Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 07:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.546
Seit: 27.11.09
Hallo Hexe

Du schreibst
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Hallo,

ich habe schon öfter angesetzt, um hier etwas zu schreiben, und jedemal bemerkte ich wie schwer es doch ist, all das auszudrücken was ich fühle, weil ich es oft nicht mal für mich so konkret weiss und klar erkennen kann, schon gar nicht benennen. Es ist schon toll wie du dies alles in Worte fassen kannst, liebe fauna.
Danke für die Blumen! Grad etwas verlegen werde... Ich finde übrigens deine Beiträge auch klar und verständlich formuliert. Wenn jemand etwas nicht versteht oder auch falsch, kann ja nachgefragt und geklärt werden.

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Gefühle sind für mich gleichbedeutend mit "erleben". Ich fühle eigentlich immer, und ich nehme einfach mal an dass es jedem Menschen so geht. Je stärker meine Gefühle sind, desto intensiver und "tiefer" erlebe ich, und desto fester prägt sich natürlich auch das Erlebte ein.
Ich staune manchmal, wie wenig bewusst sich Menschen über die eigenen Gefühle sind. Manchmal fühlen sie auch etwas, aber sie können es wirklich nicht ausdrücken, nur "gut" oder "schlecht". Anscheinend gehörst du aber nicht zu dieser Gruppe Menschen, denn du erlebst intensiv und auch tief.

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Ja , ich ergänze noch dass ich es zeitweise als beängstigend erlebe; nicht etwas zu fühlen, sondern die Stärke der Gefühle. Aber genau hier kommt es ja darauf an wie sehr man sich "reinfallen" lässt.
Vielleicht sind deine Gefühle auch einfach wirklich stark - und wollen wahrgenommen und respektiert werden. Ich stelle mir da auch so etwas wie eine Art Bach oder Fluss vor. Bei den einen fliesst wirklich mehr als bei den anderen. Muss das wirklich damit zu tun haben, dass man sich reinfallen lässt. Ich weiss es wirklich nicht. Wie siehst du das?

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Wo stehe ich? Ich versuche gerade Gefühle aller Art wirklich fliessen zu lassen. Ich lerne sie gerade zuzulassen und nicht wegzusperren. Das tat ich oft bevor ich sie mir überhaupt angesehen hatte, ich wusste nicht mal dass sie da sind.
Das könnte ja auch erklären, dass sie etwas heftiger fliessen, wenn der Staudamm weg ist, gibt es mal eine Flut. Und vielleicht ändert sich auch etwas wenn es mal heftig sein durfte - und du dich ans Fühlen gewöhnt hast. Muss nicht stimmen. Ich brauche nicht recht zu haben.

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Wo stehe ich an? ich suche nach der Balance, nach der richtigen Mitte, oder besser gesagt nach der "sicheren" Distanz, von wo aus ich alles zulassen kann ohne dabei selbst zu "verbrennen", wenn es allzu heiss hergeht.
Hmm, kennst du das "bewusste Dissoziieren". Das heisst, man bewusst auf Distanz zu den Gefühlen. Du kannst sie "aussen" deponieren. Du kannst, wenn du willst mit dem Ort ausprobieren, was für dich am besten ist: vorn, weiter weg, näher, seitlich, oben, unten, sogar hinter dir an verschiedenen Orten. Du kannst die Gefühle auch mal als Bild ansehen (innerlich oder äusserlich, in dem du sie einfach malst). Mir hilft, wenn ich mir die Sonne als Symbol der Kraft, die alles wachsen lässt vorstelle, oben. Dann lasse ich einen Sonnenstrahl auf mich und einen auf das Gefühl. Das gibt mir das Gefühl, ok. zu sein, und auch das Gefühl ist o.k. Manchmal mit den ganz schwierigen Traumagefühlen habe ich sie auf eine Leinwand projiziert - und sogar den Vorhang gezogen, dass ich nicht hingucken muss, oder eine schusssichere Wand gemacht, dass die Intensität mich nicht überfordert hat.

