Stärkung der emotionalen Intelligenz

08.12.10 06:49 #1
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AW: Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
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Zwei Fragen - auf Facebook gelesen:

Frage 1: Was tust Du oder sagst Du oder was möchtest Du erreichen, damit andere ein bestimmtes Bild von Dir haben?

Frage 2: Was denkst Du über Dich selbst, dass Du meinst, Du bist nicht so?
Frage 1: Was tust Du oder sagst Du oder was möchtest Du erreichen, damit andere ein bestimmtes Bild von Dir haben?

Versuche ich diese Frage für mich zu beantworten und gehe ich dafür "in mich", merke ich, dass ich kaum unterscheiden kann, was ich mache, damit andere ein bestimmtes Bild von mir haben und was mir wirklich entspricht.

Bin ich hilfsbereit, damit andere ein positives Bild von mir haben oder weil ich ein tiefes Bedürfnis danach habe, anderen zu helfen? - Warum sollte ich nicht von Natur aus empathisch und hilfsbereit sein?

Wie steht es mit meinem Lächeln? - Lächle ich morgens bei meiner Arbeit die anderen an, weil ich mich freue, sie zu sehen oder weil ich möchte, dass sie mich als freundlich ansehen? - Hmm... ehrlicherweise gebe ich zu, dass Freundlichkeit für mich wichtig ist, dass es mir aber nicht immer danach ist.

Habe ich Pflegekinder aufgenommen, um ein "guter" Mensch zu sein oder weil es mir entspricht? - Naja... aus der Rückschau war es auf jeden Fall eine gute Entscheidung.

Stelle ich so viele Lernspiele für meine Schüler/innen her, weil ich finde, dass sie so am besten lernen oder weil ich möchte, dass sie mich eine coole Lehrerin finden? - Hmm.....

Frage 2: Was denkst Du über Dich selbst, dass Du meinst, Du bist nicht so?
Dieser hartnäckige Glaubenssatz "Ich bin nicht gut genug." ist schon sehr, sehr tief eingegraben. Und doch ist es ein wichtiges Ziel für mich, zu leben und mich so zu verhalten, dass klar ist: Jeder ist von Natur aus liebenswert, wertvoll, empathisch, hilfsbereit, genau richtig.
Und immer wieder fordert mich das auch, wenn ich Menschen begegne, die offensichtlich anderes Verhalten zeigen...

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fauna ist offline
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In diesen Tagen beschäftigen mich immer wieder Gedanken der Selbstanerkennung.

Lass ich mich darauf ein, echt und ehrlich danach zu forschen, wofür ich mir selber dankbar bin und was ich echt und ehrlich anerkenne von mir selber, spüre ich eine bisher unbekannte Nähe zu mir selber. Sie ist verbunden mit einer ganz feinen und zarten Wärme, die durch meinen Körper fliesst. Ich reagiere dann gerührt und mein Atem verändert sich leicht. Mit dem Beobachten des Atems, ohne ihn verändern zu wollen, kann ich mich dann entspannen und diese Entspannung und Wärme, dieses Wohlwollen und diese Anerkennung, einfach den guten Moment mit mir selber geniessen.

In diesem Moment gibt es dann "nichts zu tun". Ich bin in Frieden mit mir - und damit auch mit der Welt.

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ich bin einfach blödsinnig müde, bin aber sicher, dass das eigentlich ein gutes Zeichen ist. Wenn es nur nicht so unangenehm wäre, so müde zu sein, wäre alles paletti.
Entspannen und Loslassen sind so wunderbare Dinge, Gedanken können sich lösen und mit ihnen auch ganz viele Gefühle, die bremsen. Nur diese Phase davor erlebe ich gerade als sehr lästig. Was ich ebenfalls spüre: Durch die viele Entspannung die schon geschehen ist, werde ich immer klarer und noch klarer. Damit verbunden ist das Wahrnehmen von Wünschen und Zielen, von Träumen und Vorlieben. Das löst wieder Angst aus und löst auch andere alte Muster auf, was immer mit dem Wahrnehmen von abgespaltenen oder verdrängten, eigentlich einfach dissoziierten Gefühlen verbunden ist. - Ok.

