Frei Galvao und der Placeboeffekt

12.05.07 16:07 #1
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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hi,

natürlich hat es sich inzwischen herumgesprochen: Papst Benedikt XVI. sprach am 11. 05. 2007, den Franziskaner - Pater "Frei" Galvao heilig.



Außer dass er schweben und an zwei Stellen gleichzeitig sein konnte, hat dieser erstaunliche Mensch in seinem Leben - und danach, verschiedene "Heilungswunder" vollbracht.


"..... Das Pillenwunder

Manchmal hilft nur noch ein Wunder. Und wer dringend eins braucht, kann sich in der kleinen Kirche in einem Außenbezirk von Guaratinguetá einfach ein kleines graues Tütchen geben lassen. Drinnen findet man einen Zettel mit einem kurzen Gebet. Und drei Papierkügelchen. Damit das Wunder auch funktioniert, muss man zuerst das Gebet sprechen, und dies neun Tage lang. Zusätzlich schluckt man am ersten, fünften und neunten Tag jeweils eines der Papierkügelchen, hier ganz nassforsch auch "Pílula do Frei Galvão" genannt.

Besagter Frei Galvão (1739 bis 1822), ein Franziskanermönch, hatte anno dazumal den Geistesblitz, einem von Schmerzen geschüttelten Jüngling eine kleine Papierkugel zu verabreichen.

Auf dem Papierstück hatte er zuvor die Jungfrau Maria in schriftlicher Form um Beistand gebeten. Rasch wurde der junge Mann schmerzfrei; und auch ein zweiter Test mit einer schwangeren Frau funktionierte perfekt - die befürchteten Komplikationen während der Geburt blieben aus.

Seitdem häufen sich die Nachrichten von wundersamen Heilungen durch des Mönchs Papierkügelchen. Allein im Jahr 2006 wurden sechs Fälle von geheilter Depression gezählt, und in sieben Fälle führten die Pillen dazu, dass Frauen sich endlich ihren lange gehegten Kinderwunsch erfüllen konnten. 27 Personen fanden nach der Einnahme der Pillen einen Job, 28 konnten sich zudem über bestandene Aufnahmeprüfungen freuen.... ."


thomas milz - das pillenwunder



"..... An neun Tagen hintereinander, also während einer Novene, müsse das auf dem Beipackzettel stehende Gebet gesprochen werden, erläutert die Frau. Dazu seien am ersten, fünften und neunten Tag je eine der beiliegenden drei „pilulas“, klitzekleine Kügelchen, einzunehmen. In das Gebet könne man einen Wunsch einschließen, den der selige Frei Galvão, den rechten Glauben vorausgesetzt, erfüllen werde.... ."

Kirche & Religion - Politik - FAZ.NET - Heiligsprechung in Brasilien: Wundertätige Papierpillen

".... Auch knapp 200 Jahre nach Galvaos Tod zieht es nahezu täglich tausende Menschen in ein Kloster außerhalb Sao Paulos, um dort seine dünne, papierene «Pillen» zu kaufen. Die heutzutage von Nonnen hergestellten Mittelchen sollen angeblich alle möglichen Krankheiten heilen können - von Krebs bis hin zu Nierensteinen. Ärzte und auch einige katholische Geistliche sprechen den Pillen hingegen allenfalls einen Placebo-Effekt zu oder bezeichnen sie schlichtweg als Aberglaube. ... "

Papst begeistert zehntausende Jugendliche in Sao Paulo - Yahoo! Nachrichten



Herzliche Grüße von

Leòn

Frei Galvao und der Placeboeffekt

chiara ist offline
Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo Leòn,

tja, da scheint es einige Katholiken zu geben, die wohl doch nicht so gläubig sind... denke, sie haben noch keine Wunderheilung erlebt, sonst würden sie es wohl nicht als Placebo abtun ;-) Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass dort mehr dahinter steckt, da ich schon einige Dinge erlebt habe, die nicht mit dem rationalen Verstand erklärbar sind.

Wobei eine kurze Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen: im Moment stehe ich unserem Papst doch recht skeptisch gegenüber. Allein der letzte Absatz deiner Verlinkung ist für mich wieder ein Aufreger, obwohl ich NICHT für Schwangerschaftsabbrüche bin... so, gewinnt man jedoch die Schlacht niemals:

Bereits am Mittwoch hatte Benedikt die Debatte um Schwangerschaftsabbrüche angestoßen. Auf die Frage eines Reporters, ob er damit einverstanden sei, Abgeordnete in Mexiko-Stadt, die für Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen gestimmt hatten, zu exkommunizieren, antwortete er: «Ja. Die Exkommunikation war nicht willkürlich. Sie ist Teil des Kirchenrechts.»

...ganz zu schweigen von der letzten Aussage, dass die Indianer die Christianisierung «herbeigesehnt» hätten.

Ich finde es wirklich schade, dass gerade die katholische Kirche, so unaufgeschlossen ist, obwohl die Bibel ja durchaus anders interpretiert werden kann / müßte.

Viele Grüße

chiara


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