All die Möglichkeiten lösen ja dann auch wieder etwas aus. Man kann mit diesen und anderen Möglichkeiten die Gefühle über die Gefühle verändern. Ich kann mittlerweile "entspannt und frischfröhlich wütend" sein. Das ist eine prima Fähigkeit für meine Arbeit in einer Sonderschule für Kinder mit Verhaltensstörungen. Auch die Schüler/innen schätzen das, wenn ich mal locker-ärgerlich Grenzen setzen kann und mich nicht besonders ärgern muss und verletzend werden. Auch auf Schuldzuweisungen kann so gut verzichtet werden (mir und anderen gegenüber). Das entlastet sehr.

Liebe Grüsse, fauna

PS. Sorry, ist etwas lange geworden

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Puistola ist offline
Beiträge: 967
Seit: 06.08.08
Zitat von fauna Beitrag anzeigen

Mir ist es lieber, wenn wir persönlich bleiben, wie das Hexe begonnen hat. Ich glaube nicht, dass ich diesen Test machen werde.

Für mich ist es wirklich gut, selber ruhig zu bleiben und vertrauensvoll.
Du hast vollkommen recht.
Deine "emotionale Intelligenz" weist Dir den Weg besser als jeder noch so ausgeklügelte Test. Dein Beispiel und der Umgang damit zeigt das.

Mir hat der Test erwartungsgemäss nichts gebracht, ausser die bange Frage, ob es wirklich Menschen gebe, die sich selbst so wenig kennen, dass ihnen solcher Schematismus etwas bringen könnte:

Zitat von SZ
Persönliches Ergebnis
1 2 3 4 5 6 7 8 9
Gelassenheit

Sie können sich glücklich schätzen, dass dieser Charakterzug bei Ihnen sehr ausgeprägt vorhanden ist.
Ach je, brauch ich diesen Honig ums Maul geschmiert?

Bleiben wir doch uns selbst, ungetestet! Wir kennen uns selbst besser als Ron Hubbard und Konsorten!

Puistola

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.546
Seit: 27.11.09
Liebe Puistola

Ja, ich finde das tägliche Leben Test und Herausforderung genug für meine Emo-Mukkis! Da kommen laufend neue Lektionen für das Training der emotionalen Mukkis und meiner Fähigkeit, gelassen meine Gefühle zu fühlen. - Und wenn ich ehrlich bin, setze ich lieber selber meine Massstäbe, wann ich zufrieden bin und wann nicht. - schmunzel

Liebe Grüsse, fauna

PS. Hab gerade gesehen, dass wir beide gleich viele Beiträge haben, gerade jetzt. DAs wird sich ja schnell ändern, aber ich find's witzig!

Geändert von fauna (12.12.10 um 20:59 Uhr)

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.048
Seit: 04.02.09
O,je ……………. ich weiß grad nicht wie ich meine gefühle in worten kleiden soll .

ich lebe sie / akzeptiere ,respektiere und verfluche sie auch manchmal .
egal wie ich meine gefühle fühle ,wichtig für mich ist das ich weiß „wie ich da wieder raus komme „ wie ich sie regulieren bzw. steuern kann .

lg ory
__________________
Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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Hexe ist gerade online
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo,
Zitat von fauna
Vielleicht sind deine Gefühle auch einfach wirklich stark - und wollen wahrgenommen und respektiert werden. Ich stelle mir da auch so etwas wie eine Art Bach oder Fluss vor. Bei den einen fliesst wirklich mehr als bei den anderen. Muss das wirklich damit zu tun haben, dass man sich reinfallen lässt. Ich weiss es wirklich nicht. Wie siehst du das?
.......
Das könnte ja auch erklären, dass sie etwas heftiger fliessen, wenn der Staudamm weg ist, gibt es mal eine Flut. Und vielleicht ändert sich auch etwas wenn es mal heftig sein durfte - und du dich ans Fühlen gewöhnt hast. Muss nicht stimmen. Ich brauche nicht recht zu haben.
Vielleicht ist es so, dass sich alles erst ein wenig ausgleicht, wenn mal der erste "Schwung" weg ist. Das habe ich mir auch schon so überlegt, ob es so ist weiss ich nicht, aber es klingt ja plausibel.
Ob ich "mehr" oder heftiger fühle als andere Menschen, das kann ich nicht sagen und beurteilen, ich kann nur meine Gefühle fühlen. Ich habe aber schon das Gefühl dass ich meine Gefühle intensiver (und ein wenig anders) empfinde.

