Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

27.10.08 21:36 #1
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Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Das war eine interessante Darstellung Miss Marple.
Wobei jetzt meine kleine Einwände. Der Hund stammt ja vom Wolf ab und bei Wolfsrudeln ist es, wie oben beschrieben so, dass nur das Alpha-Männchen sich fortpflanzen darf und das alle anderen männlichen Hunde das nicht tun. Es ist ihnen durchaus bewusst, das sie nicht dazu befugt sind und kommen damit auch klar. Sie haben halt andere soziale Aufgaben im Rudel, genauso wie die Weibchen, die kein Alphaweibchen sind.
Was den Hund angeht, er ist ja ein von Menschen gezüchtetes Haustier, hat also sein Verhalten, was die Fortpflanzung angeht, geändert.
Dieses Beispiel sollte auch nur dazu dienen, um zu verdeutlichen, das die Ausrede, ich bin nicht mehr Herr meiner Sinne, weil der Trieb halt so stark ist, nicht gilt.

Den Begriff Sexualität verwende ich bezogen auf den Menschen, da Sexualität bei uns Menschen ein komplexer -vom Bewußtsein beeinflußter Vorgang- ist.
Das sehen wir sicher alle so.
Sich verlieben heißt ja auch, dass der Mensch der einem gefällt, in das Raster reinpasst, das man sich von einem idealen Partner gemacht hat: Charaktereigenschaften, Aussehen, Humor usw. Es gibt ja auch Eigenschaften die man nicht mag und man reagiert sofort darauf.
Auf der unbewussten Ebene spielen die körpereigenen Pheromone eine große Rolle.
Durch das sich Riechen können wird über Symptathie und Antipathie entschieden. Wobei wir wieder beim Thema wären, das nicht nur ein einziger Mensch diese guten Eigenschaften haben muss, sondern durchaus auch andere.

Pheromon ? Wikipedia

Grüsse von Juliette

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?
Miss Marple
Hallo Juliette

Das war eine interessante Darstellung Miss Marple.
Danke

Wobei jetzt meine kleine Einwände. Der Hund stammt ja vom Wolf ab und bei Wolfsrudeln ist es, wie oben beschrieben so, dass nur das Alpha-Männchen sich fortpflanzen darf und das alle anderen männlichen Hunde das nicht tun. Es ist ihnen durchaus bewusst, das sie nicht dazu befugt sind und kommen damit auch klar.
...nämlich nur genau solange, bis sie ihre Rudel verlassen, um ein eigenes Rudel zu gründen:
Ein- oder zweijährige Jungtiere verlassen das Rudel, zum Teil nur vorübergehend. Sie leben dann allein, bis sie einen Partner gefunden haben, mit dem sie ein neues Rudel gründen können.
Wildtier Schweiz, Der Wolf in der Schweiz, Biologie
Das ist dann wohl so wie in der Menschenfamilie. Inzestvermeidung.
Der gesunde Sohnemann akzeptiert, daß er keinen sexuellen Anspruch auf die Mutter oder Schwester hat.

Was den Hund angeht, er ist ja ein von Menschen gezüchtetes Haustier, hat also sein Verhalten, was die Fortpflanzung angeht, geändert.
Inwiefern?

Dieses Beispiel sollte auch nur dazu dienen, um zu verdeutlichen, das die Ausrede, ich bin nicht mehr Herr meiner Sinne, weil der Trieb halt so stark ist, nicht gilt.
Schwierig. Entscheidungen sind doch Abwägungen von Gefühls- und Verstandesebene. Wenn ich meinem Gefühl nachgebe,
kann es genauso berechtigt oder unberechtigt sein wie es eine Verstandesentscheidung sein kann.

