Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo kopf

Ja, ich kenne diese Angst vor dem Leben. - Damit meine ich das Leben, wie es sich mir halt zeigt und gezeigt hat. Ehrlich hingucken - und erkennen, ich habe Angst, in erster Linie vor den Gefühlen. Lange fühlte ich mich dem Leben ausgeliefert.
Das eigene Leben aufschreiben erlebe ich auch als schwierig. Unsere Erinnerung ändert sich laufend. Das ist für mich erwiesen. Ich kann mich mit einer "Geschichte" aus meiner Biographie beschäftigen - und sie bekommt eine andere Bedeutung. - Ich kann mich ganz als Opfer fühlen - oder die Geschichte bekommt plötzlich einen neuen Rahmen oder eine neue Bedeutung, weil ich sie anders sehe. Es gibt sicher auch noch ganz andere Möglichkeiten. - Das ist ja spannend, sich damit zu beschäftigen. - Ich wünsche dir Mut.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo Willi

Spannend ist für mich, dass mich die jetzigen dichten Erfahrungen nicht vom Hocker schletzen. - Ich kann die Gefühle anerkennen. Es passiert viel Schwieriges in meinem Leben, Belastendes. Aber wenn ich nachts erwache - und merke, autsch... - ich fühl mich schlecht (da gibt es ganz verschiedene schwierige Gefühle, es überwiegt gerade Schmerz und Verletzung), dann kann ich oft einfach NICHTS tun. Es genügt. Kein Kampf, nichts. Auch kein Selbstmitleid, vielleicht ein wenig Selbstmitgefühl, aber eigentlich nicht mal das. Einfach nur feststellen, aha, ich fühl mich schlecht - und nichts tun. Einfach wieder einschlafen.

Das ist für mich eine sehr schöne Erfahrung. Ich war jahrelang nachts geflasht worden. Alpträume, Überwachsamkeit. - Es war wirklich sehr schwierig, das einfach durchzustehen. Dabei passierte in meinem Leben nicht so Schwieriges wie jetzt. - Trotzdem überlebte ich. - Jetzt habe ich das Gefühl zu leben. - Und das ist positiv und spannend - und manchmal ist es schön, und manchmal schmerzhaft. - Aber es ist "normal" im Sinne von "ich habe akzeptiert, dass das mein Leben ist. - Und ich muss es nicht ändern. Es ist wie es ist. - Und ich muss mir nicht überlegen, was ich möchte, sondern es kommt, was kommt. Manchmal kann ich etwas wählen, manchmal muss ich nehmen, was ich bekomme." - Und das ist eine gute Lebensqualität.

So meinte ich das.

Zitat von FaulerWilli87 Beitrag anzeigen
So wie jeder Mensch muss ich meinen eigenen Weg finden.
Vielleicht ist es auch das: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich meinen eigenen Weg finden muss. Es lebt sich sehr gut, ohne Suche nach dem eigenen Weg. Das ist so krampfhaft. Vielleicht auch kontrollierend. Mein Leben IST mein Weg, also lebe ich ihn, ich brauche ihn nicht zu suchen. Das entlastet mich sehr, vor allem wenn es schwierig ist.
Aber auch, wenn es schön ist in meinem Leben. ich brauch dann nämlich keine Angst zu haben, dass es wieder vorbei gehen wird.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

FaulerWilli87 ist offline
Beiträge: 31
Seit: 10.12.11
Hallo Fauna,

da kann ich nicht anders, wollte eigentlich meine Nase pflegen und dann schlafe gehen.

ABER:

>>Ich habe nicht das Gefühl, dass ich meinen eigenen Weg finden muss. Es lebt sich sehr gut, ohne Suche nach dem eigenen Weg. Das ist so krampfhaft. Vielleicht auch kontrollierend.

Es ist nicht krampfhaft, dein eigenes Erkennen zeigt dir den Weg! Und kontrollierend? Wer könnte dich kontrollieren?

