Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
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Ich habe noch selten so oft einfach gechillt, ausgeruht und nichts getan in den Ferien. Zwei kleinere Radtouren, zwei kleine Wanderungen oder grössere Spaziergänge - sonst NICHTS!
Gestern versuchten wir noch mit dem Rad den westlichen Teil der Insel zu umfahren. Leider hatte ich nach zwei Stunden einen Platten am Vorderrad. Mein Mann holte den Bus und transportierte mich mit dem Velo zurück nach Marina. - Es war trotzdem schön. Und heute ist mein Rad wieder geflickt.

Morgen soll es schlechtes Wetter sein, übermorgen nochmals gutes. Dann meint es wohl der Herbst ernst. Herbststürme und ausgiebige Niederschläge sind angesagt. Der Natur tut das sicher mehr als nur gut. Viele Bäume in der Macchia sind dürr. Nicht nur über den Sommer gab es keine Niederschläge hier, sondern auch nicht während des vergangenen Winters.

Wahrscheinlich werden wir also einen Tag früher nach Hause fahren. Das ist nicht schlecht. So können wir unserem Sohn und seiner Freundin noch etwas beim Umzug in die eigene Wohnung helfen und auch der Bus ist ja nach der Sommersaison zu reinigen.

Trotzdem finde ich es etwas schade, denn es ist mir wirklich sehr wohl hier. Die Landschaft ist wunderbar, die Stimmung auch.

Zwei Nächte konnte ich wieder nur schlechter schlafen. Gestern und heute erinnerte ich mich aber wieder an die Bauchatmung und ans Loslassen aller Gedanken und Gefühle. - Wenn ich das praktiziere, brauche ich oft am Anfang viel Mut, denn ich gebe ja die ganze Kontrolle auf, die mir bis jetzt vermeintlich Sicherheit vermittelte. - Wenn ich es aber mache und durch die Ängste hindurch gehe, sie tief atmend loslasse, auch Panik, tauchen wieder die schönen Bilder der Sternennebel auf, dann spüre ich auch wieder dieses tiefe Getragensein, diese grosse Liebe im Universum, dessen Teil ich bin. - Das gibt mir wieder sehr viel Ruhe und Gelassenheit, wenn ich an den Alltag zu Hause denke.

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fauna ist offline
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Zur Zeit beschäftigt mich die Frage sehr, was psychische Gesundheit ist:

Die WHO Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als ,,Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen
bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen‘‘.
Ok. Eigentlich kann ich mich dieser Definition weitgehend anschliessen.

Zustand des Wohlbefindens. - Das ist bei mir in einem hohen Mass da, ist aber noch etwas eingeschränkt durch die "normalen Belastungen". - Wobei ich das etwas in Frage stellen möchte. Vielen "normalen Belastungen" stehe ich mit grosser Stabilität gegenüber. -

Kritikfähigkeit könnte ich noch ausbauen, aber das lasse ich lieber "geschehen", in dem ich stressige Situationen oder halt Situationen in denen ich verletzt auf Kritik reagiere klopfe oder mit meiner Audio-Übung behandle.
"Normale Belastungen" sind wohl Konflikte in der Partnerschaft, mit Kindern, Krankheiten, Schicksalsschläge, Sterben und Tod.

"Produktiv und fruchtbar arbeiten" - Hmmm. Das kommt sehr auf den Arbeitsbereich an. In der Schule möchte ich nicht mehr als mein 40% - Pensum machen. Aber ich manage noch einen grossen Teil des Haushalts und unterstütze meinen Sohn und dessen Freundin, die berentet ist mit Rat und Tat. Ich sehe regelmässig, die ebenfalls berentete Ex-Freundin meines Sohnes mit dem gemeinsamen Kind. Auch hole ich regelmässig einmal die Woche meine über 95-jährige Schwiegermutter aus ihrer Wohnung. Sporadisch arbeite ich in meiner Praxis. Seminare möchte ich keine mehr leiten, wenigstens im Moment nicht.

Doch, das kann ich unter "produktiv und fruchtbar" einordnen.

... etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen
Doch, wenn ich ehrlich bin, trage ich etwas zu meiner Partnerschaft, auch in meiner Familie, bei. Auch in der Schule.

Nach der WHO bin ich gesund.

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fauna ist offline
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Was bedeutet für mich persönlich "psychische Gesundheit"?

