Psychiatrie - ein Stigma

09.10.08 21:17 #1
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Asmodea ist offline
Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Hallo zusammen,

Ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass einige User hier teilweise sehr schlechte Erfahrungen mit der Psychiatrie gemacht haben - oder aber sich darunter etwas sehr negatives Vorstellen. Dies betrifft aber nicht nur die Kliniken oder die Psychiater sondern auch die Betroffenen die oft mit den verschiedensten Stigmatisierungen konfrontiert werden.

Vielleicht können wir hier ein Austausch starten.

Was kommt euch denn in den Sinn wenn ihr an die Psychiatrie, ihre Mitarbeiter und die Patienten denkt? Was für Bilder seht ihr da?

Psychiatrie - ein Stigmata

Oregano ist offline
Beiträge: 53.919
Seit: 10.01.04
Eine gute Frage, Asmodea.

Ein Bekannter von mir ist in der Psychiatrie gewesen, nachdem er einen Nervenzusammenbruch gehabt hatte. Diagnose: Schizophrenie mit Demenz. Die erste Zeit war für ihn ganz schrecklich. Er bekam Medikamente, die ihn total ruhig gestellt haben. Er kann sich heute - Jahre danach - immer noch nicht an diese Wochen erinnern. Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob das nötig war. Die Tabletten wurden dann nach mehrfachen Versuchen abgesetzt, und er kam nach 7 Wochen Psychiatrie in ein Pflegeheim, weil er sich nicht mehr selbst versorgen konnte.
Dort geht es ihm soweit richtig gut.

Ein anderer Bekannter hat sich selbst eingewiesen. Er war ein ausgesprochen lebhafter, intelligenter, intellektueller Mensch. Er hatte auch wohl eine Art Nervenzusammenbruch, nachdem ihn seine Lebensgefährtin aus dem Haus geworfen hatte. Auch er bekam starke Medikamente, die ihn ruhig stellten. Nach zwei Wochen habe ich ihn besucht und war entsetzt über sein Aussehen, seine total lahme Art, sein erschwertes Sprechen und die Art, wie er den ganzen Tag über mit den anderen Kranken zusammen sein mußte. Keine Möglichkeit zu einem Rückzug, kaum Möglichkeit zu telefonieren (war auch unerwünscht).
Er wurde zwar entlassen, aber er ist nie mehr der alte gewesen.

Meine größten Bedenken habe ich gegen die Medikamentation, die in der Psychiatrie gegeben wird. Ich habe den Eindruck, daß sie oft nicht wirklich hilft und daß es andere Möglichkeiten der HIlfe gäbe, wenn es mehr Geld gäbe.

Gruss,
Uta

Psychiatrie - ein Stigmata

Asmodea ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Psychopharmaka

Prinzipiell finde ich es gut dass man bei jeder Art der Mediaktion misstrauisch ist. Schliesslich greifen sie teilweise massiv in unseren Organismus ein. Gerade Psychopharmaka wird ja vorgeworfen dies ganz massiv zu tun - und dies nicht selten zurecht. Doch ich denke um den "nutzen" zu erklären muss man auch einwenig die Geschichte kennen.

Es ist leider so - und nicht zu bestreiten. Dass die Psychiatrie eine ziemlich düstere Vergangenheit hat. Oft wurden die Kliniken ja auch Staatlich/Politisch missbraucht am extremsten im Rahmen des Euthanasieprogramms im 2ten Weltkrieg wo psychisch Kranke sowie geistig Behinderte und alle anderen "sozial unangepassten oder gestörten Menschen" systematisch getötet wurden - teilweise eben auch in der Heilanstalt selbst.


Die Geschichte der Psychopharmaka ist nicht sehr alt und die Entdeckung war eigenltich (wie so oft in der Medizin) ein reiner Zufall.

Bis in die 1950 war es üblich dass die Patienten im durchschnitt 7 Jahre (!) stationär in der Psychiatrie verwahrt wurden. Ich habe selbst einen Fall erlebt bei einem Patienten der insgesamt über 35 Jahre Hospitalisiert gewesen war. Dass sowas extrem schädlich ist (Hospitalismus) ist unbestritten und traurige Wahrheit.

Die Entdeckung der Psychopharmaka hat die Psychiatrie revolutioniert. Besonders als 1957 Haldoperidol (das bekannte Haldol) gezielt in der Psychiatrie eingesetzt wurde. Im Ursprung war dieses Medikament für die Behandlung von Epilepsie konzipiert, dabei hat man bei den Patienten festgestellt dass Wahnvorstellungen, Halluzinationen etc deutlich unter Haldol abnahmen.

