Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
Neues Thema erstellen
Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Diese Nacht habe ich wieder besser geschlafen und nicht mehr so viel gehustet. Heute Morgen hat sich einiges an Schleim gelöst, das befreit irgendwie. - Der Druck im Kopf ist aber noch gross und die Müdigkeit auch.

Gestern habe ich meinem Chef eine Mail geschrieben, wie ich es mit dem Hausarzt besprochen hatte. Mein Pflichtgefühl wegen eines personellen Engpasses nächste Woche und mein Gefühl nur "halb" krank zu sein machen mir mein Leben schwer. Mein Arzt hat mich gefragt, ob ich das mit dem Chef besprechen kann, ob ich mit ihm reden könne. Deshalb habe ich in einer Mail ziemlich genau geschrieben, dass ich eigentlich noch nicht arbeiten sollte, mich aber verpflichtet fühle und mit dem Arzt abgemacht habe max. 50% zu arbeiten. Heute Morgen die Antwort: Wenn es nicht geht lösen wir die Stellvertretung anders. - Das berührt mich sehr.

Was mir tatsächlich gelingt: Immer wieder zu merken, dass in diesem inneren Konflikt bin, dass ich innerlich mit mir selber zu streiten beginne. Loyalität versus Bedürfnis nach Ruhe. Traurigkeit spüren versus Bedürfnis nach Ruhe. Meine Familie wieder mal sehen (Sohn, Tochter, Enkel) versus Bedürfnis nach Ruhe.

Ich glaube unter dem Bedürfnis nach Ruhe sind Gefühle von Überforderung, von Müdigkeit, von nicht wissen, wer oder was ich bin oder mir entspricht. -

Dazwischen immer wieder der Mut oder mehr die Gnade, einfach das nur spüren und zu erleben: Diese innere Ungewissheit, dieses Nicht-Wissen, wohin mein Weg geht, diese Traurigkeit über nicht Gelebtes und diesen inneren Dauerkonflikt zwischen dem Einsamkeit/Unabhängigikeit/Freiheit und Verbundensein/Beziehung.

Ich weiss, dass ich schon seit Monaten, nein eher Jahren "Schleim geschluckt" habe. Immer wieder hatte ich Husten. - Aber eher latent. Auch diese Müdigkeit...

Irgendwie spüre ich, dass dieses achtwöchige "Selbstempathie-Training" da ganz viel ausgelöst hat, aber für mich jetzt auch eine Rettung ist. Die Übungen kann ich im Moment nicht ausführen. Ich bin einfach noch zu erschöpft.
Aber ich kann besser anerkennen und geschehen lassen, was in mir los ist. Und wenn ich beginne mit mir zu kämpfen und Gefühle wegzudrängen, merke ich das ab und zu und kann es akzeptieren. - Es geht tatsächlich schneller vorbei.

Aber in mir selber wird es noch schwieriger: Sehnsucht taucht auf. (Keine Ahnung wonach, was ich aber erstmal einfach nehme, wie es ist). - Ich spüre auch, dass mein Herz sehr offen ist für das, was andere hier schreiben und wie sie sich fühlen. Und ich spüre auch, dass ich dem innerlich sehr offen entgegen treten kann mit dem Grundgefühl, dass mein Gegenüber genau richtig ist und auf dem eigenen Weg. -

Schwierig zu beschreiben, was da los ist in mir.

Mit den Menschen in meinem Alltag geht es mir ähnlich: Ich sehe plötzlich Verhaltensweisen und Mimiken meines Mannes anders, neu. Das berührt mich gerade sehr. Plötzlich erkenne ich in seinem Gesicht das Lachen, das ich mir wünsche... - oder in seinem Verhalten Kleinigkeiten, die mich sehr freuen! - Andererseits erfahre ich auch klare Neins, abgeschlagene Bitten und Wünsche, die mich weniger verletzen - ganz überraschend.

