Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz
Weiblich dedizione
Hallo an alle,

also ich denke, ob ich mich wohl und zufrieden fühle hängt im wesentliche von meinen Gedanken ab, oder aber am Besten man hat garkeine Gedanken.
Gar keine Gedanken zu haben wäre tödlich für mich. Das hieße ja, nix mehr zu wollen, nix mehr zu fühlen, überhaupt es hieße, da "ist nix mehr" in mir. Es findet kein Leben mehr in mir statt, wenn ich nicht denke.

Sich wohl und zufrieden zu fühlen in einer unsäglichen Umwelt/Lebenssituation werde ich mir persönlich nicht mehr aufzwingen. Mir wurde genug von anderen Menschen aufgezwungen. Deshalb scheitert bei mir auch jede Verhaltenstherapie, weil die genau da ansetzt: sich schlechtes, unsägliches, kaum zu ertragendes, schönzureden.

Hallo Hexe, ich hatte Träume und Wünsche und Sehnsüchte, aber die sind alle weg, weil sie sich nicht erfüllt haben. Sie krampfhaft hochzuhalten, also das zu machen, was du einen Spagat nennst, zwischen Träumen lebendig machen und tatsächlicher Realität, das hab ich nicht mehr geschafft. Die Realität ist halt stärker und brutaler. Da kommen Träume und Sehnsüchte nicht gegen an. Ausserdem ist das ein ständiger mentaler Kampf, dieses "die Hoffnung nie aufgeben", und das kann ich nicht mehr, dazu hab ich keine Kraft mehr. Es hat mich buchstäblich ausgelaugt. - Ich verstehe aber sehr gut, was du meinst.

Die Welt ist halt voller rücksichtsloser egoistischer Zeitgenossen. Solche hier geschilderten Szenen wie zb. im Supermarkt oder Brüllerei in Handys, sowas erlebe ich ständig. Ändern kann man das nicht, (also die rücksichtslosen Zeitgenossen), man kann ihnen auch nicht aus dem Weg gehen, es gibt zu viele davon. Man kann sich da nur abgrenzen und dann bleibt man halt einsam. Weil: andere als rücksichtslose Zeitgenossen (auch auf anderen Ebenen) gibt es nicht.
Ich glaube aber nicht dass ich angesichts dieser Tatsache gelassen bleiben kann. Nein, eher resigniert. Gelassen passt nicht zu mir.

Zitat:von ory
keine gedanken zu haben/sich zu machen , fällt sicher (möglicherweise) irgendwann in eine gleichgültigkeit
richtig ory und eine daraus resultierende Ignoranz ist ganz schlimm.
Ich habe mich dahingend nicht konkret ausgedrückt. Ich meine "Herr" über seine Gedanken zu sein, keine unüberlegten Gedanken-Verselbstständigungen, daraus resultierend mehr Gelassenheit, das wäre schön.
dazu braucht es eine Art "inneren Zensor", doch wer sollte das sein. Was sind "unüberlegte Gedankenverselbstständigungen"?

v.Grüße dedizione

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von dedizione Beitrag anzeigen
Hallo an alle,
Was sind "unüberlegte Gedankenverselbstständigungen"?

v.Grüße dedizione

Für mich sind z.B. unüberlegte Gedankenverselbstständigungen:

zu laufen - wofür ich mich nicht bewegen will,
zu handeln - ohne es selbst zu wollen,
zu klagen - ohne Wissen woher.

Liebe Grüße
Kayen
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Weiblich dedizione
Von Seite eins dieses threads:

Die Grundfähigkeiten des EQ sind nach D. Goleman:

1. Selbstwahrnehmung (der eigenen Gefühlswelt)
2. Selbstregulation (Umgang mit den eigenen Gefühlen)
3. Selbstmotivation (Brauchen der emotionalen Energie für das Erreichen persönlicher Ziele)
4. Wahrnehmen der Gefühle der Mitmenschen
5. Umgang mit den Gefühlen der Mitmenschen
Schon an Punkt eins hapert es bei mir - bin zu offen für andere (Gefühle der anderen, Gefühlsübernahme, übermäßiges Anpassen an andere und so weiter, Probleme mit Grenzziehungen). Schätze mal, ich bin diesbezüglich keine Ausnahme; anderen Menschen geht es ähnlich wie mir.
Wer Punkt 1 beherrscht, dem passiert aber - glaube ich - nicht das hier:

Für mich sind z.B. unüberlegte Gedankenverselbstständigungen:

zu laufen - wofür ich mich nicht bewegen will,
zu handeln - ohne es selbst zu wollen,
zu klagen - ohne Wissen woher.

Wobei ich da wieder milde Einspruch erheben muss. Denn man wird einfach gezwungen, zu tun, was man nicht will, das zu leben, was man nicht will, Rollen zu spielen, die man ablehnt und so weiter... Kein Mensch ist frei, so zu leben, wie Mensch es will, wenn Mensch nach Punkt 1 - nämlich der eigenen Selbstwahrnehmung - leben würde. Nach Punkt 1 zu leben heißt, autark zu sein.
Das geht einfach nicht, meine ich.

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
da fällt mir dieser spruch dazu ein :

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden zu Worten.

Achte auf Deine Worte,
denn sie werden zu Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden zu Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.


das denken kann aus der hölle einen himmel
und aus dem himmel eine hölle machen.
so ähnlich hat es wohl " John Milton " mal gesagt .

lg ory
__________________
Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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Weiblich dedizione
das denken kann aus der hölle einen himmel
und aus dem himmel eine hölle machen.
so ähnlich hat es wohl " John Milton " mal gesagt .
dem ich nicht zustimme, da ich mich nicht mehr von anderen verbiegen lasse bzw. fremdbestimmen lasse - nicht mehr bereit bin, mir schlechtes schönzudenken, weil andere das so wollen.