Seit 1957 wurde also gezielt danach geforscht. Ziemlich schnell kamen dann bereits die ersten Antidepressiva, Benzodiazepine und Tranquilizer auf den Markt. Den Missbrauch dieser Medikamente gab es eigentlich schon ziemlich früh. Gerade Tranquilizer und Benzodiazepine wurden ziemlich leichtsinnig an die Patienten verteilt und von diesen gerne angenommen da sie ja angstlösend waren. Diese "Happypils" machen aber bei übermässigen und langanhaltendem Gebrauch süchtig. Es gab also eine Zeit wo man praktisch das Gefühl hatte die PIllen alleine würden schon helfen. Da wurden teilweise gewaltige Elefantendosen verabreicht und leider ist es besonders bei den alten - hochpotenten Neuroleptika so dass diese Massive Nebenwirkungen haben und auch spätschäden verursachen können.

Irgendwann in den 70-80 Jahre veränderte sich glücklicherweise das Menschenbild endlich so dass er als ganzes Angesehen wurde.

Die Medikamentöse Therapie wurde also durch gezielte Psychotherapie, Ergotherapie, Soziotherapie etc. unterstützt. So wie wir es heute erleben.

Während bis 1950 ein Schizophrener Patient im durchschnitt bis 7 Jahre stationär behandelt wurden sind es heute im schnitt 4-8 Wochen. Da kann man schon sagen dass sich in der Psychiatrie so einiges getan hat.

Ich muss ehrlich sagen eine Akutpsychiatrie ist heute ohne Psychopharmaka wahrlich unvorstellbar. Du kannst es dir aber so vorstellen: Eine Psychose ist eine der massivsten Psychischen Ausnahmezustände überhaupt. Die Akutstation einer Psychiatrie entspricht der Intensivstation oder Notfallstation des akutspitals. Da geht es erst mal darum Leben zu wahren, zu sichern. Psychotische Patienten werden meist zwangsweise eingeliefert weil sie eine gefahr für sich selbst oder die Umwelt darstellen.

Menschen besonders in einer Psychose sind so massiven Ängsten ausgesetzt - stell dir vor die sind aus der gemeinsamen Realität rausgerückt "verrückt" sie werden nicht mehr von der Umwelt verstanden. Dies ist massiv bedrohlich und sorgt für gewaltige Spannungszustände die kaum vorstellbar sind.
Ich kann schlecht mit einem Patienten sprechen der in seinem Denken und seiner Auffassungsgabe so massiv eingeengt ist dass er mich nicht mehr richtig wahrnehmen kann.

Neuroleptika können diese Spannung und diese Überflutung von Reizen und Ängsten dämpfen. Sie geben ihne eine Art "Schale." Man spricht dabei auch von einem "Glasglockeneffekt" das ist dieses erschreckende Bild welches man dann sieht. Die Patienten die Apathisch wirken nicht wirklich sich selbst zu sein scheinen. Das ist ja das was einem so erschreckt.

Das Abgeben von Psychopharmaka ist immer ein Abwägen von Wirkung und Nebenwirkung: Was ist wichtiger für den Patienten - Wahn, Halluzinationen etc. in den Griff zu kriegen - oder keinen übermässigen Speichelfluss zu haben. Etc. Dies ist sehr schwierig richtig einzustellen darum macht man dies meist auch im Stationären umfeld damit einwenig "probiert" werden kann bis die Dosierung - so wenig wie möglich aber so viel wie nötig" eingestellt werden kann.

Ich denke ein Arzt der dir nur ein Antidepressiva verschreibt und dir dann einen Termin in 3 Monaten gibt... ist nicht kompetent. Es gibt keine reine Medikamentöse Therapie in der Psychiatrie.

Heute ist es so dass die meisten Patienten nur in der akuten Phase ihrer Kranheit wirklich in der Klinik sein müssen. Danach werden sie Ambulant weiterbetreut und können normal integriert in der Gesellschaft leben und Arbeiten. Dies ist ein wahnsinnig grosser Prozentsatz der meist nicht berücksichtigt wird.

Was andere Möglichkeiten betrifft: ICh denke wie gesagt in der Akutpsychiatrie kann ich es mir nicht vorstellen pauschal ohne Medikamente zu arbeiten. Solche Patienten die dies nicht brauchen kommen meist nicht in die KLinik sondern lassen sich ambulant Behandeln.

Ich weiss dass es eine instituation in Bern gibt bei der Psychotiker aufgenommen werden die ihre Psychose gänzlich ohne Medikamente durchleben können. Doch der Aufwand für ein Patient (24h 1:1 Betreuung durch mindestens 2 Pfleger ist über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten kaum bezahlbar)

Huh... viel getippt heut *smile*

Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Überblick geben aber du kannst natürlich gerne noch spezifischer Fragen.

Psychiatrie - ein Stigmata

Sine ist offline
Beiträge: 3.359
Seit: 15.10.06
Guten Morgen.
Ein interessantes Thema!

Ich war schon ein paar mal zu Besuch auf einer geschlossenen Abteilung.
Zuerst war es mein Expartner, der betroffen war, später eine sehr gute Freundin.