Sich verlieben heißt ja auch, dass der Mensch der einem gefällt, in das Raster reinpasst, das man sich von einem idealen Partner gemacht hat: Charaktereigenschaften, Aussehen, Humor usw. Es gibt ja auch Eigenschaften die man nicht mag und man reagiert sofort darauf.
U.U. "reagiert" frau/mann genau auf diese nicht gemochten Eigenschaften mit Verliebtheit

Auf der unbewussten Ebene spielen die körpereigenen Pheromone eine große Rolle.
Durch das sich Riechen können wird über Symptathie und Antipathie entschieden.
Aha. Bei wem's denn so ist .... mich erinnert dieses dann doch sehr an unsere Hundies
By the way: es kann durch die Anwendung von Parfüms, Deos, Antibabypillen zu "Wahrnehmungsstörungen" kommen.
Nicht Jeder der "Boss" benutzt, ist auch ein Boss
Auffallend ist auf der von Dir eigesetzten Seite die Angabe von Pheromonen in der Literatur:
an dieser Stelle Grüße an Mr. Spock

Wobei wir wieder beim Thema wären, das nicht nur ein einziger Mensch diese guten Eigenschaften haben muss, sondern durchaus auch andere.
Da stimme ich Dir vollkommen zu: es gibt glücklicher Weise viele, viele Menschen mit guten, tollen Eigenschaften.
Und manchmal läßt frau/mann "es" geschehen, und verliebt sich in den Ein oder Anderen, trotz Beziehung.

Viele Grüße!
Miss Marple

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?
Anne B.
Hallo Juliette,

du schreibst sinngemäß immer wieder davon, dass man seinen Sexualtrieb kontrollieren und lenken könne. Ich sehe es eher so, dass man lediglich den Umgang mit diesem Trieb lernen kann, d. h. ihn nur mit einem Partner auszuleben. Dahinter stehen Wertvorstellungen, die jedoch keinen Einfluss auf den Körper haben. Die Lust ist da und das ist ganz natürlich. Sie auf Grund von Moralvorstellungen zu unterdrücken halte ich jedenfalls für ungesund und hat schon etliche Menschen psychisch krank gemacht. Ich mag nicht in einem fremden Mann, den ich anziehend finde, einen Bruder sehen, weil er nunmal nicht mein Bruder ist. Bewußt zu verzichten ist da etwas anderes.

Viele Grüße, Anne B.

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
@Miss Marple
Unsere Meinungen gehen teilweise auseinander, zum Teil aber auch nicht. Das nehme ich gerne so an.
Was die Wolfsrudel angeht, so konnte ich mich nur auf einen Fernsehfilm berufen, den ich vor cirka einem Jahr einmal gesehen habe. Leider war da nicht die Rede davon, dass sich die Rüden eines Tages vom Rudel entfernen und eine eigene Familie gründen. Somit

@Anne
du schreibst sinngemäß immer wieder davon, dass man seinen Sexualtrieb kontrollieren und lenken könne. Ich sehe es eher so, dass man lediglich den Umgang mit diesem Trieb lernen kann, d. h. ihn nur mit einem Partner auszuleben. Dahinter stehen Wertvorstellungen, die jedoch keinen Einfluss auf den Körper haben. Die Lust ist da und das ist ganz natürlich. Sie auf Grund von Moralvorstellungen zu unterdrücken halte ich jedenfalls für ungesund und hat schon etliche Menschen psychisch krank gemacht. Ich mag nicht in einem fremden Mann, den ich anziehend finde, einen Bruder sehen, weil er nunmal nicht mein Bruder ist. Bewußt zu verzichten ist da etwas anderes.
Ich stimme dir zu Anne. Moral ist nicht das was hier weiter hilft. Auch die Partnerschaft zwischen zwei Menschen ist nur eine Vorstellung, die in unserer Gesellschaft gelebt wird. In anderen Kulturen haben Frauen oder auch Männer mehrere Partner. Im Himalaya beispielsweise, aber das hat eher andere Gründe als sexuelle.
Hast du aus meinem ersten Posting, den Link von mir gelesen über die Marind-Anim. Ich zweifle daran das Wertvorstellungen keinen Einfluss auf den Körper haben. Ich bin der Meinung sie haben einen sehr großen Einfluss.

"Der extremste Fall der Andersartigkeit, den die Ethnologie entdeckt hat, ist der der Marind-Anim von Neu-Guinea. Ihr Geschlechtsleben war ausschließlich homosexuell, sowohl bei Männern wie bei Frauen. Die jährlich einmalige Paarung zwischen Männern und Frauen galt nur der Erzeugung von Nachkommenschaft und stellte eine Form von so ekelerregender Abartigkeit dar, daß dabei Impotenz nahezu als Norm auftrat. Um die Impotenz zu bewältigen, brachte man den Göttern ein Opfer. Ein Paar wurde während des Geschlechtsaktes in eine Grube geworfen und getötet. Ihr Tod sollte die Götter dazu bewegen, den Männern bei der Befruchtungszeremonie Potenz zu geben und beiden Geschlechtern den Ekel vor dem anderen Geschlecht bei dieser einen Paarung zu nehmen."