Das Gefühl, das was mir wichtig ist im Leben zu kennen und mehr und mehr zu leben: Meine Werte, meine Talente. - In diesen Situationen fühle ich mich mit mir SELBST verbunden, spüre Liebe und Lebendigkeit. In diesen Situationen bin ich zufrieden, fühle mich grundsätzlich wohl.

Auch ein Gefühl von Zugehörigkeit gehört für ich dazu. - Einen Platz zu haben, "meinen" Platz zu haben. Eigentlich ein Grundgefühl von "Daheim sein" - in mir selbst, wo immer ich mich befinde.

Eine sinnvolle, für mich sinnspendende Tätigkeit ist mir auch wichtig. Das kann Lohnarbeit sein oder auch anderes, für das ich kein Geld verdiene. Am liebsten etwas, das mir Freude macht.

Wichtig scheint mir auch eine realistische Einschätzung des menschlichen Lebens. Das bedeutet für mich, dass ich das anerkenne und das akzeptiere, was in meinem Leben ist - im Gegensatz zu dem, was ich mir wünsche oder was ich mir ausdenke, wie das Leben zu sein hat oder sein sollte:
- In meinem Leben läuft nicht alles rund. Das tut es in keinem.
- Vielleicht ist in meinem Leben, vor allem in den ersten 18 Jahren einiges überhaupt nicht rund gelaufen, aber es ist so wie es ist.
- Mein Mann, meine Kinder, meine Arbeitskolleg/innen, meine Nachbar/innen und auch alle anderen Menschen in meinem Leben, sind nicht immer so, wie ich sie mir wünsche. Aber meine perfektionistischen Ansprüche hindern mich nur an einem gesunden Leben.
- Mein Körper schmerzt ab und zu, ich kann nicht schlafen. Auch diesbezüglich läuft nicht alles nur so am Schnürchen.
- In der Arbeit bin ich ab und zu frustriert oder auch überfordert von Situationen oder von den Ansprüchen anderer Menschen.
- Mein Bruder ist für mich ein äusserst schwieriger Mensch.
- In meinem Haushalt gibt es immer wieder Dinge zu tun, die ich nicht gerne mache.
- *lach* - und dann habe ich erst noch ein paar Schwächen, die mir gar nicht passen: Ich hätte gern 10kg weniger, manchmal erlebe ich mich als stur, manchmal kann ich etwas nicht, das ich gerne könnte, manchmal finde ich, dass ich zu wenig erreicht habe in meinem Leben und dass ich zu wenig Freundinnen habe. Manchmal mag ich es nicht, wenn ich mich ärgere über einen anderen Menschen oder wenn ich mich bei sehr unhöflichen Gedanken und Wünschen erwische.

Ich bin sicher, dass zu psychischer Gesundheit ein realistischer Umgang mit solchen Alltagsherausforderungen gehört, ohne allzu viel darüber nachzudenken und sich Sorgen zu machen, auch ohne sich mit allzu vielen Scham- und Schuldgefühlen zu plagen.

Gesundheit zu analysieren erscheint mir anspruchsvoller und herausfordernder als über Schwächen und Krankheitssymptome nachzudenken, sicher ungewohnter.

Ich merke auch gerade, dass ich je nach meinem Fokus, mich selber als gesund oder krank definieren kann. - Es ist eine Frage meines inneren Dialoges, damit meines inneren Zustandes. Ich habe aber die Freiheit zu wählen. - Wähle ich doch Gesundheit!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Unsere Heimreise hat sehr lange gedauert. - Mit dem Bus fahren wir etwas langsamer. Einige Baustellen drosselten das Tempo. Über die Alpen turketen wir mit ganz langsamem Tempo hinter einer Reihe von Trucks her. - Ok.

Wenn ich könnte würde ich gerne nochmals losfahren und nochmals die Ferien am Mittelmeer erleben. Es war wirklich sehr, sehr schön, erholsam und entspannt. So richtig vorstellen kann ich mir noch nicht, wie es die nächsten Tage sein wird, wie ich für die Schule vorbereite und wie ich dort wieder einsteige. - Die Lust fehlt mir sehr. -

Am besten packe ich den letzten, in den Ferien noch nicht fertig gelesenen Krimi und ziehe mich ins Bett zurück. Eigentlich würde ich gerne nochmals im Bus schlafen. Ich fühle mich dort so wohl. - Doch es ist kalt und ohne meinen Mann würde ich arg frieren... (Er hat leider keine Lust dazu. *grmpf*)

Ok. dann werde ich wieder die Vorzüge einer warmen Wohnung geniessen. - Das Wohnzimmer hat mich auf jeden Fall überzeugt. Ich finde es sehr behaglich, auch unsere Küche. - So schlimm ist das Heimkommen eigentlich nicht!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Die erste Nacht zu Hause war mässig. - (Wenn ich das schreibe, muss ich aber relativieren, denn vor vielen Jahren waren die Nächte blanker Horror. Ich war dauergeflasht, v.a. nachts. - Es war kaum auszuhalten. - Jetzt bedeutet mässig, dass ich erwache und eine Stunde im Halbschlaf bin.)

