Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
Neues Thema erstellen
Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Mir geht es gut. Wir waren eine Woche in den Bergen auf Skitour. Dazwischen ein Tag zu Hause, weil ich einen Termin im interdisziplinären Zentrum hatte. - Was dort für mich heraus kam, hat mich betroffen gemacht. Zurückhaltend oder kritisch offen warte ich nun, was ich davon umsetzen kann.

Die Tage in den Bergen haben mir gut getan. Wir hatten Mühe zu entscheiden, was wir wollten. Erst als ich für mich die Frage veränderte in "Was würde mir gut tun?" wusste ich, dass die regelmässige Bewegung beim Aufstieg und die helle, weisse Landschaft für mich das Beste sind. Meinem Mann ging es ebenso...
Zwar erwischte ich am Mittwoch zu viel Sonne, so dass ich mir am Donnerstag einfach nicht nochmals Anstrengung an der prallen, sich im Schnee reflektierenden Sonne zumuten konnte. Deshalb fuhren wir mit dem Postauto ins Engadin und wanderten dem Malojasee entlang. Wunderschön die Landschaft dieser Hochebene!
Gestern nochmals eine wunderbare Tour mit viel Schatten beim Aufstieg, dann eine unvergleichliche Aussicht! - Heute sind wir nach Hause gefahren, weil das Wetter gewechselt hatte und wir so verwöhnt mit Sonne und blauem Himmel waren, dass wir keine Lust auf Gehen im Nebel hatten.

Jetzt sind wir zu Hause, haben den Kühlschrank wieder gefüllt und geniessen die Ostertage mit Relaxen und allem, wonach wir Lust haben. Im Moment ist eine feine Spargelquiche im Offen und mein Mann setzt ein paar Pflanzen im Garten. Die Katze freut sich, dass wir wieder da sind. Die Nachbarin hat ihr bestens geschaut und sie viel gestreichelt. Sie hat wieder zugenommen und freut sich des Lebens. Kein Gedanke an ein nahes Sterben ist mehr da, obwohl sie natürlich noch immer Medikamente braucht und halt wirklich alt ist.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Ich habe nun zwei weitere Vormittage an den Vorbereitungen an meinem Arbeitsplatz für die Arbeiten der kommenden Wochen gemacht. Gestern schenkte ich mir einen freien Tag für Yoga und den Besuch meiner Tochter mit ihrer eigenen Tochter.

Meinem Antriebssystem (sprich Perfektionismus und Selbstkritik / - Abwertung) kann ich besser mitfühlend und freundlich begegnen. Es tut immer noch weh, ist immer noch unangenehm. Aber das freundliche Akzeptieren und Anerkennen meiner inneren Muster macht es mir leichter im Hier und Jetzt zu bleiben. Es tut mir sehr, sehr gut.

Das Beste: Ich darf so fühlen, wie ich fühle, darf so denken, wie ich denke, darf so sein, wie ich bin. Das entlastet enorm, vor allem, wenn es schwierig ist. Mir nicht selber auch noch weh zu tun, wenn es schwierig ist, sondern mir die Freundlichkeit zu geben, wenn ich mich schlecht fühle oder etwas Negatives erwarte, gibt mir ein neues Lebensgefühl. Es fühlt sich sogar an, wie ein "neues Leben". Dabei bin ich aber mehr ich als ich es bisher war (oder als ich mich bisher fühlte).

Sobald ich das notiere, schleicht sich Angst ein: Wie lange dauert es, bis ich wieder blind meinen alten Mustern folge? - Auch dem kann ich achtsam begegnen. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich mich immer wieder an die Achtsamkeitsübungen und Freundlichkeitsmeditationen erinnere, ans Wahrnehmen, dessen, wie ich den aktuellen Moment über meinen Körper erfahre. - Diese Grundneugierhaltung anstelle von Kritik und Misstrauen oder Selbstabsorption, auch Flucht, tut gut.