Im ersten Falle ging es vordergründig um Alkoholismus und dessen Auswirkungen. Der Betroffene hat Therapien standhaft abgelehnt, von daher kann ich nichts über Erfolg und Misserfolg von Behandlungen schreiben.
Er wurde halt jeweils eingeliefert ( FFE ) und man musste ihn auf eigenen Wunsch jeweils wieder gehen lassen.
Ich hatte damals zwei Gespräche mit ihm zusammen und dem zuständigen Arzt.
Diese Gespräche schienen mir sehr allgemein gehalten und haben mir persönlich nichts gebracht, dem Therapieresistenten Alkoholiker sowieso nicht.
Heute, wo ich mich intensiv mit dem Thema befasst habe, behaupte ich, dass die Psychiatrie bekannte Zusammenhänge schlichtweg ignoriert und nicht über den Tellerrand gucken mag.
Bei Interesse bitte hier reinschauen:
AD(H)S und Suchterkrankungen
http://www.symptome.ch/vbboard/sucht...ng-ad-h-s.html

Im zweiten Fall geht es um psychotische Schübe, die meine Freundin in den letzten Jahren über zehn mal Gast in der " Psychi " werden liessen.
Sie hat jeweils massive Verfolgungsängste, steht Todesängste aus und erwartet mit Panik bevorstehende Folterungen. Unglaublich, wie sehr sie jeweils leidet! Dass Körper, Geist und Seele solche Torturen überhaupt immer wieder wegstecken können, erstaunt mich sehr.
Obwohl sie jeweils auch in der Klinik Panik vor dem Personal hat, kommt sie mit Hilfe der Medikamente früher oder später zum Punkt, wo die Realität wieder Einzug hält. Sie sagt jeweils, dass diese ungeliebten Medikamente jeweils dann doch der Rettungsanker sind.
Die Frau beschäftigt sich selber sehr mit ihrer Krankheit und wäre nichtmedikamentösen Therapien sehr zugänglich ( sprich Ursachenbekämpfung anstatt Symptombekämpfung ).
Eine diagnostizierte Borreliose könnte zu ihren Beschwerden beitragen, mir selber erscheint zusätzlich eine Vergiftung in Frage zu kommen, familiäre Vorbelastung ist auch vorhanden. Dazu kommt jahrelanger Hanfmissbrauch, was ich im Sinne einer Selbstmedikation sehe.
Leider scheint es auch in ihrem Falle jeweils nur auf ein Abwarten hinauszulaufen, wenn sie in der Klinik ist. Nach gravierenden Nährtsoffdefiziten oder eben Vergiftungen wurde nie geforscht.
Massagen, die meine Freundin als extrem hilfreich empfinden würde, um " sich selber spüren zu können ", sind scheinbar nicht im Angebot.
Bei Interesse:
http://www.symptome.ch/vbboard/borre...se-helfen.html

In beiden Fällen erlebte ich es als problematisch, dass in solchen Stationen sehr viele Menschen mit ihren Ängsten, Wahnvorstellungen, Ticks und sonstigen Problemen in Gemeinschaft leben. Oft hatte ich den Eindruck, sie schaukeln sich gegenseitig auf.
Natürlich ist mir bewusst, dass dieses Problem zuallererst ein Platzproblem ist und dass dieser Umstand in Privatkliniken wohl weniger akut ist.
Ausserdem bleibt in beiden Fällen ein schales Gefühl übrig, der Eindruck halt, dass die Psychiatrische Klinik eher eine Verwahranstalt denn eine Heilanstalt ist.

Zuallerletzt noch kurz die Tatsache, dass in meinem weiteren Bekanntenkreis ein Mann aus der Psychi entlassen worden ist, der dies sofort genutzt hat um einen Selbstmord zu inszenieren, der auch gleich noch seine Angehörigen tramatisieren sollte.

Alles in Allem gibt mir das Thema Psychiatrie ein ungutes, perspektiveloses Gefühl. Ich hoffe, du kannst aus deiner Sicht ein wenig zur Aufklärung beitragen.

Liebe Grüsse, Sine

Psychiatrie - ein Stigmata

Heather ist offline
Beiträge: 9.815
Seit: 25.09.07
Hallo Asmodea,

jetzt bin ich auch mit zu diesem Thread gewandert .

Ich halte eine medikamentöse Behandlung in extremen Belastungssituationen auf jeden Fall für sinnvoll.
So habe ich auch hier im Forum schon ein paar Mal Hilfesuchenden den Vorschlag gemacht mit einem Psychiater zu sprechen und gegebenenfalls ein Antidepressiva einzunehmen. Die Angst hiervor scheint mir aber enorm groß zu sein, was für mich nachvollziehbar ist, war ich in meiner schlimmsten Phase selbst wochenlang nicht bereit Medikamente einzunehmen. Die ersten Tabletten die ich hatte waren NORMOC! Mein Hausarzt hatte sie mir verschrieben nachdem er sich, wie in dem anderen Thema schon angedeutet, nicht mehr zu helfen wusste. Er hatte wohl keine Angst bei mir könne ein Suchtpotential bestehen, kannte er mich doch schon einige Jahre.
Vor lauter Angst jedoch ich könne tatsächlich abhängig werden nahm ich nur in absolut nicht mehr erträglichen Stunden die kleinstmögliche Dosis dieses Beruhigungsmittels.