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
hallo dedizione ,
.
das denken kann aus der hölle einen himmel
und aus dem himmel eine hölle machen.
dem ich nicht zustimme,............
das denken überhaupt entsteht doch "in deiner person " ist doch immer ein/dein persönliches denken .
dein denken ist dein handeln und dein handeln ist dein denken .

..............da ich mich nicht mehr von anderen verbiegen lasse bzw. fremdbestimmen lasse - nicht mehr bereit bin, mir schlechtes schönzudenken, weil andere das so wollen.
da stimme ich dir voll und ganz zu .

lg ory
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Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von dedizione Beitrag anzeigen


Wobei ich da wieder milde Einspruch erheben muss. Denn man wird einfach gezwungen, zu tun, was man nicht will, das zu leben, was man nicht will, Rollen zu spielen, die man ablehnt und so weiter... Kein Mensch ist frei, so zu leben, wie Mensch es will, wenn Mensch nach Punkt 1 - nämlich der eigenen Selbstwahrnehmung - leben würde. Nach Punkt 1 zu leben heißt, autark zu sein.
Das geht einfach nicht, meine ich.
Um zu Leben wie man leben möchte, ist es sinnvoll zu wissen, wer man eigentlich ist.
Welche Fähigkeiten habe ich, welche Dinge liebe ich u.s.w.
Wenn ich nach dem Wissen handel, kann ich mich selbst leben.

Das liest sich jetzt hier so einfach, ist es aber nicht.

Häufig wird man ja im Kindesalter/Pubertät durch äußere Umstände in eine bestimmte Rolle gedrängt, ohne es zu wollen, man wird sozusagen "verstellt" und die Chance wird einem genommen sich selbst zu erkennen.

Gefühle und damit auch die Selbstwahrnehmung verstellen sich mit so einer "Umprägung" im Laufe der Zeit immer mehr und dann nimmt der ungesunde Kreislauf seinen Lauf und irgendwie kommt eine Ahnung in uns auf, das irgendwas nicht stimmt, sich alles gezwungen anfühlt, ohne zu wissen warum und ohne zu wissen wer wir eigentlich sind.

Dieses ist nur ein Grund denke ich, gibt wahrscheinlich noch viele andere.
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Weiblich dedizione
hallo Ory,

das denken überhaupt entsteht doch "in deiner person " ist doch immer ein/dein persönliches denken .
Ja natürlich. Es entsteht aber durch meine Umstände, mein Leben, in dem ich lebe. Es ist meine Reflexion auf mein Leben, Umstände etc pp. Dazu steh ich und dafür übernehm ich auch Verantwortung.

Sätze wie das von dir von Milton zitierte scheinen mir aber aufzuoktroyieren, dass ich anders denken müsse. Gegen sowas wehre ich mich.

Häufig wird man ja im Kindesalter/Pubertät durch äußere Umstände in eine bestimmte Rolle gedrängt, ohne es zu wollen, man wird sozusagen "verstellt" und die Chance wird einem genommen sich selbst zu erkennen.

Gefühle und damit auch die Selbstwahrnehmung verstellen sich mit so einer "Umprägung" im Laufe der Zeit immer mehr und dann nimmt der ungesunde Kreislauf seinen Lauf und irgendwie kommt eine Ahnung in uns auf, das irgendwas nicht stimmt, sich alles gezwungen anfühlt, ohne zu wissen warum und ohne zu wissen wer wir eigentlich sind.

Dieses ist nur ein Grund denke ich, gibt wahrscheinlich noch viele andere.
ich denke, dass das der Hauptgrund ist.

viele Grüße dedizione

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Liebe Hexe
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen

Liebe fauna, es freut mich so das zu lesen. Aber es liest sich wohl als ob ich es immer auch hinbekomme - und das ist nicht so .
Nein, ich glaube nicht, dass das ein Mensch jederzeit und überall hinbekommt. Aber es ist ein Gedanke, der in mir gute Gefühle auslöst. Weiter oben habe ich ja schon einmal geschrieben, dass das "wirkliche Verstehen" für mich ein Verstehen aus dem Herzen ist. - Und das löst in mir ein warmes Fliessen im Herz aus. - Das ist schön. -

Im Moment bin ich müde. Der Alltag strengt an, - und doch kann ich mich oft an diese Wärme erinnern. Oft weiss ich nicht mal, was ich mir wünsche oder was mir gut tun würde. - Aber, dass ich mir das erlaube, das tut gut. - Ein kleines Stück Selbstliebe mehr. - Das ist wirklich schön.

Und meine Erwartungen setze ich zur Zeit bewusst niedrig, auch meine Ansprüche an mich. - Beim Schreiben merke ich gerade, dass mir das gut tut. (grins). - So gelingt es mir ein wenig, im Alltag offen zu bleiben - und das Kontroll- und Sicherheitsbedürfnis etwas zu lockern. - Auch das tut gut. - Aber es ist schwierig - ... und irgendwie einfach auch, beides.

Ab und zu mache ich das "Millionenspiel" in Gedanken. - Was würde ich mit einer Million tun? - Dann merke ich regelmässig, dass das, was ich wirklich brauche oft schon in mir selber ist.
(Klar würde ich schon ein paar nachhaltige Projekte unterstützen wollen in unserer Welt.)

Liebe Grüsse, fauna

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo Kayen
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Vielleicht sollte man diese netten Momente mehr wahrnehmen und mehr Aufmerksamkeit schenken, habe ich mir so gedacht.
Ich glaube, dafür braucht es Offenheit und die Entscheidung das wahrnehmen zu wollen. - Schön, dass du das machst! - Schön für dich und deine Mitmenschen!

Liebe Grüsse, fauna


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