Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 07:49 #1
Neues Thema erstellen
Stärkung der emotionalen Intelligenz

Hexe ist offline
Beiträge: 3.818
Seit: 13.07.07
Liebe fauna,

oh, das kenne ich gut, wenn Emotionen den Körper schwächen oder lahmlegen. Alles was in "guten" Zeiten möglich war, scheint nicht mehr zu funktionieren. Es tut mir leid dass du das gerade durchmachen musst, es ist schwierig und schmerzhaft.

Für mich ist es in solchen "verhärteten" Situationen richtig gut, wenn Tränen kommen, dann scheint sich alles ein wenig aufzuweichen, und auch wenn dann der Schmerz sehr stark und tief ist, ist er leichter auszuhalten als diese "Erstarrung", oder nicht unbedingt leichter auszuhalten, aber auf irgendeine Weise doch "besser".
Wenn alles ganz schlimm ist, darf man vielleicht auch mal den Anspruch loslassen aus allem lernen zu sollen, oder alles "gut" hinzubekommen. Bei mir ist es das, dass dann noch zusätzlich Druck macht, und mich viel Kraft kostet - und dann läuft noch mehr falsch. Vielleicht ist es bei dir ja ähnlich.
Loslassen tut so weh!


herzliche Grüße von hexe

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.474
Seit: 27.11.09
Danke liebe Hexe

Ja, es ist bei mir so wie bei dir. - Und da sind auch ein paar Tränen geflossen. Ich bin aber noch nicht "unten" angelangt, da kommten wohl noch mehr Schmerz und Trauer.

Danke auch für diesen Satz
Wenn alles ganz schlimm ist, darf man vielleicht auch mal den Anspruch loslassen aus allem lernen zu sollen, oder alles "gut" hinzubekommen
Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Kayen ist offline
Beiträge: 4.143
Seit: 14.03.07
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Hallo
Danke für die guten Wünsche!

Bei mir streiken Körper, Geist und Seele. Emotionale Mukkis wären jetzt sehr, sehr gefragt.
Durch einen Menschen fühle ich mich enttäuscht. Ich werde angegriffen, eigentlich ohne echten Grund. (Gibt es eigentlich "echte Gründe" für Verletzung unter der Gürtellinie?)

Leider "spüre" ich das Ganze vor allem durch den "Äther". Blöd ist, dass ich mich nicht abgrenzen kann, nicht mal intellektuell. Sogar der Verstand versagt, weil er die Situation nicht einordnen kann.

Ich würde, die Situation, die Enttäuschung gerne loslassen. Aber ich fühle ich blockiert. Deshalb kann ich mich kaum mehr auf alltägliche, kleine Arbeiten konzentrieren. Ich glaube, ich müsste weinen können - und kann es nicht. All die schönen Dinge über "emotionale Intelligenz" haben sich verkrochen, sind nicht mehr abrufbar. - Nichts geht mehr.
Jetzt mache ich noch einen Versuch mit EFT - und dann... - Heisst wohl emotionale Mukkis haben, einfach "nehmen, was kommt und sicher sein, es ist nicht aller Tage Abend"?

Wie habe ich im anderen Thread geschrieben: "Lernen ist zur Zeit schwierig." - oder sowas... Könnt ich wieder mal unterschreiben.

Danke fürs Lesen!


Liebe Fauna,

ich habe Deinen Threadt gerade erst gesehen.

Ich denke so darüber nach, ob es wirklich so etwas wie eine emotionale Intelligenz überhaupt gibt und wenn es diese Art von Intelligenz geben sollte, ob man diese überhaupt einsetzen sollte.

Genau diese Verletzungen, die Du oben sehr gut beschreibst, kommen bei mir sehr häufig vor. Und ich frage mich, was habe ich an mir, dass ich so verletzt werde!
Vielleicht wäre es ein Ansatzpunkt, dieses zu erforschen. Ist es vielleicht eine bestimmte Ausstrahlung oder auch Wortformulierung oder ist meine Grundhaltung zu ungeschützt, zu grenzenlos?

Nun, wenn diese Verletzung jetzt erfolgt ist, macht es Sinn, diese durch emotionale Intelligenz zu lenken?

Oder ist es besser dieses Gefühl, das diese Verletzung verursacht, einfach nur wahrzunehmen, um zu gucken was ist der Ursprung?
Ich denke man sollte es nicht umlenken und ich glaube eigentlich man kann es auch garnicht umlenken. Nur forschen was ist jetzt gerade mit mir passiert.

Ganz liebe Grüsse
Kayen
__________________
Alles verändert sich - dahinter ruht ein Ewiges

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.474
Seit: 27.11.09
Liebe Kayen

Ich glaube, das was du beschreibst, ist emotionale Intelligenz und auch der Weg dazu... - aber es ist nicht einfach, ihn zu gehen. Denn Gefühle wollen eben doch gefühlt werden. Darüber Sprechen ist nicht Fühlen, darin Baden auch nicht.