Ja, auch diese "neue" Frage, die sich hoffentlich noch mehr integriert tut so unsagbar gut: "Was würde mir jetzt gut tun?" anstelle von "Warum reagiere ich so?" "Was mache ich falsch?" "Wie komme ich aus dem Gefühl raus?" etc.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
In meinem Online Selbsthilfeprogramm ist im Modul 6 "mitfühlendes Atmen" (Tonglen) und Freundlichkeitsmeditation mit einem schwierigen Mitmenschen oder dem inneren Quälgeist dran.

Das hat tiefe Enttäuschung hochgeholt - Enttäuschung über mich selbst. Ich habe die beiden Nächte vor meiner Arbeit in der Schule sehr schlecht geschlafen. Dementsprechend ermüdend waren meine Lektionen für mich. Der Job, den ich habe, ist sehr anspruchtsvoll, die Kids zum Teil sehr schwierig. Längst nicht alle, einige erlebe ich als wunderbar und inspririerend / aufbauend. Andere sind echt sehr, sehr anspruchsvoll und fordernd.

Da es mir heute Mittag sehr schlecht ging, habe ich mich entschieden, heute nichts mehr zu tun, nichts Grösseres auf jeden Fall. Ich bin vor den TV gesessen und habe mir Schwachstromkrimis Marke "SOKO ..." reingezogen. Nachdem ich davon genug hatte, habe ich mich hingesetzt für eine Achtsamkeitsübung. Ganz spontan habe ich mich entschieden zu Tonglen (mitfühlend zu atmen). Dabei habe ich meine Enttäuschung bewusst eingeatmet und sie in meinem Herzen (wo sie mich so sehr runter zieht und schmerzt und traurig macht) verändern lassen zu Helligkeit, Sonnenlicht, Leichtigkeit und Freude (ein Bisschen Freude). Seltsamerweise hat es mich wirklich nicht noch mehr runter gezogen, sondern eher aufgebaut.

Es ist für mich irgendwie eine schöne Vorstellung, Enttäuschung aufnehmen zu können und sie zu transformieren. Ich fühlte mich plötzlich weniger ausgeliefert, auch stärker. Es hat meinem Selbstvertrauen gut getan. Im Normalfall habe ich die Tendenz, Gefühle von anderen aufzunehmen oder zu übernehmen. Das lässt mich jeweils müde, traurig, überreizt und schwer fühlen. Das ist überhaupt nicht passiert. Normalerweise bemühe ich mich auch, mich gegen das Übernehmen von Gefühlen von anderen zu "wehren". - Wehre ich mich nicht, sondern lasse ich diese Gefühle in die Körperregion, wo ich sie fühle, visualisiere ich sie und atme die "Gegenenergie" (ev. auch visualisiert) aus, tut mir das sogar gut. Es entspannt mich.

Im Moment fühle ich mich noch immer müde und traurig, auch etwas entmutigt, aber ruhiger und etwas entspannter. Ich spüre jetzt wieder einen Impuls in mir, etwas zu tun. Ich werde nun einkaufen gehen, die Abwaschmaschine ausräumen, die Wohnung aufräumen und ev. noch andere kleine Arbeiten im Haushalt erledigen.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Es ist Samstag morgen. Ich habe Kaffee getrunken, gefrühstückt, eine Tasse Kräutertee wartet noch. Sogar die Zeitung ist gelesen. "Sogar die Zeitung", weil wir zur aussterbenden Gattung der Menschen gehören, die noch via Papier News zur Kenntnis nehmen. Aber wir mögen es in der Zeitung zu blättern am Morgen, nachher ein wenig Streit, wer das schwere Soduko-Rätsel lösen darf . Wir sitzen uns gegenüber und lächeln uns auch ein wenig an. In der Regel fragen wir nach dem, was der/die andere am Tag macht, wann wir uns sehen (auch mittags und wann am Abend). -

Wenn ich das so notiere: eigentlich schön! - Nur "eigentlich" schön, weil ich mich ein klitzekleines Bisschen unzufrieden fühle heute an diesem Samstagmorgen. Auch das gehört fast zu meinem Leben. Diese klitzekleine Unzufriedenheit.