Diese Situation war dauerhaft natürlich nicht tragbar und so landete ich zum dritten Mal in der psychiatrischen Ambulanz. Der sehr verständisvolle Arzt verordnete mir ein Antidepressiva, erklärte mir die Wirkungsweise und somit war mir klar ich MUSS das Medi regelmäßig einnehmen. Aber es war für mich sehr wichtig, dass ich begriffen hatte ich brauche das AD um zur Ruhe zu kommen. So nach und nach hatte ich auch mal wieder einen guten Tag. Mein Psychiater gab mir dann noch ein anderes AD welches auch gegen Angsterkrankungen helfen sollte. Das erste wurde ein paar Wochen später langsam ausgeschlichen und das zweite verschaffte mir immer mehr bessere Phasen. Ein Beruhigungsmittel (Promethazin, keine Abhängigkeit!) nahm ich auch noch, jedoch nur nach Bedarf und keine hohen Dosen, damit konnte ich mich abfinden.
Eine Psychotherapie gab es ebenfalls die jedoch relativ schnell beendet wurde, da die Therapeutin genau wie ich der Meinung waren wir könnten (zuerst probeweise) getrennte Wege gehen.

Viele Versuche mein AD entgültig abzusetzen scheiterten, darüber habe ich schon einiges hier geschrieben, da nach den sog. Entzugssymptomen, die ich jedes Mal als nicht schlimm empfand (geht vorbei!) so nach und nach meine Unruhe, Schlaflosigkeit, trübe Gedanken, Panik, etc. zurückkehrten. Und zwar letztendlich so, dass ich wieder total am Ende war.
Ich wusste damals eben leider noch nichts von meiner Histaminintoleranz und des anscheinend daraus resultierenden Serotoninmangels!

Wie gesagt, ich finde es auf jeden Fall zur Stabilisierung eines Patienten durchaus sinnvoll Medikamente einzusetzen, keine Frage!

Jedoch war es keinesfalls in Ordnung, dass, obwohl ich von Anfang an 100%ig überzeugt war meine Probleme sind körperlich bedingt und das meinen Ärzten auch gesagt habe, nie nach einer Ursache gesucht wurde.
Für mich ist daher nur zu verständlich wenn Menschen mit psychischen Problemen Angst haben nie wieder normal leben zu können.


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

Psychiatrie - ein Stigma

Asmodea ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Wuh... viele Dinge auf die es was zu Antworten gäbe *smile*.


Einer der grössten Missstände der Psychiatrie auch heute noch finde ich ist die Angehörigenarbeit und die gesellschaftliche Aufklärung. (Obwohl sich die Psychiatrien endlich geöffnet haben)

Da hinkt sie dem heutigen Zeitgeist noch immer meilenweit hinterher. Denn kaum eine Institution ist mit so vielen Voruteilen und Mythen konfrontiert wie die Psychiatrie. (Na ja vielleicht die Pharmakonzerne noch)

Ich weiss wie es ist als "aussenstehende" auf eine Akustation zu kommen. Ich hab dies als Kind/Jugendliche selbst mehrmals bei meinem einen Elternteil miterlebt. Ich bin wohl mit der Psychiatrie und dem Stigma aufgewachsen.

Jetzt da ich sozusagen "Insider" bin kann ich die ganze Geschichte aus zwei Perspektiven ansehen was doch ziemlich hilfreich für mich ist ein besseres Verständnis für die Angehörigen, die Betroffenen und die Fachseite zu entwickeln.

Nun... was hat es mit diesen Stationen aufsich?

Es ist heute eine Tatsache dass der grösste Teil der Patienten ambulant behandelt werden kann und nicht mehr stationär aufgenommen wird. Was heisst dies nun für die einzelnen Stationen? Dies heisst dass entweder Menschen in einer sehr akuten Krise, Menschen die eine ersten Schub erleben oder solche die einen sehr ungünstigen Verlauf haben primär aufgenommen werden. Die "leichten" Fälle sind kaum noch zu sehen in der Klinik und wenn dann sind sie oft nur kurz auf einer Akutstation.

