Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.

Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?

Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.

Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“

(Michael Ende)
Diese schöne Geschichte habe ich von einer Bekannten bekommen. Sie passt wunderbar zu dem, das ich gerade lernen möchte: genau DAS zu geniessen, was ich JETZT mache. Ich bin genial, fast perfekt, mich selber unter Druck zu setzen und durch den Tag zu hetzen, immer nur das zu sehen, was ich noch tun muss oder was ich nicht geschafft habe.

Atme ich aber ruhig, bin ich mit meinen Gedanken bei dem, was ich gerade JETZT mache, geht es mir sehr viel besser. - Gestern habe ich mich sogar auf ein paar Hausarbeiten gefreut, die ich mir vorgenommen hatte. Ganz spontan freute ich mich an jedem Schritt, an jeder Teilaufgabe, die ich mir gestellt hatte. - Am Abend hatte ich nicht alles gemacht, aber vieles! - Und ich merkte schon vor dem Mittagessen, dass ich nicht alles würde erledigt haben. - Ich hätte aber genügend Zeit gehabt. Doch wollte ich mich am Abend nicht mehr zwingen, den Sonntagszopf zu backen, was ich eigentlich als Plan hatte und wonach ich auch wirklich Lust hatte am Freitag. - Trotzdem war ich zufrieden mit mir! Das ist ein toller Schritt, den ich gemacht habe. - Aber ich möchte das noch weiter üben, bis es zur absoluten Gewohnheit geworden ist, gelassen im aktuellen Augenblick zu arbeiten, fokussiert zu sein, klare Entscheidungen zu treffen: Das mache ich. Das lasse ich. - Auch Pausen gehören dazu und in der Regel Zufriedenheit mit meiner Arbeit.

Ja, das möchte ich erreichen.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Ich habe das "Zitat der Woche" von Safi Nidiaye abonniert. Das heutige:

Sehnsucht zu unterdrücken bedeutet, den Kontakt mit der Seele zu unterbrechen, und geht immer mit einem Verlust von Lebensfreude und Energie einher.
(Safi Nidiaye, "Die 10 Herzensschlüssel")

Das ist ein Schlüssel für ich. Das Zitat spricht mich an. Lange Zeit wusste ich nicht, was mir eigentlich fehlt. Ich war anfällig auf Depris. Die PTBS-Symptome wie Flashs, Intrusionen etc. war aber auf ein "normales" Mass reduziert. Die Leere, Selbstzweifel, Zweifel, mangelndes Selbstvertrauen, manchmal eben depressive Phasen, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit etc.

Letzthin bin ich einigen Alltagstriggern (die kleinen halt, nicht die, welche in Flashs führen) nachgegangen, habe meine Reaktionen angesehen und mich gefragt, welches Bedürfnis dahinter steht. - Das Bedürfnis nach Anerkennung steht weit oben, vielleicht zuoberst zur Zeit. Wie lange konnte ich das nicht zugeben vor mir selber, dass ich mir von anderen Menschen Anerkennung wünsche! - Es löst diesen tiefen Schmerz in der Herzgegend aus, diese Trauer, die ich solange mit mir herumgetragen habe. Auch jetzt, wo ich darüber schreibe taucht das auf, aber es macht rasch etwas anderem Platz: Freude, Freude darüber, dass das sein darf und dass ich mich nach Anerkennung sehnen darf. - Irgendwie witzig, dass diese Erlaubnis Freude auslösen kann (wenn auch vermischt mit der Trauer ) - Die Erlaubnis, "zu dürfen" und "nicht zu müssen" tut mir sehr gut.... -

...und beim Schreiben spüre ich zum ersten Mal in meinem Leben noch etwas Weiteres, das ich mir zwar wünschte, ersehnte, aber nie spüren konnte: Mein eigenes Anerkennen und "Ja sagen", wie mein Leben ist/war. Dass da viel Verletzendes war und dass das zu meinem Leben gehört. Es tut so gut, mich nicht dagegen wehren zu müssen. Vielleicht können sich die traumatischen Erfahrungen doch integrieren, so dass sie sein dürfen, mich aber nicht mehr so sehr behindern in einem erfüllten Leben?

Diese Gedanken mit den dazu gehörenden Gefühlen einfach zuzulassen, zu denken und zu fühlen tut gut. Ich kann dazu tief atmen und ruhig werden und nahe "bei mir selber" sein.

Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Ja... und dann gibt es auch wieder Tage wie heute: schlecht geschlafen (schon die dritte aufeinanderfolgende Nacht). Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen - grippig. - Ev. dauert das schon ein paar Tage, deshalb auch der schlechte Schlaft.

Heute habe ich mich entschieden, die Schule durchzuziehen. Es standen Präsentationen von Schüler/innen auf dem Programm. Sie wären sehr enttäuscht gewesen, wenn wir es auf den Januar hätten verschieben müssen. - Nein! Eine gute Entscheidung. Auch für mich wäre es ein grosser Meeraufwand gewesen.

Aber wenn ich körperlich nicht auf der Höhe bin, schlägt sich das bei mir regelmässig auf meinen inneren Zustand: alte Gewohnheiten von innerer Kritik, Unsicherheit, schlechte Selbstorganisation und Konzentrationsschwächen usw. zeigen sich wieder. - Sch...

Aber, wenn ich hingucke: ich stehe an einem anderen Ort als noch vor einem Jahr, auch als vor einem halben und auch als vor ein paar Wochen... - Ja, diese schlechten Gedankenspiralen und unangenehmen Gefühle werden vorbeigehen wie meine Bauch- und Kopfschmerzen.

Ich frage mich, welches Bedürfnis diese Muster zeigen. - Wahrscheinlich Ruhe, Pause! - Ok. gebe ich sie mir!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
So richtig und wirklich war mir eine Pause nicht möglich. Dazu ist/war die Zeit zu dicht gefüllt mit verschiedenen "to does". Etwas ruhiger bin ich aber geworden.

Gut schlafen ist gerade schwierig. Aber ich merke, dass der "Körperscan" mir sehr hilft, mich zu entspannen und loszulassen. Trotzdem erwache ich nach kurzer Zeit wieder, kann dann aber wieder den Körperscan machen.

Noch immer lähmt mich die Müdigkeit. Ich sehe heute viel "Berg", weiss aber, dass das nicht wirklich so ist. Es würde mir frei stehen, die einzelnen, nicht allzu vielen Aktivitäten zu geniessen. Es werde es versuchen! Das Schreiben jetzt gibt mir Gelegenheit, etwas Zeit für mich zu nehmen und etwas Abstand zu den von Weihnachten ausgelösten Emotionen und Gedanken zu bekommen.

Mit der Wirkung der Sitzung im ZIS im November war ich nach etwas Zeit sehr zufrieden. Als jetzt die innere Unruhe und Schlafprobleme wieder begannen, bekam ich Zweifel. Beim Wort "Zweifel" schmunzle ich. Die behandle ich nämlich zur Zeit mit einer Klopfübung. Ich klopfe möglichst mehrmals täglich kurz den Punkt unter dem Mund mit dem Satz: "Meine Angst, meine Zweifel und Selbstzweifel loszulassen, meine Angst, mir selber, meinen Mitmenschen und dem Leben zu trauen." Er ist etwas lang, aber ich glaube, er wirkt.

Und wenn ich wirklich hingucke, hat die Sitzung einiges bewirkt: Der grosse Schmerz in der Herzgegend verbunden mit tiefer Traurigkeit, auch Verzweiflung hat sich gelöst! Auch ist es nicht mehr der Druck, den ich mir bei der Arbeit mache, der meine innere Unruhe auslöst. Ich habe zu einem schönen Teil gelernt, mit den Gedanken, die mich antreiben und unter Druck setzen, auch abwerten, umzugehen, so dass ich auch anderes erkennen und wahrnehmen kann. Gerade gestern hat mir ein Schüler nochmals mitgeteilt, wie begeistert er vom Projekt bei mir war. Auch andere Schüler von anderen Klassen sind zu mir gekommen und haben gefragt, ob sie auch mal kommen dürfen.... - und eine für mich unbekannte, neue Stimme hat mir gesagt: Hast du das gehört und mitgekriegt? - Da ist jemand, der dein Projekt, deine Arbeit cool findet! - Ich habe gestaunt und bin jetzt noch berührt, dass ich es nicht sofort ausgeblendet habe.

Nein, es gab definitiv eine Wirkung, eine sehr gute sogar. - Nur, das Thema darunter: Umgang mit Menschen, meine Gehemmtheit unter Menschen oder so etwas Ähnliches löst diese Unruhe aus. Das ist nicht schlecht, denn in gut drei Wochen habe ich einen nächsten Termin. Ich glaube daran, dass dann das Thema reif für die Bearbeitung ist.

