Coaching - eine sinnvolle Lebenshilfe?

24.10.08 09:26 #1
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Juliette ist offline
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Seit: 23.04.06
Coaching-Angebote schießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden.
Jeder kann sich Coachen lassen, sei um berufliche oder private Herausforderungen und Krisen zu überwinden, oder um den Zugang zu den eigenen Recourcen wieder zu finden.
Im Grunde ähnelt die Arbeit des Coaches, der einer psychologischen Verhaltenstherapie. Je nach Ausbildung des Coaches können aber noch andere Aspekte in die Arbeit mit einfließen, wie NLP, Focusing, Refraiming, Releasing usw.
Das diese individuelle Betreuung auch Geld kostet ist selbstverständlich. Die Preise sind unterschiedlich hoch.

Ich selbst habe noch keine Erfahrung mit Coaching gemacht, aber einiges darüber gelesen.
Wenn man einen guten Coach sucht, muss man wie überall die Spreu vom Weizen trennen. Coach kann sich jeder nennen. Es gibt jedoch zertifizierte Ausbildungen, wonach man schauen kann. Noch wichtiger als die Ausbildung ist, das was der Coach neben der Ausbildung für Tätigkeiten ausführt, welche Gruppen betreut er, welche Erfahrung hat er usw.
Wie es gute und schlechte Psychologen gibt, so gibt es auch gute und schlechte Coaches.

Was haltet ihr von dieser Art "Hilfe zur Selbsthilfe", hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?

Coaching ? Wikipedia

Coaching findet im Spannungsfeld zwischen der beruflichen und privaten Rolle einer Person (Coachee) statt. Mit dem Fokus auf die Persönlichkeit stärkt es in beruflichen Entwicklungsprozessen die Fähigkeit des Coachee zur "Selbststeuerung" (Begriff aus der Transaktionsanalyse)
Im Sinne der "Hilfe zur Selbsthilfe" werden im Coaching u.a. verdeckte Ressourcen erkannt, benannt und damit nutzbar gemacht
Inhaltlich richtet sich Coaching an Themen der beruflichen Entwicklung, mehr ist in diesem großen Rahmen allerdings nicht festgelegt. Ein guter Coach besitzt Feldkompetenz, Lebens- und Beratungserfahrung sowie eine ausgewiesene und ausgebildete Methodenkompetenz, mit der er situativ, angemessen und intuitiv schöpft, um den Beratungsprozess zu steuern
Coaching ist die – überwiegend – arbeitsbezogene Selbstreflexion.
Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (24.10.08 um 09:29 Uhr)

Coaching - eine sinnvolle Lebenshilfe?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
Ein interessantes Thema, Juliette.

Eine Freundin von mir hatte einen "Bewegungs-Coach" (oder so ähnlich). Das war ein Sportstudent, der sich mit Bewegung und Ernährung recht gut auskannte, allerdings nicht mit Allergien und Intoleranzen.

Sie joggten zusammen, weil meine Freundin alleine sich nicht traute. Er stellte ihr einen Bewegungsplan auf mit den Möglichkeiten, die sie zu Hause hat und besprach ihre Ernährung mit ihr.
So lange es dauerte, ging es ihr richtig gut: sie war hoch motiviert, es machte ihr Spass, sie fand das toll. Aber es kostete natürlich auch einiges, und deshalb war dann auch Schluß damit.
Der Elan ließ dann leider nach - so ganz allmählich. Das ganze war auch zu zeitwaufwändig, und letzten Endes stellte sich durch die spezielle Ernährung heraus, daß sie eine Laktose-Intoleranz hat (vorher hat sie Milchprodukte wohl instinktiv gemieden).

Gruss,
Uta

Coaching - eine sinnvolle Lebenshilfe?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
Bekannte nahmen an einem Bodo-Schäfer-Seminar teil. Er nennt sich "Money-Coach".
Sie waren total begeistert und waren überzeugt davon, daß nun das Geld zu rollen anfängt. Dem war nicht so: die Begeisterung liess nach, das Geld rollte nicht. Im Gegenteil: beim nächsten Mal hatten sie nicht das Geld, um an seinem Seminar teilzunehmen. Auch das Buch half nicht.

