Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
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In einem Video habe ich heute den Tipp bekommen Bedürfnissen eine Identität zu geben, sozusagen als "Teilpersönlichkeiten" zu sehen.

Das Bedürfnis nach Anerkennung kann ich in letzter Zeit ziemlich gut annehmen. Ich habe es mir mal als Gestalt vorgestellt. Es ist ein Mann, nicht schlecht aussehend. Ich habe in gefragt, was er gerne möchte, wie ich das Bedürfnis nach Anerkennung gerade am besten erfüllen könnte. (Ich mir selber und nicht irgend jemand anders!) Ganz spontan wusste ich, dass es Zuwendung ist, die ich diesem Bedürfnis geben kann, soll, darf, möchte...

Mir tut diese Vorstellung gut, meinem Bedürfnis nach Anerkennung Zuwendung zu geben. Es bedeutet einen weiteren Schritt auf meinem Weg und in meiner Übung, mich ganz anzunehmen. - Irgendwie schön!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Wünschen erlebe ich als schwierig. Wenn ich aber weiss, was ich möchte, dann erreiche ich es meistens auch. Irgendwie finde ich einen Weg.

Manche Wünsche sind aber auch Wunschträume - flüchtig und nur halbherzig.

Erst wenn ich in der Herzgegend eine bestimmte Körperempfindung habe, weiss ich: ja, das ist es! - Dann brauche ich in der Regel nur zu warten... bis ich weiss: Jetzt! - Dann weiss ich, was ich zu tun habe. Das kann längere oder kürzere Zeit dauern.

Neuerdings mag ich es aber, "Pläne" zu machen. "Pläne" sind für mich konkretisierte Ziele. "Ziele" stressen mich, setzen mich unter "Erfolgsdruck", das mag ich nicht. "Pläne" mag ich. Ein "Plan" ist für mich verbunden mit konkreten Tätigkeiten, die ich in eigener Kompetenz wirklich umsetzen kann. Pläne haben für mich auch eine andere Qualität als Vorsätze. Vorsätze verbinde ich eher mit Versagen und schlechten Gefühlen. Pläne - wie schon wiederholt geschrieben - mit konkretem Verhalten.

Jetzt zu diesen konkreten Plänen:

- Ich mag es 4-5 Stunden zwischen den Mahlzeiten zu warten, bis ich die nächste zu mir nehme. Das hilft mir, mich besser zu fühlen, weil meine Verdauung besser funktioniert.
- Ein weiterer Plan: Viel Wasser und Tee trinken. Möglichst 1,5 Liter pro Tag. Auch das hilft mir, mich in meinem Körper wohl zu fühlen
- Weiterhin nach den Unterrichtsvormittagen in der Schule bleiben und gut vorbereitet nach Hause zu gehen.
- Dann möchte ich weiterhin regelmässig ins Yoga gehen, weil mir auch das sehr gut tut.
- Weiter gehört zu meinem Plan fürs kommende Jahr: eine Reise nach Deutschland an eine Geburtstagsfeier, der Besuch der Ski-WM in St. Moritz, 3-4 Tage Skitour Ende Januar/Anfangs Februar, mind. einmal, lieber zweimal ans Meer fahren, mit einer Kindergartenklasse ein Weidenhaus pflanzen, noch mehr solche konkrete Pläne entwerfen.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Heute Morgen ist eher schwierig für mich. - Vermutlich hat mich ein grippaler Infekt, resp. ein Virus entdeckt und breitet sich aus. - Klar trinke ich viel Tee und nehme Ceres-Sambuccus -Tropfen. Trotzdem bin ich müde.

In solchen Situationen beschleichen mich eher wieder alte Gefühle. Ich brauche meine Selbstdisziplin, mein Selbstvertrauen und mein Selbstbewusstsein, die ich für mich entwickelt habe in den vergangenen Monaten.

