Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Auf dem Spaziergang heute ist mir (einmal mehr?) aufgegangen, inwiefern meine aktuellen Muster aus der Vergangenheit stammen und wie mein Selbstvertrauen gekappt wurde:

Mein grosser Einsatz als Kind wurde nicht gewürdigt. Aus der fehlenden Erfüllung meines Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und damit Entspannung wurde Selbsthass, Selbstentwertung von allem, was ich leistete. - Es konnte ja aus der Sicht des sich anstrengenden Kindes nichts wert sein...

Zum ersten Mal in meinem Leben fliegt mein Herz auf für dieses vernachlässigte, sich selber abwertende und sich selber hassende Kind auf. Gleichzeitig erwachsen bleiben zu können tut gut. So kann ich die schlecht durchgeschlafenen Nächte, meine aktuellen Konzentrationsstörungen und die Gefühle von Überlastung und nichts zu können besser akzeptieren und einordnen. Sie ängstigen mich auch nicht mehr so sehr, dass ich sofort gegen diese Empfindungen kämpfen muss. Gleichzeitig kann ich besser in den Körper gehen, mich konkret aktiv halten und auch mal über den Atem entspannen.

Im Enneagramm erkenne ich mich seit längerem als Neun. Auch die Neuner können die eigenen Bedürfnisse und Ziele wahrnehmen. Irgendwo in mir drin gibt es diesen Teil, der sich selber kennt und mich spüren oder wissen lassen kann, was mir gut tut, was mir Freude macht und was ich möchte.
Der Vorteil der Neuner: Sie können auch mal eine 5 gerade sein lassen. Sie brauchen nicht um Kleinigkeiten zu kämpfen. Aber für meine wichtigen Ziele, Wünsche, Bedürfnisse etc. da bin ich mir selber verpflichtet, für mich einzustehen und das kann ich auch auf sanfte Art - wenn es sein muss auch mal mit Kampf.

Im Moment ist mein wichtigstes Bedürfnis, mir zu verzeihen, dass ich mich über all die Jahre / Jahrzehnte selber abgewertet habe. Das habe fast ausschliesslich ich selber gemacht. Oft habe ich Anerkennung und Lob von aussen getilgt...

Hier habe ich viel Luft nach oben, was zu verändern, Verständnis zu haben, aber neu zu handeln.

Wenn mich im Schulalltag mal jemand nicht mag oder nicht mit mir einverstanden ist, brauche ich das nicht persönlich zu nehmen. (Ich kann es wenigstens üben. ) Das ist normal und gehört zum Leben. Es ist nicht mehr das, was es für mich als Kind war: lebensbedrohlich.

Mal sehen...

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Ich habe mich seit vielen Monaten, eigentlich seit Jahren in mein Tagebuch zurück gezogen.

Nun ist es Zeit für eine weitere Veränderung:
Ich möchte die innere Arbeit für eine Weile ruhen lassen und mich entspannen.
Entspannen im Tun, entspannen im Sein. Was halt grad ansteht.

Das dauernde achtsame Beobachten meines Lebens stresst mich. Es ist Zeit zu vertrauen, dass mein Prozess läuft und dass ich meinen Fähigkeiten vertrauen kann, dass ich zur richtigen Zeit, das richtige mache. - Ich werde spüren, wann, was dran ist, so wie ich jetzt spüre, dass es Zeit ist, die innere Arbeit runter zu fahren und vor allem am realen Leben teil zu nehmen..

Ich bin jetzt schon perfekt und einzigartig, so wie ich bin.

Schlechte Tage gibt es immer wieder mal und ich habe viel Übung aus den Löchern wieder raus zu kommen. Meine diesbezüglichen Ressourcen sind gross und breit gestreut.

Ich weiss noch nicht, in wie fern ich in den nächsten 5 Wochen hier schreiben möchte und was, aber sicher nicht über meinen inneren Prozess. Da gönne ich mir eine mind. 5 wöchige Auszeit.

Allen wünsche ich einen schönen Sonntag
Fauna

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Mir sind Achtsamkeitsübungen sehr, sehr wichtig geworden. - Noch wichtiger als früher. Wie oft wollte ich mich auch mit Meditation, Yoga oder anderen Formen von Achtsamkeit- oder Stilleübungen perfektionieren! - Es ging weniger darum, einfach im Hier und Jetzt wahrzunehmen, wie in mir (in meinem Körper, in meinen Gefühlen, in meinen Gedanken) Leben gerade statt findet.