Nochmals, es ist schwierig zu beschreiben, was in mir los ist. - Mein Leben ist noch genau so schwierig oder leicht wie vorher, nur hat sich mein Erleben erweitert.
Noch immer habe ich Angst wegen meiner Zukunft, wegen meiner Arbeit, wegen meines Berufs, wegen meiner Berufung, die ich scheinbar nie gelebt habe oder nie leben konnte (was auch nicht stimmt...) - Mein Innenleben ist noch genau so anspruchsvoll und wirr. Vielleicht kann ich es einfach manchmal besser akzeptieren, ohne es verändern zu wollen. - Ja, so scheint es mir. -

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Lange Zeit habe ich mich vor allem um meine Probleme gekümmert und mich verändern wollen. Ich habe versucht Ziele zu formulieren und zu erreichen, habe mich deshalb angetrieben. Mein Gefühl nicht gut genug zu sein ist fast ins Unendliche gewachsen.

Noch jetzt fürchte ich mich manchmal davor, glücklich zu sein und mein Glück (in der Regel mein "kleines alltägliches Glück") bewusst zu geniessen - aus Angst all das Schlimme zu verdrängen und im Überlebensmodus zu bleiben, dem allem nicht zu entkommen.

Das ist so weit ok. - Doch ist mir übers Wochenende erst so richtig aufgegangen, was daran nicht stimmt: Die Zeit des Verdrängen und Abspalten Müssens ist vorbei! Ich lebe in völlig anderen Umständen, auch wenn da ganz normale Herausforderungen des Lebens wie Konflikte, schwierige Mitmenschen, Krankheiten, Ungerechtigkeiten etc. mit sich alle Menschen mehr oder weniger auseinander zu setzen haben, da sind.

Wenn ich mich jetzt in einer Übung dem zuwende, weshalb ich schon jetzt gut genug bin, weiss ich dass es auch Schatten in meinem Leben gibt. Aber ich kann meinen Fokus richten, worauf ich möchte. In der Regel erreiche ich das, was ich gerne habe, wenn ich es mir wünsche und mich dann dem Alltag zuwende. Mein Körper und mein inneres Team finden den Weg ohne grosses Grübeln

Warum bin ich jetzt schon ok? - Was zeigt es mir?

Warum bin ich jetzt schon ok. und gut genug?
1. Ich habe ein offenes Herz.
2. Es ist mein Grundrecht, so sein zu dürfen, wie ich jetzt bin.
3. Ich bin so gemeint, wie ich bin.
4. Ich höre anderen Menschen zu.
5. Ich höre mir selber zu.
6. Ich habe gestern Zugang zu verschiedenen Flüchtlingskindern gehabt oder gefunden.
7. Ich habe grossen Respekt vor meinen Schüler/innen.
8. Ich tue niemandem absichtlich etwas zu leide.
9. Ich versuche andere Menschen zu verstehen.
10. Ich versuche mich selber zu verstehen und grosszügig zu sein.
11. Ich habe verschiedentlich Mut gezeigt: In dem ich mich für andere eingesetzt habe, in dem ich meine Meinung geäussert habe, in dem ich etwas Neues begonnen habe, in dem ich meinen Körper in schwierigen Situationen in eine aufrechte Haltung gebracht habe, in dem ich zwei Wochen wegen meiner Krankheit zu Hause geblieben bin und beim Arzt ein Zeugnis geholt habe, in dem schwierige Themen mit meinen nahen Angehörigen angesprochen habe, in dem ich meiner Arbeitskollegin die Verantwortung für ihre Arbeit übergeben habe, in dem ich Kurse und Seminare geleitet habe, usw.
12. Ich habe sogar sehr schwierigen Mitmenschen zugehört und mich selber beruhigt und so Zugang gefunden (vor allem bei Sonderschüler/innen)
13. Ich habe mir zugestanden mit meinem Bruder keine Beziehung zu pflegen, auch wenn er als alleinerziehender Vater in einer sehr schwierigen Situation war. Ich habe meine Grenzen respektiert. Dabei stehe ich aber auch zu meinem Schmerz und meiner Trauer.
14. Überhaupt stehe ich zu meinen Gefühlen und öffne ihnen, so sehr ich nur kann, mein Herz und respektiere mich selber.
15. Ich habe mich entschieden, anzuerkennen, dass mein Wert unantastbar ist. Somit bin ich absolut gut genug, egal, ob ich mich so fühle oder nicht.
16. Ich bin fähig, eine unfaire Bemerkung meines Chefs als solche zu erkennen und als dessen Problem und nicht als meins zu sehen.
17. Ich bin fähig, anzuerkennen, dass die meisten Menschen, mit denen ich arbeite selber Probleme mit ihren Gefühlen haben. Deshalb brauche ich mich nicht persönlich verletzen zu lassen. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass ich damit wirklich etwas zu tun habe. Es genügt, mit den Schwächen meiner Mitmenschen leben zu können.
18. Ich kann erkennen, dass ich zu zweifeln beginne, wenn ich das aufschreibe und kann erkennen, dass diese Zweifel zwar da sind und unangenehm sind, dass diese Zweifelgedanken aber nicht die Wahrheit sind, sondern eine Denkgewohnheit.
19. Ich kann schon ein wenig (positiven) Stolz fühlen, dass ich mich mit meinen Gedanken und Gefühlen anerkennen kann und mich nicht mehr sofort in Frage stelle oder in Frage gestellt fühle, wenn jemand mich nicht lobt oder Anerkennung / Aufmerksamkeit schenkt.