Die Akutstation kann man mit dem Notfall im Spital vergleichen. Auch dieser ist für die Patienten sicherlich nicht gerade angenehm und doch ist die Einrichtung der einzige Ort wo schnell und innert 24h geholfen werden kann. Man hat damit begonnen die Abteilungen zu Unterteilen und zu Spezialisieren. Der grösste Schnitt ist die Trennung zwischen Kinder/Jungend, Erwachsenen und Alterspsychiatrie. Aber auch da gibt es ungünstige Kombinationen. Bei uns kommt man ab dem 60gsten Lebensjahr in die Alterspsychiatrie gegen oben gibt es da keine Grenze.

Oftmals gibt es seperierte Demenzstationen, Spezialstationen für Depressionen, Zwangsstörungen, Borderline etc.

Aber zuerst kommen die meisten Patienten in den "Aufnahmestation- Pott." Bevor sie weiter in die spezialisierteren Bereiche verlegt werden. Ähnlich im Spital wo man erst auf der Notfallbettenstation landet dann in der Inneren und dann vielleicht doch wieder in der Chirurgie etc.

Die erste Zeit kann sehr belastend sein. Erst ist man meist Unfreiwillig an diesem Ort und dann noch mit Mitpatienten im gleichen Umfeld denen es ebenfalls sehr schlecht geht. Nicht gerade ein sehr gesundheitsförderliches Millieu kann man sich denken. Aber die Station bietet auch einen gewissen Schutz. Die verpflichtungen in der Aussenwelt gehen in jenen Tagen erst mal nebenher. Gerade Psychotiker kriegen hier die Möglichkeit auch einfach mal zu sein und zur Ruhe zu kommen ohne gleich alle 2 Meter auf Sanktionen zu stossen. Es ist für viele sehr wohltuend Abstand nach draussen zu gewinnen und Zeit für sich selbst zu haben. Aber... die Betroffenen brauchen meist auch Platz und Rückzugsmöglichkeiten und in dieser Beziehung hat sich einiges getan:

Früher gab es noch die sogenannten Wachsääle. 30 Betten in einem Saal. Privatsphäre gab es keine. Unruhige Patienten waren damals noch oft am Bett fixiert. Es galt die Funktionspflege. Für jeden Handgriff gab es eine Schwester. Man kann sich dies so brutal es klingen mag als Fabrik vorstellen. Beschäftigung gab es für die Patienten kaum.

Dann kamen diese Typischen "Psychiatrieschlauchgänge" die man aus Filmen kennt. Endlose ausladende Gänge. Auf der Linken seite die Patientenzimmer (meist noch 2-4er Zimmer) auf der rechten Seite Personalzimmer. Dass man sich da verwahrt vorkommt ist nicht wirklich unverständlich. Solche altbauten hab ich selbst noch gesehen und es ist wirklich sehr ausladend.

Dann aber kam eine Ära wo man begann sich für das Milieu der Patienten zu interessieren. Die "Milieutherapie" hatte da ihre Geburtsstunde. Die Idee war die Umgebung (also die Institution) an die Bedürfnisse des einzelnen Patienten anzupassen - daraus resultierten sich schliesslich die Spezialstationen.

Wie ist eine moderne Akutstation aufgebaut?
Die Station ist mit heller aber nicht aufdringlicher Farbe gestrichen welche ein Freundliches Milieu schaffen soll. Die Station ist Quadratisch aufgebaut - man kann gänzlich um sie herum gehen. Jeds Viertel kann seperat von einem anderen Getrennt werden. Der Hauptgang ist so breit angelegt dass man ohne Probleme mit gutem Abstand aneinander Vorbeigehen kann. Es gibt zwei gleich eingerichtete Aufenthalts- Essräume. (So kann man selbst entscheiden zu welchen Leuten man sich lieber setzen möchte) Gleiches gilt für Raucherbalkone etc.
Die Dekoration ist schlicht gehalten. (Reize sind vermindert. Zu viele verschiedene Gegenstände können irritieren. Darum sehen besonders Akutstationen meistens etwas "blass" aus.)
Es gibt einzel und zweierzimmer. Das Zimmer ist so aufgebaut dass es zwischen den Betten abtrennungen gibt um etwas intimsphäre zu schaffen. Jedes Zimmer verfügt über eine Nasszelle und Toilette.

Dies ist jetzt nur ein kleiner Ausschnitt. Aber ich erlebe es so dass sehr viel in die Infrastruktur eingeplant wurde. Eine Demenzstation sieht im vergleich zu einer Akutstation ganz anders aus. Dort gibt es viel mehr Sitzgelegenheiten, Gegenstände die sich gefahrlos verschieben lassen. Zutritt zu Gärten die so angelegt sind dass Türen geöffnet werden können. (ist bei Dementen Patienten oft sehr wichtig)

Eine Altersstation verfügt schliesslich über die nötige pflegerische Einrichtung. Mit Pflegebetten etc.

Und so weiter...

Dies sind die modernsten Entwicklungen doch leider gibt es auch noch sehr viele unschickliche Altbauten. Normalerweise befindet sich eine Klinik (wie Spitäler allgemein) die ganze Zeit im Umbau damit sie immer wieder dem neusten Angepasst werden kann - doch dies braucht Zeit.