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (30.10.08 um 20:58 Uhr)

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?
Anne B.
Da wir hier schon mal bei Tieren und Gefühlen sind, möchte ich auch noch etwas vom Thema abschweifen.
Wir hatte vor Jahren einen Hund. Irgendwann schleppte ich heimlich eine kleine Hündin nach Hause, die eingeschläfert werden sollte, weil sie mehrmals einen Postboten gebissen hatte. Bei unserem Hund und ihr war es wirklich Liebe auf den ersten Blick und sie waren vom ersten Moment an unzertrennlich, haben immer zusammen in einem Korb geschlafen, waren verschmust und haben wirklich mehrere Jahre lang fast alles gemeinsam gemacht... Soetwas habe ich wirklich noch nie gesehen. Leider kam sie nach einem Ausflug über Wiesen und Felder durch das versehentlich nicht verschlossene Hoftor nicht nach Hause zurück. Vermutlich wurde sie von einem Jäger einfach abgeknallt. Unser Hund war danach wochenlang krank und "weinte" regelrecht.
Ihr Sexleben fand ich dagegen als Kind eher erschreckend . Ich glaube bis heute auch nicht, dass es ihr wirklich Spaß gemacht hat.

Soviel zu Liebe und Erotik zwischen Tieren...

@ Juliette: Da hast du ja ein ganz besonderes und seltenes Beispiel herausgesucht. Letztlich beweist es einmal mehr, wie die kindliche Erziehung sich auf das Sexualverhalten, aber nicht auf den Sexualtrieb auswirkt. Es sei denn, Sexualität wird Kindern entweder als etwas "heiliges", "heimliches" oder als etwas, was man eigenlich nur zum "Kinder zeugen" braucht, vorgelebt. Dann wirkt sich das auf den Trieb aus (denke ich, jedenfalls ), der so natürlich wie Essen und Trinken sein sollte, unabhängig davon wie und mit wem man ihn auslebt.

Wenn die Erotik in einer Beziehung verloren geht, verliebt man sich sicher schneller in jemand anders.

Viele Grüße, Anne B.

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo,

ich lasse denn die Tiere mal ruhen.

Nochmal zurück zum Trieb.

Dazu habe ich hier folgendes gefunden, was das ganze nochmal ein bisschen beleuchtet:

Hier wird deutlich gemacht, das ein Mangel an Nahrung, Schlaf, Wasser ein Trieb ist, der befriedigt werden muss, weil sonst der Organismus stirbt. Das Sexualverhalten wird da etwas anders gesehen.

Das menschliche Sexualverhalten

Ein Mangel an Nahrung oder Flüssigkeit führt sicher zum Tode, ein Mangel an sexueller Betätigung aber hat noch niemanden umgebracht. Zweitens hängt die Stärke des sexuellen Verlangens nicht notwendigerweise vom Ausmaß des sexuellen Mangels ab. Sexuelle Enthaltsamkeit erhöht nicht immer das sexuelle Verlangen, häufige sexuelle Aktivität vermindert es nicht immer. Im Gegenteil, Menschen, die für lange Zeit enthaltsam gelebt haben, können jedes Interesse an sexuellen Dingen verlieren; andere, sexuell sehr aktive Menschen, sind dagegen manchmal besonders leicht erregbar, Im Gegensatz zu Hunger und Durst kann sexuelle Erregung auch durch ausschließlich psychische Faktoren verursacht oder verstärkt werden. Außerdem ist es bemerkenswert, wie leicht sexuelle Erregung störbar ist. Oft kann die kleinste Ablenkung sie zum Erlöschen bringen. Hunger und Durst werden schließlich als unangenehm empfunden, während sexuelle Erregung angenehm und in sich lohnend erlebt wird, selbst wenn sie „unbefriedigt" bleibt.
Grüsse von Juliette

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?
Männlich Bodo
Hallo Juliette.

Ein Mangel an Nahrung oder Flüssigkeit führt sicher zum Tode, ein Mangel an
sexueller Betätigung aber hat noch niemanden umgebracht.
Tolle Erkenntnis! Ein Mangel an erfüllender Sexualität führt jedoch zu Neurosen,
Depressionen, Aggressionen und Frustrationen. Der Körper lebt, die Seele leidet.