Was ich auch glaube, keiner kommt um diesen Fleischwolf herum. Jede/r geht mehr oder weniger da durch. Das nennt sich glaube ich "Leben".

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Juliette ist offline
Beiträge: 4.667
Seit: 23.04.06
Hallo,

das verstehe ich gut Fauna, was du da erlebst. Habe, wie viele andere auch, da so meine Gedanken zu.

Ich beleuchte eine solche Situation immer von mehreren Seiten.

Das erste ist: Was macht den anderen so hilflos mir gegenüber, dass er sich in einer solchen Form äußern muss.

Für mich sagt das etwas über ihn und über mich aus. Vor allem beobachte ich mein eigenes Denken, demjenigen gegenüber. Wenn ich selbst in Wut, in Hass oder Angst gerate, dann, so denke ich, sagt sein Benehmen auch etwas über mich aus.

Hält ein Gefühl besonders lange an und gewinnt die Oberhand, so dass ich handlungsunfähig werde, sprich, mich nicht mehr wohlfühle in meiner eigenen Haut, dann hat mir das auf jeden Fall etwas zu sagen.

Ich nehme den anderen dann als Spiegel, für die eigene Gefühlswelt. Denn wenn ich innerlich ähnlich reagiere wie er, ich muss ihm das noch nicht einmal verbal um die Ohren hauen, dann hat er etwas in mir angesprochen, das ich mir ansehen will.

Es zeigt mir, dass ich ihn nicht so annehmen kann wie er ist, mit seinen üblen Worten, mit seiner Art Konflikte zu lösen usw. Sobald ich aber nicht mehr auf ihn in dieser Weise reagiere, auch wenn derjenige meint er müsse sich in dieser Art Luft machen, dann weiß ich, dass ich den anderen annehmen kann wie er ist, auch als kläffender Hund.

Aber, und das ist das erstaunliche daran, die kläffenden Hunde werden weniger. Den ersten Schritt mache dann immer ich, innerlich, wenn doch mal so ein Hund auftaucht. Ich muss mich dafür nicht im Außen äußern. Die Situation verändert sich dann, ohne Ausnahme, und zwar zum Guten.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (21.12.10 um 16:21 Uhr)

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.474
Seit: 27.11.09
Liebe Juliette

Herzlichen Dank für deine Antwort. Was du beschreibst, könnte auch von mir sein. Diese Erfahrungen kenne ich alle. - Wobei, ich spüre, dass ich Hilfe brauche und vermute, dass ich diese Hilfe nur von mir selber bekommen kann. Es könnte gut sein, dass ich mir selber das geben müsste, was ich mir von diesem Gegenüber wünsche: Respekt, Zuhören, Verstandenwerden, was ich wirklich meine. -

Dann ist noch etwas, ich bin "nur" traurig, sonst nichts. Traurig, weil ich missverstanden werde.

Wie du glaube ich, dass die Welt ein Spiegel ist. Wie innen - so aussen (und zuerst kommt innen). Es ist so einfach und so schwierig. Denn ich werde überschwemmt von Trauer. Die Tränen fliessen. Das ist auch gut so.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Hexe ist offline
Beiträge: 3.818
Seit: 13.07.07
Liebe Juliette,

ich hoffe ich missverstehe dich nun nicht.
Es zeigt mir, dass ich ihn nicht so annehmen kann wie er ist, mit seinen üblen Worten, mit seiner Art Konflikte zu lösen usw. Sobald ich aber nicht mehr auf ihn in dieser Weise reagiere, auch wenn derjenige meint er müsse sich in dieser Art Luft machen, dann weiß ich, dass ich den anderen annehmen kann wie er ist, auch als kläffender Hund.
Dazu möchte ich noch etwas schreiben, aus meiner Sicht: Ganz wichtig dabei ist es aber zuerst einmal, sich selbst genau so annehmen zu können wie man ist. So besteht dann auch nicht die Gefahr sich selbst dabei zu "zwingen", oder sich zu "vergessen", die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu verdrängen und zu unterdrücken. Ich weiss du meintest das so auch nicht, ich wollte es trotzdem noch extra schreiben, weil ich aus eigener Erfahrung weiss dass diese Gefahr besteht.

liebe Grüße von hexe

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.474
Seit: 27.11.09
Liebe Hexe

Es läuft bei mir ein ganz wildes Programm ab. Und der Punkt ist genau, dass ich ganz kleinkindlich, die Verantwortung für das schlechte Verhalten anderer übernehme, das heisst mich "nicht gut genug" oder was immer finde, vielleicht auch eine Versagerin.