Von dem "bewussten Dissoziieren" hatte ich bisher noch nichts gehört. Danke für diesen Tip. Schon der erste Versuch ein Gefühl "rauszustellen" war sehr ungewohnt , ich denke das erfordert auch ein bisschen Übung. Sich einen Sonnenstrahl vorzustellen ist schön.
Zitat von ory
O,je ……………. ich weiß grad nicht wie ich meine gefühle in worten kleiden soll .
Das kann ich gut nachvollziehen, geht mir auch so.

Liebe Grüße von hexe

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Guten Tag, Freunde der Intelligenz,

das NZZ-Folio 11/10 war "Dem Superhirn"gewidmet, daraus stammt der Satz:

Der zweifelhafte Ruf der Intelligenz hat aber noch eine andere Ursache: In den letzten Jahren wurden etliche alternative Konzepte in Umlauf gebracht, die sich einer grossen Popularität erfreuen – von der emotionalen Intelligenz, die angeblich viel wichtiger sei als die kognitive, bis hin zur Idee, es gebe nicht nur eine Intelligenz, sondern ein ganzes Bündel davon. Zunächst war von acht Typen die Rede, sprachliche oder mathematische Intelligenz zum Beispiel, dann kamen ständig neue hinzu, etwa sexuelle und spiri*tuelle Intelligenz, ja gar Gartenintelligenz und Modeintelligenz, so dass ein führender Psychologe schliesslich sarkastisch eine Partyintelligenz vorschlug, die sich anhand der Verweildauer der Partygäste messen liesse.
Zitat aus: Ich bin doch nicht blöd! - NZZ Folio 11/10 - Thema: Das Superhirn

vG peter

Stärkung der emotionalen Intelligenz

Puistola ist offline
Beiträge: 967
Seit: 06.08.08
Danke, Knutpeter für den Hinweis auf den Artike mit diesem Schlusssatz:

Zitat von NZZ-Folio "Ich bin doch nicht blöd"
Intelligenz macht zweifellos erfolgreich und treibt den Fortschritt an. All jenen aber, die sich bloss ein bisschen mehr Zufriedenheit wünschen, möchte man zurufen, was die Zeitschrift «New Scientist» einmal in einer Art Anleitung zum Glücklichsein empfahl: Begehre weniger!
Programme zur Erhöhung oder Vertiefung der "emotionalen Intelligenz" dauern lange und/oder kosten viel. Scientology und andere Schlaumeier leben von solchen Angeboten. In Ergänzung zu "Begehre weniger" schlage ich vor:

Carpe diem!*

Puistola



*Die überaus elegant geschriebene Horaz'sche Ode an den Tag findet sich in Original und guter Übersetzung hier:
Carpe diem

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.546
Seit: 27.11.09
Zitat von ory Beitrag anzeigen
O,je ……………. ich weiß grad nicht wie ich meine gefühle in worten kleiden soll .

ich lebe sie / akzeptiere ,respektiere und verfluche sie auch manchmal .
egal wie ich meine gefühle fühle ,wichtig für mich ist das ich weiß „wie ich da wieder raus komme „ wie ich sie regulieren bzw. steuern kann .

lg ory
Liebe Ory
Ja, das in Worte Kleiden von Gefühlen, manchmal gibt es einfach keine Worte dafür. Manchmal kommen meine Gefühle auch aus einer Zeit, in der ich einfach noch keine Worte hatte.
Jeder Impuls über unsere Sinne aktiviert ja auch etwas. Wenn etwas nicht verarbeitet ist oder noch blockiert, werden oft alte Gefühle aktiviert, - bei mir auf jeden Fall. - Und manchmal aus der Kleinkind- oder vorgeburtlichen Zeit. Mittlerweile kommuniziere ich manchma mit diesen kleinen Kindern, beruhige sie. Auf jeden Fall ist es gut zu wissen, dass ich als erwachsene Frau sie zwar ab und zu noch schmerzhaft oder beängstigend fühle, dass sie mich aber nicht wirklich bedrohen. - Es sind Gefühle, nichst Gefährliches.