Mittlerweile weiss öfters mal nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herz, dass Nächstenliebe und Eigenliebe eigentlich dasselbe ist.

Kann ich bei anderen Menschen über die Fehler und Schwächen hinwegsehen auf ihre Essenz (ihr wahres Wesen), kann ich es auch besser bei mir selber. Das heisst nicht, dass wir Menschen nicht Verantwortung für unsere Taten übernehmen sollen / müssen. Nein, das heisst, dass wir alle vom Leben so gemeint sind, wie wir sind und dass wir per se - weil wir auf der Welt sind - liebenswert sind.

Manchmal weiss ich das nur im Kopf - und leide. - Immer öfters und auch länger darf ich es auch fühlen. Dann spüre ich eine Wärme im Herz, kann meine Gefühle akzeptieren - auch meine Gedanken und bin mit mir und anderen nachsichtig. Witzigerweise kann ich so meine Schwächen besser ansehen - und mich sogar immer öfters neu verhalten. Darüber freue ich mich.

Was aber parallel dazu bei mir sehr stark im Vordergrund ist: Ich spüre Trauer, Trauer darüber, was ich mir selber so lange angetan habe. - Es ist echte tiefe Trauer, die zum Loslassen von Altem gehört.

Allen ein wunderbares Weihnachtsfest und die besten Wünsche
Fauna

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
hallo fauna ,

.....ein wunderbares Weihnachtsfest und die besten Wünsche
auch dir ein wunderbares weihnachtsfest und die erfüllung der besten wünsche für das kommende neue jahr .

lg ory
__________________
Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Liebe Ory

Ganz herzlichen Dank!

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Es ist Weihnachten und ich bin dankbar für meine Familie, mit der ich zweimal feiern durfte. - Es ist ein Geschenk, wenn Menschen verbunden miteinander zusammen sein dürfen.

Die fünf Wochen Auszeit haben mir gut getan. Kurz nach meiner Entscheidung wurde ich nochmals in aller Tiefe "durchgeschüttelt". Ausgelöst wurde das ganz schlimme Gefühl, nicht gut genug zu sein, durch einen Vorfall bei der Arbeit.

In vielen Gesprächen mit Menschen, denen ich vertraue, konnte ich sehen, dass es nicht einfach an mir lag, sondern dass da vieles im Argen lag - nicht einfach bei mir selber! Aber ich merkte auch, dass ich mich mit meiner Angst und meinen Schwächen identifizierte anstatt mit meiner Stärke, meiner Kompetenz und meinem wahren Wesen. Um mit der Situation klar zu kommen, MUSSTE ich mich an meine Fähigkeiten erinnern - oder aussteigen! - Jetzt aus der Rückschau weiss ich, dass es wichtig und gut für mich war, das zu erleben.

Doch... kurz vor Weihnachten, als viel Herausforderndes wirklich vorbei war und ich sogar gute bis sehr gute Rückmeldungen bekommen hatte, begann ich an mir selber zu entdecken, dass ich wieder in alte Mustern "einzuschlafen" drohte. -

Was ich gewonnen hatte: viel mehr Präsenz in mir selber und Kontakt zu mir selber! -
Dies schien mir wieder zu entgleiten.

ABER... ich habe das NEUE erlebt, ich habe daran geschnuppert - nein, nicht nur geschnuppert. Ich durfte es ER-LEBEN, spüren und mich davon berühren lassen. Das gibt mir Mut und die Zuversicht, dass ich das Neue in meinen Alltag integrieren kann - oder, wenn ich es nicht kann, dass ich es möchte und übe!

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Dieses Jahr sind mein Mann und ich zusammen gesessen und haben alle Highligts des zu Ende gehenden Jahres notiert, auch alles, wofür wir dankbar sind. Es ist eine lange Liste geworden.

Nachher haben wir eine zweite Liste geschrieben: "Highlights" überhaupt - und Dinge für die wir dankbar sind.

Heute haben wir Ideen formuliert, was wir gerne im kommenden Jahr oder überhaupt weiter pflegen oder erleben würden. - Wir sind offen und werden wohl einiges umsetzen und in einem Jahr schauen, wofür wir wieder dankbar sind und was Highlights waren...