Wie geht es mir jetzt, wenn ich eine ganze A4-Seite voll Gründe gesucht habe, die mir zeigen, dass ich schon jetzt gut genug bin - und die wahr sind?
Ich spüre leichte Übelkeit und Trauer, weil es ungewohnt ist (noch). Wenn ich das zulasse, spüre ich ein Kribbeln in der Brust, das sich wie die Freude eines Kindes, das hüpfend die Strasse runter geht, anfühlt. - Mich dem wieder zu öffnen, es bewusst zu fühlen, löst tiefe Rührung aus und wieder einen leisen Schmerz und eine leise Trauer im Herzen. Wenn ich mich dem öffne, kommt tiefe Ruhe. - Wenn ich mich der öffne, ...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Heute morgen bin ich müde und etwas verkatert. (Nein, ich habe nicht zu viel Alkohol gehabt. - Einfach etwas spät, resp. früh zu Bett und vielleicht etwas zu spät und zu üppig gegessen.)

Erstaunlicherweise stresst es mich nicht sehr, dass ich heute noch vorbereiten muss und dass morgen "langer Dienstag" mit Teamsitzung ist. Ich werde den Tag gemütlich angehen.

Was ich jetzt gerade bewusst geniesse: Das Gefühl, wirklich gesund zu sein, vor allem psychisch. Trotz meiner Tendenzen, ab und zu noch emotional stark zu reagieren und rascher ermüdbar zu sein, auch eher unsicher unter Menschen zu sein, glaube ich, dass ich sehr gesund bin. Wenn ich die Menschen in meinem Umfeld ansehe, merke ich, dass alle ihre Muster und Tendenzen zu reagieren haben, ihre Rollen einnehmen und je nach emotionalem innerem Zustand sehr unterschiedliche Mimik, Gestik und Ausdruck haben. Oft meine ich sogar gelassener und ruhiger zu reagieren, nicht immer, aber doch so, dass ich anfangs irritiert war und mich selber in Frage gestellt habe, bis ich merkte, dass da die anderen wirklich sehr schnell und sehr vollautomatisch reagieren.

Es tut mir gut zu merken, sehr viele Menschen haben mit ihren Emotionen, mit ihren Ängsten und Stressreaktionen zu tun. Es besteht generell eine grosse Tendenz zu Kritik, Vorwurfshaltung und/oder Rückzug. Seit ich das beobachten kann, staune ich immer mehr. Manchmal habe ich das Gefühl, langsam zu erwachen. Langsam löst sich wie eine Glocke rund um mich herum. Ich werde Teil vom Ganzen. Klar war ich das schon immer, aber mehr und mehr spüre ich das auch, beginne Raum einzunehmen...

Wenn ich darüber schreibend nachdenke, spüre ich eine tiefe Ruhe in mir, vor allem in der Herzgegend eine Wärme. Der Atem geht ruhig. Ich fühle mich entspannt und ziemlich sicher, auch offen für den heutigen Tag.

Ich meine auch zu spüren, dass ich meine Arbeiten und Verpflichtungen nicht mehr so sehr als "Berge" erlebe, als so riesig grosse Wand vor mir. Irgend etwas scheint sich auch da verschoben zu haben. Doch ich weiss noch nicht wirklich, was genau, nur dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr entlastend anfühlt.

Mal sehen....