Aber einen Gedanken haben wir gemeinsam:

>>Aber auch, wenn es schön ist in meinem Leben. ich brauch dann nämlich keine Angst zu haben, dass es wieder vorbei gehen wird.

Aber: niemand hindert uns daran das Beste aus unserem Leben herauszuholen.

>>Es ist wie es ist. - Und ich muss mir nicht überlegen, was ich möchte, sondern es kommt, was kommt. Manchmal kann ich etwas wählen, manchmal muss ich nehmen, was ich bekomme." - Und das ist eine gute Lebensqualität.

Nein, es ist ein Kampf. Nicht das nehmen was herankommt, alles muss mit unserer Persönlichkeit übereinstimmen, erst dann können wir es annehmen! Was immer kommt, lässt du alles mit dir machen?!

Wo ist dein Kampfgeist? Nie und nimmer aufgeben... Das ist meine Einstellung.

LG
Willi

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Lieber Willi
Habe ich dich von der Nasenpflege weggelockt? Siehst du bald aus wie Rudolf, das Rentier mit der roten Nase?

Zitat von FaulerWilli87 Beitrag anzeigen
ABER:

>>Ich habe nicht das Gefühl, dass ich meinen eigenen Weg finden muss. Es lebt sich sehr gut, ohne Suche nach dem eigenen Weg. Das ist so krampfhaft. Vielleicht auch kontrollierend.

Es ist nicht krampfhaft, dein eigenes Erkennen zeigt dir den Weg! Und kontrollierend? Wer könnte dich kontrollieren?
Ich könnte mich selber konrollieren wollen - und das, was ich als mein Leben akzeptiere. Denn mein Leben IST mein Leben. - Und genauso WIE es halt ist. Ob es mir gefällt oder nicht, wie auch immer ich reagiere und die Umwelt auch wieder darauf und dann wieder ich und dann wieder....

Wenn ich einfach reagiere von innen heraus, dann lebe ich ganz locker meinen Weg - ohne krampf und Kontrolle.


Zitat von FaulerWilli87 Beitrag anzeigen
>>Es ist wie es ist. - Und ich muss mir nicht überlegen, was ich möchte, sondern es kommt, was kommt. Manchmal kann ich etwas wählen, manchmal muss ich nehmen, was ich bekomme." - Und das ist eine gute Lebensqualität.

Nein, es ist ein Kampf. Nicht das nehmen was herankommt, alles muss mit unserer Persönlichkeit übereinstimmen, erst dann können wir es annehmen! Was immer kommt, lässt du alles mit dir machen?!

Wo ist dein Kampfgeist? Nie und nimmer aufgeben... Das ist meine Einstellung.
Für mich bedeutet das nicht aufgeben. Im Gegenteil, es ist für mich sehr viel Autonomie drin. - Es kommt, was kommt. (So ist das Leben nämlich.) - Aber ich höre auf mich, was mir DANN entspricht - und lebe das. So kann ich JA sagen zum Leben mit dem, was es ist. Dazu gehört auch mein NEIN, wenn mir etwas nicht entspricht. Das meine ich ja mit wählen. Und dann kann ich wählen etwas zu unternehmen, wenn ich möchte. Das gibt mir viel Freiheit.

Ja sagen und nehmen was ist bedeutet für mich, mich nicht als Opfer zu fühlen (oder wenigsten nicht lange), wenn etwas Unangenehmes in mein Leben tritt.

Meine persönliche Vergangenheit, die viel Schwieriges hatte, möchte ich in einen neuen Rahmen stellen, mich auch versöhnen damit, dass ich lange gebraucht habe, bis ich so weit war, dass die Vergangenheit soviel von ihrer Macht einbüssen konnte, dass ich mich als selbstbestimmt in der Gegenwart fühlen kann. Wenn ich es nicht kann, finde ich meist schnell wieder raus - oder kann es akzeptieren, dass es halt jetzt nicht so schnell geht.

Das heisst für mich nicht, dass ich mich aufgebe. Aber es ist für mich auch kein Lebenskampf (mehr) - wenigstens jetzt. Vielleicht kommt das ja wieder, denn ich weiss ja nicht, was mein Leben mir noch bringen wird.