Schaue ich von aussen auf mein Leben, ist es gut. - Nicht nur jetzt im Augenblick, sondern eigentlich seit Jahren, Jahrzehnten sogar: Ich habe einen .... Mann (Ich suche gerade nach einem passenden Adjektiv. Schwierig! Keines scheint es zu treffen... - Ja, was schätze ich eigentlich an ihm? - Seine Beständigkeit, sein Wohlwollen, seine Wertschätzung, seine Überraschungen (was er alles auch noch ist, von dem ich bisher nichts gewusst habe), seine selbstbewusste Bescheidenheit, seine Freude an der Natur, seine ruhige Art, seine Zuwendung, seine Treue (v.a. im Sinne von "Ich glaube an dich und vertraue dir." ) )

Es fehlt mir das Gefühl, "richtig im Leben angekommen zu sein". - Das ist ein Problem auf hohem Niveau, aber ich erlaube mir, es zu haben. - Ganz bewusst.

Es ist eine unerkannte Sehnsucht. Irgendein Wunsch, den ich noch nicht wirklich kenne. -

**********

Eben habe ich mir kurz Zeit genommen, dieser Sehnsucht Raum zu geben und ich bin überrascht: Sofort wurde ich traurig und fühlte einen sanften ziehenden, leisen Schmerz in meiner Brust, merke dass es ein Grundgefühl von "nicht angekommen sein" ist. Eine Trauer, die ich schon als Kind fühlte, seit ich mich erinnern konnte. Ich habe es immer zu verstecken versucht. Ich weiss nicht, ob zuerst vor meiner Mutter und vor meinem Vater oder direkt vor mir selber, weil es zu schmerzhaft gewesen wäre...

Das Gefühl, nicht angekommen zu sein, nicht willkommen zu sein, keinen Platz zu haben. - Überraschend sind die Gefühle nicht, überraschend ist für mich nur die Tatsache, wie sehr es mein Leben prägt(e). - Nein, Jammern ist nicht Thema, sondern eher Entdecken und Erforschen und eben - Überraschung.

Es tut mir auch heute gut, diese Trauer zu fühlen, ihr Raum zu geben und Mitgefühl. Es ist, wie wenn ein - fast - gestorbener Teil in mir lebendig würde. Er freut sich, dass ich ihn anerkenne und dass er sein und fühlen darf, wie es ihm entspricht. - Da ist wirklich nicht nur Trauer, sondern auch Freude... ganz leise, feine, echte Freude, Berührtsein.

Wenn ich aber offen bleibe, kommt auch diese abgrundtiefe Verzweiflung. Da spüre ich dann keine Freude mehr, sondern einen Sog in diese Abgrundlosigkeit.

Wenn ich mich auch auf diese einlasse, spüre ich zuerst meine Präsenz im Körper. Schliesslich haben wir heute den 6. Mai 2017! - Diese Verzweiflung ist uralt und eines meiner Lebensgrundgefühle, welche nicht (mehr) den aktuellen Tatsachen entsprechen. - Verdrängen geht nicht, aber auch nicht darin versinken.

So erforsche ich diesen Sog... - Dabei spüre ich, dass es eine Gewohnheit ist, ein Muster halt - und zwar ein Muster aus meiner Prägungsphase der ersten Zeit meines Lebens. Dass es so unbewusst und doch allumfassend ist, wundert mich nicht.

Ich vermute, dass mein Weg mich "durch dieses Muster" führt. - Das Muster spüren, wahrnehmen, mich ihm aber nicht mehr einfach übergeben...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Heute kommt mein Enkel, der im Kindergarten ist, auf Besuch. Er wird bei uns übernachten. Morgen geht er mit seinem Papa in den Zoo in Zürich.

Ich vermisse unsere Kinder, die ja beide ausgeflogen sind. Als mein Sohn mit seiner Freundin in eine eigene Wohnung zog, waren ja meine Tochter, ihr Mann und ihre Tochter ein paar Wochen bei uns. Jetzt ist das auch seit vier Monaten vorbei. Erst jetzt wird mir die Leere so richtig bewusst. - Es ist so, wie wenn ein "Job" weg wäre - ohne dass die Leere gefüllt worden ist.