Ausserdem hab ich einen ganz praktischen Vorteil festgestellt unter den Patienten. Es gibt ein gemeinsames Bündnis. "Sie sitzen sozusagen im gleichen Boot". Aggressionen etc. richten sich selten gegen Mitpatienten und meist gehen sie untereinander sehr gut miteinander um. Viele merken auch, dass sie nicht allein mit ihren Problemen sind.


Warum wird der Aufenthalt auf der Akutstation oft als sehr schlimm erlebt?
Viele Patienten kommen nicht freiwillig in eine Klinik sondern per FFE. Oftmals besteht ebensowenig eine Krankheitseinsicht. Wenn man nicht Krank ist - braucht man sich auch nicht Therapieren zu lassen und schon entstehen die ersten Spannungen. Ausserdem ist die Krise in der sich der Betroffene gerade befindet enorm. Man wird sprichwörtlich aus dem Leben rausgerissen. In eine andere Instituation gesteckt. Bekommt praktisch alle sachen weggenommen. Man verliert den Anspruch auf Privatsphäre muss sich das Zimmer mit wildfremden Menschen teilen etc.

Das ist verdammt hart!

Die akute Phase ist von vielen Ängsten, Aggressionen und Ohnmachtsgefühlen begleitet. Meist ist die Situation zuhause ja auch so weit eskaliert (besonders dann wenn Angehörige den Notfallpsychiater anrufen) dass auch in den Familiären Beziehungen einiges zu Bruch gegangen ist. Sowas löst gewaltige Zukunftsängste aus. (es ist unglaublich was Angehörige alles aushalten bis sie sich Hilfe holen. Niemand mag es einem geliebten Menschen "Sowas anzutun" und oft kommt es da auch zu unschönen Vorwürfen. Die Patienten wollen Heim und werden nicht rausgelassen. Sie werden ggf. mit einer Diagnose konfrontiert und angehalten Medikamente zu nehmen die wildfremde Leute verteilen von denen man plötzlich Abhängig ist. (Pflege, Ärzte etc.)

Es ist daher kein Wunder dass die Station meist in sehr unguter Erinnerung bleibt. Aber viele Patienten sagen im Nachhinein dass es doch besser war, dort zu sein als Zuhaus.


Was das "Anstecken" untereinander betrifft. Ja dies gibt es. Es kann zu ungünstigen Patientenkonstellationen kommen die eher eine negativ- abwertende Haltung einnehmen. Dann kann es schnell unangenehm werden. Doch damit lässt sich eigentlich ziemlich gut umgehen.
Problematischer sind Suizidversuche. Oftmals ist es so dass wenn ein Suizid auf der Station gelingt es zu "Nachahmungstaten" kommt. Die Hemmschwelle es zu tun sinkt dabei. Man nennt dies auch den Werther-Effekt.


(Der tritt auch in der Gesellschaft auf besonders wenn sich Berühmte Menschen suizidieren und dies in den Medien ausführlich berichtet wird. In der Schweiz ist es desshalb den Medien verboten Suizide detailiert darzustellen - ob in den Nachrichten oder in Filmen.)


Solche Phänomene sind bekannt und so wird bei einem solchen Fall auch entsprechend auf der Station interveniert.


Das die Psychiatrie wie eine "Verwahranstalt" wirkt hat sich inzwischen so eingebürgert dass dies wohl schwer wegzumachen ist und tatsächlich erscheint es so. Man sehe sich nur an wo die alten Psychiatrien gebaut wurden - meist irgendwo weiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit weg von jeglicher Zivilisation. Man wollte diese Menschen möglichst weg haben. Im Mittelalter wurden sie in die Narrentürme gesperrt - meist ausserhalb der Stadt.

Selbst der Begriff FFE (Fürsorglicher Freiheitsentzug) Hat ja schon etwas ziemlich zynisches ansich. Es ist traurigerweise so dass die kliniken vom Staat einen gewissen "Ordnungsauftrag" hat. Die Gesellschaft toleriert nunmal niemanden der nackt und schreiend durch die Strassen der Stadt rennt oder sich sonst irgendwie "sozial unangepasst" verhält. Solche Menschen geraten ziemlich schnell an den Rand der Gesellschaft und man will sie entsprechend "weghaben."

So kann man auch sagen dass die Psychiatrie immer auch ein Spiegel der Gesellschaft ist:
Dies sieht man ebenfalls deutlich in der Geschichte:
In der Antike waren es die Leprakranken,Syphiliskranke, Hexen, Besessenen, andersdenkende. Narren. Vagabunten und Säufer. Krüppel und Siechen

In den 40gern wollte man alles "Kranke" weghaben: Besonders Behinderte, Geistesgestörte, Homosexuelle, Juden, politisch Inkorrekte, Kommunisten und was weiss ich noch was alles. Man hat gar massenhaft Kranke sterilisiert aufdass sie niemals Nachkommen haben würden.