An alle, die in der Traumsuppe am kämpfen und leiden sind: Dieser Heilungsprozess ist das Beste, was mir passiert ist. Es lohnt sich so sehr durchzuhalten. Es ist das schönste Abenteuer meines Lebens, das erleben zu dürfen, wie sich die inneren Wogen glätten und das alltägliche Leben leichter wird. Auch "objektiv" schwierige Situationen belasten mich viel weniger, weil das Grund- oder Urvertrauen ins Leben gewachsen ist.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Die PTBS-Symptomatik mit Dissoziationen, Intrusionen etc. ist stabil seit längerem nicht mehr aktiv. Auch die depressiven Symptome haben sich zu einem grossen Teil verzogen. Was jetzt im Vordergrund steht sind Ängste, soziale Ängste.

Was ich raus gefunden habe, ist die Tatsache, dass ich zu sehr an möglichen und unmöglichen, realen oder irrealen Fehlern oder Schwächen rumdenke und -grüble. Das tut mir nicht gut und bringt mir auch nichts Gutes. Also werde ich jetzt trainieren, mich auf das Gewünschte auszurichten und immer wieder und nochmals und wieder und nochmals und wieder... mich daran erinnern und darüber nachdenken, was ich gut gemacht habe, wo es vorwärts geht, wo ich mir selber Anerkennung geben kann, worüber ich mich freuen kann. EINEN Punkt, der nicht gehauen hat oder wo ich gerade anstehe, darf ich mal kurz nennen und mich dann ausrichten auf das, was gewünscht ist.

Boa... - mal sehen....

Achtsamkeit hat erste Prioritiät! Achtsamkeit bedeutet "im Hier und Jetzt sein" mit einem konkreten Fokus. Und den Fokus habe ich mir gegeben: Was läuft gut? Was habe ich gut gemacht? Wo gibt es positive Schritt? Wohin möchte ich?

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Solche Übungen wie "Warum bin ich jetzt schon gut genug?" etc. lösen immer wieder viel aus. Daneben mache ich schöne neue Erfahrungen in meinem Leben. Ich kann etwas druckfreier unter Menschen sein, manchmal schon ein klitzekleines Bisschen geniessen!

Dann kommt wieder ein kleiner Rückschlag. Rückschläge kann ich immer rascher neu sehen, manchmal schon im Moment, in dem ich rein rutsche: Stopp, ich rutsche in mein altes Denken. Diese Gedanken tun mir weh, sie sind nicht unbedingt wahr!

Trotzdem schleicht sich manchmal eine kleine Enttäuschung ein, denn da ist immer noch diese Gewohnheit in mir, zu denken und hoffen, dass "es einmal für immer nur noch gut sein wird". Aber je länger und mehr ich mich meiner Lohnarbeit und anderen Beschäftigungen stellen kann, je klarer ich dort bin, desto mehr spüre ich, dass eine gewisse Menge Konflikte und Probleme zum Leben gehören, auch dass dadurch in mir "schlechte" Gefühle ausgelöst werden. Schön ist, dass ich mich ihnen nicht mehr hilflos und verzweifelt ausgeliefert fühle.

Manche Dinge sind veränderbar, andere nicht. Das Unterscheiden ist manchmal einfacher, manchmal schwieriger.

Aber immer kommt es auf meine Interpretation an, auf mein Danken ÜBER die Dinge, die in meinem Leben passieren, nicht auf die Dinge selbst, auch wenn die schmerzhaft sein können. - Diese "alten Weisheiten" bekommen mehr und mehr Sinn für mich - nicht nur rational, auch emotional. Das entlastet sehr.

Gerade heute Morgen fühle ich mich wieder müde, sehr müde. Es ist Trauer! - Trauer darüber, dass ich mir selber so viele Jahre, nein Jahrzehnte selber weh getan habe, dass ich nicht anders konnte, als mich selber runter machen, bestrafen, abwerten etc.

Dieser Trauer möchte ich aber nicht allzu viel Raum geben. Ich glaube nicht, dass mir da wirklich gut tut. Ja, es ist traurig, aber es ist nicht mehr zu ändern. Vielleicht wird diese Trauer noch öfters mal ausgelöst werden, wenn ich neue gute Erfahrungen mache und merke, wie viel ich mir entgehen liess - ohne wirklich anders zu können...