Heute ist mir aufgefallen, dass wohl das Dissoziieren von Gefühlen (oder von Ressourcen, Anteilen etc. die mit gewissen Gefühlen gekoppelt sind) mein Hauptproblem ist oder war. *ächz* aber auch *freu*, denn ich durfte schon viel Leichtigkeit und Lebendigkeit entwickeln.

Die Woche war anstrengend: Teamsitzung, Projektarbeit, Teamausflug. Es fehlte mir der Donnerstag, an dem wir alle von unserer Schule paddeln gingen. Es war schön, aber ich wurde etwas überreizt: Viel Reize durch das Draussensein bei diesem wechselhaften Wetter und die vielen Gespräche mit meinen Kolleg/innen, auch gemeinsam im Boot zu sein war ungewohnt. Die Arbeit musste ich in vier Tagen erledigen...

Stärkung der emotionalen Intelligenz

fauna ist offline
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Jetzt mal konkret...

Wofür gebe ich mir selber echt und ehrlich Anerkennung? Was mag ich wirklich an mir selber?

- Dafür, dass ich mir diese und andere Fragen stelle, die meinen automatisierten inneren Dialog positiv verändern und mein Selbstwertgefühl, mein Selbstbewusstsein und mein Selbstvertrauen, auch meine Selbstsicherheit - einfach meine Beziehung zu mir selbst verbessern.

- Dafür, dass ich viele positive Schritte gemacht habe. wenn ich mir vorstelle, wo ich vor einem halben Jahr gestanden habe und wo ich jetzt stehe. - Da sind Welten dazwischen.
Eigentlich gebe ich mir Anerkennung, dass ich solche Schritte zulasse, geschehen lasse und mich in dieses Abenteuer einlasse. Ich bin mutig, mich dem zu stellen.

- Dafür, dass ich echt und ehrlich bemüht bin, mit anderen Menschen - mit meinen Schüler/innen, die ja oft sehr schwierig sind und auch meine Pflegekinder mit ihren Partnern und mit anderen - eine echte, wertschätzende Beziehung pflege. Jede/r soll sich sicher fühlen können, Integrität spüren.

Boa... diese Liste zu schreiben fordert ganz schön. Es ist einfacher über meine Probleme zu schreiben als weitere Punkte für die Liste zu finden! :0504: - Schreibe ich diese Dinge auf, werde ich verletzbar. Andere Menschen könnten es abwerten, könnten finden, ich sei arrogant und selbstverliebt etc.

Dann fällt mir weiter auf, dass ich viele schöne Momente erlebe, die ich nicht anerkenne... - hmmm.... -

Aber eigentlich beeindrucken mich Menschen, die sich über etwas in ihrem Leben freuen und ihren Stolz darauf zeigen können. Ich denke da an eine Frau mit schönen Blumentöpfen, einen Mann mit einer Modelleisenbahn im Garten, einen Mann der aus Wurzeln und Schwemmholz Tiere und Gesichter gestaltet...

Also, liebe fauna Was gibt es in deinem Leben, wofür du dir Anerkennung geben könntest, weil du es machst und es dich ganz einfach freut? (ups... in meinem Magen meldet sich ein Klotz und auf der Brust drückt es. Hinter den Augen melden sich Tränen und eine feine Trauer...)

Hier also weitere Punkte auf meiner Liste: (Ich erlaube mir erst, Dinge zu notieren, wenn ich Anerkennung mir selber gegenüber gespürt habe.... - So vieles nehme ich einfach als selbstverständlich hin...

-
-

Es fällt mir mehr als nur schwer....

- Ok. - Ich spüre wenigstens ansatzweise, dass ich anerkenne, dass ich diese grossen Schwierigkeiten überhaupt wahrnehme und vor mir selber zugebe.

- Und ich gebe mir Anerkennung, dass ich das nicht nur wahrnehme sondern auch entschieden habe, dieses Thema auf meine Liste zu nehmen und es aufzulösen.

- Und ich gebe mir Anerkennung, dass ich das nicht nur wahrnehme sondern auch entschieden habe, dieses Thema auf meine Liste zu nehmen und es aufzulösen.
Wenn ich das aufschreibe und mich echt auf die Anerkennung einlasse, schmerzt es in mir ganz fest. Die Tränen steigen ganz in die Augen und bleiben nicht mehr nur hinter den Augen.