Es ist schön, dass beide erwachsenen Kinder gerne wieder mal nach Hause zu uns kommen. Doch war die Zeit, als sie wirklich noch Kinder waren, als wir am WE Rad gefahren sind mit ihnen oder gewandert oder geklettert oder am Bach spielen... etc. wirklich schön. - Es gab eine andere Qualität in meinem Leben, die auch Besuche der Enkel nicht füllen. - Ok. das ist auch gut so, trotzdem finde ich es angemessen, auch dieser Trauer Raum zu geben und Aufmerksamkeit.


Weiter beschäftigt mich die Tatsache, dass ich "gute Zeiten" noch nicht aus vollen Zügen geniessen kann. Vom Verstand her weiss ich, dass ich in guten äusseren - und auch inneren - Umständen lebe. - Wenn ich beides mit früher resp. meiner Kindheit vergleiche ... Welten!

So seltsam sich das auch schreibt und ev. liest: Wenn ich mich innerlich ruhig und sicher fühle, scheint etwas zu fehlen... - Es meldet sich auch Angst und ein Kontrollbedürfnis, denn ich könnte ja ganz schnell oder plötzlich von etwas Schrecklichem überrascht oder sogar überfallen werden...
Klar weiss ich, dass es auch in diesem Fall besser ist, entspannt im Hier und Jetzt zu sein. Dann kann ich besser reagieren.

Leider ist "Entspannung" noch immer zu einem gewissen Teil ein Trigger, aber wirklich nur noch zu einem gewissen Teil. Denn ich kann es bewusst wahrnehmen und fühlen. Es läuft nicht mehr nur einfach ab...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Der gestrige Tag mit dem Sohn meines Sohnes war wirklich entspannt und genüsslich!

Zuerst haben wir im Gemeinschaftsgarten unseres Hauses gearbeitet. Dann durfte er unser neues Kinderrad ausprobieren, lernte auf einem grossen, leeren Parkplatz Kurven zu fahren, zu bremsen und zu schalten. Jetzt waren wir bereit für die erste kurze Tour auf richten Strassen sogar mit einem kleinen Gefälle, resp. Steigung! Und der junge Radfahrer hat alles bestens und mit viel Motivation gemeistert.
Beim Kaspertheater hatte er sich leider in der Zeit getäuscht: Wir waren eine Stunde zu spät. Das war eine kleine Enttäuschung, aber ein Film im TV mit den Schlümpfen hat uns wieder getröstet. Nach dem Abendessen wurde noch gespielt. Mit den Kapplahölzern wurde gebaut und ein Wurfspiel erfunden ... mit Countdown in mehreren Sprachen.

Ja, Einschlafen war dann schwierig, auch nach einer tollen Geschichte von Christine Nöstlinger wollte der Junge nicht ruhig werden. Also hörten wir gemeinsam in unserem Bett ein Klavierkonzert von Mozart an. - Das half dann auch wirklich! - Aber mitten in der Nacht kam er dann zu uns ins Bett. Das war mir definitiv zu eng! Zu dritt im Bett, das geht gar nicht!

Also verzog ich mich ins Gästezimmer und ... - ... habe jetzt einen verspannten Rücken vom harten Bett.

Heute geht es mir nicht so gut: Ich bin müde und stark erkältet. Ich schnupfe und huste. Der Kopf ist zu und ich bin schlapp. Zum Glück ist der junge Mann jetzt für ein paar Stunden mit den anderen unserer Familie beschäftigt...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Ein Infekt hat mich über eine Woche lahm gelegt...

Heute spürte ich wieder diese Traurigkeit und Unlust, arbeiten zu gehen. Es ist verbunden mit einer bleiernen Müdigkeit.

Es liegt auf der Hand die Müdigkeit auf den Infekt und die Medikamente zurückzuführen. Doch irgend etwas in mir sagt mir, dass ich die Ruhe und die Tage für ich ohne Arbeit gebraucht habe und dafür den Infekt brauchte. Jetzt nach gut einer Woche bin ich so weit, die Traurigkeit und die Verletzung zu fühlen...