In dieser Nacht ist mir etwas gelungen, was sehr schwierig für mich ist: Ressourcen abrufen, innere Zustände, die mich aufbauen emotional erinnern.
Ich schaffte es, mich an die Bilder der Sternennebel zu erinnern, auch an die schöne Landschaft auf Elba. - Am letzten Tag (vorgestern!) haben wir mit dem Rad die Westinsel umrundet. Der Blick aufs Meer über den Klippen ist traumhaft. Die Sonne glitzerte auf der Wasseroberfläche - ich spürte wieder einmal diese grosse, allumfassende Liebe. - Ja, und ich konnte mich an diese Bilder erinnern und fühlte mich wieder geborgen, entspannt und konnte einschlafen. - Ok. ich habe eine Stunde dafür gebraucht, aber ich schlief nachher wieder tief, träumte aber auch ziemlich schlecht. - Zweimal erwachte ich aus diesen Alpträumen. Es half mir, mich zu erinnern, dass ich Gefühle aus den Träumen fühlte und dass es "nur" Träume waren. - Tat gut!

Mittlerweile hat mein Sohn alle seine Dinge abtransportiert und in die neue Wohnung gebracht. Heute kommen die beiden nochmals zum Essen und am Sonntag auch. Die Wohnung einzurichten, die Möbel zusammenzusetzen usw. braucht Zeit und sie sind froh, dass sie noch ein paar Sachen liegen lassen können. Das Zimmer reinigen sie am Sonntag, inkl. Fenster putzen.

So ein Bisschen seltsam ist mir schon zumute, schliesslich ziehen sie richtig aus. - Morgen kommen sie nicht wieder, auch nicht nächste Woche... - Hmmm.... Mal sehen...

Klar freue ich mich auf einige Dinge: Alles in der Küche am richtigen Ort, nur eine Tube Senf geöffnet etc. - Aber eben, es wird anders werden. - Sicher kommen die beiden immer wieder mal vorbei, aber sie wohnen nicht mehr hier. Sie werden zum Schlafen in ihr eigenes Zuhause gehen.

Einerseits bin ich stolz und freue mich darüber, dass sich unsere ehemaligen Pflegekinder so gut entwickelt haben, dass beide gut selbständig leben können, keine gröberen Probleme haben (nicht mehr) und in stabilen Partnerschaften leben. - Vieles kann sich davon ändern, aber zumindest jetzt ist es gut. Andererseits bin ich auch etwas traurig, weil ihre Kindheit jetzt definitiv vorbei ist. Sie sind selbständig...

Bei uns ist der Kühlschrank wieder gefüllt, der Camper geputzt, alles aufgeräumt. Die erste Wäsche hängt zum Trocknen auf... - Am liebsten wäre ich heute Morgen wieder losgefahren. "Uf u devo" singt Gölä ein Schweizer Musiker ("Auf und davon") - Ja, ich würde sofort wieder gehen. Ich bin noch nicht zu Hause angekommen innerlich. Der Belag unserer Quartierstrasse erinnert mich an die schlechten Strassen in Italien. Sonst ist wieder alles geputzt und sauer und aufgeräumt. - (Vieles auf jeden Fall.) - In Italien hat mich der Dreck und die Unordnung zum Teil etwas gestört. Es tut mir fast weh, wie lieblos viele Menschen dort mit der schönen Landschaft und der Natur umgehen. Aber diese perfekten Strassen bei uns, die sauberen Orte... hmmm... (Jammern auf sehr hohem Niveau! )

Ein wenig Schwermut ist geblieben. Lust auf meine Arbeit habe ich überhaupt keine. In der Regel gibt sich das, wenn ich wirklich wieder drin bin im Alltag. - Mal sehen!

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Im Moment übe ich - meistens ganz vollautomatisch - dieses entspannende und entspannte, genussvolle innere Muster von den Ferien auch im Alltag zu leben.