- Ich gebe mir Anerkennung, dass ich mich diesem Thema und den damit verbundenen Gefühlen öffne. UND... dass ich ganz sicher bin, dass ich bereit bin, mir selber da etwas Neues zu schenken, schenken zu lassen von meinem inneren Team.

Ui, ui... das löst ja einiges aus...

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fauna ist offline
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Ich glaube, dass das, worum es bei der Selbst-Anerkennung geht - und überhaupt im (sicher in meinem) Leben ist Intimität mit sich selbst.

Intimität mit mir selbst, Verbundenheit mit mir selbst löst Glück aus in mir. - Glück, Ruhe, Zufriedenheit, Gelassenheit, Frieden.

Die Momente, in denen ich mit mir selbst verbunden bin, sind ¨Glücksmomente. In diesen Momenten mache ich genau das, was mir entspricht. - Ich bin dann im Flow.

Irgendwann trenne ich mich jeweils wieder von mir und werde rückfällig: Ich beginne zu urteilen und mich in Zwängen zu verlieren. So und so sollte ich sein. So und so sollte ich mich fühlen. So und so sollte ich über mich und die Welt denken. So und so sollte ich mich verhalten.

Immer schneller erkenne ich dieses Muster, das mich unglücklich macht. Immer rascher atme ich aus, verändere meine Körperhaltung, schaue mich bewusst um und frage mich: Stimmt das, was ich da denke? Kann ich mich auf dieses Gefühl verlassen oder ist es eine Gewohnheit zu reagieren?

Das Durchbrechen dieses Musters löst viel aus in mir: Mehr und mehr erkenne ich, das möchte ich nicht, jenes langweilt mich. - Ich frage mich: Ist es das? - oder nicht? .... und schwupp, bin ich wieder drin in Zwängen. Sie haben vielleicht einen neuen Inhalt, aber der "Schlauch" (die Form der Gedanken) ist gleich. ABER ... es gibt einen Unterschied, der "es" ausmacht: Ich beginne mich liebevoll und humorvoll zu betrachten, sehe Fortschritte und ... das Gesamtleben macht mehr Freude, auch wenn sich vieles noch schlecht anfühlt.

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fauna ist offline
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Der Glaubenssatz "Ich bin nicht gut genug" - resp. meine perfektionistischen Ansprüche in mir machen mir mein Leben schwer. Zu diesem Thema gehört auch ein grosser Hang zu Selbstzweifeln und verunsichert Sein.

*ächz* - *stöhn* - *schnief* - *heul* - *brüll*

Ok. ziehe ich doch einfach mal Bilanz:

1. Wo bin ich am meisten perfektionistisch? -
Bei der Arbeit, im Vergleich zu meinen Kolleg/innen, im fachlichen Wissen und Können, in meinen Projekten.
Privat bei Einladungen
Was mache ich intensiv?
mich genauestens vorbereiten auf Präsentationen, Unterricht, Auftritte etc.

Was meide ich?
"Auf der Bühne stehen" (auch im übertragenen Sinne) - "Gesehen werden" - "Fachliche Diskussionen" - direkte soziale Kontakte - engere Beziehungen (Ausnahmen: Mann, Kinder, mit Vorbehalten eine Freundin)

2. Vorteile meines Perfektionismus:
- Ich habe hohe Ansprüche. Wenn ich etwas mache, wird es meistens bis immer am Schluss gut
- Meine Arbeiten sind oft gut.

Nachteile meines Perfektionismus:
- Wenn ich gewissen Ansprüchen nicht entspreche, geht es mir schlecht. Ich werde von Gefühlen überflutet, mein Denken setzt aus
- Manchmal tue ich einfach des Guten zuviel, verliere mich im Detail.
- Ich verlange von anderen auch eine grosse Genauigkeit, die sie nicht leisten können.

3. Was würde passieren, wenn ich eine Aufgabe nicht perfekt erledige? Wovor habe ich Angst?
- Ich würde mich schämen. Angst vor Scham
- Angst, nicht gut genug zu sein.
- Angst vor Selbstablehnung, Selbst- ev. auch Fremdkritik

4. Wie müsste ich denken, um lockerer mit Anforderungen umzugehen?
- Ich bin gut. Das genügt!
- Ich mache das, was ich gerne mache. Ich freue mich am Tun.
- Ich arbeite, um Erfüllung, Sinn und Befriedigung zu erleben.