Jetzt werde ich mich den Vorbereitungen für den heutigen Abend widmen und sie möglichst geniessen. - Mal sehen!

Allen wünsche ich einen guten Abend, wie immer ihr ihn auch verbringt.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Heute Morgen bin ich gemütlich im 365-Tage-offen-Markt frisches Brot holen gegangen. Alle Bäckereien haben geschlossen. Das gönne ich dem Personal von Herzen.
Gemütlich bin ich durch die Strassen gegangen. Alles ist ruhig. Kaum Menschen sind unterwegs. Einige vereinsamte Menschen treffen sich im kleinen Café des Migrolino-Marktes und trinken eine Tasse Kaffee, essen dazu ein Gipfeli. - Seltsame Stimmung dort. - Froh gehe ich wieder nach Hause, lasse den gestrigen Abend an mir vorbei ziehen. Es war sehr schön. Wir haben sogar die Gitarre geholt, ein paar Lieder gesungen und viel gelacht dabei, auch diejenigen, die nicht singen wollten. Das Essen war eher einfach. Ich war bereit, dass beide Kids mit Partner/innen zu uns kommen und auf die zweijährige Enkelin war ich sehr gespannt... - Das Dessert lieferten die Kids, der Baum wurde auch schön geschmückt. Dann der Familiengottesdienst mit Weihnachtsspiel von Kindern. Eigentlich gingen wir hin, um die Nachbarkinder zu sehen. Sie hatten beide eine Hauptrolle. *lach* - Aber wir sind - wie gewohnt - in die Kirche in unserer Strasse gegangen. Sie spielten aber in einer anderen... Naja... - Es war trotzdem schön. Mit dem Friedenslicht, das wie jedes Jahr von Bethlehem mit dem Flieger in die Schweiz kommt und in Zürich von einer Familie geholt wird, sind wir nach Hause gegangen. Die Nachbarn freuten sich, dass wir es mit ihnen teilten.

Wunderschön war die Bescherung. Meine Tochter hat initiiert, dass wir die Geschenke runterschrauben und möglichst Selbstgemachtes verschenken oder etwas für höchstens 20 Fr. - Es war eine Herausforderung. - Mein Mann und ich haben nur eines der Geschenke selber gemacht. Aber das ist dafür super gelungen: ein wunderschönes DOG-Spiel. Für die anderen kauften wir etwas zum SELBER machen... - Der Sohn machte in erster Linie Gutscheine. Ich freue mich sehr auf einen Znacht bei ihm und auf das von ihm gewaschene Auto! Die Tochter hat obercoole einfache Geschenke gemacht: Knoblauchöl, selbergemachtes Knuspermüesli, eine Futterstelle für Vögel, Pasta .... - Wirklich obercool!
Die ganzen Weihnachten wurden so eigentlich schöner, weil wir alle vor allem das Zusammensein sehr geniessen konnten. Dass die kleine Enkelin eine Magen-Darmgrippe ziemlich spektakulär ausleben musste, trugen alle gemeinsam. Sie konnte sich trotzdem über ihre Geschenke freuen und fuhr mit dem neuen gelb-grünen Laufrad durch den Korridor! (Für sie galt die 20 Fr. -Regel nicht.)

Irgendwann meinte meine Tochter, sie geniesse es wirklich sehr, einen solchen Ort zu haben, wo wir alle es an Weihnachten zusammen so gut haben. - Das sei überhaupt nicht selbstverständlich. - Ja, alle gaben ihr aus ganzem Herzen recht. - Ich ergänzte noch, dass ich wirklich froh bin, dass mein Mann und ich sie beide zu uns genommen haben, denn wir kriegen soviel Wertschätzung und Freude zurück.

In einem wunderbar ausgeglichenen, zufriedenen Gefühl innerer Ruhe und Freude kam ich zuhause an mit frischem Brot, das wir zu viert zum Frühstück assen. Mein Sohn und seine Freundin haben bei uns übernachtet. - Das neue Müesli schmeckte wunderbar. Das werde ich gleich noch meiner Tochter rückmelden!

Allen heute einen schönen, entspannten Weihnachtstag.

