Naturerleben - Selbsthilfe für Körper, Geist und Seele

17.09.08 10:22 #1
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Juliette ist offline
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Seit: 23.04.06
Viele kennen das vielleicht. Man hat ein Problem das einen umtreibt, die Gedanken stehen nicht still, das Herz pocht etwas zu schnell.
Hat man irgendwann keine Lust mehr auf dieses Körpergefühl, dann kann es hilfreich sein in die Natur zu gehen. Ein Spaziergang durch den Park, durch den Wald, dabei die Umgebung betrachten, dem Rauschen der Blätter im Wind zuzuhören, die Tiere beobachten und schon fühlt man sich etwas besser.
Wenn man nach einer Stunde wieder zurück kommt, hat man vielleicht eine Lösung für das Problem gefunden, man fühlt sich ruhiger, oder man hat einfach den eigenen Blickwinkel verändert und sieht das Problem in einem anderen Licht.
Diese Erfahrung habe ich schon häufig gemacht. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

Es gibt in diesem Zusammenhang professionelle Work-Shops, wo man sich bewusst eine Auszeit nimmt und ein paar Tage untertaucht.

Wer von euch hat so etwas schon einmal gemacht, allein oder vielleicht mit anderen zusammen? Und wie waren eure Erfahrungen?

Naturerleben
Naturerleben ist ein pädagogisches Prinzip der Naturerfahrung. Die Natur wird nicht nur als ein Ort verstanden, den der Mensch aufsuchen kann, der Mensch versteht sich als Teil der Natur und auch von der Natur abhängig.

Ziel von diesem Naturerleben-Prinzip ist, die eigene Natürlichkeit zu entdecken, die Lebendigkeit der Natur in sich selbst wieder zu finden und sich auf dem Entwicklungsweg zu einem erwachsenen, reifen Menschen weiterzuentwickeln.
Natur- und erlebnisorientiertes Coaching - Naturerleben

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (17.09.08 um 10:28 Uhr)

Naturerleben - Selbsthilfe für Körper, Geist und Seele

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Juliette,

ich kann dir nur beipflichten, raus in die Natur, tief durchatmen und mal Halbgas geben...

Mein Gedanken-Salat lässt sich allerdings nicht ganz so leicht beruhigen, das Gefühl (an)getrieben zu sein hört nicht von selber auf. Ich bin durchaus in der Lage stundenlang durch den Wald zu gehen und mit den Gedanken rase ich mal hierhin und mal dahin - keine Chance auf Ruhe und Stille.
Ich muss mir ganz bewusst sagen: stop, achte auf deine Füße, wie sie den Boden berühren, achte auf den Duft um dich herum, bleib genau hier mit den Gedanken, hier wo du dich auch mit dem Körper aufhältst.
Dann klappt es, tief durchatmen, alles stoppen, Stillstand, Ruhe.

Das geht dann irgendwann auch im Alltag, ohne Bäume und Natur. Nur ist es nicht so schön .

liebe Grüße von hexe

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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Hexe,

das mit dem Gedanken-Salat, ja das ist so eine Sache. Wenns da einen Schalter gäbe, das wär prima.
Es gibt da eine feine Übung im Focusing, die ich einmal gemacht habe, bevor ich Spazieren gegangen bin.
Man packt alle Gedanken, Probleme in eine oder mehrere Kisten und diese lagert man dann in einem dafür vorgesehenen Raum. Da das Unterbewusstsein in Bildern denkt, hab' ich meine Kiste auf eine Insel verfrachtet in ein Pavillion. Bei Bedarf kann ich sie ja wieder hervorkramen. Das war sehr hilfreich gewesen.

Um auf das Naturerleben zurück zu kommen. Ich selbst kenne das auch nur für ein paar Stunden, halt ein Waldspaziergang usw. Ich frage mich allerdings wie es wäre, einmal eine ganze Woche ohne Zivilisation, in einer Blockhütte zu leben, natürlich mit den nötigen Vorräten ect.
Ich glaube das was einem dabei gut tut, ist das man sich auf das wesentliche im Leben beschränken muss, ohne Fernsehen, Internet usw.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (18.09.08 um 23:08 Uhr)

Naturerleben - Selbsthilfe für Körper, Geist und Seele

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Hallo Hexe,
Ich frage mich allerdings wie es wäre, einmal eine ganze Woche ohne Zivilisation, in einer Blockhütte zu leben, natürlich mit den nötigen Vorräten ect.
Ich glaube das was einem dabei gut tut, ist das man sich auf das wesentliche im Leben beschränken muss, ohne Fernsehen, Internet usw.