Und genau hier liegt mein Missverständnis mir selber gegenüber - und die Selbstverurteilung. - Und da werde ich mich nun mit EFT dahinter machen.

Danke liebe Hexe!

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Juliette ist offline
Beiträge: 4.667
Seit: 23.04.06
Hallo liebe Hexe und Fauna,

Ganz wichtig dabei ist es aber zuerst einmal, sich selbst genau so annehmen zu können wie man ist. So besteht dann auch nicht die Gefahr sich selbst dabei zu "zwingen", oder sich zu "vergessen", die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu verdrängen und zu unterdrücken. Ich weiss du meintest das so auch nicht, ich wollte es trotzdem noch extra schreiben, weil ich aus eigener Erfahrung weiss dass diese Gefahr besteht.
Ein ganz wichtiger Punkt, erzwingen geht nicht, sondern "Verständnis haben und Annehmen" und das fängt immer bei einem selbst an.

Es könnte gut sein, dass ich mir selber das geben müsste, was ich mir von diesem Gegenüber wünsche: Respekt, Zuhören, Verstandenwerden, was ich wirklich meine. -
Das fügt sich gut zu dem was Hexe geschrieben hat und was ich auch meinte, mit meinem langen Schreiben.

Und der Punkt ist genau, dass ich ganz kleinkindlich, die Verantwortung für das schlechte Verhalten anderer übernehme, das heisst mich "nicht gut genug" oder was immer finde, vielleicht auch eine Versagerin.
Es ist manchmal so, dass der andere einen nicht verstehen kann, weil er ganz andere Denkvorgänge hat. Ich hoffe dann immer auf eine andere Gelegenheit, damit derjenige versteht. Meist bietet sich diese irgendwann. Hilfreich finde ich es, wenn man im innern dem anderen seinen Standpunkt klar macht. Das ist, so finde ich, schon mal ein erster Schritt, damit man sich besser fühlen kann. Oder halt schriftlich, zum Beispiel einen Brief schreiben.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (21.12.10 um 20:51 Uhr)

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.474
Seit: 27.11.09
Hallo miteinander

Es ist extrem, was ich hinkriege zur Zeit. Es scheinen da unheimliche Energiequellen da zu sein. Familiär, beruflich, persönlich - überrall Herausforderungen. Dazu alte Themen, die hochkommen. Ein Bereich von den dreien allein würde eigentlich genügen, einen Menschen lahm zu legen. Dazu noch gesundheitlich Abklärungen, immerhin wegen eines Tumors. Auch da gäbe es viele, welche ziemlich belastet wären.

Was mir wirklich noch fehlt, ist die Selbstwertschätzung und -würdigung dessen, was ich eigentlich leiste, bis in die Tiefe. Es scheint noch nicht überall in mir angekommen zu sein, dass ich in Ordnung bin.

Und was ich sonst noch merke: Ich muss viel schreiben und austauschen mit anderen Menschen. Mir eine Zuhörerschaft holen, sie auch annehmen. Das scheine ich für den Selbstrespekt zu brauchen. - Seltsam, aber es scheint wirklich so für mich zu sein.

Deshalb nochmals herzlichen Danke euch hier für eure Aufmerksamkeit!

@Juliette. Wegen den verschiedenen Denkvorgängen anderer Menschen. Aus den Situationen überrall, in allen Lebensbereichen ist es wichtig, ganz bei mir zu bleiben, und vor allem ausschliesslich für mich Verantwortung zu übernehmen und die Wahl der Mitmenschen zu respektieren. - Es könnte gut sein, dass es da einige gibt, die mir näher kommen, andere zu denen die Distanz grösser wird. Das könnte auch Trauer auslösen. Aber es ist mir wichtig, im Moment mich auf die innere Führung zu verlassen, und keine konkreten Ergebnisse bewirken zu wollen. Das entspannt - und lässt ganze Gefühlsströme, die in der Tiefe über Jahrzehnte blockiert waren, hochkommen. Es genügt, wenn ich heule und mit anderen Menschen spreche. Nachher kann ich wieder meiner Arbeit und Verpflichtungen im Alltag nachkommen. - Aber ich brauche viel Zeit für mich und die Trauer und das Annehmen von Zuwendung und Hilfe. Das fällt mir extrem schwer und holt auch wieder so viele Emotionen hoch. Letztendlich wird es sicher gut.

Ich habe die Gewohnheit, eher zu empathisch zu sein, und das Denken und Fühlen anderer vor mein eigenes zu stellen. Klar ist es gut, zu wissen, dass andere wirklich anders denken. Wenn ich das zu sehr mache, blockiere ich mich wieder. - Manchmal muss ich mir das auch wieder mehr bewusst machen. Bei mir ist es ein Pendeln um die Mitte.

Allen einen wunderbaren Tag, fauna


Optionen Suchen


Themenübersicht