Ich weiss, dass das vorbei geht und "nur" momentane Gedanken und Gefühle mit Wechselwirkung sind. Ein klitzekleines Bisschen bin ich stolz, dass ich mich nicht gehen lasse und mich nicht vom Gedankenkarussell vereinnahmen lasse. Das stärkt grad mein Selbstbewusstsein ein schönes Stück

Ja, spüre so etwas wie "Anerkennung mir selber gegenüber", dass ich einigermassen entspannt bleibe, obwohl ich mir einiges vorgenommen habe heute. Es steht gerade wie der "altbekannte Berg" vor mir. Diese Tendenz habe ich noch immer sehr: Bei jeder Kleinigkeit einen riesigen Berg zu sehen, auch wenn ich meistens gut Zeit dafür hätte.

Neue habe ich Zentangles entdeckt, kleine dekorative Zeichnungen, die mich entspannen. Auch da Üben von Cartoon-Zeichnen macht mir Freude.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Haaaaaach... ... ich bin gerade so schön wohlig müde...

Im Vorfeld war ich etwas skeptisch auf den heutigen Tag, fand ihn etwas überladen. - Aber er ist schön! - Aber er ist sogar SEHR SCHÖN!

Seit kurzem freue ich mich oft schon morgens auf den Tag. Es kommen mir spannende Dinge in den Sinn, die in meiner Agenda stehen - ( oder auch nicht, aber sie sind geplant ...)

Heute war dies eine neue Beratung in meiner Praxis, ein Kind mit grosser Angst vor der Schule. - Es war spannend und ich konnte an der Körpersprache auch einige Schritte erkennen, bin zuversichtlich, dass sich in dieser Beratung Gutes ergeben wird.

Nachher hatten wir eine kleine Skitour geplant. Anforderungsprofil: sanfte Hänge, kurz, kurze Anfahrt, auf dem Gipfel ein Restaurant. Das ist wichtig, weil es so sehr stürmt und schneit bei uns. Aussicht geniessen liegt eh nicht drin, dafür aber warmen Punsch oder Glühmost trinken...

Eigentlich mag ich es ja besonders, wenn der Schnee in der Sonne glitzert beim Aufstieg. Heute machten aber die Flocken einen so wunderschönen Tanz, dass es auch wunderschön war. Wenn es bis in die niederen Lagen schneit, ist das Schöne an den Touren, dass wir unterhalb der Baumgrenze sind. Das hat seinen speziellen Reiz im Hochwinter. Tannen und andere Bäume unter einer sanften Schneedecke. Das mag ich sehr in der einsamen Landschaft. - Im Bergrestaurant waren wir nur 6 Gäste, es war sehr gemütlich.

Die Abfahrt war einfach nur super - Der Schnee weich mit einer guten Unterlage. - Ein Traum für jedes Skifahrerinnenherz! Ok. Es waren nur 350 Höhenmeter, aber die Qualität des Neuschnees dafür 1 A.

Jetzt bin ich eben im Lavendelschaumbad gelegen, habe noch etwas in meinem Krimi von Donna Leon gelesen. Unterdessen macht mein Mann eine schöne Pizza. Ich habe mir Schinken, Artischocken und Peperoni (Paprika) gewünscht zur Tomatensauce und Käse.

Am Abend werden wir noch in ein Konzert gehen. - Ich bin gespannt. Der Dirigent ist der Partner einer Bekannten.

Morgen stehen auch schöne Dinge auf dem Plan: Der Geburtstag meiner Enkelin und ein gemeinsames Abendesse mit unserem Sohn und seiner Freundin. - Wer weiss, vielleicht gehe ich am Vormittag nochmals in den Schnee...

Allen wünsche ich auch ein so schönes oder noch schöneres Wochenende!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Das Konzert war spannend. Das Orchester war gut besetzt und spielte gut. Vor allem war es super geleitet. Der Dirigent hat eine ausserordentliche Ausstrahlung und die Fähigkeit, seine Begeisterung an die Musiker/innen weiter zu geben. - Auch sie begannen immer mehr zu strahlen. - Dass ich ihm am Schluss persönlich gratulieren konnte, war ein besonderes Erlebnis.