Ich vermute sogar, dass die Krankheit durch das Achtsamkeits- und Mitgefühlstraining erst möglich wurde und in diesem Sinne ein wichtiger Schritt für mich ist, gerade auch, weil ich zum ersten Mal keine Schuldgefühle oder Unsicherheit spürte, weil ich krank war.

Heute ich ging ich dieser Trauer nach. Bald spürte ich, dass es um das schlimme Grundgefühl in der Herkunftsfamilie geht, in die ich geboren wurde. Als Säugling / Neugeborenes ging dieser Leidensweg los, eher schon im Mutterleib. Aber da spüre ich nichts dazu. Wenn ich aber an die erste Lebenszeit denke, kommt diese Trauer und Verletzung.

Wie schon geschrieben, war die Situation angespannt und schwierig. - Ich nahm mir eine Selbstempathie-Übung: "Freundlichkeit mit allen Wesen". Doch ich spürte in mir keine Offenheit und Bereitschaft, deshalb wandte ich mich mit offenem Herzen meinen Gefühlen zu, um die Sehnsucht hinter der Trauer und Verletzung zu erforschen und daraus einen Wunsch an mich und alle Wesen zu formulieren.

Durch mehrere Gefühlsschichten kam ich mir näher, bis ich spürte, dass das kleine Wesen, das ich war, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gebraucht und/oder sich gewünscht hätte. Nun konnte ich die Übung machen und am Schluss allen fühlenden Wesen das Erfahren von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit wünschen - allen, ich selber und du der/die das liest inbegriffen!

Es ist auch das, was ich an meinem Arbeitsplatz wünsche - ALLEN: Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, auch wenn Fehler passieren. Viele Fehler werden ja anerkannt und sind nicht schlimm. - Wenn aber ein Kind nicht Fortschritte macht oder im Verhalten einen Fehler macht, ist es mit der Toleranz nicht weit her. Da wird schnell geurteilt und nach dem/r Schuldigen oder Auslösenden gesucht. Es ist wenig Aufmerksamkeit auf dem gegenseitigen Verständnis und auf den individuellen Bedürfnissen. -

Wo kämen wir da hin?


Langsam, aber sicher werde ich aber wieder arbeitsfähig nach meinem Infekt. Das spüre ich.

Im Magazin meiner Krankenkasse habe ich den Titel eines Themas gelesen: Resilienz nach der Krise. - Er hat mich spontan angesprochen, könnte sein, dass das für mich passt. Meine "seelische Krise" brachte meinen Körper zum Ausruhen, das Ganze initiiert durch Achtsamkeit und bessere Wahrnehmung meiner Selbst. - Ok. - Könnte gut sein.

Irgendwie schön der Gedanke, dass es zu mehr Resilienz führen könnte - v.a. bei der Arbeit!

***

Mich beschäftigt mehr und mehr, was ich im Sommer 18 machen werde. Auf Frühpensionierung habe ich irgendwie keine Lust - ausser, wenn sich ein gutes Projekt ergeben würde, das mich echt interessiert.

Weiterhin Schule und ein wenig selbständige Arbeit? - hmmmm - Das ist irgendwie "das kleinere Übel", auch wenn es so weit ok. ist. Ich muss mich einfach immer wieder zu vielem zwingen. - Sind jetzt meine Lustlosigkeit und Unerfülltheit ein Symptome von "Krankheit" oder echte Symptome dafür, dass ich etwas anderes möchte?

Ich kann mich nur weiter auf den Weg der Achtsamkeit machen und dadurch vertrauen, dass schon kommt, was kommt und dass das richtig ist. - In der Gegenwart (er)-leben, um immer besser ja und nein zu dem sagen zu können, was mir an Angeboten oder Möglichkeiten begegnet. Einen (Wunsch-)-Traum habe ich beruflich nicht.