War wohl doch nicht das richtige (für sie?)...

Bodo Schfer

Gruss,
Uta

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Weiblich KimS
Hm ja, ein interessantes Thema und Phänomen,

Hier sieht man ja auch ein nachfolgen der Trends aus den USA. Ich finde das Pilzartige wachstum der Coachingpraxen ein Symptom einer kranken Gesellschaft.

Kräftig dargestellt würde ich sagen: Ein Coach ist ein Bezahlter erzatz "Freund(in)", Vater, Mutter, Bruder oder Schwester, Nachbar

Der offenbar immer öfter fehlende Nächste der es Aufbringen kann, aus nächtenliebe ein Anderer zu unterstützen beim überwinden eines Problems...

Offenbar mus sowas heutzutage auch schon einen Gewinn bringen.

Dass es nun soviele davon gibt, zeigt sich dass es sich offenbar lohnen muss, dass die Nachfrage vielmals grösser ist als das Angebot : Daher ein Symptom einer (seelisch) Kranken Gesellschaft.

Herzliche Grüsse
Kim

PS: Offenbar gibt es auch Zeichen dass sich was ändert oder ändern Könnte und das Schönste Beispiel davon finde ich dieses Forum - Damit gemeint diejenigen die sich andauernd und ohne jedes Persönliche / Finanzielles Gewinn dafür einsetzen andere zu helfen, beraten und ermutigen!


Geändert von KimS (24.10.08 um 12:51 Uhr)

Coaching - eine sinnvolle Lebenshilfe?

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Danke Uta,

für dein Beispiel und für den interessanten Link.

Der Elan ließ dann leider nach - so ganz allmählich. Das ganze war auch zu zeitwaufwändig
Ich könnte mir vorstellen, das so manches Coaching im Sande verläuft, weil es nicht auf den Alltag der betreffenden Person zugeschnitten ist, sprich zu aufwendig ist, um es zu integrieren. Andererseits nimmt man von allem etwas mit, was man einmal gelernt hat.
Das gelernte aber aus eigener Kraft anzuwenden, das ist nicht immer leicht. Im Volksmund heißt das innerer Schweinehund. Wer kennt ihn nicht, das gute Tier.

In sieben Jahren Millionär. Das klingt gut, aber dein Beispiel Uta zeigt auch, dass dieses Versprechen nicht bei allen den Rubel ins Rollen bringt. Woran es liegt? Das wäre ein weiteres Seminar bei Herrn Bodo wert, um heraus zu finden, was denn da nicht stimmig war. Herr Bodo muss doch die Stolperfallen kennen, oder aber es ist doch nicht jedem bestimmt Millionär zu sein.


Danke auch dir KimS für dein Posting.

Kräftig dargestellt würde ich sagen: Ein Coach ist ein Bezahlter erzatz "Freund(in)", Vater, Mutter, Bruder oder Schwester, Nachbar
Vielleicht zum Teil KimS, aber ich denke das bei speziellen Problemen ein Außenstehender manchmal einen unvoreingenommeren Blick hat, als jemand Nahestehendes. Wenn eine außenstehende Person gezielte Hilfestellung gibt wird das meist leichter akzeptiert, als wie von einer vertrauten Person.

Dass es nun soviele davon gibt, zeigt sich dass es sich offenbar lohnen muss, dass die Nachfrage vielmals grösser ist als das Angebot : Daher ein Symptom einer (seelisch) Kranken Gesellschaft.
Die Nachfrage ist zwar da KimS, aber kaum ein Coach kann davon seinen Unterhalt bestreiten, das können nur ganz wenige.

