Dinge loslassen, die mich runterziehen

25.02.06 10:03 #1
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admin ist offline
Administrator
Beiträge: 20.283
Seit: 01.01.04
Sternchen hat ein gutes Wochenthema vorgeschlagen, das ich hiermit aufnehmen. Es geht darum, dass man sich von Dingen trennt, die einen "runterziehen"

Vorschlag von Sternchen:
Beispiel:

ich habe mich von meiner Tageszeitung getrennt.
(schlimme, ziemlich "hohle" Zeitung, die hier in Deutschland eigentlich jeder kennt)

Dort wird fast nur negativ berichtet, selbt Dinge die eigentlich nicht schlimm sind werden schlimm gemacht. Über Menschen wird hergezogen. Einfach fürchterlich....

Kann das nicht mehr ertragen, also weg damit....hab sie eh nur gelesen, weil ich morgens noch nicht so gut "denken" kann
Als ich das gelesen habe, dachte ich sogleich an meine Uhr (Automat), die ich mal gekauft habe und welche immer stehen bleibt. Ich nerve mich ständig tierisch drüber, dass ich zwar 'ne Uhr aber oftmals keine Ahnung habe, welche Zeit wir haben. Und ich ersetze sie bloss nicht, weil sie nicht gerade günstig war. Aber ist es das wert?
Ihr habt sicher Eure eigenen Beispiele. Es geht darum, dass man MEHR erhält, indem man etwas loslässt

Gruss, Marcel

Dinge loslassen, die mich runterziehen

sabrina ist offline
Beiträge: 168
Seit: 28.10.05
Hallo

habe gerade mit einem bekannten telefoniert und wir hatten genau das Thema!
er und ich haben uns von einem anderen bekannten getrennt, der freudige erkenntnisse ins negative kehrte.nach gesprächen mit ihm , fühlte ich mich immer schlecht und habe beschlossen, ihn nicht mehr zu kontaktieren.
ich lasse ihn in frieden gehen.

das problem mit der uhr hatte ich auch, bis eine frau auf mich zu kam und meine uhr so schön fand. ich habe sie ihr verkauft und bis heute keine neue mehr.jetzt fällt mir erst auf, dass ich sie gar nicht vermisse(überall sind ja uhren). ausserdem macht besitz unfrei.
loslassen ist für mich auch so ein zauberwort, weil ich glaube, es ist gut, so einiges(vieles) los zu lassen.

love is a bird, she needs to fly

los lassen ist auch eine art transformation für mich.ich erkenne schlechte eigenschaften an mir(arroganz, überheblichkeit , prahlerei usw.), also niedere dinge, untersuche die gründe, wieso ich das habe, und sage mir dann, so geht es nicht mehr, es geht auch anders und passe mich noch mehr meiner moral/glauben(und wahrem naturell) an.

liebe grüsse sabrina

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Oregano ist offline
Beiträge: 63.712
Seit: 10.01.04
Oft hält man Kontakt zu Menschen, obwohl man eigentlich gar keine rechte Freude mehr daran hat. - Warum fällt es so schwer, diese Kontakte abzubrechen, also loszulassen?

* Ich denke, zum Teil aus Trägheit und weil uns gar nicht wirklich klar wird, daß diese Menschen uns nicht gut tun.

* Zum Teil deshalb, weil uns diese Menschen, die uns immer wieder als Ventil und Mülleimer verwenden, trotz allem das Gefühl geben, daß wir gebraucht werden, also wichtig sind. Solange wir auf das Wichtigsein in dieser Art angewiesen sind, wird sich das auch nicht ändern. Oft wächst sich dieses "ich möchte gebraucht werden, wehe, wenn mich niemand braucht, dann werde ich ihm das schon zeigen!"-Gefühl zum Helfer-Syndrom aus. Dieses führt wiederum letztlich zu Frust und Ausgebranntsein, weil sich die Zufriedenheit nicht einstellt, die man sich erhofft und erwartet.

* Zum Teil deshalb, weil wir - solange wir uns mit anderen und deren Problemen beschäftigen und uns dadurch sogar noch wichtig fühlen - gar nicht dazu kommen (was uns Recht ist), uns mit uns selbst zu beschäftigen und mal an das eigene "Eingemachte" zu gehen.

* Zum Teil, weil wir von Kindheit an darauf getrimmt wurden, für andere da zu sein und die eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen. Wenn nicht: Liebesentzug, eine gemeine Bedrohung. Da gilt es dann erst einmal, die eigenen Bedürfnisse wieder überhaupt wahrzunehmen und dann zu lernen, sie auch ernst zu nehmen und sie soweit irgendmöglich zu befriedigen.

Gruss,
Uta
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Hallo,

ich habe das mit der Zeitung sogar noch ausgeweitet, auf Fernsehsendungen die im gleichen Stil berichten.

Man lässt sich mit solchen Sachen "berieseln" ohne viel darüber nachzudenken wie es einen beeinflusst. Da werden politische Erneuerungen so negativ dargestellt dass gleich die ganze Bevölkerung denkt dass es wieder was Schlechtes ist, ohne darüber wirklich nachzudenken. Wer weiß, könnte ja auch sein dass eine Veränderung auch Gutes bewirken kann.