Auf mein Herz zu hören tut mir gut ... im Gegensatz zu kopflastigen Vorsätzen zum Jahreswechsel.

Allen ein wunderbares 2018 - und hört auf eure Herzen!

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Wir haben eine lange Liste mit schönen Dingen. Hier einige Beispiele:

- Mit unseren Enkeln spielen und lachen und Spass haben. Das haben wir heute mit dem Grossen schon ein erstes Mal umgesetzt mit Verstecken im Haus im Dunkeln und anderen Spielen.
- Den Tierbergli-Klettersteig machen und aufs Sustenhorn steigen.
- Einen Strauss Schlüsselblumen suchen und ganz tief darin riechen.
- In Bergseen baden
- eine lange Radtour machen mit Zelt und Kocher etc.
- den Alltag geniessen: kochen, einkaufen, Katze streicheln
- wenn immer irgendwie möglich Maria Schneider live erleben (Jazzmusikerin)
- ... und ... und...

Das sind nur wenige Beispiele für eine freudvolles 2018.

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Heute beschäftigen mich eine Frage und ein Gefühl:

Wie möchte ich, dass mich andere Menschen behandeln? - (Daraus schliessend: Wie möchte ich mich selber behandeln? Was fehlt mir in meiner Beziehung zu mir selber?)

Das Hauptgefühl, das mich sehr beschäftigt und mich sogar nicht schlafen lässt, weil ich meine Abwehrstrategien benütze: LANGEWEILE

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Wie möchte ich, dass mich andere Menschen behandeln? Was vermisse ich?

> Sätze wie: Schön, dass es dich gibt! - Wie geht es dir heute? (mit echtem Interesse) - Ich mag dich. - Das gefällt mir an dir. - Das hast du aber gut gemacht! -

> Spontanes in den Arm nehmen. Anlächeln (echt natürlich und so Freude zeigen, dass es mich gibt)

> Echtes Interesse für das, was mich beschäftigt.

> positive Unterstellungen bei "Fehlern", "Schwächen", "Missgeschicken"
Positive Unterstellungen sind ganz wichtig!

> An mich glauben, mir vertrauen, sozusagen eine "positive Selbstverständlichkeit" annehmen und mit dieser Grundhaltung bei Missverständnissen das Gespräch suchen

> mich einladen, dabei haben wollen

Ich merke gerade, dass ich sehr viel davon eigentlich bekomme. Natürlich nicht 100%, aber doch erhalte ich in meiner Beziehung viel Wertschätzung und Rücksichtnahme, auch Interesse und Wohlwollen. EIGENTLICH.... ich muss es nur bewusst hören, sehen, fühlen... - und TATSÄCHLICH MIR SELBER GEBEN!

Ok.

> Positive Rückmeldungen wie: Schön, dass es mich gibt! und echtes Interesse an mir, wer ich bin oder was ich möchte, was mir entspricht... - ui ja, da ist viel Luft da. Ich beschäftig(t)e mich viel mit mir, aber ohne echte Beziehung. Es ist um Perfektion gegangen... hmm... - Tut weh, macht traurig...

> Positive (ehrlich positive) Unterstellungen, wenn nicht alles perfekt ist, was ich mache... Hmm... - da habe ich doch letzthin 3 wunderbare Tipps für Menschen mit ausgeprägtem Perfektionismus gelesen:
1. Wertschätze diese Seite von dir! Du willst, was du machst, gut machen!
2. Gönn dir sicher einmal die Woche etwas, das du wirklich "perfekt" nach deinen Ansprüchen machst! - Lebe diese Seite bewusst regelmässig aus!
3. Im Alltag denk an die 20- / 80%- Regel: Mit 20% Aufwand machst du in der Regel 80% des Ergebnisses. Und 80% sind gut! (und genügen in der Regel). Wenn du nach der besten Lösung suchst, such auch nach der 2. und 3. besten Lösung! - Vielleicht reduziert sich dadurch dein Aufwand und die Lösung ist übers ganze gesehen eben doch die bessere, auch wenn es die 2. oder 3. beste ist

> Mich einladen, mich dabei haben wollen... hmmm.... - mich mit meinen echten Gefühlen und Bedürfnissen sichtbar machen... - hmm - ok.


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