Am vergangenen Wochenende war ich auf einem Klettersteig. Ich hatte wieder einmal den Mut, ein befreundetes Paar zu fragen. Wir verbrachten ein sehr tolles Wochenende. Auch bei der Arbeit tauchen plötzlich neue Gedanken auf: Nicht, was muss ich alles erfüllen, sondern "Was möchte ICH selber?" - Was sind meine eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Ziele? - Nicht, bin ich gut genug? Sondern, genüge ich mir selbst?

Diese Frage "Genüge ich mir selbst?" ist zu einer Schlüsselfrage für mich geworden. Es ist meine Lebenszeit. Sie gehört mir. Ich darf sie nach meinen eigenen inneren Richtlinien gestalten. Andere Menschen dürfen sich über mich ärgern, wenn ich nicht mehr so bin, wie früher, nicht mehr so pflegeleicht.

Oft entscheide ich mich aber für das selbe, wie ich es früher entschieden hätte. - Nur... - es sind jetzt meine eigenen Entscheidungen. Es geht mir besser damit. Die Angst - meine Lebensangst - wird so kleiner. Hoffentlich noch viel kleiner und das Vertrauen ins Leben und in mich selber noch viel grösser!

Allen einen wunderbaren Tag!

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Eben habe ich für mich eine wunderbare, wunderschöne, mich tief berührende Erfahrung machen dürfen.

Ich habe gespürt, dass irgendeine Botschaft aus dem Inneren zu mir (meinem Tagesbewusstsein) durchdringen möchte. Da es mir wichtig ist, meine inneren Impulse ernst zu nehmen, war ich achtsam auf die Information, die zu mir wollte. In diesen Momenten gebe ich mir Zeit und horche, spüre, schaue einfach offen nach innen.

Die alten Gefühle kenne ich einigermassen. Wenn aber diese Qualität bei mir anklopft, ist es in der Regel etwas sehr wichtiges von "ganz oben". Mit "ganz oben" meine ich mein tiefstes Wesen, das irgendwo in mir ist. Es gibt Menschen, die nennen es Höchstes oder Höheres Selbst. Es ist die Sprache der Intuition.

Plötzlich war mir klar, dieser Anteil in mir, der mit dem allem verbunden ist und eben Höhere Bewusstsein ist, liebt mich bedingungslos. Es steht zu mir, es akzeptiert mich mit all den Facetten meiner Persönlichkeit, mit all meinen kleinkindlichen Reaktionen und Gefühlen, mit allem, was ich bin und wie ich reagiere. Eine tiefe Ruhe hat sich ausgebreitet in mir. In diesem Moment hat Perfektion oder "gut genug sein" keine Bedeutung.

Selbstakzeptanz, Selbstachtung, Selbstvertrauen - all diese Begriffe mit "Selbst-" vorn ab haben ja viel damit zu tun, mit welchem "Selbst" ich mich identifiziere. Dieses Identifizieren ist ja kein wirklich bewusster Vorgang. Auf jeden Fall nicht bei mir. Aber je mehr ich mit meinen tiefsten Schichten identifiziere oder ihnen näher komme, desto ruhiger und sicherer werde ich, desto mehr spüre ich diese wohltuende Wärme im Herzen.

Es ist schön, heute das erlebt haben zu dürfen. Es ist auch schön, es einfach zu geniessen, so lange es da ist. Ich brauche es dieses Mal nicht festzuhalten, es darf auch weiterziehen. Es wird etwas Anderes kommen.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Heute durfte ich eine andere auf eine völlig andere Art schöne Erfahrung machen:

Für mich war bei der Arbeit immer das Schlimmste, dass ich - was ich auch gerade tat - mich selber kritisierte. Auf eine absolut niederschmetternde Art warf ich mir immer das vor, was ich NICHT machte oder FALSCH oder NICHT PERFEKT etc. - Diesen Mechanismus kenne ich seit ich 20 Jahre alt bin. Es war zum Verzweifeln. Ich kann eine gute Lektion halten, ich kann auf die Schüler/innen eingehen. Sie arbeiten gut mit und machen Fortschritte ... - und ... ich sehe nur, dass ich eine noch spannendere Geschichte hätte wählen können, dass ich keine Gruppen- oder Partnerarbeit gemacht habe oder ... Nie konnte ich es mir recht machen, wirklich nie. -

Dieses Muster kannte ich, wie oben geschrieben, schon Jahrzehnte lang. Wenn ich mich dann schlecht fühlte, wusste ich einfach, dass die Gefühle nicht die Wahrheit sind und dass sie vorbei gehen. Das war schon mal eine ziemliche Verbesserung meiner Lebensqualität bei der Arbeit.

