Musik in der Medizin

01.06.08 10:55 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Es gibt schon lange die "Musiktherapie", bei der mit aktiver und auch passiver Musik therapiert wird. Oft sind die entsprechenden Klienten Behinderte, die dann sehr gut auf Musik ansprechen.
Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit.
Musiktherapeutische Methoden folgen gleichberechtigt tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutisch-lerntheoretischen, systemischen, anthroposophischen und ganzheitlich-humanistischen Ansätzen.....
Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie : Arbeitsfelder

Teilweise weiß man gar nicht, warum Musik so gut wirkt. Tatsache ist, daß sie wirkt.

Am Institut für Musikpädagogische Forschung IfMpF Hannover: Startseite versucht man, die Wirkung von Musik zu erforschen. Musik wirkt ja nicht nur bei Kranken sondern auch bei Gesunden. Und sie ist deshalb sicher auch ohne Forschung ein wichtiges Instrument zum Wohlbefinden und zur Beeinflussung des Menschen allgemein.

Professor Altenmüller:
Im Mittelpunkt unserer Forschung an Gesunden liegt zurzeit die Frage, auf welchen neurobiologischen Ursprüngen die starken Musikwirkungen beruhen und wie die sensomotorische Präzision von Berufsmusikern sich auch in verbesserter Klangqualität niederschlägt. Wir versuchen diesen Fragen mit EEG-Methoden und mit der funktionellen Kernspintomographie sowie mit Bewegungs- und Klanganalysen auf den Grund zu gehen. Paradigmatisch steht hierfür unter anderem unsere Perfomance mit Armin Fuchs, der als Interpret 28 Stunden die Vexationen spielte.
http://www.univadis.de/medical_and_m...dc1ae05871&p=1

Hier geht es um die Verbindung von neurobiologischer Forschung und physiologischem Wissen im Zusammenhang mit Musik. Ich finde, das ist ein sehr spannender Forschungsbereich!

Gruss,
Uta
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Musik in der Medizin

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

ich finde das auch sehr interessant. Irgendwie habe ich mir darüber, warum Musik (auf die eine oder andere Weise beeinflussend - dann also auch "therapeutisch") wirkt, noch gar keine Gedanken gemacht. Fest steht ja, dass unterschiedliche Musik auch unterschiedliche Wirkungen zeitigt. Ich muss da an die Untersuchungen mit Milchkühen denken, deren Wohlbefinden durch Bach - Quartette gesteigert und deren Milchproduktion dadurch erhöht wurde. Sorry, für den Vergleich in diesem Zusammenhang!

Die heilende Wirkung von Musik (hier mehr der Rhytmus) ist unter anderem ja auch aus der schmanistischen Volksmedizin bekannt http://www.symptome.ch/vbboard/thera...de-kl-nge.html.

Herzliche Grüße von
Leòn
__________________
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Musik in der Medizin

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Hallo Leòn,
ich finde das Beispiel der Milchkühe, die bei klassischer Musik wesentlich mehr Milch gegeben haben als bei Rock z.B. ganz interessant in diesem Zusammenhang. Es zeigt, daß Musik bei anderen Lebenwesen mit einem etwas anderen Hirn und Bauch auch Wirkung zeigt .

In der Anthroposophie gibt es auch eine musiktherapeutische Richtung. Dabei werden Instrumente verwendet, die heute eher nicht so bekannt sind, und deren Mischung aus verschiedenen Ländern ich toll finde:

..... typischen Instrumente der Anthroposophie:
Leier, Chrotta, Psalter, Kupferflöte und verschiedene Schlaginstrumente (Trommeln, Zimbeln, Klangstäbe).
Diese Instrumente, in ihrer Bauform meist an sehr alte Vorbilder angelehnt, repräsentieren die Ur-Typen musikalischen Instrumentariums.
Bereichert wird diese Palette durch historische abendländische Instrumente wie z. B. Rohrblatt- bzw. Windkapselinstrumente (Vorläufer von Fagott und Oboe) wie Krummhorn, Cornamuse, Schalmei, exotische Instrumente wie tibetanische Klangschalen, Gongs, Tam, afrikanische Trommeln, Didgeridoo usw. sowie
zeitgenössische Instrumente wie Klavier, Gitarre oder auch die karibische Steeldrum.
Therapieinstrumente

Gruss,
Uta
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Musik in der Medizin
miau
ehrlich leute ,ich glaub ,manchmal gäbe es auch einfachere erklärungen,als wissenschaftler uns liefern.wenn kühen fad ist ,taugt ihnen halt klassische musik.je abwechslungsreicher das leben ,desto besser gehts mit der milch.

in unserer nähe ist ein einsamer bauernhof ,da übt ein schlagwerker stunden, wenn er nicht auftritt oder auf tourneen ist .die nachbarskühe laufen dann weit über die wiesen herbei und grasen nahe beim fenster,um ja recht viel mitzukriegen.laut studie mögen die aber bach,das übt der vater von dem burschen ,aber ihm hören die viecher nicht zu.

in dem ort ist sonst auch wirklich nix los.vielleicht ,wenn sie die auswahl hätten ,täten sie ,statt den schlagzeuger zu hören und zu sehen, lieber leuten beim tarockieren zusehn,und musik dann gar nicht beachten .kühe sind manchmal urneugierig,und haben absolut ihren eigenen schädel.

ich hab das auf biohöfen mit freilaufställen und offenem auslauf gesehen.
diese tiere sind individuen ,manche musikalisch interessiert,manche lieber beim handwerk des bauern zusehend,-wenn man sie lässt.

eine studie ,welche musik kühen gut tut ,ist daher für mich erst aussagekräftig ,wenn dies bei frei laufen dürfenden tieren erhoben wurde.
lg miau

Musik in der Medizin

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Frei laufende Kühe würden eher ins Kino gehen!