Grüsse von Juliette
Hallo Juliette,

darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Und ich befürchte viele Menschen hätten damit zuerst einmal gewisse Probleme. Mit dem alleine-sein, mit der Stille, der aufkommenden Langeweile, der Unruhe die so erst richtig spürbar wird. Ich kann mir vorstellen dass da die Gedanken zuerst mal richtig losrasen, bzw. dass man dort das erste mal so viel Ruhe hat um das im ganzen Ausmaß wahrzunehmen. Erschreckend, zu Beginn - haben einige erzählt wenn sie das für etwas länger versucht haben.
Allerdings - wer´s durchhält, bei dem verändert sich was nach ein paar Tagen.

liebe Grüße von hexe

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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Hexe,

genau das ist es.

darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Und ich befürchte viele Menschen hätten damit zuerst einmal gewisse Probleme. Mit dem alleine-sein, mit der Stille, der aufkommenden Langeweile, der Unruhe die so erst richtig spürbar wird. Ich kann mir vorstellen dass da die Gedanken zuerst mal richtig losrasen, bzw. dass man dort das erste mal so viel Ruhe hat um das im ganzen Ausmaß wahrzunehmen. Erschreckend, zu Beginn - haben einige erzählt wenn sie das für etwas länger versucht haben.
Allerdings - wer´s durchhält, bei dem verändert sich was nach ein paar Tagen.
Ich denke, das egal was der Mensch im normalen Leben ist, wenn er mit sich ganz alleine ist, dann lernt er sich erst richtig kennen. Ich könnte mir vorstellen, das viele davor Angst haben. In jungen Jahren haben die Menschen wenig Gelegenheit alleine zu sein und wenn, dann lenken sie sich mit den Medien ab. Später im Alter sind viele unfreiwillig alleine. Nicht alle kommen damit zu Recht und bekommen Probleme mit der neuen Situation.

Noch ein weiterer Gedanke zum Thema:
Bergsteiger berichten, dass sie durch das Klettern, irgendwann geistig ganz leer werden und nur noch im hier und jetzt leben. Alle Sinne müssen geschärft sein und nur der nächste Schritt zählt, alles andere ist unwichtig. Das muss ein tolles Gefühl sein und macht deshalb auch süchtig. Nicht umsonst nehmen die begeisterten Kletterer dafür alle möglichen Strapazen in Kauf.
Ganz so extrem muss man es ja nicht haben, aber ich denke wenn der Körper wie beim Bergsteigen mit einbezogen wird, dann fällt es wesentlich leichter den Verstand auszuschalten, als wenn man sich einfach nur hinsetzt und meditiert.

Grüsse von Juliette

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Guten Morgen Juliette,

Ganz so extrem muss man es ja nicht haben, aber ich denke wenn der Körper wie beim Bergsteigen mit einbezogen wird, dann fällt es wesentlich leichter den Verstand auszuschalten, als wenn man sich einfach nur hinsetzt und meditiert.
Ja, das stimmt. Aus diesem Grunde gibt es z.B. auch die Gehmeditation. Auch Qi-Gong oder Yoga haben genau diesen Ansatz.

Und süchtig nach dem Klettern wegen der inneren Stille? Das kann ich mir gut vorstellen, finde aber sobald was zur Sucht wird läuft es irgendwie am Ziel vorbei...
Ausser das Ziel ist Klettern, natürlich.

liebe grüße von Hexe

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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich hab einmal eine Naturerfahrung gemacht, da dachte ich die Welt steht still.

Es war ein regenverhangener Nachmittag im Herbst. Ich bin alleine an einem Fluß entlanggelaufen. Rechts und links standen meterhohe Bäume mit buntem Laub behangen. Während ich ging kam ein kräftiger Wind auf und die Sonne brach durch die Wolkendecke hindurch. Gleichzeitig fing es zu regnen an. Pechschwarze Raben flogen zwischen den Baumwipfeln umher. Das Wasser des Flusses glitzerte wie flüssiges Gold, die ganze Umgebung war ein goldgetränktes Bild, unwirklich und faszinierend. Es war einmalig und ich habe so etwas nie mehr gesehen. Ich kam mir vor wie in Zeitlupe.