ABER HEUTE ... begann diese Stimme in mir wieder zu motzen UND ... ich konnte ihr fröhlich "hallo!" sagen und mich daran erinnern, dass ich auch hingucken kann, WAS ICH ALLES GUTES MACHE! -

ES HAT GEKLAPPT! - Und ich konnte mich entspannen. In meinem Kopf wurde es nicht wattig. Ich konnte weiter gut das Kind wahrnehmen, mit dem ich gearbeitet haben und auch weiter denken und fühlen, so dass ein echt guter Prozess und eine sehr, sehr angenehme Arbeitsatmosphäre blieb - von der ersten bis zur letzten Minute.

Es ist einer meiner "Lieblingsschüler" - Ich arbeite gerne mit allen, aber Kids wie er finde ich einfach sehr spannend. Er ist ein tief verunsicherter Junge mit Asperger (vermutlich), mit grossen Wahrnehmungs- und motorischen Problemen, entmutigt und demotiviert und mit grosser Angst vor dem Übertritt in die neue Schulstufe. - Wir konnten seinen Stress zu einem schönen Stück abbauen.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Gestern war es wirklich ein schöner "Pyjamatag" zu Hause. So gegen Mittag nach viel Ausschlafen habe ich mich bequem angezogen. Mein Mann war schon lange unterwegs auf einer Trainingstour für seine herausfordernde Hoch- und Klettertour in einem Monat. Er smste mir nasse Grüsse vom Gipfel. Er kriegte dafür trockene von unter der Bettdecke zurück.

Ich habe einfach nichts getan. Nichts in Form eines TV-Krimis und eines Buches. In der Mitte des Nachmittags kam dann meine Tochter mit ihrer Kleinen. Da war es aus mit der Ruhe: Verstecken, gemeinsames Backen ... - Sie ist sehr lebendig, aufgeweckt und energievoll.

Meiner Tochter geht es in letzter Zeit nicht sehr gut. Mein Mann und ich haben uns auch überlegt, was ihr fehlen könnte. Wir waren uns einig, dass sie ihr Leben zu sehr auf die Bedürfnisse ihrer Tochter ausrichtet und selber zu kurz kommt, obwohl ihr die Mutterrolle sehr gefällt und sie sich im Moment nichts anderes wünscht. In ein paar Jahren möchte sie dann Sozialpädagogik studieren. Aber jetzt möchte sie für ihr Kind da sein und vielleicht noch ein zweites haben.

Trotzdem braucht sie Raum und Zeit für sich (auch um eine gute Mutter zu sein!) Wenn sie so verständlicherweise unzufrieden wird, bekommt sie zu Hause immer mehr Konflikte mit Mann und Kind. So habe ich ihr angeboten, die kleine J. einmal pro Woche über Mittag und bis in den Nachmittag oder gegen Abend zu uns zu nehmen. So kann meine Tochter nähen, haushalten, ein Buch lesen, einfach mal vier bis fünf Stunden das tun, was für sie ansteht. - Sie war völlig erleichtert und sah "Morgenrot".
Es ist gut, dass wir eine sehr offene Kommunikation pflegen. Sie hat keine überrissenen Ansprüche an mich und weiss, dass ich nächste Woche in den Ferien bin. Sie rechnet mit Ausfällen, weiss aber, dass ich zu meinem Wort stehe.

Heute Morgen bin ich noch immer müde, aber der Ruhetag gestern hat mir gut getan. Am Vormittag werde ich einige Arbeiten erledigen, die einfach sein müssen. Am Nachmittag habe ich mich mit meiner Schwiegerma verabredet. Sie wünscht sich so sehr nochmals auf die Insel Mainau zu gehen und auch die neue Brücke über die Tamina im Oberland zu befahren. Für die Mainau ist das Wetter zu schlecht, aber über die neue Brücke können wir sicher fahren...

Diese Woche ist sehr voll, aber es belastet mich wenig. Ich werde alles möglichst achtsam angehen, auch mit Überforderung oder Stress, die doch ausgelöst werden können. Aber auch die guten Gefühle brauchen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Um es mit $hnlichen Worten wie von S. Nidiaye auszudrücken : Was gibt es Schöneres als bewusst gefühltes Glück?