Viele wissen vermutlich noch heute was in den 80gern Jahre mit den AIDS-Kranken und den Homosexuellen geschehen ist.

Es gibt perverserweise auch heute noch eine Gesellschaftliche "Akzeptanzparade von Krankheiten" - wie es sie schon immer gab.

Heute sind es wohl die Schizophrenen und die Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung die sehr stark Stigmatisiert werden. Wo Depressionen, Burnout eher Akzeptiert sind.


Die Psychiatrie ist bemüht von dieser starken Prägung wegzukommen. So werden vermehrt psychiatrische Zentren im Stadtinnern gebaut und die meisten Kliniken werden offen geführt. (Bei uns können alle Stationen offen wie auch geschlossen geführt werden.) Es gibt inzwischen auch Kliniken die einen Tag der offenen Tür machen. Es lohnt sich da mal hinzugehen! Man möchte die Psychiatrie in die Gesellschaft integrieren. Doch dies ist ein langwieriger und schwieriger Prozess.

Wer würde so einen Tag der offenen Tür schon besuchen der nicht entweder irgendwie Beruflich, Persönlich, Familiär oder sonst irgendwie damit zu tun hat?


Wuh... wieder viel geschrieben... ich hoffe ich konnte dir ein paar Antworten liefern. Ansonsten frag was immer du wissen möchtest. Tabus sollte es ned geben.

Psychiatrie - ein Stigma

Carrie ist offline
Beiträge: 3.705
Seit: 21.05.06
Ich sehe es wie Sine. Da ich selbst erlebt habe, wie sehr sich meine psychische Verfassung in den letzten Jahren verbessert hat durch Ernährungsumstellung, NEMS und Entgiftung, sollte diesen Faktoren unbedingt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Meine Mutter hat sich mal selbst eingeliefert, sich dann aber geweigert die ganzen Pillen zu schlucken (zum Glück wie ich finde) und ist dann wieder raus ohne Änderung. Pillen geben und Reden alleine sind meiner Ansicht nach keine gute Therapie.
Eine Freundin war vor kurzem auch stationär aufgenommen und so wie ich das mitbekomme, hat es auch nicht viel verbessert. Auch meine eigene Psychotherapie mit reden, reden, reden und schreiben hat mich nicht weitergebracht. Ein sehr guter Freund von mir ist seit Jahren in Therapie, schluckt Pillen und nichts ändert sich, GAR NICHTS.
Es muss unbedingt endlich anerkannt werden, dass unsere Gefühle und Gedanken zu einem großen Teil chemische Vorgänge sind, die von Nährstoffen und Umweltgiften beeinflusst werden. Alles andere ist Symptombekämpfung.
Insofern halte ich von den Psychiatrien, damals wie heute, nicht viel. Es muss sich was ändern.
__________________
Liebe Grüße Carrie

Geändert von Carrie (12.10.08 um 07:06 Uhr)

Psychiatrie - ein Stigma

Oregano ist offline
Beiträge: 53.919
Seit: 10.01.04
Hallo Asmodea,

vielen Dank für Deinen langen und für mich sehr interessanten Bericht über die Psychiatrie und ihre Wandlungen. Du hast Recht: da hat sich sehr viel verändert. Natürlich wünscht sich niemand, überhaupt in eine psychiatrische Klinik zu gehen zu müssen. Aber dann doch lieber heute als noch vor 50 Jahren oder früher.
Gerade im 3. Reich war das ja ein ganz häßliches und brutales Vorgehen mit unklarem Ausgang, oft tödlich.
Oder wenn man an die "Psychiatrie" im der einstigen UDSSR denkt: da muß man nur z.B. den "Archipel Gulag" lesen, um das Grausen zu bekommen.

Heute sehe ich das Problem darin, daß anscheinend die internistische Seite (also von meiner Auffassung her die, die sich mit den körperlichen, biochemischen Vorgängen im Körper befaßt) schlicht und einfach zu kurz kommt auf diesem Gebiet: Die Patienten werden eingeliefert, untersucht (wie Du es schon beschrieben hast), und dann ist Schluß damit. DAnn werden Psychopharmaka ausprobiert, und keiner (ein Halber?) hat die Chance, neue Denkansätze einzubringen. Das gelingt ja noch nicht einmal bei einem niedergelassenen Psychiater.

Trotzdem: für manche Menschen ist es ein Glück, daß sie dort erst einmal aufgehoben sind und daß sie sich dort z.B. von einem Wahn erholen können.

Für die, die "draußen" sind, bleibt die Möglickeit und Pflicht, finde ich, sich damit zu befassen, warum Menschen eine Psychiatrie benötigen. Sie sollten sich nicht schrecken lassen sondern weiter zu denen "drinnen" stehen, sie besuchen, sie informieren, ihnen zeigen, daß sie jetzt genauso Mensch sind wie "draußen". Das ist gar nicht so einfach...

