... ich muss noch sehr vorsichtig sein und - wenn ich ganz ehrlich bin, war es nicht wirklich nur das, was der "Durchbruch" war.


Zitat von janni81 Beitrag anzeigen
Auch Dawson schreibt das dies an erlittenen Traumas liegen kann. Ich kann mich zwar an keine krassen Traumas erinnern, hatte jedoch eine schwere Kindheit. Mich hat das Kapitel EMDR fasziniert, scheitert vermutlich aber daran einen Therapeuten zu finden der einem hilft und nicht nur ans Geld ran will.

Hab dazu in einigen anderen Foren gelesen das viele Therapeuten erstmal den Patienten "stabilisieren" und einige Jahre auf EMDR vorbereiten. Klingt absolut schwachsinnig und nach Abzocke. In den Staaten gibt es anscheiend schon EMDR Geräte für den Hausgebrauch zu kaufen. Hierzulande wird wieder dick Kasse gemacht statt zu helfen.
Hmmm, Stabilisierung ist sicher auch wichtig, wobei mir EFT auch zur Stabilsierung geholfen hat und für die Konfrontation und für die Integration... - Es gibt halt in jeder Berufssparte solche und solche.... -
Nur.... viele Menschen mit PTBS gehen mehrmals in die Klinik um Intervalltherapie zu machen. - Eine PTBS, vor allem eine komplexe ist eine harte Sache für die Therapie. Ehrlich geschrieben bin ich dankbar, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Viele schaffen es überhaupt nie...
Zitat von janni81 Beitrag anzeigen
EFT kenne ich nun schon über 7 Jahre, kam damit aber nie wirklich weit. Da klopft man stundenlang und es passiert sowieso nichts bzw. müsste man da wirklich evtl. zum Therapeuten, was jedoch mal wieder teuer wird.
Ohne Unterstützung meines Therapeuten hätte ich es nicht geschafft. Ich hätte die Gefühle etc. gar nicht wahrnehmen können. Bei harten Traumatas kann man sich selber wohl nur selten behandeln. Denn es liegt wohl in der Natur eines Lebewesens, dass es die schlimmsten Schmerzen vermeidet. - Auch mit EFT tut es noch weh... - Dann geht es ja nicht einfach darum, die Erinnerungen mit EMDR oder EFT zu bearbeiten, sondern es geht auch um den Aufbau von Vertrauen und um das Zulassen von Nähe und und... EMDR und EFT sind wohl meistens in den Rahme einer tragfähigen therapeutischen Beziehung anzuwenden bei tiefen Traumata. Das Verlernen und Loslassen all der alten Überlebesstrategien dauert seine Zeit. Oft ist man sich ja nicht mal bewusst, dass es eine Überlebensstrategie ist, die man gerade anwendet...
Ein Monotrauma und wenn es eher eine Naturkatastrophe / Unfall ist, ist sicher einfacher zu behandeln. Geht es um Gewalt durch Mitmenschen, v.a. durch nahe Bezugspersonen oder um sexuelle Straftaten (ev. sogar mit Zuschauern), die wiederholt vorgekommen sind, gibt es viele Themen, Aspekte und Teilaspekte zu bearbeiten. Dann kommt es ja auch noch auf die persönliche Veranlagung an und die Ressourcen und das soziale Beziehungsnetz etc. in dem ein Mensch sich befindet.

Der Anspruch, dass eine PTBS so ganz schnell mit EMDR "geheilt" ist... naja... ich wünsche es aus tiefstem Herzen jedem/r...

Zitat von janni81 Beitrag anzeigen
Ich bin nun erst beim Ende des EMDR Kapitels. Also zu meiner Frage Welcher Teil des Buches hat dir denn geholfen? Bisher liest sich alles sehr toll, in der Praxis scheint mir das jedoch nicht möglich zu sein die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Therapeuten vertraue ich einfach nicht. Immerhin berechnen die meisten 120€ pro Stunde, was ich schon ne extreme Abzocke finde.
Erstmal finde ich in dem Buch kein Kapitel über EMDR. Dann finde ich, dass "Heilung kein (vorübergehendes) Ereignis, sondern ein (ständiger) Prozess ist" (Zitat aus dem obengenannten Buch, genauer Titel eines Unterkapitels". Ja, und dann habe ich auf meinem, langen persönlichen Weg der "Heilung" festgestellt, dass das Wichtigste für mich die Entscheidung war, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen und es für mich zu tun. Das beinhaltet auch, mir die nötige Zeit zu geben für jeden Schritt.
Nochmals, ich nehme meinen Satz zurück, dass es der Durchbruch war. Das Buch war eine der vielen wichtigen Hilfen, die ich auf meinem Weg hatte. Wichtig war für mich, dass mein zweifelnder Verstand die nötigen "Beweise" für die Wirksamkeit dessen lieferte, was ich intuitiv tun wollte und schon tat. - Wenn eine "Heilungskrise" auftaucht, bin ich dankbar um solche "zufälligen" Infos, die mir helfen.
Am meisten Zeit habe ich "verloren" auf meinem Weg (und auch da bin ich mir nicht sicher), weil ich mir eine schnelle, kostengünstige Variante wünschte... (im Moment muss ich etwas über mich schmunzeln, denn ich wollte in ganz wenigen Sitzungen oder Selbstbehandlungen den ganzen Sch... loswerden. Das war ganz einfach eine Form von Widerstand, der mich vor dem enormen Schmerz und inneren Erdbeben, Erschütterungen etc. , die mich in der Therapie erwarteten zu schützen.)
Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg, fauna

Möglichkeiten, dem Trauma zu begegnen

paule ist offline
Beiträge: 1.060
Seit: 01.02.10
Eine Trauma-Behandlung (auch mittels EMDR) ohne anfängliche Stabilisierung ist m.E. verantwortungslos und ein Kunstfehler.
EMDR ist auch nicht harmlos und kann ebenfalls schon zu heftig sein.

Mir hat das Buch geholfen, weil ich durch eine Depression sehr am Erfolg der Traumatherapie gezweifelt habe. Die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen haben mir wieder Mut gemacht, mich mit Visualisierungen zu beschäftigen. - So bin ich aus der Depression rausgekommen.
das denke ich ist sehr wichtig, da es typisch für eine Traumatisierung ist, dass man kein Lösung sieht / sehen kann. hier die hoffnung nicht zu verlieren und durchzuhalten ist extrem schwer.
Der Ausweg besteht darin, über entsprechende Therapieansätze hilfreiche Vorstellungen zu entwickeln.

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Zitat von paule Beitrag anzeigen
Eine Trauma-Behandlung (auch mittels EMDR) ohne anfängliche Stabilisierung ist m.E. verantwortungslos und ein Kunstfehler.
EMDR ist auch nicht harmlos und kann ebenfalls schon zu heftig sein.
Ja, das ist bei meinem vorigen Beitrag zu wenig raus gekommen. Die Stabilisierung vor einer Konfrontation auch mit EMDR ist das A und O.

Ich kenne in anderen Foren sehr viele Menschem mit PTBS, die nicht genügend stabilisiert wurden und zu schnell mit EMDR arbeiten sollten. - Es war jedes Mal eine Retraumatisierung!

Es gibt auch Menschen, die kommen nie zur Konfrontation und Integration, denn sie müssen immer wieder stabilisieren.


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