***

Etwas vom Besten, das ich in den letzten Monaten gelernt habe, ist, das Glück nicht festhalten wollen. - Genauso wie schwierige und schmerzhafte Gefühle brauchen schöne und angenehme Gefühle die Freiheit, weiter ziehen zu dürfen. ABER... sie mehren sich so - die positiven meine ich. - Wenn ich nicht mehr urteile und bestimmen will, welche Gefühle tabu und welche ich unbedingt haben will, können sie sich selber organsieren und wie ein Wunder mehren sich die positiven: Zufriedenheit, Sicherheit, Glück, Freude ...

Gefühle brauchen die Freiheit fliessen zu dürfen, denn es ist ihre Natur, sich laufend zu verändern. Tiefer in mir drin ist ein anderer Strom von Gefühlen, der sich dadurch auch wieder zu seiner "Natur" wird: Gefühle über Gefühle... - Wo ich über Jahrzehnte erstarrt war, um die schmerzhaften, überfordernden Gefühle nicht fühlen zu müssen, macht sich ein Grund-, Ur- und Selbstvertrauen breit. Das gibt mir eine Stabilität, auch wenn es aussen schwieriger ist, resp. "Trigger" da sind.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Wow! - Wieder ein neues, aufbauendes Erlebnis:

Mit unserem Bus (Länge 5.6m, Breite 2m + Seitenspiegel) sind meine Autofahrfähigkeiten öfters mal ziemlich gefordert. Zum Beispiel heute morgen: Der Bus musste zum Ölwechsel etc. in die Werkstätte gebracht werden. Der Parkplatz ist zwischen einer Fabrikwand und einem Wohnwagen, relativ eng. Hinten stehen Holzpaletten - heute sehr nahe. Ich war sehr gefordert! - Doch mit Geduld und Ruhe konnte ich rückwärts rausfahren. Zentimeter um Zentimeter kam ich dem freien Weg hinter mir näher.
Neu war, dass kein Runtermach- und Schimpfdialog in mir war, auch keine Angst vor Versagen und Verzweiflung wie bisher, wenn es etwas schwieriger war. Nein! - Ich spürte Ruhe und Ermutigung, am Schluss Stolz und Freude! (Früher wäre ich auch nach dem erfolgreichen Rausfahren - ich bin ja bisher jedes mal rausgekommen! - ganz mies drauf gewesen. Da hätte ich den Erfolg nicht mehr sehen können, nur noch, dass ich Mühe hatte und dass es schwierig war und dass ich doch einfach unfähig bin!!!!) - Das ist eine echte Verbesserung meiner Lebensqualität!

Auf dem Weg nachher in den Supermarkt zum Einkaufen spürte ich Freude. Nun fragte ich mich spontan, was diese Freude und dieser Stolz, dass ich das hingekriegt habe, braucht. (So wie ich bisher die schmerzhaften und unangenehmen Gefühle gefragt haben, was sie brauchen.) Die Freude und der Stolz brauchen Anerkennung! - Das Glück, das ich danach verspürte, brauchte Raum.

Was mich besonders bewegt: Ich spüre im Moment keine Trauer darüber, das ich einen so langen Leidensweg hatte! Wenn ich in der Gegenwart, im Hier und Jetzt achtsam bin und bewusst den aktuellen Moment erlebe, ist es egal, wie die Vergangenheit war und wie die Zukunft sein wird.

Was aber dazu gehört: Ich lebe viel WENIGER in den Tag, sondern entscheide bewusster, was ich tun möchte und habe so IN DER GEGENWART einen viel grösseren positiven Einfluss auf meine Zukunft. Das spüre ich und erlebe ich auch. Die Vergangenheit wird mehr zur Ressource - zu ganz vielen Ressourcen oder zu einer ganz riesigen Ressource.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Gestern war ein sehr schwieriger Tag für mich. Schon seit ein paar Tagen fühle ich mich nicht gut. Der Schlaf ist schlechter. Das ist kein gutes Zeichen für mich.

Tagsüber habe ich aber oft sehr neue und gute Gefühle erlebt, Erfahrungen gemacht, die neu und wirklich einfach sehr tiefgehend waren. Trotzdem ist da sozusagen ein zweiter Film aufgetaucht: eine schmerzhafte, tiefe Trauer. Auch mein Körper ist sehr verspannt.