Zuhause spürte ich dann ein starkes Kratzen im Hals und nahm Ceres Sambuccus Tropfen. Sie haben mir diesen Winter schon mehrmals geholfen, einen Infekt abzuweisen. - Doch dieses mal scheint es nicht zu wirken... - - Gegen Morgen bin ich mit starken Hals- und Kopfschmerzen aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Jetzt habe ich einen halben Liter Tee getrunken.

Ob ich an den Geburtstag der Enkelin gehen kann, werde ich noch sehen. Ich möchte gehen. Das ist klar. Meine Tochter ist manchmal etwas ängstlich, dass ihre Tochter sich ansteckt. Kann gut sein, dass sie nicht möchte, dass ich komme. - Oder lieber nicht. - Das wäre für mich ok. , denn mein Verstand sagt mir eigentlich auch, dass ich besser im warmen Haus, resp. Bett bleiben soll... - Mal sehen.

Bisher wurde ich in ähnlichen Situationen öfters mal krank: Ich bin aktiv und "es" legt mich ins Bett. In der Regel habe ich das dann so verstanden, dass ich mich übernommen habe und Ruhe brauche... - Dieses Mal sehe ich es mehr als Muster, das mir nicht mehr hilft. Mein Körper und meine Seele reagieren noch so. Es ist eher eine Art Rückfall. Das gibt es und damit ist zu rechnen. Auch dieser Infekt geht vorbei und ich erlaube mir nachher wieder, die vielen Dinge zu unternehmen, nach denen ich Lust habe und die mir Freude machen...

Und ich erlaube mir auch, krank zu werden, mache mich nicht mehr selber fertig deswegen, beschimpfe mich nicht (Ist ja wirklich nicht angemessen!) - Ganz vorsichtig kann ich spüren, dass ich trotz Kopf- und Halsschmerzen keine Schuldgefühle habe und mich auch nicht anders wie schlecht fühle, wie es für mich "normal" war. - Diesem neuen Gefühl gebe ich mal Raum und lasse mich von ihm berühren. -

Diese letzte Sitzung im ZIS hat sehr viel bewirkt. Ich durfte einen wunderbaren Prozess zu sehr viel mehr Lebensqualität machen. Ich bin mir aber bewusst, dass dies nicht allein auf diese Sitzung zurück zu führen ist, sondern dass diese sehr viel Vorarbeit brauchte. Mein ganzes Leben war irgendwie nötig, um an diesen Punkt zu kommen.
Diese versöhnlichen Gedanken berühren mich sehr. Auch andere Gedanken, die für mich neu sind, tauchten in den vergangen Wochen in mir auf: Die Erkenntnis, dass ich all meine innere Arbeit mache, damit es mir besser geht, damit ich mein Leben aus allen Zügen leben kann, damit ich dieses Geschenk "Leben" annehmen kann wirklich als Geschenk, damit ich Selbstbewusstsein entwickle und Selbstvertrauen.

Lange Jahre war ich zu innerer Arbeit wie getrieben. Dieser ganze Heilungsprozess "stiess mir zu" - wie auch die früheren Traumatisierungen. Ich fühlte mich sozusagen als "Opfer" dieses Weges. Dieses so tief eingegrabene, alles überschattende und beeinflussende Gefühl des "nicht Genügens" liess mich viel Therapie machen, um "perfekt" zu werden. - Ein hoffnungsloses Unterfangen. - Kein Wunder hörte ich völlig depressiv, müde, energie- und antriebslos mit der Traumatherapie auf. Dies war vor dreieinhalb Jahren.

Nach über sechs Jahren Therapie hatte ich zwar viel bearbeitet, viele Symptome der komplexen PTBS hatten sich zurückgebildet, wurden für mich händelbar oder lösten sich sogar ganz auf. - Nur eben diese lähmende Depression wurde ich damals nicht los... - Ich kündigte meine Arbeit, war auch darüber deprimiert, weil ich nicht mehr wusste, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. - Der Therapeut war der Meinung, dass ich eben etwas tun sollte, das mir mehr Freude bereitet als der damalige Job. - Ich konnte es aber nicht.