5. In welchen Bereichen kann ich etwas tun, ohne mich mit diesen Ansprüchen zu quälen?
- Landschaften betrachten
- ein Buch lesen
- einen Kinderpullover stricken
- ein Bad nehmen
- Tagebuch schreiben

Ernsthaft fauna: Bist du ok. auch wenn du nicht perfekt bist?
Bitte fauna, sei ehrlich mit dir selbst! - Schau hin und gib mir nicht einfach eine logische Antwort, nimm dein Gefühl wahr. Öffne diesem Gefühl dein Herz, ich bitte dich darum.

Ja, tatsächlich... ich weiss auch emotional, dass ich auf jeden Fall wertvoll bin. Es ist nur noch ein kleiner Teil, der bei dieser Frage Schmerz empfindet und traurig wird. - Aber meine innere Mutter wollte mir nicht vermitteln, dass ich bei einem Fehler nichts wert bin. - Für meinen Vater war das irgendwie gar kein Thema.

Ich selber kann mir fast nicht verzeihen, dass ich grosse Teile meines Lebens in Stress und Druck, in Depris und Flashbacks verbracht habe.

Endlich beim Aufschreiben dieses Satzes merke ich, dass ich das weder absichtlich noch bewusst gemacht habe. Ich habe mich immer bemüht und immer mein Bestes gegeben. - fauna, das ist definitiv genug. Du hast alles gegeben. Es hat so lange gedauert. Und ich akzeptiere und anerkenne, dass es dir weh tut! - Das ist verständlich. Es war schmerzhaft, immer wieder zu merken, ich komme an meine Grenzen, ich kann meine Ressourcen nicht leben.

Und es tut weh, jetzt zu merken, es geht nicht alles plötzlich wie ein Wunder weg.

Ich erinnere mich zwar jetzt ganz spontan, dass sich so vieles zum Guten gewendet hat in meinem Leben, dass ich auch oft das Gefühl hatte, ein Wunder zu erleben.

Was ganz sicher auch stimmt: Mein Leben fühlt sich seit einiger Zeit als grosses Abenteuer an. Oft bin ich einfach gespannt, was jetzt kommt...

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fauna ist offline
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Ja, diese verd... Perfektionismus. Diese Tage spüre ich die Auswirkungen wieder einmal sehr stark. Dabei merke ich aber, dass sich da schon vieles verändert hat. Ehrlich geschrieben finde ich, dass ich mittlerweile zu 98% (!) mein Ziel erreicht habe, entspannt arbeiten zu können. Es fehlt nicht mehr viel.... - dann kommt das nächste Ziel dran - *herzlich lache* - aber mit einer neuen Lebensqualität! Dass Herausforderungen zum Leben gehören weiss ich mittlerweile nicht nur im Kopf, sondern auch emotional. Es löst noch ein wenig Trauer und Wehmut aus, denn lange habe ich mehr oder weniger unbewusst / blind auf ein Leben in strahlendem Glück gewartet *peinlich, peinlich!*

Mittlerweile kann ich meinen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus einigermassen gelassen ansehen und erkennen / fühlen, wie tief er mich behindert, wie ermüdend er ist und wie einsam er mich macht. -

Ok. - Perfektionismus mag ein Stück weit Veranlagung sein, ABER ER IST HAUSGEMACHT! Genau wie den dazugehörenden Stress, mach ich ihn mir selber. *grmpff*

Zur Zeit erlebe ich den Perfektionismus vor allem von seiner ermüdenden Seite her. Da erlebe ich einen Mikroauslöser (Gesicht vom Schulleiter) und schwupsdiwups bin ich müde. Die Energie fällt zusammen...

Schau ich da einen Moment hin, merke ich, dass ich versuche seine Gedanken und Gefühle mir gegenüber zu scannen und nach "Fehlern" von mir absuche. Ich möchte ja schliesslich gemocht werden. Der Scan checkt vor allem unterschwelligen Ärger ab und Anerkennung, Bewunderung... *grmpfff* - Da wird eine Seite in mir wütend. Sie will nicht erkannt und durchschaut werden. - Aber da atme ich mal einfach durch und beobachte, erforsche, was da gerade in mir abgeht.