Herzliche Grüße von
Leòn

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.785
Seit: 26.04.04
..... oder fernsehen: "Der Bulle von Tölz"

Liebe Grüsse,
uma

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Es ist halt die Frage, ob die Kühe sich zwar mehr für Rock interessieren, aber die Milchproduktion bei diesen Klängen einfach nicht richtig floriert, während sich die Kühe bei Bach langweilen, heißt entspannen, dafür aber die Milchproduktion steigt.

Grüsse von Juliette

Musik in der Medizin
miau
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Es ist halt die Frage, ob die Kühe sich zwar mehr für Rock interessieren, aber die Milchproduktion bei diesen Klängen einfach nicht richtig floriert, während sich die Kühe bei Bach langweilen, heißt entspannen, dafür aber die Milchproduktion steigt.

Grüsse von Juliette
es ist halt eine frage nicht nur der moral,sondern auch der gesundheit des milchtrinkers:erzwingen von immer mehr milchleistung durch bse- futter und möglichst art-ungerechte haltung inklusive musikberieselung ,fiel der industriellen,mit chemikalien(medikamenten) arbeitenden grosslandwirtschaft ein!
diese methoden haben aber nur mit kommerziellen interessen zu tun ,und nichts mit der grösstmöglichen lebensqualität der kühe ,oder musik als therapie.
biobauern bieten kühen gewisse möglichkeiten zur selbstbestimmten lebensgestaltung an ,das resultat ist eine etwas geringere milchleistung,aber weitaus höhere qualität des produktes...
das wäe sicher eine eigene diskussion wert.

es geht hier um musik als therapie!
zum mozartjahr gab es viele berichte über die therapeutische wirkung seiner musik auf den menschen.
einige veranstalter ,die mozartfreie zone anboten,erfreuten sich regeren zuspruches.
was da an übelkeits-zuständen und abneigungen,die man bei dieser "schrecklichen" musik empfinde, berichtet wurde,war halt nicht zur ankurbelung des plattenverkaufes geeignet,und deshalb nicht so in den medien.

ich kenne auch leute, die regelrecht phobie vor dem zahnarzt haben ,seit der auf musikberieselung macht.ihnen wird von der gesunden musik körperlich übel.

und in unserem nachbar-wohnhaus stieg der verbrauch an psychopharmaka bei den mietern in arge höhen ,seit ein jugendlicher therapeutisches trommeln-ohnehin lautgedämpft-übt.
alles was medizin ist, muss eklig tönen? und alles was nervierend ist,ist deshalb therapie?

es wird viel über die ausgleichende und erhebende wirkung von bachscher musik berichtet.
in einem nahen staat haben sich die schlächter im krieg mit bach eingestimmt,ehe sie ihre gemetzel an alten ,frauen,kranken und kindern in den dörfern veranstalteten.
unsere eigenen dikatoren,die die ermordung von millionen in mordfabriken planten und kontrollierten ,waren liebhaber schöner musik ,jener,die heute als therapeutisch gilt.

ist es also die musik selbst, die eine gewisse wirkung hat,oder ist es bloss eine sache der attributierung?

lg miau

Geändert von miau (16.06.08 um 13:42 Uhr)

Musik in der Medizin

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Miau,

Deiner Kritik an der "industriellen" Landwirtschaft stimme ich zu. Allerdings ist das ja auch eine Frage des Marktes und somit gibt es eine massive Verbraucher - Mitverantwortung.

Und außerdem geht es hier, wie Du ja sagtest, um "Musik als Therapie" bzw. als therapeutisches Mittel.
zum mozartjahr gab es viele berichte über die therapeutische wirkung seiner musik auf den menschen.
einige veranstalter ,die mozartfreie zone anboten,erfreuten sich regeren zuspruches.
was da an übelkeits-zuständen und abneigungen,die man bei dieser "schrecklichen" musik empfinde, berichtet wurde,war halt nicht zur ankurbelung des plattenverkaufes geeignet,und deshalb nicht so in den medien.

ich kenne auch leute, die regelrecht phobie vor dem zahnarzt haben ,seit der auf musikberieselung macht.ihnen wird von der gesunden musik körperlich übel.
Ja, nicht jede Musik wirkt bei allen Menschen gleich. Ich selbst bin weder ein Bach - noch ein Mozart - Typ. Und dann kommt es ja auch immer noch darauf an, wie die Musik gespielt wird.
und in unserem nachbar-wohnhaus stieg der verbrauch an psychopharmaka bei den mietern in arge höhen ,seit ein jugendlicher therapeutisches trommeln-ohnehin lautgedämpft-übt.
alles was medizin ist, muss eklig tönen? und alles was nervierend ist,ist deshalb therapie?
Nein, ich würde mal sagen: gerade nicht! Beim therapeutischen oder auch schamanistischen Trommeln geht es um die heilende Kraft des Rhytmus http://www.symptome.ch/vbboard/thera...de-kl-nge.html . Ob das für Zuhörer auch immer heilend sein muss, weiß ich nicht!

So weit meine Meinung!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)


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