Wenn ich akzeptiere, dass zu einem Leben auch Krankheit, Tod und Verlust gehören, kann ich besser leben, was mir entspricht. Dann kann ich mich besser als ich selber damit auseinandersetzten. Bei mir isses so.

Also kurz: Wenn ich nehme, was kommt, bedeutet das für mich, dass ich möglichst auf Schuldzuweisungen verzichte und halt mal akzeptiere, dass JETZT die Situation SO ist, dass ich aber auch weiss, dass sie sich mit jeder Garantie ändern wird. Dabei habe ich oft Wahlmöglichkeiten, die ich dann auch wahrnehme. - ALLES kann ich nicht bestimmen, was kommt.

Liebe Grüsse, fauna
LG
Willi

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Nachtrag:

Vielleicht ist zu wenig klar rausgekommen, dass ich mich auch wehren kann, wenn es mir angemessen erscheint, wenn ich erst einmal offen bin, für das was kommt und für das, was halt das Leben jetzt bringt. - Mit Aufgeben hat das überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil, so wie ich es erlebe, bin ich dann viel mehr bei mir - und kann deshalb auch besser so agieren oder reagieren, wie es mir entspricht. - Mal wehren, mal nichts tun, mal Humor suchen etc. Ich fühle mich dann viel seltener als Opfer, Täterin, Rettern, sondern eher als persönliche Lebensgestalterin und -entdeckerin. Dabei ist es mir viel wohler.

So habe ich viel mehr Chance, mich so zu verhalten, dass ich das verändere, was ich verändern kann, dass ich das akzeptiere, das ich nicht verändern kann - und wenn immer irgendwie möglich, das eine vom anderen zu unterscheiden. - Und wenn ich es nicht unterscheiden kann, warte ich halt mal, bis ich innerlich ruhig werde. Das bedeutet, in mich hinein zu sehen, horchen und zu spüren, bis ich wieder Klarheit habe über mich selbst. - Erst dann kann ich konstruktiv handeln. Manchmal muss ich mich bis dahin auch mal abgrenzen, manchmal auch nicht. Je nach dem, wie sehr ich schon für mein Inneres offen sein kann - oder eben nicht.

Das tut mir auch leid bezüglich des Clinchs mit dedizione. - Dort brauchte ich einfach Ruhe - und liess mich in den Konflikt reinziehen. Heute weiss ich, dass ich mich von ihr abgelehnt und abwertet gefühlt hatte - . In meiner persönlichen Situation konnte ich mich einfach nur noch abgrenzen. Es bleibt etwas Trauer zurück - und etwas Verletzung. Da werde ich noch forschen, wo in mir das hingehört...

Jetzt bin ich dabei weiter in mich zu horchen, wie ich mit Menschen umgehe, von denen ich vermute (wissen tu ich es ja nie wirklich, ich bin auf einen Austausch angewiesen), dass sie sich eigentlich selber ablehnen - und dann diese Ablehnung nach aussen projizieren. Diese Menschen möchten oder können aber nicht mit mir darüber austauschen. Vermutlich fühlen sie sich bedroht, weil sie sich selber so sehr ablehnen und ihren Wert, den sie einfach so haben wie jeder Mensch nicht kennen. Vielleicht sind sie auch gerade dabei den kennen zu lernen. Wenn man/frau sich unbewusst entschieden hat, ein Thema anzugehen, kommt es ja oft in der Aussenwelt verstärkt entgegen - Nochmals: Das ist eine Hypothese, die ich gebildet habe, durch die Begegnungen mit verschiedenen Menschen in der wirklichen und in der virtuellen Welt. Es geht mir um meinen höchstpersönlichen Umgang damit, was diese Menschen in mir auslösen.

Ich schaue meine Aussenwelt auch als Spiegel meiner Innenwelt an. Deshalb forsche ich auch in mir weiter nach meinen Gefühlen und Erinnerungen, Bilder, Glaubenssätze, die in mir anklingen.