Ja, ich spüre grosse Wut, denn dieser Anteil wirkt sehr versteckt und getarnt. Aber einmal mehr öffne ich mein Herz und bleibe präsent. Die Wut verzieht sich und mir sehr unbekannte, ungewohnte Gefühle zeigen sich. Denen gebe ich erstmal Raum!

Irgendwie ist es das Gefühl, autonom, souverän sein zu können, ohne dass es weh tut! - Hmmm.... nicht schlecht, wirklich nicht schlecht.

Da bin ich sehr neugierig, wie sich das weiter entwickelt und was ich als nächstes tun möchte, wozu ich in meinem Leben Lust bekomme.

Boa, ein wirklich gutes Gefühl ist diese Neugier. Es ist eine sehr lebendige, lebensfrohe und lebensbejahende, fast glückliche Neugier. Sie inspiriert und ist offensichtlich sehr positiv und gesund!

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fauna ist offline
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Hier drei gute Tipps, die ich befolgen möchte:

1. Wenn die innere Stimme meint, ich sei nicht gut genug, mach ich mir bewusst, dass sie nicht die Wahrheit spricht. Es ist ein Überbleibsel aus meiner Kindheit, in der meine Eltern mir zwar nie direkt gesagt haben, ich sei nicht gut genug. Indirekt und über ihr Verhalten, war dies aber mehr als nur klar. Leider sagten sie mir immer das Gegenteil (ich mag dich etc.), aber das Verhalten sprach eine völlig andere Sprache. Das ist mit ein Teil der Ursache, wieso ich meiner Wahrnehmung nicht traue und Komplimente für mich meistens "gelogen" sind. -
Also: Diese innere Stimme sagt NICHT die Wahrheit. Die Wahrheit über mich ist: Ich bin gut genug. Punkt.

Fauna, du bist gut! - Gut genug gibt es eigentlich gar nicht. Es ist ein Konstrukt. Denn "gut genug" bedingt einen Massstab. "Gut genug" in was und aufgrund welcher Kriterien?

2. Fehler passieren. - Wer etwas tut, macht auch mal einen Fehler.

Fauna, erlaub dir bitte, nicht perfekt zu sein und ab zu eine Schwäche zu zeigen. Das hat alles nichts mit deinem Wert zu tun.

3. Behandle dich wie deine beste Freundin!

Fauna, du bist deine beste Freundin. - Wer sonst? - Du hast alle Zeit der Welt, mit dir eine gute Freundschaft zu entwickeln!

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Gestern Abend habe ich mit einem Audio-Programm, mit dem ich in den vergangenen Monaten enorm viel Stress bearbeitet habe, ein neues Thema zu bearbeiten begonnen: Meine Reaktionen auf Menschen, die ihre Probleme auf mich projizieren und von denen ich mich emotional oft "anstecken" lasse. Dieses Muster von mir möchte ich erforschen, neutralisieren und verändern.

Gearbeitet habe ich konkret mit der Beziehung mit meinem Bruder. Ich vermute, dass er eine Persönlichkeitsstörung Cluster B ist. Seit vielen Jahren habe ich keinen Kontakt mehr. Auf der Strasse und an einer Veranstaltung erkannte er mich nicht mehr...

Neu entflammt ist unser Konflikt - eher seiner...- nach dem Tod meiner Mutter anlässlich der Erbteilung. Er wollte einen Freibeitrag bekommen, weil wir drei Schwestern einen Erbvorbezug bekommen hätten. (Es war der Ausgleich, weil er das Elternhaus von meiner Mutter zu günstig bekommen hatte.) Wir fochten das an. Beim näheren Besprechen mit einem Anwalt mussten wir einsehen, dass meine Mutter einen Formfehler gemacht hatte und wohl mein Bruder vor Gericht Recht bekommen hätte. - Aus irgend einem Grund gab aber mein Bruder nach. Ich vermute, dass er in Geldnöten ist/war und nicht so lange warten konnte. Er fordert alles ausschliesslich schriftlich und übers Amt. Wir hatten kein Gespräch.