Mal sehen...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Lange Jahre habe ich mein inneres Erleben in der kPTBS und/oder Depression versucht aufzuschreiben. Schreibend habe ich mich ausgedrückt und bin mir damit näher gekommen, konnte vieles sortieren, wurde v.a. von meinem Therapeuten gelesen, konnte den so schwierig auszudrückenden und so verwirrenden Gefühlen und Gefühlsmischungen näher kommen.

Jetzt versuche ich Worte zu finden für mein neues inneres Erleben: für diese Ruhe, dieses Ja, zu dem was ist, zu Verzweiflung, Freude, Wut, Sympathie, Intimität, Verlassenheit und und und ... zu finden. - Es ist fast genauso schwierig. Ein Unterschied ist aber, dass ich nicht von Verzweiflung und Angst getrieben schreibe, um etwas zu tun, damit ich mich besser fühle, damit ich das Innenleben aushalte, damit es aushaltbar wird. Nein, ich verspüre den Wunsch, diese neuen Gefühle und Empfindungen auszudrücken. Dieses Gefühl von Wärme in der Brust, von Ruhe und Frieden, von Freude, von Neugier, auch von Vertrauen - auch wenn es gerade schwierig ist und die Gefühle nicht nur schön sind, möchte ich ausdrücken, damit ich es bewusst erfahren und geniessen kann, dass ich Sicherheit und Vertrauen entwickelt oder bekommen habe.

Mittlerweile weiss ich sehr gut, dass das wächst, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Wenn ich aber gegen schmerzhafte und belastende Gefühle kämpfe, bekommen sie mehr Raum, mehr Energie, mehr Aufmerksamkeit und wachsen, bis sie kaum auszuhalten sind und zu meinen Alltagsgefühlen werden.

Diese schmerzhaften Gefühle existieren noch immer in mir. Ich kann sie fühlen und dabei erfreut bemerken, dass sie vorbei gehen. Ich kann wahrnehmen, wie sie sehr schnell wieder vergehen, wenn ich beobachte, welche Gedanken zu ihnen gehöre und diese auf ihren Wahrheitsgehalt prüfe oder auch sie einfach weiterziehen lasse. Ich kann "hallo" zu den schmerzhaften und unangenehmen Gefühlen sagen und wieder den Fokus auf das aktuell Sichtbare und Hör- oder Fühlbare in meiner Umgebung zu richten. -

In der Regel gibt es im Hier und Jetzt keinen Anlass emotional so stark zu reagieren, wie ich es aboslut vollautomatisch tat. Es ist selten eine reale Gefahr da oder jemand, der/die mich kritisiert oder antreibt. Klar gibt es die Sorgen des Alltags. Doch brauche ich mich nicht den ganzen Tag mit ihnen zu beschäftigen. Dieses Kopfkarussell bringt mir nichts.

Anfangs machte es mir grosse Angst, Erinnerungen, Bilder, Gefühle, Gedanken einfach ziehen zu lassen, bis ich merkte, dass ich mich selber trotzdem ernst nehme, dass ich mich sogar ernster nehme als wenn ich ihnen dauernd nachgebe.

Es ist eine wunderbare Erfahrung durch unser Dorf zu gehen, die Bäume und Gärten zu sehen, ein paar Menschen zu grüssen und dabei Freude zu erleben. Einfach so Freude - ohne speziellen Grund... - Dem Raum zu geben, brauchte ziemlich Mut. Der Adrenalinspiegel, der früher immer sehr hoch war, ist gesunken. Es ist nicht mehr so aufregend und beängstigend zu leben. Das ist sehr neu.

Es gibt nur wenige Menschen, die das kennen und das verstehen können - dieses kleine alltägliche Glück, wenn man/frau im Hier und Jetzt ist und deshalb alte Traumata und Sorgen um die Zukunft, auch Ärger etc. unwichtig sind und nicht mehr belasten.

Heute habe ich mit grosser Berührung entdeckt, wie sich Freude im Körper anfühlt: ein leichtes, sanftes, aber belebendes Kribbeln, manchmal auch ein Fliessen in der Brust. Für mich gehört dazu auch ein Körpergefühl von Leichtigkeit. Wenn noch ein sanfte, leichte Wärme dazu kommt, ist es Liebe, die ich spüre.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Schon gestern fühlte ich mich wieder müde. Nachts bekam ich dann wieder Halsschmerzen, ich hustete und konnte schlecht schlafen. Heute morgen fühle ich mich dementsprechend müde.