Ein halbes Jahr später meldete ich mich deshalb in diesem Zentrum an. Dort bearbeiteten wir aber zuerst die Beziehung zu meinem Sohn, die äusserst schwierig und belastet war. - Nachdem diese sich sehr positiv entwickelte, belastete mich ein Konflikt mit meinen Nachbarn sehr stark. Also bearbeitete ich diesen, meinte dann, jetzt.... geht es mir gut, jetzt brauche ich nur noch zu wissen, was ich beruflich will.

Das funzte aber nicht! - Dieser Glaubenssatz, dass ich "nicht gut genug bin", dass ich überfordert bin, dass ich es nicht verdiene, glücklich zu sein etc. hinderten mich. - Alles Symptome einer Depression... - Also zwei, drei weitere Sitzungen. In diesem Prozess öffneten sich innerlich weitere Türen...

Mehr und mehr lernte ich diese Symptome als das zu sehen, was sie sind: Symptome der Krankheit Depression - Und dadurch entdeckte ich auch Tools, die mir halfen, mich zu entspannen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, zu schlafen, mich selber zu anerkennen. - Mehr und mehr merke ich aber, dass ich all die vorangehenden Jahre ebenfalls schon an diesen Ort unterwegs war. Schon damals habe ich immer wieder gute, sehr gute und schöne Zeiten erlebt, wenn auch immer wieder behindert durch diese Muster von Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Angst, Panik, Unsicherheit.

Auch jetzt rechne ich noch mit Rückschlägen und schlechteren Zeiten, aber ich habe eine neue Lebenslust und Neugier auf meine Erfahrungen entdeckt. Dass ich morgens Lust auf den kommenden Tag haben kann, ist neu für mich. - Ich freue mich auf viele weitere solche "neuen Dinge".

Eins kommt mir gerade eben in den Sinn: Manchmal habe ich keine Lust ins Bett zu gehen und muss mich trösten, dass morgen ein neuer Tag ist, an dem ich die Dinge tun kann, die ich eigentlich vor dem Schlafen noch machen möchte... - Wenn ich das mit der bleiernden Müdigkeit vergleiche mit der ich mich früher nach Schlaf gesehnt habe, damit ich mich nicht spüren muss! - Da ist wirklich sehr viel passiert und ich bin sehr dankbar dafür!

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Seit: 27.11.09
Für mich ist EIN wichtiges Kriterium von "Gesundheit" (damit meine ich psychische Gesundheit), dass ich NICHT mehr an mir arbeiten muss.
Ich darf es, wenn ich möchte. Aber ich möchte es auch nicht mehr. Ich genüge, so wie ich bin. Ich bin gut genug! - - Seit ich mich gesund fühle, ist vielmehr die Frage "Was entspricht mir?" ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit getreten. - Was könnte ich tun? Was mache ich heute?

Die Arbeit mit oder an Symptomen, Stressmanagement etc. interessieren mich nicht mehr. Mich interessiert plötzlich, was ich mir wünsche, was mir gut tut, was ich gerne mache, was ich wie erlebe... etc. - Aber auch von der Frage, was ich möchte, lasse ich mich nicht mehr stressen. Auch in dieser Hinsicht ist Druck weg. - Es geht nicht mehr so sehr wie früher, darum, mich zu ändern oder Schritte zu machen oder sonst wie zu Veränderung zu kommen. Es geht mir um bewusstes Leben und Erleben, um Beziehungen mit anderen, um lachen zu können und zu spielen, um das zu tun, was Freude bereitet, mir und anderen.

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Seit: 27.11.09
Für mich ist EIN wichtiges Kriterium von "Gesundheit" (damit meine ich psychische Gesundheit), dass ich NICHT mehr an mir arbeiten muss.
Ich darf es, wenn ich möchte. Aber ich möchte es auch nicht mehr. Ich genüge, so wie ich bin. Ich bin gut genug! - - Seit ich mich gesund fühle, ist vielmehr die Frage "Was entspricht mir?" ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit getreten. - Was könnte ich tun? Was mache ich heute?
Mich durch Veränderungsarbeit nicht perfektionieren zu müssen, sondern mich so entwickeln zu dürfen, dass es mir wohl ist, das berührt mich heute sehr. Dieses Thema hat für mich ein hohes Rückfallspotenzial. Aber auch das darf sein. Und auch das berührt mich sehr: Rückschläge dürfen sein. - Wer weiss, vielleicht haben sie sogar einen Sinn! - Sie zeigen mir mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Bereiche auf, die noch nicht so sind, wie sie mir entsprechen oder Bereiche von mir selbst, die ich noch verurteile.