Als nun der Erbteilungsvertrag fertig war, stand darin, dass er einen (aus meiner Sicht sehr kleinen) Teil vom Amt abgezogen bekam, weil er Sozialhilfegelder zurück zahlen musste. Das ist bei uns so, wenn jemand, der Sozialhilfegelder bezogen hat und erbt oder anders zu Geld kommt. Er schickte uns über seine Tochter einen neuen Vertrag zu, mit dem er uns linken wollte. Wir hätten solidarisch für seine Schulden beim Sozialamt einspringen müssen. Das stand aber nicht konkret in diesem Vertrag. - Deshalb schrieben wir ihm, dass er seinen Konflikt mit dem Amt selber lösen muss, dass wir mit dem Vertrag einverstanden sind. - Er gab nun wieder nach, vermutlich weil er wirklich sehr dringend Geld brauchte.

Darauf drohte er uns und beschimpfte uns per E-Mail weit unter der Gürtellinie. Ich habe mit zwei Fachpersonen darüber gesprochen. Beide waren meiner Meinung, dass es eher "krank" ist, was da steht. - Wir Schwestern verhielten uns ruhig, da er sich so am schnellsten beruhigt.

Vor ein paar Monaten rief er uns alle aus heiterem Himmel an und beschimpfte uns wieder. Worte fehlen, um das wiederzugeben.

Das habe ich nun geklopft. - Ich spüre, dass ich jetzt so weit bin, das zu verändern (meine eigene emotionale Reaktion darauf). Trotzdem löste es viel aus. Ich konnte kaum schlafen. Ab jetzt werde ich mit dem Audioprogramm nicht mehr abends, sondern während des Tages arbeiten.

Es tut mir gut, meinen eigenen Anteil zu bearbeiten. Es ist mir klar, dass ich keine Verantwortung für das schwierige, aggressive Verhalten meines Bruders trage, nur für mein eigenes. - Und dieses zu verändern lässt mein Selbstvertrauen wachsen.

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fauna ist offline
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Seit: 27.11.09
Mich selber unter Druck zu setzen ist eines der grossen Themen in meinem Leben, das mich hindert, meine Fähigkeiten, Werte, Ziele, Träume etc. - eigentlich mich selber - zu leben.

ABER... ich habe heute klar gespürt, dass genau diese innere Stimme, die mich runter macht, nie zufrieden ist mit mir, der ich es nicht recht machen kann, die mir meine Fehler vorwirft - das genau DIE Stimme das Zeichen ist für mich, durchzuatmen, mich zu erinnern, dass ich das nicht möchte. An Stelle von dem möchte ich mir selber vertrauen, mich selber anerkennen und meiner Freude und Lust folgen.

Was konkret "meine Freude und Lust" sind, entsteht laufend in mir. Klar kann ich ein paar Ziele, Träume und Wünsche notieren, die beim Drandenken mein Herz wärmer werden lassen. Doch ist nichts lebenslänglich festgelegt. Meine Werte geben mir meine Richtung an, dann kann ich mir meine Ziele ansehen und das auswählen, was mich im Moment am meisten anspricht. Für manche Dinge, die mir mein Leben erleichtern helfen mir auch Rituale, z.B. mein Montagmorgenritual der 30 administrativen Minuten. Die dürfen sich auch ausweiten auf eine Stunde. Die muss aber genügen.

Für mich war in den letzten Tagen und Wochen etwas vom Schönsten festzustellen, dass sich in mir eine Einstellung geändert hat: Es ist für mich selbstverständlich und schön geworden 8h im Tag zu arbeiten. Vieles, was ich früher "hinter mich gebracht" habe, um nachher "frei" zu haben, geniesse ich jetzt. Und viele Arbeiten, die ich früher nicht als Arbeit gezählt habe, wertschätze und würdige ich jetzt.

Heute habe ich auch festgestellt, dass meine automatischen und ganz selbstverständlichen Gedanken, dass mein Leben bis jetzt noch keinen wirklichen Sinn gemacht hat, dass ich noch nichts wirklich Wertvolles und zu Würdigendes erreicht habe, ganz einfach eine weitere sehr perfide Form sind, mich selber fertig zu machen und unter Druck zu setzen. Mich unter Druck zu setzen heisst in diesem Zusammenhang, mich zu drängen, endlich zu wissen, was ich will und was mir entspricht.

Klar möchte ich wissen, was ich will und was mir entspricht, aber dieser verd.... Druck, macht mich nur fertig und suggeriert mir, dass ich machen kann, was ich will, dass es nie genügt. - UND DAS IST DEFINITIV UNSINN UND ENTSPRICHT NICHT DER WAHRHEIT!


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