Noch einmal zu den niedergelassenen Psychiatern: ich höre da immer wieder Berichte von einem Verhalten, die mir nicht gerade Lust machen, jemals dorthin zu gehen. GErade als Psychiater hätte ich gedacht, daß der/die sich besonders vorsichtig und einfühlsam verhält. Das scheint oft absolut nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil. Da fehlt offensichtlich im Berufsbild, in der Eignungsüberprüfung und in der Ausbildung einiges.

Gruss,
Uta

Psychiatrie - ein Stigma

Asmodea ist offline
Themenstarter Beiträge: 43
Seit: 06.10.08
Normalerweise besteht eine klinische Behandlung nicht nur aus Reden und Medikamenteschlucken.

Es kommen:
Ergo/Aktivierungstherapie
Musiktherapie
Sozialarbeiter
Familiengespräche
Physiotherapie
Bewegungsgruppen
Pflegerische Gespräche
Ärztliche Gespräche
Internistische Abklärungen
Arbeiten in Arbeitszentren

etc. noch hinzu.

Aber nicht in der Akutenphase. Dort wird die Struktur minimal belassen weil die Ruhe im Vordergrund steht.

Ich denke es ist prinzipiell so dass ob in der Somatik oder der Pschiatrie wenige Ärzte alternative Ursachenforschung betreiben. Es stimmt dass man da ziemlich eingeschossen ist und man so nicht jedem Patienten gerecht werden kann. Gerade die Psychiatrie ist und so wird es vermutlich auch noch eine ganze Weile dauern - in erster Linie bei den meisten Krankheitsbildern eine Symptombekämpfung. Da die Ursachen unbekannt respektive "Multifaktoriell" sind. Ähnlich wie das Breitbandantibiotika bei Infekten.

ich denke dies liegt daran dass der Fortschritt in der Theorie und die Praxis immer versetzt laufen. Die Dinge welche wir heute zu Pflege und Medikamente in der Schule lernen ist eigentlich das Wissen der letzten 5-7 Jahre. Dennoch sehe ich wie sich allmählich gewisse andere Fakultäten integrieren. Wie eben zum Beispiel die Phythotherapie und die Traditionell chinesische Medizin. Doch auch die taten sich anfangs mehr als nur schwer. Ich denke da muss sich politisch und gesellschaftlich noch einiges tun. Denn so hart es Klingen mag - wer alternative Diagnostik will muss teilweise verdammt tief in die Taschen greifen da die Krankenkassen einen hohen Bogen darum machen.

Ich störe mich ohnehin daran, dass Gesundheit - ein Kapital.

Ich denke die chemischen Veränderungen die du Ansprichst sind nicht die Ursache - die Ursache ist das was die Veränderungen herbeiführt und dies kann eben Stress, Trauma etc. sein. Wenn man sagt es ist alles Chemie - ist man genau so weit wie wenn man sagt es ist alles Körperlich, Psychisch, Sozial oder Umweltbedingt. Ich denke es ist ein ungünstiges Wechselspiel zwischen bekannten - und vermutlich auch noch unbekannten Faktoren."

Ich persönlich würde:
Nie ein Benzodiazepin/Antidepressivon oder sonst irgend ein Psychopharmaka von einem Hausarzt annehmen.
Eine Psychotherapie wohl von einem Psychologen machen nicht Psychiater (Da Psychologen keine Medikamente abgeben)
Ein Psychiater nehmen der mir gleich nach der ersten Sitzung unbedingt was verschreiben will.

Es ist leider so: Medikamente sind verdammt schnell verordnet. Dies entspricht auch der heutigen Leistungsgesellschaft. Man will wieder Funktionieren und zwar möglich schnell - Zeit zum Krank sein gibt es nicht mehr.

Psychiatrie - ein Stigma

coaching ist offline
Beiträge: 3
Seit: 29.09.08
Es wird grundsätzlich unterschätzt, welchen wichtigen Einfluss die Psyche auf die Gesundheit hat.
Der Mensch besteht aus Körper, Seele, Geist und ist in einem sozialem Umfeld (mehr oder weniger) eingebettet. Gesundheit heisst, auf allen Ebenen Ausgeglichenheit und Harmonie.
Krankheit heisst, es ist ein Ungleichgewicht eine Disharmonie vorhanden.Die Psychiatrie setzt dort ihr wirken ein wo also z.B. die Seele (Gefühle, Emotionen) oder der Geist (das Denken das Mentale) aus dem Lot geraten sind.

Das Ziel ist alle Ebenen in Einklang in die Balance zu bringen!

Psychopharmaka kann nur in einer Akutphase Sinn machen, die Lösung muss in der ursächlichen Heilung des vorhandenen Problems liegen.


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