Das Abschiednehmen vom Gedanken an "Schuld" oder "Schuldige" gehört auch dazu. Schuldzuweisungen haben etwas Abschliessendes und Hoffnungnehmendes. Wenn jemand - auch ich selber - Schuld ist, dann kann ich nichts ändern, dann kann ich mich nicht entwickeln. Denn Schuld bleibt Schuld. - Aber die Dinge sind ganz einfach, wie sie sind. Auch die Menschen. Punkt. Ich selber und alle anderen. - Und ich darf so sein, denken, fühlen, wahrnehmen, wie ich eben bin.

Solche Gedanken befreien mich, berühren mich und motivieren mich offen zu sein für mich selbst und meine Reaktionen auf andere.

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Seit: 27.11.09
Ich habe eine sehr intensive Woche hinter mir. Vor einiger Zeit hätte mich das völlig gestresst. Jetzt freue ich mich, dass ich mir das alles zumuten kann. Nein, "zumuten können" ist ein falscher Begriff. Ich freue mich, dass ich das alles kann, darf und vor allem auch geniessen kann, ohne Reizüberflutung und Systemzusammenbruch.

Nach einer Woche mit sehr wenig freier Zeit für mich selbst, werde ich morgen früh über 600 km an eine Geburtstagsfeier fahren. Am Montag wieder 6.5 h Rückfahrt und um 16 Uhr eine Sitzung in der Schule (Qualitätssicherung der Fördernden Massnahmen). Es geht dann weiter mit einer vollen Woche in der Schule und in meiner Praxis. Am Donnerstag ein freier Nachmittag, an dem ich mich auf einen Besuch freue.

Und am WE beginnen meine Winterferien. Wir wissen noch nicht wohin wir fahren, nur DASS wir fahren: mein Mann und ich wollen ein paar schöne Skitouren machen. Einen Tag werde ich für die Schule arbeiten und einen Tag meine Enkelin hüten, während ihre Mami im Krankenhaus eine kleine OP macht...

Alles - ausser die OP und der langen Fahrt nach Deutschland und wieder zurück - obercool!

Weiter werde ich hoffentlich als Teilnehmerin einer Studie über ein Onlineselbsthilfeprogramm zur Schlafverbesserung einer Schweizer Uni noch besser schlafen lernen können. Auch darauf freue mich- falls sie mich nehmen.

Heute haben wir ein paar Runden im Camperbus gedreht, um die Batterien wieder aufzuladen. Nachher noch zum Italiener für eine feine Pizza. Dort - und auch überhaupt heute - spürte ich wieder mal tiefe Dankbarkeit und spürte ganz tief, wie schön ich mein Leben finde, die Fülle, die ich erleben darf!

Es könnte sein, dass dies schon die erste Wirkung der Sitzung im interdisziplinären Zentrum ist. Die Sitzung im November hat mich enorm weiter gebracht und meine Lebensqualität vor allem bei der Arbeit, sehr verbessert.

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Seit: 27.11.09
Vor einer halben Stunde bin ich zurückgekommen von einer Sitzung in der Arbeit. Die war glücklicherweise sehr pünktlich fertig. Doch habe ich mich verleiten lassen mit einem Kollegen noch zu quatschen. - Das hat mich etwas überreizt gemacht. - In meinem Job kann man alles sehr verschieden ansehen und verschieden angehen. Vieles führt zum Ziel, wenn sich ein Mensch auf einen anderen echt einlässt. - Leider habe ich noch immer die Tendenz, mich in dieser Hinsicht zu überfordern oder "nicht gut genug" zu finden. - Das obwohl ich in den letzten Tagen die Überzeugung hatte, dass ich gut genug bin. - Daran erinnere ich mich jetzt wieder und an meine persönlichen Kriterien, ob ich gut gearbeitet habe oder nicht. Für mich macht es Folgendes aus:

- Klarheit, worum es mir JETZT geht, Präsenz, Fokussierung, klare Entscheidungen
- Kontakt mit den beteiligten und betroffenen Menschen
- Prozess wahrnehmen
- lernen über verschiedenen Sinne
- Pausen, Erholung

Ja, aber ich habe ja ein sehr intensives Wochenende hinter mir: 700 km Autofahrt, dann eine grosse Feier zum Geburtstag eines Bekannten. Wir waren ca. 50 Leute, ich kannte nur einen kleinen Teil davon. Es war ein toller Abend mit guten Gesprächen. Aus der Rückschau bedaure ich es, dass ich nicht mit einer mir sehr sympathischen Frau Kontakt aufgenommen habe. Sie arbeitet in einem ähnlichen Bereich wie ich und hat eine sehr positive und energievolle Ausstrahlung. - Nächstes Mal würde ich es machen.

Gestern frühstückten wir dann zusammen mit meinen Freunden und ihren erwachsenen Kindern mit Partnerinnen, wieder eine Runde von 10 Leuten, in der viel gelacht, erzählt und gescherzt wurde. Nachmittags wanderten wir in der uns unbekannten Gegend und nach dem gemeinsamen Nachtessen verabschiedeten wir uns. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.

Zuhause merkte ich, dass mir die das Wochenende wie ein Traum vorkommt. Eine so weite Reise, so viele Erlebnisse und nachher sofort noch Arbeit... - Was soll's? - - Was mich freut? - Meine Belastbarkeit ist wirklich schon auf einem wirklich guten Level. Und wenn ich heute durch dieses Gespräch mit dem Kollegen wieder mal etwas in Selbstzweifel gerutscht bin, ist das auch ok. - Sowas gehört zum Lernprozess und ich weiss, dass das bald wieder vorbei geht und dass es mir sicher auch etwas sagen will, das mir in Zukunft das Leben erleichtert. - Mal sehen.

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Seit: 27.11.09
Gestern erlebte ich einen tollen Arbeitsmorgen. - Zwar müde, aber doch ausgeglichen und gut gestimmt war auch die Zusammenarbeit mit einer Kollegin wirklich super. Wir haben herzlich über einen Versprecher von mir gelacht, so dass es fast Tränen gab. Es ist mir gelungen meine Peinlichkeit anzuerkennen, aber doch das Lustige an der Situation anzuerkennen und nicht über das Lachen verletzt zu reagieren, sondern mit einzustimmen.
Die Kids waren super drauf und arbeiteten mit grosser Motivation und Ruhe an ihrer selber gewählten Arbeit. Einige organisierten sich selber das Material für ausgefallene Wünsche. Eine kleine Gruppe konnten wir sogar selbständig in einem anderen Raum malen lassen...

Nach der Pause waren vier kürzere Sequenzen mit einzelnen Jungs dran. Auch mit diesen kam ich schnell in guten Kontakt und konnte mit Freude und Genugtuung erkennen, dass die Arbeit der vergangenen Monate wirklich fruchtete: Ein Kind machte extreme Fortschritte im Speichern von Wortbildern in Deutsch und Fremdsprachen, es lernte auch die mentale Strategie fürs Lesen (für verschiedene Arten von Lesen). Ein sehr, wirklich sehr schwieriger Junge, der sich gestern bei der Klassenlehrerin verweigerte, wurde kooperativ, als ich ihn absolut ernst nahm - auch sein Verweigern, aber auch die Schulregeln. Ich zählte ihm verschiedene Möglichkeiten auf, wie das Problem gelöst werden könnte, bat ihn mitzudenken, skizzierte auch einen "schlimmsten Fall", erklärte ihm aber auch den Nutzen dessen, was die Klassenlehrerin von ihm fordert usw. - Plötzlich fragte er mich, ober die Sache auch selbständig erledigen darf - in Schritten, die wir gemeinsam ansehen können!