Ich finde das super, dass du sie regulieren bzw. steuern kannst. Für mich ist das immer wieder eine Gratwanderung. Am liebsten bin ich so in einer mittleren Spannung, sozusagen entspannt gespannt. Dann kann am besten meinen Gefühlen umgehen. Schwierig ist es für mich, wenn ich irgendwo bin, wo der spontane Ausdruck der Gefühle einfach nicht möglich, nicht sinnvoll oder sogar schädlich wäre (Sitzungen, manchmal auch in der Familie, wenn ich weiss, dass ich jetzt besser zuerst zuhöre, bevor ich mich ausdrücke...).

"Rauskommen" muss ich nur, wenn mich die Gefühle wirklich behindern in der Gegenwart.

Gut verarbeiten und einordnen kann ich wirklich mit Schreiben. Das verlangsamt bei mir den inneren Prozess.

Liebe Grüsse, fauna

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.546
Seit: 27.11.09
Liebe Hexe
[quote=Hexe;585448Ob ich "mehr" oder heftiger fühle als andere Menschen, das kann ich nicht sagen und beurteilen, ich kann nur meine Gefühle fühlen. Ich habe aber schon das Gefühl dass ich meine Gefühle intensiver (und ein wenig anders) empfinde.[/QUOTE]
Das geht mir ähnlich wie dir. Manchmal frage ich mich, ob alle Menschen ähnlich fühlen. Aber dann merke ich wieder, dass nicht alle gleich feinfühlig sind, auch nicht die gleichen Gefühle von Selbstwert haben. Vieles zeigt sich ja dann in der Kommunikation und im Verhalten allgemein, auch in der Körperhaltung.

[quote=Hexe;585448Ob dem "bewussten Dissoziieren" hatte ich bisher noch nichts gehört. Danke für diesen Tip. Schon der erste Versuch ein Gefühl "rauszustellen" war sehr ungewohnt , ich denke das erfordert auch ein bisschen Übung. Sich einen Sonnenstrahl vorzustellen ist schön. [/quote]
Vieles wird zum Beispiel in der "Bildschirmtechnik" gebraucht, wo schmerzhafte Erinnerungen/Gefühle auf einen Bildschirm projiziert werden. Ich brauche diese Technik auch, wenn ich dabei bin in Selbstmitleid zu verfallen. Dann stelle ich mich auf dem Mond vor. Von dort schaue ich auf den blauen Planet Erde hinunter. Irgendwann dreht sich die Seite mit Afrika und Europa zu mir, Europa viel kleiner. Dann schaue ich nach, wo die Schweiz ist, genauer die Ostschweiz. Dort finde ich meinen Wohnort, dort unser Haus, dort in einem Zimmer mich selber mit meinem Problem... es ist wirklich klein. Und wenn ich mir dann noch den Sternenhimmel vorstelle, wo die Erde nicht mal ein Sandkorn ist...
Immer möchte ich das auch nicht machen. Denn so distanziere ich mich von meinen Gefühlen, entfremde mich mir selber. Das ist für mich nur ein Werkzeug, wenn ich Distanz und Übersicht und Verhältnismässigkeit brauche. Manchmal muss ich auch die Lupe nehmen - oder ein Licht, damit ich mich genauer wahrnehme, weil ein Gefühl oder eine Erfahrung angesehen werden wollen, weil ich noch nicht das Wesentliche daraus gelernt habe...

Immer wieder spannend.

Liebe Grüsse, fauna

Noch zum Dissoziieren: Wir können uns eigentlich auf zwei grundlegende Arten erinnern oder die Zukunft vorstellen. Ein einfaches Beispiel als Erklärung:
Stell dir vor, du sitzt auf einem Rad und fährst eine kurvige Strasse runter. Meistens kommen so verschiedene Körpergefühle hoch: Fahrwind im Gesicht, Sattel, Lenker, in die Kurven liegen etc.

Stell dir vor, du siehst dich von aussen auf einem Fahrrad die selbe Strasse runterfahren, wenn du wirklich aussen bleiben kannst, spürst du eigentlich nichts.