Oder, die Berichterstattung (an der man irgendwie nicht vorbeikommt) über Deutschland sucht den Superstar. Da war doch dieser 17 jährige Junge, der sich erlaubt hat seine Gefühle im Fernsehen zu zeigen, darüber wurde so wiederlich geschrieben....Heulsuse, und wann hört die Heulsuse endlich auf...ist noch harmlos! Der Junge tat mir echt leid und ich hoffe er hat durch diese Erlebnisse keinen Schaden genommen.

In der letzten Zeit kommt es mir vor als wenn diese Art zu schreiben oder zuberichten immer schlimmer wird. Es widert mich an! Und ich werde mir das in Zukunft nicht mehr antun, ich möchte eine neutrale Berichterstattung und mir mein Urteil selber bilden.

Jetzt ist die Vogelgrippe aktuell und wenn man manchen Berichterstattungen glaubt sind wir schon alle verseucht oder werden es in kürzester Zeit sein. Was soll so etwas???
__________________
LG
Sternchen

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Oregano ist offline
Beiträge: 63.712
Seit: 10.01.04
Ich merke gerade, daß mich die Formulierung des Themas "Loslassen und dafür mehr erhalten" stört.
Es ist die Verknüpfung von etwas loslassen, was man aus irgendeinem guten Grund nicht mehr braucht, will, mag mit einem Nutzen, der mich stört.

Mir ist es lieber, erst einmal loszulassen und dann zu schauen, wie der eventuelle Ersatz aussieht. Es muss aber auch gar nicht unbedingt einen Ersatz geben.
Manchmal genügt es doch schon, einfach ein Verhaltensmuster, eine Angewohnheit, Hoffnungen, Enttäuschungen, Wut usw. loszulassen. Oder?

Gruss,
Uta
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Dinge loslassen, die mich runterziehen

herta ist offline
Beiträge: 70
Seit: 28.11.05
Zitat von sabrina
(überall sind ja uhren).
das stimmt nicht mehr so ganz. ich selber habe seit jahren keine uhr mehr besessen (d.h. armbanduhr, zu hause habe ich schon eine) und mir ist aufgefallen, dass die anzahl der öffentlichen uhren stetig abnimmt – ich glaube, das hat damit zu tun, dass jetzt jeder ein handy hat (außer mir) und diese uhren deshalb nicht mehr so gefragt sind. allein in meinem stadtteil sind seit ca. einem jahr zwei uhren nicht mehr in betrieb – jetzt gibt es gar keine mehr im umkreis von ca. 10 minuten zu fuß.

uta, ich verstehe, was du meinst mit der formulierung, aber irgendwie ist sie ja doch zutreffend – man gewinnt doch immer, wenn man sich von etwas befreit, das einem mehr schadet als nützt. also, wenn man irgendetwas von den dingen, die du erwähnst loslässt, hat man doch schon gewonnen, oder nicht? "mehr erhalten" ist vielleicht nicht ganz passend, "gewinnen" wäre, glaube ich, zutreffender.

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Uta, ich hatte damals auch nicht die Idee dass man dafür etwas anderes bekommen soll. Ich glaube ich hatte es ganz einfach "sich von Dingen oder Personen, die einen seelisch belasten oder herunterziehen, tennen"(oder so ähnlich) genannt.

Ich sehe es aber nicht so wild, schließlich erhält man seinen Seelenfrieden wieder. Ich glaube so meint Marcel es auch.
Könntest du damit leben?
__________________
LG
Sternchen

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Sternenfee ist offline
Beiträge: 337
Seit: 21.04.05
Hallo Sabrina,

habe gerade mit einem bekannten telefoniert und wir hatten genau das Thema!
er und ich haben uns von einem anderen bekannten getrennt, der freudige erkenntnisse ins negative kehrte.nach gesprächen mit ihm , fühlte ich mich immer schlecht und habe beschlossen, ihn nicht mehr zu kontaktieren.
ich lasse ihn in frieden gehen
Hast Du ihm denn auch gesagt, warum Du den Kontakt "loslässt"?
Vielleicht ist sich diese Person ja gar nicht bewußt darüber?

Den Menschen loslassen, die einem nicht gut tun, ist eine schwere aber gute Sache, allerdings sollte man dabei auch fair bleiben, vielleicht fragt sich diese Person sonst immer wieder, was eigentlich los ist?

Allgemein hab ich schon die Erfahrung gemacht, wenn man z.B. eine Angewohnheit loslässt, gewinnt man ja freie Zeit, wenn man diese aber nicht positiv nutzt, kann die alte Angewohnheit zurück kommen.