Vorschlag zur asexuellen Überlebensstrategie, zur Überwindung des "Bäh" und zur
Hinkehr zum "Fein" (Vorsicht, Ironie):



Copyright: Loriot

Dieses Paar hat einen evolutionären Sprung vollbracht und sich seiner
zügellosen, animalisch-geprägten "Lust" entledigt. Der Daumen als Gehilfe
der aseptischen Befriedigung.

Guten Hunger. Ich lutsche nicht mit.


LGB

Geändert von Juliette (07.11.08 um 15:45 Uhr)

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Sexuelle Enthaltsamkeit erhöht nicht immer das sexuelle Verlangen, häufige sexuelle Aktivität vermindert es nicht immer. Im Gegenteil, Menschen, die für lange Zeit enthaltsam gelebt haben, können jedes Interesse an sexuellen Dingen verlieren; andere, sexuell sehr aktive Menschen, sind dagegen manchmal besonders leicht erregbar,
Stimmt, so sehe ich das auch. Wobei es darauf ankommt ob man die sexuelle Enthaltsamkeit freiwillig oder unfreiwillig hat.
Und wer dann jedes Interesse an sexuellen Dingen verloren hat, der lutscht dann weder frustriert am Daumen noch leidet er zwangsläufig an Depressionen, Frust oder einem Mangel.
Möglicherweise benötigt so ein Mensch einfach keinen Sex mehr um ein erfülltes Leben zu leben?
Liebe ist nicht abhängig vom sex und der Sex nicht von der Liebe.
Ich sehe da nur dass die Menschen auch hier unglaublich unterschiedlich sind.....

liebe Grüße von Hexe

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Männlich Bodo
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Liebe ist nicht abhängig vom sex und der Sex nicht von der Liebe.
Wobei die Kombination unbestreitbar wunderbar ist.

Sexualität ist immer individuell. Auch Phasen des Nachlassens der Libido sind dies.

Mir wird dieser Thread zu "katholisch". Wenn es einen Schöpfer gibt, dann hat
dieser uns bewusst mit der Lust ausgestattet. Wenn es keinen gibt, so ist es
eine wunderbare "Laune" der Natur. Bewusste Enthaltsamkeit ist eine Kunst.
Meist geschieht diese Askese aber unfrei, die Folgen sind überlastete Therapeuten.

Und Denen, die "freiwillig" auf Sexualität verzichten, nämlich den "Geistlichen", hat
Jürgen Drewermann, brillanter Theologe und Psychoanalytiker, ein epochales
Werk gewidmet: "Kleriker".

Es ist über 900 Seiten stark, ich habe es 2 mal gelesen, es steht im Bücherschrank.
Es stellt unvergleichbar heraus, dass diese Askese meist Verdrängung ist und wie
die Gemeinden unter diesen "befreiten Saubermännern" und ihren Aggressionen zu
leiden haben. Dieses Werk sollte Pflichtlektüre für alle Diejenigen sein, die Enthaltsamkeit
mit Anstand und Freiwilligkeit verwechseln bzw. gleichsetzen.



LGB

Geändert von Bodo (06.11.08 um 12:17 Uhr)

Was tun, wenn man sich in jemand anderen als den eigenen Partner verliebt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Bodo,

zu katholisch?

Jetzt mal im Ernst, lassen wir die "freiwilligen" Geistlichen mal aussen vor und begeben wir uns wieder unters normale Volk.

Der Sexualtrieb ist bei jedem unterschiedlich stark, und er kann, wie jeder Trieb der nicht zum Überleben notwendig ist, gefördert oder auch bewusst verändert werden. Wenn man denn möchte.
Ich schrieb ja schon, es ist ein Unterschied ob man freiwillig sexlos lebt oder eben nicht.
Wer freiwillig diesen Trieb ausbremst wird ihn verlieren, früher oder später. Und es gibt tatsächlich normale Menschen die dies tun ohne irgendeinen Nachteil davon zu tragen.
Ob der Sex zu einem erfüllten Leben gehört oder nicht liegt im Auge des Betrachters.

Wobei ich dir natürlich recht gebe, die Mehrzahl der Menschen wären ohne Sex nicht glücklich.

liebe Grüße von hexe


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