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Als Kind war Weihnachten sehr zwiespältig. Die "normale" Spannung, ob mein Vater wieder betrunken und aggressiv ist - oder nicht, war noch viel grösser. Ich habe an Weihnachten beides erlebt: Vater nüchtern, Vater betrunken und aggressiv. - Das begann schon am Abend vorher. Denn wenn er sich dann so richtig betrank, bestand die Chance, dass er am nächsten Tag nicht weg ging und so verändert heim kam. Ganz sicher bis Mittag am 24. Dez. zeigte es sich... - Ab dann ging es dann darum, mich darauf einzustellen und zu schützen. Schwierig war es, dass ich mich auch noch verpflichtet fühlte, meine Mutter zu schützen... - Einmal als Achtjährige bat ich meine Mutter um acht Uhr ins Bett gehen zu dürfen. Ich hatte keine Lust auf diese Art Weihnachten (wobei "keine Lust auf diese Art Weihnachten" ziemlich untertrieben ist). - Naja, das ist definitiv vorbei, auch wenn diese Gefühle öfters mal noch anklopfen.

Silvester war bei uns nichts Besonderes.

Als ich dann vor vielen Jahren mit meinem Mann zusammen kam, habe ich mit ihm Weihnachten zu zweit gefeiert. Danach sehne ich mich wieder und freue mich auch darauf, dass wir das wieder so machen. - Ein Spaziergang im (wenn es sein darf) verschneiten Wald. Ein feines Essen in einem Restaurant, das offen hat. Zurückwandern und dann die Mitternachtsmesse besuchen. - Ruhig, schön, friedlich, besinnlich. - Einmal begleitete uns der Bruder meines Mannes, der gerade frisch von seiner Frau getrennt und deshalb alleine war. Da haben wir sogar im Wald einen Baum mit Kerzen geschmückt und im Schein der Lichter im Kanon Lieder gesungen. - Ah... es war schön!

Silvester lernte ich mit meinem Mann zusammen zu feiern. Anfangs öfters mit Freund/innen, dann auch in den Bergen zu zweit in einer Alphütte. Mittlerweile feiern wir Silvester so wie früher Weihnachten: Eine kleine Wanderung, wenn es eindunkelt. Ein Essen in einem Restaurant - und dann um 22 Uhr das Orgelkonzert des Domorganisten in der Kathedrale. Nachher ist der Platz draussen voll von Menschen, die miteinander auf den Jahreswechsel warten. Ein paar Bläser stehen auf einer Terrasse und spielen auf. - Regelmässig sehen wir einige Bekannte, die wir schon lange nicht mehr getroffen haben. - Wenn es zu kalt ist, fahren wir heim. Ist es erträglich, bleiben wir.

Dieses Jahr werden wir den Jahreswechsel zu viert mit einem anderen Paar auf diese Weise verbringen.

Obwohl mittlerweile Weihnachten eine sehr schöne und geheimnisvolle Zeit geworden ist, die wir auch mit lieben Menschen (Kinder, Verwandte) verbringen, klingen alte Gefühle von Verzweiflung, Scham, Schuld, Hoffnungslosigkeit, Trauer an. - Ich weiss, dass diese nicht die Wahrheit sind. Trotzdem brauchen diese Gefühle Raum und Anerkennung.

Was ich aber wirklich sehr mag, sind die eher ruhigeren Tage "zwischen den Jahren". Da ist Zeit für Wanderungen oder Skitouren draussen in den nahen Hügeln oder Bergen und für Treffen mit Freund/innen, auch einfach gemütliches Sein und Lesen eines Buches...

Allen wünsche ich je nach Lust und Bedürfnis einen geruhsamen oder fröhlichen Jahreswechsel.

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hoi mitenand!

Diesen Segensspruch habe ich heute von einer Bekannten bekommen. Ich möchte ihn allen hier weiter geben und mit ihm allen einen guten Rutsch und alles Gute fürs Neue Jahr wünschen:

Nicht, dass jedes Leid Dich verschonen möge,
noch dass Dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bitt’re Träne über Deine Wange komme,
und dass kein Schmerz Dich quäle,
nein, dies alles wünsche ich Dir nicht.

Sondern:
Dass dankbar Du allzeit bewahrst
die Erinnerung an gute Tage,
dass mutig Du gehst durch alle Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf Deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.

Was ich Dir wünsche:
Dass jede Gabe Gottes in Dir wachse,
dass Du einen Freund hast,
der Deiner Freundschaft wert ist.
Und dass in Freud und Leid*
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
Dich begleiten möge.

(Irischer Segensspruch)

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flower4O ist offline
Beiträge: 3.930
Seit: 18.09.07
Liebe fauna,
als stille Mitleserin ein Danke für Deine vertrauensvolle Offenheit.

Der Segensspruch ist wunderschön.