Viele Grüße

Dinge loslassen, die mich runterziehen

Gaby ist offline
Beiträge: 651
Seit: 14.05.05
Hallo ihr Lieben
Das Thema "Loslassen" war für mich und meine Eltern in den letzten Wochen ein sehr großes. Ich war etwas mehr als drei Wochen bei meinen Eltern in der Nähe von Stuttgart, um für sie nach dem Schlaganfall meines Vaters den Umzug in eine Wohnung in einem Seniorenwohnheim durchzuführen.
Dadurch, dass das alles so unerwartet kam und mein Vater nicht mehr in die alte Wohnung zurückkonnte, da sie im ersten Stock lag und sich über zwei Stockwerke erstreckte, und er keine Treppen mehr bewältigen kann, mußte der Umzug im Schnellverfahren erfolgen.
Für mich hieß das, alles, was meine Eltern in über 60 Ehejahren angesammelt hatten, zu sortieren in Sachen, die man wegschmeissen oder weggeben mußte und solche, die man in Zukunft noch brauchen würde. Da die neue Wohnung sehr viel kleiner ist, als die alte, ergaben sich so manche schwierige Entscheidungen. Dazu war die Zeit knapp, ich hatte gerade 3 Wochen für die Entrümpelung der alten Wohnung und die Neueinrichtung der neuen. Für meine Mutter war es manchmal fast unmöglich, sich zu entscheiden, was noch gebraucht würde und was nicht. Sie war gezwungen, sich von sehr vielen Sachen zu trennen, die sie über viele Jahrzehnte besessen hatte. Ich habe über eine Entrümpelungsfirma insgesamt 4 Container Möbel, die für die neue Wohnung zu groß oder überflüssig waren, Gartenmöbel, diverse Einrichtungsgegenstände und dergleichen, Kleidung, usw. usw. entsorgen müssen. Ich habe alles Denken ausschalten müssen, sonst hätte ich das nicht bewältigt.
Jetzt, nachdem meine Eltern in der neuen Wohnung sind, wo sie sehr gut betreut werden und zu jeder Tages-und Nachtzeit Hilfe bekommen können, fühlen sie sich sehr wohl und vermissen eigentlich nichts. Die vielen Sachen, die in der alten Wohnung gehortet wurden, die man zwar nicht mehr brauchte, die aber einmal viel Geld gekostet hatten, fehlen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, es ist eine Befreiung, dass sie endlich weg sind. Die Wohnung jetzt ist eingerichtet nach den aktuellen Bedürfnissen meiner Eltern. Alles ist praktisch und trotzdem komfortabel.
Ohne den Krankheitsfall meines Vaters wäre man niemals so rigoros an die Entrümpelung der Wohnung herangegangen, die aber eigentlich schon längst fällig gewesen wäre. Durch diese Notwendigkeit können meine Eltern damit umgehen und es akzeptieren als unumgänglich.
Mir hat diese Sache einen viel leichteren Umgang mit den vielen Dingen gebracht, die ich im Laufe der Jahre schon gehortet habe, auf die ich aber sehr leicht verzichten kann. Auch bei mir hat jetzt das große Wegschmeissen begonnen, Schrankfächer, die bisher überfüllt waren, leeren sich zusehens, viele Dinge, die schon seit längerer Zeit nur noch Ballast waren, werden entsorgt. Es fällt mir nach dieser Erfahrung viel leichter, Überflüssiges wegzugeben. Es ist ein schönes Gefühl, nur das zu besitzen, was man wirklich braucht. Man erleichtert sich das Leben ungemein, wenn man sich von den vielen Dingen trennen kann, die nur noch aus dem Gefühl heraus, dass man so etwas doch nicht wegschmeissen kann....., nicht entsorgt werden.

Liebe Grüße
Gaby

loslassen und dafür mehr erhalten

klaudi ist offline
Beiträge: 305
Seit: 25.07.05
Hallo

. ich habe jetzt echt überlegen müssen was ich mal abgelegt habe und vor allem, dafür mehr erhalten habe.

. ich habe meinen Sohn losgelassen, ich meine den Sohn den ich wahrscheinlich am meisten habe fördern müssen. Bei ihm viel mir das loslassen besonders schwer. Bekommen habe ich dafür einen total inneren Frieden den ich mit mir abschließen konnte und seine Dankbarkeit sicherlich auch dazu.

. dann habe ich meine Fernsehzeitung losgelassen, ich habe nämlich keine mehr. Mit Absicht. Dafür habe ich mehr Zeit erhalten und stehe nun nicht mehr unter Druck irgendeine Sendung zu verpassen.

. ich habe losgelassen von der Ansicht immer alle bekehren zu müssen. Ich wollte früher immer überall und stetig helfen. Habe nie zu irgendwas nein gesagt. Ich hatte ständig das Bedürfniss jeden vor alles schlechtes bewahren zu wollen. Heute brauche ich das nicht mehr. Dafür habe ich vieles gewonnen. Gelassenheit, Akzeptanz der Einmaligkeit gegenüber anderen Menschen und das kann eine wahre Entdeckungsreise sein.

Im Moment fällt mir jetzt spontan nichts mehr weiter ein, aber wer weiß was wir alles noch so bei uns entdecken.

L.G. Klaudia

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