Grüsse von Juliette

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Ich hab einmal eine Naturerfahrung gemacht, da dachte ich die Welt steht still.

Es war ein regenverhangener Nachmittag im Herbst. Ich bin alleine an einem Fluß entlanggelaufen. Rechts und links standen meterhohe Bäume mit buntem Laub behangen. Während ich ging kam ein kräftiger Wind auf und die Sonne brach durch die Wolkendecke hindurch. Gleichzeitig fing es zu regnen an. Pechschwarze Raben flogen zwischen den Baumwipfeln umher. Das Wasser des Flusses glitzerte wie flüssiges Gold, die ganze Umgebung war ein goldgetränktes Bild, unwirklich und faszinierend. Es war einmalig und ich habe so etwas nie mehr gesehen. Ich kam mir vor wie in Zeitlupe.

Grüsse von Juliette
Liebe Juliette,

das klingt wunderbar.
Ich vermute du hast da etwas ganz besonderes erlebt.
Gut dass du es nicht schnell wieder vergessen hast, wie das bei solchen Momenten leider oft der Fall ist...

liebe Grüße von Hexe

Naturerleben - Selbsthilfe für Körper, Geist und Seele

Petra ist offline
Beiträge: 69
Seit: 04.10.08
Ach ich weiss nur zu gut von was ihr redet .

Eigentlich wurde ich als "Naturkind" geboren. Mein Vater war als Zigeunerkind geboren und hatte vieles übernommen , welches er mir versuchte weiter zu geben.
Für mich waren Bäume etwas heiliges , Tiere waren meine verbündeten und Pflanzen sammeln und trocknen meine Leidenschaft.
Was mich bei den Eltern meiner Spielkameraden oft als "komisch" dastehen liess

Irgendwann (Jugend und später ) verlor oder verdrängte ich dieses.

Aber heute finde ich eigentlich nur in der Natur meinen wirklichen Frieden und Ruhe wenn ich es brauche.
Ein kleiner Garten in einem waldgebiet ist unsere Entspannung.

Ich wundere mich oft wie wenig die Menschen in der Natur sehen.
Sie sehen Bäume , ja und .
Sie sehen Schmetterlinge , ja und .

In unserer Gartensiedlung sprachen sie von früher. Da hätte es oft noch Rehe , Hasen und Füchse im Wald gegeben. Heute , meinten sie , nicht mehr.
Wir haben den garten nun 3 jahre und schon oft wenn wir Abends heim fuhren begrüsste uns ein Reh oder Hasen welche davon hoppelten. Ein kleiner Fuchs wie auch ein ganz besonderer ( Fellzeichnung) lief uns schon oft über den Weg.

Man kann die Natur nur erleben wenn man für sie offen ist und ihr auch eine Chance gibt sie zu erleben.

Ja Juliette , ich dachte schon oft wie schön es wäre die ganz beosnderen momente in der Natur festzuhalten.

Geändert von Petra (15.10.08 um 20:40 Uhr)

Naturerleben - Selbsthilfe für Körper, Geist und Seele

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Danke Petra für deinen Beitrag. Wieder jemand der uns versteht.

Eigentlich wurde ich als "Naturkind" geboren. Mein Vater war als Zigeunerkind geboren und hatte vieles übernommen , welches er mir versuchte weiter zu geben.
Für mich waren Bäume etwas heiliges, Tiere waren meine verbündeten und Pflanzen sammeln und trocknen meine Leidenschaft.
Da hast du etwas sehr schönes und wertvolles fürs Leben mitbekommen.

Großstadtkinder haben es da etwas schwer heut zu Tage. Sie kennen die Natur kaum noch und wenn dann nur aus dem Fernsehen. Vor kurzem habe ich da etwas entdeckt, das ich sehr interessant finde.
Von Nabu werden Naturtrainer ausgebildet. Die Trainer arbeiten in Kindergärten. Einmal in der Woche gehen sie mit den Kindern in den Park, Wald usw. Spielerisch werden ihnen die Zusammenhänge zwischen Natur und Umwelt beigebracht.
Das ist eine wichtige Aufgabe, denke ich.

3sat.online

Grüsse von Juliette


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