Muster haben ja Vor- und Nachteile. Sie nehmen mir laufende Entscheidungen und Anpassungsleistungen ab, sie engen aber auch ein. - Gerade geht mir durch den Kopf, dass es eben Ressourcen sind. Wenn ich eine Ressource zu einseitig leben, geht es mir nicht mehr sehr gut. Ich brauche die anderen als Ausgleich.

Sehe ich Muster als Ressourcen an, kann ich andere Muster wählen, wenn es zu viel wird.

Gerade möchte ich mich an meine aktuellen Hauptmuster erinnern, die ich als meine Hauptressourcen ansehe:

- Entspannen
- Hilfsbereitschaft
- Organisieren
- gesundes Urteilsvermögen
- Freude an Begegnungen, Verbindung mit anderen und mit mir selbst

Ich glaube dass mir Lust und Unlust sehr gut den Weg zeigen kann, wenn ich zu sehr in die Entspannung gehen würde.

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Wichtig ist mir auch meine hinderlichen Muster als Ressourcen zu sehen:

- Perfektionismus, Genauigkeit
- Verantwortungsgefühl, Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit
- Selbstkritik, Selbstzweifel, Unsicherheit, Unentschiedenheit
- Verletzbarkeit, Sensibilität

Ich glaube diese Reihe von Schwächen beschreibt mich recht gut. Jede einzelne ist ganz klar auch eine Stärke. Zuviel des Guten und es wird zur Schwäche.

Aber ich kann tatsächlich Selbstkritik und Selbstzweifel auch nutzen, wenn ich zu genau, zu zuverlässig, zu verantwortungsbewusst, zu unsicher, zu sensibel bin.

Ich kann mein Verantwortungsgefühl auch für mich selber nutzen und aus Verantwortungsbewusstsein heraus gut für mich sorgen, wenn ich meine Grenzen zu wenig achte, weil ich zu genau bin.

Die Sensibilität hilft mir, wenn ich mich selber verletze mit Selbstkritik, Selbstzweifel.

Wenn ich zu sensibel oder verletzt reagiere, kann ich meine Genauigkeit nutzen und genau hinhören, hingucken, ev. auch nachfragen, ob ich mich nicht täusche, ob etwas vielleicht ganz anders gemeint ist, als ich es empfinde...

Mir gefällt diese Art mit mir selber - und auch anderen - umzugehen. Sie ist für mich echt ressourcenorientiert und kreativ!

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Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von fauna Beitrag anzeigen

Mir gefällt diese Art mit mir selber - und auch anderen - umzugehen. Sie ist für mich echt ressourcenorientiert und kreativ!
Liebe Fauna
auch mir gefällt es
willkommen zuhause... kann mir gut vorstellen dass es nun anders für dich wird, ohne deinen Sohn und seine Freundin zuhause...
Es gibt erneut Platz und die Energien werden sich wieder neu "mischen"
Herzensgrüsse
Béatrice
__________________
Alles was ich anschaue --- schaut zurück

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Liebe Béatrice

Ja, es hat schon ziemlich Platz gegeben im Badezimmerschrank! Auch in der Garderobe. Das Zimmer ist noch nicht ganz geräumt und hat eine grosse Reinigung sehr nötig...

Ja, und dann haben wir ja ab Mittwoch oder Donnerstag die kleine Enkelin mit Mama für knapp zwei Monate auf Besuch. - Ganz ruhig wird es nicht werden, im Gegenteil und viel mehr Platz werden wir auch nicht haben.

Ich freue mich, dass dir das auch gefällt, so mit Stärken und Schwächen umzugehen.

Auch das gefällt mir sehr:

Was wäre wenn ...

Das ist für mich ein supergutes Training, kreativ neue Wege zu gehen. Zugegeben, es braucht etwas Mut (manchmal sogar ziemlich viel). Und manchmal muss frau/man sehr um die Ecken denken. - Aber immer mit dem Ergebnis, neue positive Vorstellungen zu entwickeln. Diese haben nachgewiesenermassen eine tiefgehende Wirkung, wenn sie regelmässig geübt werden.
Dieser Tool wirkt bei konkreten Ängsten und Sorgen, bei gewohnheitsmässigen negativen Gedankenspiralen und Glaubenssätzen.