Noch immer vermute ich, dass es einen Zusammenhang mit den Achtsamkeits- und Selbstfreundlichkeitsübungen gibt. Da ich so mehr annehmen kann, kommt auch mehr hoch, z.B. das Gefühl, keinen Erfolg im Beruf zu verdienen. - Nur schon beim Schreiben weiss ich, dass das Unsinn ist. Aber der Glaubenssatz mit den entsprechenden starken Gefühlen ist da. Ich brauche gerade sehr viel Mut, dem mit Freundlichkeit und Achtsamkeit zu begegnen und dem Prozess zu vertrauen. - Aber ebenfalls nur schon beim Schreiben weiss ich klar, dass das der einzige Weg ist, der jetzt für mich passt.

Ich habe diese schlechten Gefühle und niederschmetternden Gedanken. Dagegen kämpfen oder mich deshalb selber fertig machen bringt überhaupt nichts. Also wähle ich das bewährte Mittel der Achtsamkeit und vertraue darauf, dass ich spüre, was mir gut tut in dieser Situation.

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Nun bin ich jetzt eine weitere Woche zu Hause und heue nochmals beim Arzt, weil ich letzte Nacht die Schmerzen vom Harnwegsinfekt fast nicht mehr aushielt. D-Mannose und Wärme haben aber genützt. Aber das Gespräch mit meinem Hausarzt hat mir sehr gut getan. Bis jetzt war ich bei seiner Vertretung, die zwar auch sehr gut war.
Gerade eben konnte ich anerkennen, wie sehr mich Erstarrung vor Schmerz und Angst und Verwirrung schützt. - Brauche ich das noch so sehr?


In letzter Zeit fühle ich mich oft einsam. - Heute habe ich nach der "positiven Absicht" von Einsamkeit geforscht: Ich kann mich auch als frei und unabhängig sehen! Ich kann tun und lassen, was ich möchte, brauche mich keinem anzupassen. Ein alter Freund hat mir schon vor Jahren mal gesagt, dass er meine Unabhängigkeit bewundere. - Heute, rund 25 Jahre später, verstehe ich, was er damit vielleicht gemeint hat.

Meine Partnerschaft ist sicher überdurchschnittlich - weit überdurchschnittlich gut. Trotzdem tauchen auch in dieser Beziehung das Gefühl von Einsamkeit auf. - Aber wir geben uns auch sehr grosse persönliche Freiheiten. Das ist definitiv so.

Nun schaue ich das mal bezüglich meiner Arbeit an: Auch in Ausbildungsseminaren und in unterschiedlichen Arbeitsstellen fühlte ich mich als nicht zugehörig, oft ausgeschlossen und dadurch auch vereinsamt. Die Kehrseite ist aber auch hier tatsächlich eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit. Ich füge mich nicht der Gruppenmeinung, kann so bei meinen eigenen Entscheidungen bleiben. - Ok. gemeinsame Entscheidungen werden so schwierig, weil ich mich nicht einfach mit den anderen verstehe. Teilweise schon, aber teilweise auch nicht. - Da die meisten nicht geübt haben, genau zuzuhören, was das Gegenüber meint (ohne dabei die gleiche Meinung haben zu müssen), ist es oft schwierig gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Wer stärker, lauter ist oder besser reden kann, gewinnt. - Das hat mich bisher öfters frustriert. - Mal sehen....

Was aber auch stark zu dieser Einsamkeit oder eben Unabhängigkeit / Freiheit gehört - oder neben diese Einsamkeit ist eine tiefe Sehnsucht. - Wonach weiss ich nicht genau. Aber ich weiss, dass ich beiden Seiten Raum geben werde und auch Aufmerksamkeit und Wohlwollen und was diese Gefühle sonst noch von mir brauchen. - Mal sehen....


Optionen Suchen


Themenübersicht