Ja - und dann habe ich noch einen Jungen, der seit der ersten Klasse die Hausaufgaben nur sehr sporadisch bringt. Ich habe mit ihm und seinen Eltern zusammen einen Plan gemacht. Den halte ich so konsequent wie nur möglich ein - von meiner Seite her. - Wir machen auch eine Liste über seine positiven Schritte, denn er hat sehr wenig Selbstvertrauen und ein sehr schlechtes Selbstbild.
Gestern sah ich ihm seinen Stolz über das Erreichte an seinem strahlenden Gesicht an. - Das war einfach ein sehr schöner Moment.

Dann war da noch ein anderer Junge, sehr sensibel und mit Schulschwierigkeiten, aber auch mit grosser emotionaler Instabilität. Die Eltern sehen keinerlei Möglichkeit zur Zusammenarbeit (bei der ich sehr offen wäre...) und haben mir "Zuckerbrot und Peitsche" empfohlen... - Ich habe mich davon sehr distanziert und geäussert, dass ich meine Aufgabe anders sehe...
Es ist aber schön, zu sehen, wie ich sehr schwierige Themen ansprechen kann mit ihm, dass er sichtlich überrascht ist, dass ich seine emotional schwierige Situtation anerkenne, sein schwieriges Verhalten aber klipp und klar anspreche, aber auch klar ausdrücke, dass ich ihn als Mensch mag und mit seinen Gefühlen verstehe. - Wir hatten ein sehr gutes, von Vertrauen geprägtes Gespräch. - Auch er hat eine "positive Liste".

Wenn ich mit einem Kind eine solche Liste einführe oder überhaupt am Anfang, wenn ich mit einem Kind oder einer Klasse arbeite, meinen die meisten, dass ich ein "Weichei" bin oder eine Frau, die "Laisser Faire" praktiziert. - Wenn ich dann aber "höfliche, anerkennende Konsequenz" ausfahre, zuhöre, kläre, in welchem Rahmen wir uns bewegen und dass die Schulregeln etc. eingehalten werden müssen und Abmachungen umsetze, kommen alle sehr schnell runter und werden plötzlich freundlich und respektvoll. - Anfangs war es sehr schwierig in der Klasse, in der ich am meisten arbeite, denn sie funktionierte sehr "autoritär": entweder bin ich stärker oder du... - und sie legten den Machtkampf so an, dass die LPs oft einfach keine Chance hatte, wenn sie darauf rein fiel. - Klar gab es schon am Anfang Kids, die sehr gut kooperierten.

Die Klassenlehrerin hat aber eine tolle Art. Alle ihre Handlungen sind klar und eindeutig aufs Fördern, Lehren und Unterstützen von positiven Lernprozessen ausgerichtetet. - Klar hat sie in der Arbeit mit der ganzen Klasse einfach nicht die Kapazität alles zu sehen und zu bearbeiten. Da ist meine Aufgabe einzuspringen, stofflich und pädagogisch. - Nach einem schwierigen Start vor eineinhalb Jahren ist die Klasse sehr gut arbeitsfähig geworden.

Heute habe ich unterrichtsfrei, Halsschmerzen, etwas Kopfschmerzen und Langeweile... - Am Vormittag gilt es den Haushalt in Schuss zu bringen, einzukaufen und dann am Mittag mit dem Sohn zusammen zu essen. Er kriegt "Rösti", eines seiner Lieblingsessen. Am Nachmittag treffe ich dann eine Bekannte, gehe wenn möglich mit ihr nach draussen.
Auf die Sitzung am frühen Abend habe ich zwar keine Lust, aber auch die wird sich ergeben. Morgen haben wir noch Sporttag. Und ich darf mir überlegen, wohin ich mit meinem Mann zusammen für ein paar Skitouren fahren möchte. Schätzungsweise wird das Arosa sein. Das Hochdruckwetter ist leider am Abklingen und es ist mit Föhn und nachher Schneefall zu rechnen. Mal sehen, ob uns nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Wirklich Ferien nötig habe ich nicht. Ich würde gerne noch etwas warten, vor allem auf etwas weniger kaltes, aber schönes Winterwetter. - Mal sehen...


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