Hier einige Beispiel:
Was wäre, wenn die Visitation durch meinen Schulleiter eine aufbauende, positive Erfahrung werden würde?
Was wäre, wenn mir sein Besuch in meinem Unterricht viel bringen würde?
Was wäre, wenn das nächste Projekt ein voller Erfolg wäre?
Was wäre, wenn Schlafen kein Thema mehr in meinem Leben wäre?
Was wäre, wenn meine mittlerweile erwachsenen Kinder ihr Leben wirklich meistern würden und zu tollen, lebensbejahenden Menschen gereift wären?
Was wäre, wenn ich viel Freude und Spass im Kontakt mit anderen Menschen erleben würde?
Was wäre, wenn ich mit meinem Partner zusammen über 100 Jahre alt werden würde und wir hätten immer wieder viel Spass?
Was wäre, wenn mein Selbstvertrauen wachsen und wachsen würde?
...
...
...

Mir machen solche Fragen Spass und sie bewirken etwas.

Liebe Grüsse
Fauna

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fauna ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Mein Mann und ich haben heute eine kleine, aber sehr, sehr schöne Herbstwanderung gemacht. - Ein kurzer schöner Aufstieg auf einen Hügel der letzten Mittellandhügelketten vor den Voralpen, rund 1'500m über Meer. Weit unten im Nebel der Bodensee und andere Teile des Mittellandes, vor uns das wunderschöne Panorama des Alpsteins mit Säntis und weiter hinten die höchsten Gipfel der Glarner Alpen (Tödi, Glärnisch, Bifertenstock) - Wunderschön in der warmen Herbstsonne. - Warme Farben der Wiesen und Wälder. - Starke Hell-Dunkel-Kontraste durch die tiefstehende Sonne. - Am Morgen ein unendlich schönes Glitzern der Tautropfen in der Morgensonne.

Auf dem Rückweg haben wir ein Feuer gemacht und Würste gegrillt. - Plötzlich ist mir eine Erinnerung hochgekommen, die mich seit sicher 7 oder 8 Jahren beschäftigt:

Damals hatte ich auf dem Heimweg meine Mutter bis zur Dorfmetzgerei mitgenommen. Sie vertraute mir mit sichtbarer Freude, aber auch etwas verhalten an, dass sie sich jetzt eine Grill-Bratwurst mit einem "Pürli" (dunkles Brötchen) holt.

Obwohl es eigentlich eine schöne Situation war, löste sie in mir doch immer Trauer aus. Heute assen wir zu unseren Grillbratwürsten auch je ein Pürli - und die Erinnerung inkl. Trauer wurde wieder ausgelöst.

Heute erzählte ich die Erinnerung meinem Mann, auch dass sie tiefe Trauer in mir auslöst. Tränen kamen mir tatsächlich hoch. - Ich fragte ihn, ob er sich erklären kann, wieso mich das so traurig macht.

- Er meinte, dass ich mir vielleicht solche Situationen öfter gewünscht hätte. - Für ihn würde es so Sinn machen.

- Ich konnte die Trauer geschehen lassen, die Tränen fliessen lassen - und spürte: ja, es war die Nähe, die mich damals traurig gemacht hatte. - Meine Mutter konnte sich nur selten zeigen. Sie freute sich normalerweise, wenn es anderen gut ging, ihren Kindern natürlich. Das machte mir viel Druck. Denn sie war regelmässig enttäuscht, wenn ich unglücklich war. Da gab es keine emotionalen Grenzen zwischen uns, sie konnte solche nicht respektieren. Nur "verschmolzen" fühlte sie sich wohl.
Aber damals, als sie mir - etwas verschämt, aber freudig - gestand, dass sie für sich eine Grillwurst mit Pürli kaufte, zeigte sie sich ehrlich. - Ja, ich hätte mir wirklich gewünscht, dass wir uns beide hätten zeigen können, dass wir mit unseren echten und ehrlichen Gefühlen respektiert hätten (respektieren gekonnt hätten). - Aber dass ich heute diese Trauer geschehen lassen, fühlen und verstehen konnte, dass ich von meinem Mann respektiert und verstanden worden bin, hat mich von dieser alten Trauer befreit, auch ein Stück weit von dem dazugehörenden Schmerz.

Es ist schön, dass ich Nähe mit meinem Mann erleben darf, tiefe Nähe, tiefe emotionale Nähe. es ist ein grosser Respekt zwischen uns. Dafür bin ich gerade sehr dankbar. - Auch dafür, dass wir beide das erkennen, welch Geschenk wir dadurch haben.

Gerne würde ich emotionale Nähe auch mit anderen Menschen mehr teilen können. Denn das gibt Intimität und ein tiefes Selbstwertgefühl für beide Seiten.


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