Jeder Mensch hat Vorlieben (unbewusst), wie er sich was erinnert. Das kann je nach Lebensbereich verschieden sein. - All dieses Wissen kann als Werkzeug gebraucht werden. Aber jedes Werkzeug kann auch hilfreich und schädlich gebraucht werden. Früher nutzte ich alles um meine schwierigen Erinnerungen nicht haben zu müssen, vor allem die Gefühle. Jetzt kann ich sie meist nutzen um gut zu leben.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.546
Seit: 27.11.09
Liebe Hexe
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Ob ich "mehr" oder heftiger fühle als andere Menschen, das kann ich nicht sagen und beurteilen, ich kann nur meine Gefühle fühlen. Ich habe aber schon das Gefühl dass ich meine Gefühle intensiver (und ein wenig anders) empfinde.
Das geht mir ähnlich wie dir. Manchmal frage ich mich, ob alle Menschen ähnlich fühlen. Aber dann merke ich wieder, dass nicht alle gleich feinfühlig sind, auch nicht die gleichen Gefühle von Selbstwert haben. Vieles zeigt sich ja dann in der Kommunikation und im Verhalten allgemein, auch in der Körperhaltung.

Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Ob dem "bewussten Dissoziieren" hatte ich bisher noch nichts gehört. Danke für diesen Tip. Schon der erste Versuch ein Gefühl "rauszustellen" war sehr ungewohnt , ich denke das erfordert auch ein bisschen Übung. Sich einen Sonnenstrahl vorzustellen ist schön.
Vieles wird zum Beispiel in der "Bildschirmtechnik" gebraucht, wo schmerzhafte Erinnerungen/Gefühle auf einen Bildschirm projiziert werden. Ich brauche diese Technik auch, wenn ich dabei bin in Selbstmitleid zu verfallen. Dann stelle ich mich auf dem Mond vor. Von dort schaue ich auf den blauen Planet Erde hinunter. Irgendwann dreht sich die Seite mit Afrika und Europa zu mir, Europa viel kleiner. Dann schaue ich nach, wo die Schweiz ist, genauer die Ostschweiz. Dort finde ich meinen Wohnort, dort unser Haus, dort in einem Zimmer mich selber mit meinem Problem... es ist wirklich klein. Und wenn ich mir dann noch den Sternenhimmel vorstelle, wo die Erde nicht mal ein Sandkorn ist... Manchmal geht es auch darum, dass ich mir selber Zuwendung und Anerkennung gebe.
Immer möchte ich das auch nicht machen. Denn so distanziere ich mich von meinen Gefühlen, entfremde mich mir selber. Das ist für mich nur ein Werkzeug, wenn ich Distanz und Übersicht und Verhältnismässigkeit brauche. Manchmal muss ich auch die Lupe nehmen - oder ein Licht, damit ich mich genauer wahrnehme, weil ein Gefühl oder eine Erfahrung angesehen werden wollen, weil ich noch nicht das Wesentliche daraus gelernt habe...

Immer wieder spannend.

Liebe Grüsse, fauna

Noch zum Dissoziieren: Wir können uns eigentlich auf zwei grundlegende Arten erinnern oder die Zukunft vorstellen. Ein einfaches Beispiel als Erklärung:
Stell dir vor, du sitzt auf einem Rad und fährst eine kurvige Strasse runter. Meistens kommen so verschiedene Körpergefühle hoch: Fahrwind im Gesicht, Sattel, Lenker, in die Kurven liegen etc.

Stell dir vor, du siehst dich von aussen auf einem Fahrrad die selbe Strasse runterfahren, wenn du wirklich aussen bleiben kannst, spürst du eigentlich nichts.

Jeder Mensch hat Vorlieben (unbewusst), wie er sich was erinnert. Das kann je nach Lebensbereich verschieden sein. - All dieses Wissen kann als Werkzeug gebraucht werden. Aber jedes Werkzeug kann auch hilfreich und schädlich gebraucht werden. Früher nutzte ich alles um meine schwierigen Erinnerungen nicht haben zu müssen, vor allem die Gefühle. Jetzt kann ich sie meist nutzen um gut zu leben.


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