Einen schönen Sonntag allen, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz
kopf
fauna , Fauler Willi 87 - ich kann gar nichts mehr schreiben . habe versucht ,aber ...
ich denke ,alles weitere liegt jetzt an mir . da bin ich angekommen .
es gab wohl mal mich behindernde ,aber die zeit ist vorbei !

das thema ist zu komplex .wenn ich mich damit beschäftige ,kommt mir soviel in den sinn ,dass es für mich unmöglich ist ,es aufzuschreiben .

ich hatte viel gelegenheit mich zu spiegeln .durch meine partnerinnenwahl hatte ich auch genug gelegenheit ,vergangenes ,ursprüngliches zig mal wiederzuerleben .

der zeitpunkt meiner trennung von alledem "wiedererlebenwollen" ist jetzt ein paar jahre her .
ich war eine zeit ganz allein und fühle mich jetzt ganz gut ,was die zukunft und das nicht mehr allein sein betrifft .
reinhorchen ? vieles ist einfach sofort da .manchmal brauch ich nicht mehr horchen -wie gesagt -die innere stimme sagt und diese stimme bin ich ,ein erarbeiteter teil von mir .

was du zum umgang mit anderen menschen schreibst und über nichtmöglichen austausch ,kenne ich .
ich begreife es als auch "anerkennung suchen bei leuten ,wo es sie nicht geben kann". aus unterschiedlichen gründen .seien es nur unterschiedliche intressen bzw. unterschiedliche emotionale beschaffenheit .
ich suche bei ihnen nichts mehr ,ohne sie aber, wie früher, zu verteufeln .
Einfach gesagt -sie sind mir auch ein wenig egal !

Lieben Gruß

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo kopf

Dass du dir Anerkennung nicht mehr bei Menschen suchst, die dir emotional nicht entsprechen, das kann ich gut nachvollziehen.
Nur leider sind das bei mir auch Menschen aus der Herkunftsfamilie - und andere, die mir nahe stehen. - Bis jetzt hilft mir nur trauern, meine Gefühle anerkennen - und weitergehen.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz
kopf
vielleicht könnte man die trauer äusserlich tragen , ihr einen platz geben ,einen festen ,ein denkmal -vielleicht ein tattoo oder eine trauerbinde .
ein zeichen ,dass man sie akzeptiert , als einen teil von sich ,aber eben durch die zuweissung eines festen platzes (tattoo o.ä.) ihr die ständige präsenz verweigert.
vielleicht sollte man sie begraben !
LG

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo kopf

Beim ersten Lesen fand ich deine Idee mit dem Platz für die Trauer eine gut. Beim zweiten Lesen finde ich sie noch besser. Es kann gut sein, dass ich dieser Trauer eine Ecke in unserer Wohnung gebe. Die Vorstellung gibt mir das Gefühl von Erleichterung.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz
kopf
Hallo Fauna ,
ich habe einen kirschbaum vor meinem fenster gepflanzt ,in diesem jahr .die gärtner der wohnungsgenossenschaft hatten alte pflanzen rausgerissen und einfach nichts nachgepflanzt .
das ist doch kein zufall ,dachte ich und habe mir viele gedanken gemacht .dann kam ich auf die idee mit dem baum . er ist ein skill für mich .
dann habbe ich mir kleinere baumstämme besorgt ,löcher in sie hinein gebohrt und habe sie nun auf dem balkon .
ich denke dabei an meine heimatlosigkeit und an ein geschütztes zu hause.
er soll den insekten dienen und mir natürlich .
weitere dinge sind meine feldsteine und die steine vom meer .ich habe bestimmt 20-30 stück ,aber richtig grosse .
ich sammelte sie ,wenn es mir nicht gut ging ,auf dem feld oder am meer .
ich habe sie bewusst "gesammelt" mit viel energie und zuwendung.
wenn es mir nicht gut geht ,heute , hole ich mir die gute energie von damals von ihnen .
Liebe Grüsse


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