Der Markt ist aus den Fugen geraten", so Soziologe Kühl, "längst übersteigt das Angebot die Nachfrage".
Quelle: Das Managermagazin

Das mit seelisch kranken Gesellschaft, da ist sicher etwas dran. Viele haben heut zu Tage mit der Psyche zu kämpfen, was tatsächlich ein Gesellschaftsproblem zu sein scheint.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (24.10.08 um 16:11 Uhr)

Coaching - eine sinnvolle Lebenshilfe?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
Anscheinend funktioniert Coaching nicht immer für den Coach selbst ;
Abschied vom Größenwahn

Es gab noch einen "Coach" in Sachen Geld : Jürgen Höllerer. Auch bei ihm ist die Sache wohl schief gelaufen:
Neue Bohnen Zeitung

Gruss
Uta

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Coaching ist ein breiter Gegriff und wird manchmal unbewusstv auch angewendet und ist im Prinzip etwas gutes:
Coaching gibt es spezifisch, zB können Selbstbetroffene die etwas zB durchgestanden haben, andere Coachen. Bsp im Gesundheitsbereich ist AA vereinigung oder auch bei ADS kann man so Eltern helfen.
Coaching gibt es aber auch allgemein, das können eben Freunde sein. Ziel ist es, das der andere einem eionen Spiegel hinhält, was zu einer besseren Selbstrefflektierung führt. Hilfreich können da auch Techniken sein, die dem anderen helfen selber eine gute Lösung zu finden, zB das Spiegeln des gesagten (Gordon)
Anders gesagt, mit wenigen Kenntnissen kann der beste Freund 7 Freundin der beste allgemeine Coach sein, indem man :
1. sich ihm anvertraut (Sorgen, Gedanken etc)
2. dem anderen dazu auffordert, es auch zu tun, auch wenn es unangenehm ist.

Bsp: Ich stelle fest, dass sich MA nicht wie MA B behandelt fühlt, zB hast Du gestern....
Dem anderen ist dies vielleicht gar nicht bewusst. Der Coach hilft das derjenige selber herausfindet, warum dies so ist und was er dagegen tun kann.

Proffessionelle Coach machen nur selten sinn. Sinn kann ein Fachberater (zB Finanzen, es gibt da auch gute) machen, aber das ist kein Coach, wird aber oft verwechselt.
Ein Berater ist jemand der fachliche Tips für die Sachlage gibt, für einen Coach steht aber die Person und seine Entwicklung (nicht das Problem, Fach etc) im Mi8ttelpunkt. Die Person soll sich so verändern/wachsen, damit sie immer fähiger wird mit neunen ähnlichen Problemen fertigzuwerden, bzw ein allgemeiner Coach so der Person helfen, durch aufdecken der dunklen Flecken UND hinweisen auf die stärken, dass der mensch allgemein wachsen kann.
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Ein bezahlter Coach wird "genutzt", schließlich hat man ja Geld..... und da will man was dafür.
Ich kann mir vorstellen dass ein guter Coach einige Eigenschaften mitbringen sollte damit das Ganze nicht wieder im Sand verläuft:
- sein Training an die Person anpassen die er coacht, deren Bedürftnissen und auch deren Möglichkeiten
- keine zu hohen ERwartungen schüren, alos von Anfang an lieber kleinere Versprechen machen und Brötchen backen um einer Enntäuschung vorzubeugen
- darauf achten dass er den Kunden langsam aber sicher von sich abnabelt und unabhängig von ihm macht. Sonst wird dieser nie selbstständig weiter üben und aufhören sobald das coaching endet

Ein Coach, egal für was, kann sehr hilfreich sein. Er kann ganz neues aufzeigen und Hilfen und Tips geben wie man was am besten bewältigt.
Es ist aber dann wie immer im Leben: jeder muss sich selber dahin bringen wo er hin will. Der Coach kann den WEg zeigen, gehen muss dann doch jeder selber.

Meine Gedanken dazu entbehren aber jeder eigenen Erfahrung mit dem Thema.

liebe Grüße von hexe

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Sobald der Coach Fachtips gibt, ist er auch Berater und dazu braucht es Kenntnisse. Aber jemanden zu spiegeln, blinde Flecken und stärken aufzuzeigen, in den Prozessen zu begleiten, dazu reichen minimale Kenntnisse schon seeeehr weit für den Normalo
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
Ich denke, der Hauptunterschied zwischen "Coach" und privater Begleitung ist das Geld: Ein Coach wird bezahlt; Mitglieder einer Selbsthilfegruppe begleiten sich gegenseitig und werden nicht bezahlt.

Wer es ganz genau wissen will, was ein Coach ist, kann hier nachlesen:
Coaching-Report - Coaching-Varianten

Gruss,
Uta


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