Bis zum letzten Wochenende habe ich mich sehr auf meine Sommerferien gefreut. Es war eine richtig schöne Freude, die ich geniessen konnte. Seit Montag sind die Ferien wohl noch ok. , aber diese tiefe Freude ist nicht mehr da. Ich vermisse sie.

Ok. - ich bin mir bewusst, dass ich positive Gefühle so wenig festhalten darf wie negative. Trotzdem macht es mir heute sehr Mühe und es macht mich müde. Traurigkeit ist oft mit Müdigkeit verbunden bei mir. Die alte abgrundtiefe Verzweiflung aus frühen Kinderjahren macht sich wieder mal breit, hat sich in den Vordergrund gedrängt. In diesem Gefühl scheint mir nichts zu gelingen. Gestern hat mich mein Mann gefragt, ob den eine Lektion schief gelaufen ist, ob Kinder oder Erwachsene ein schwieriges Verhalten gezeigt haben. Nein, das war nicht so! - Ich fühle mich einfach so, als ob ich im Leben nichts hingekriegt hätte.

Mein "goldenes" Rezept: Atmen und im Körper mein Gefühl wahrnehmen, dann beobachtend ziehen (verändern) lassen, ohne es kontrollieren zu wollen (weghaben zu wollen). - Mal sehen.


****

Mir sind Bilder und Verhaltensweisen von mir hochgekommen: Chef, Kolleg/innen - Gesichter, Tonfälle, nichts Böses oder allzu Kritisches, nur einfach Schuljahresendstress, ganz normal (mit hoher Wahrscheinlichkeit), dann Bilder meiner Mutter, ihr Drohfinger (obwohl ich wirklich kaum was Schlimmes gemacht habe, es war nicht möglich, ihr 100%ig zu gefallen), ihr enttäuschter und moralisierender Tonfall.
Ja, das kenne ich mittlerweile, das kleine Mädchen braucht Achtung von mir als Erwachsener, Respekt und dass ich ihre verletzten Gefühle aushalte. Nur so können sie ziehen, mehr und mehr.

Ja, dieses Kind fühlte sich tief verletzt, ganz tief. Diese Verletzung durfte nie sein. Meine Mutter hätte sie nie ausgehalten, mein Vater war emotional eh nie da. Da war tatsächlich niemand. Durch diese schmerzhafte Einsamkeit lernte das kleine Mädchen auch nicht, wie sich Menschen verstehen können, wie sie miteinander Freude erleben können, wie sie Konflikte leben und lösen können, wie sie sich respektieren können, wie sie Freundschaften pflegen können und vieles andere auch nicht.

Einer therapeutischen Fachperson habe ich mal anvertraut, dass mir gewissen soziale Fähigkeiten fehlen. Sie empfahl mir eine "Schutzkugel" zu visualisieren, so dass ich "gegen die bösen Menschen geschützt sei". Aber mir fehlten Fähigkeiten, in Kontakt zu kommen, tragfähige Beziehungen, in denen es mir wohl ist aufzubauen, mich darin wohl zu fühlen.... - Sie hat das nicht verstanden. - Ok.

Ich vermute, dass du das tiefe Glück und die tiefe Zufriedenheit, die ich in mir gefunden habe in der letzten Zeit, diese alte tiefe Sehnsucht nach Beziehung aktiviert wurde. Beziehungen mit "Herzensverbindung", wo jede/r sein darf, wie er/sie ist, denken darf, was er/sei denkt, fühlen darf, was er/sie fühlt, wahrnehmen darf, was er/sie wahrnimmt.

Eine grosse Sicherheit in mir sagt mir, dass es gut ist, diese Sehnsucht fühlen zu können/dürfen. Sie zeigt mir meine tiefsten Bedürfnisse und Wünsche. Dass diese mit dem Gefühl, nichts Wirkliches erreicht zu haben, verbunden sind, gibt für mich Sinn. Sie sind so wichtig. - Auch beruflich. - Oder vor allem beruflich? Fühlt sich fast so an! - Und Auslöser sind in den beruflichen Beziehungen, nicht in den privaten. Im privaten Bereich tut sich gerade sehr viel Gutes. Ich habe viele Kontakte gehabt in letzter Zeit und mich sehr, sehr wohl gefühlt dabei.


Optionen Suchen


Themenübersicht