Wünsche auch Dir einen guten Rutsch ins Jahr 2017 im Kreise Deiner Lieben.
Wünsche Dir alles Liebe für das Jahr 2017.

alles Liebe
flower4O

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Liebe flower
Herzlichen Dank für dein Mitlesen und deine guten Wünsche!
Ich hoffe, dass du gut im Neuen Jahr angekommen bist und es geniessen kannst!
Auch dir alles Liebe
Fauna

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Sonntag bis gestern verbrachte ich ein paar Tage in den Bergen in einem ganz kleinen, verschlafenen Dorf in deinem Öko-Hotel. Der Schnee fehlte, aber die Sonne war da und wir machten drei schöne Wanderungen und haben "rote Skifahrerköpfe" von der Sonne und der eiskalten Luft. Vorgestern benutzte ich zum ersten Mal in meinem Leben Schneeschuhe. Einmal stand ich mir selber auf die Schuhe, so dass ich in hohem Bogen hinfiel.

In der letzten Nacht fielen 5 cm Neuschnee, der glitzerte vorgestern beim Aufstieg zu einem kleinen, ausgetrockneten Bergsee unwahrscheinlich! - Dieses Gefühl der Helligkeit und Weite liebe ich. Der glitzernde Schnee löst regelmässig ein wunderbares Gefühl in mir aus. Als wir so zu viert (ein anderes Paar ist mit dabei) beim Picknicken auf einem Pass auf über 2'600m sassen und das Bergpanorama genossen, spürte ich so richtig, wie gut ich es habe. - Mein Mann und ich planen schon die nächsten Tage anfangs Februar in den Bergen mit hoffentlich mehr Schnee. Ich fühle mich wirklich privilegiert. - Und wenn ich noch daran denke, was für eine feine Küche unser Hotel hatte, ja, dann finde ich schon, dass ich ein schönes Leben lebe. -

*schmunzel über mich selbst*: Da schleicht sich ein schlechtes Gewissen ein, wenn es mir so gut geht und die Tage so schön sind! - Hmm... vielleicht schaffe ich es ja wirklich auch noch, all das Gute zu geniessen und es möglichst auch zu teilen!

Mittlerweile habe ich heute einen extrem vollen Arbeitstag hinter mir. Aber auch hier, wenn ich richtig hingucke, erkenne ich die Privilegien: Ich darf an einem Arbeitstag mit meinem Enkel schlitteln gehen! Ich darf meiner Schwester und einer Bekannten Blumen zum Geburtstag bringen. Ok. Ich habe auch wirklich sehr, sehr viel erledigt: Wäsche gewaschen und versorgt, Wohnung aufgeräumt, Unterricht vorbereitet, Katze zum Tierarzt gebracht, gekocht, in die Mediathek gegangen, eingekauft ...

Manchmal merke ich auch, dass ich mit den alten Gefühlen aus der Kindheit, denen ich so sehr ausgeliefert war, sehr viel besser umgehen kann. Sie klopfen immer noch an. Aber ich kann z.B. die innere Kritikerin als alte Helferin sehen, die mir ein psychisches Überleben ermöglichte. Das lässt mich mir selber gegenüber toleranter werden. Heute habe ich mich selber überrascht, in dem ich mich plötzlich fragte, welche neue Aufgabe sie und die Antreiberin wohl übernehmen könnten und möchten...

Wenn die alte Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit anklopft frage ich mich, wie ich mit einem zweijährigen Kind umgehen würde - und versuche mir genau DAS zu geben: Zuwendung, Vertrauen, Gelassenheit, Sicherheit...

Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen haben zugelegt. Selbstverständlich sind die - wie bei jedem Menschen - keine fixen Grössen. Es gibt Tage, da fühle ich Vertrauen in meine Fähigkeiten und weiss ich dass ich unabhängig von dem, was ich tue, ein absolut wertvoller Ausdruck des Lebens bin - wie jede/r.

Manchmal tauchen diese alten Gefühle auf und ich spüre es weniger, weiss es aber mittlerweile trotzdem! - Absolutes Vergessen, hmm, das ist doch schon ziemlich lange her. Ich schliesse es nicht aus, dass das mal wieder auftaucht, bin aber sehr, sehr sicher, dass ich schnell wieder erinnere, dass diese Gefühle mit den dazugehörenden Gedanken(karussellen) nicht die Wahrheit sind.

Könnte es sein, dass mein Leben eine neue Zukunft hat? - Mttlerweile schliesse ich das nicht mehr aus.


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