Konsequente Ressourcenorientierung

17.05.08 12:00 #1

Psychotherapeutische Behandlungsansätze, Selbsthilfe sowie alternative und medikamentöse Methoden. Bitte die Grenzen unserer Möglichkeiten bzw. Notfallnummern unbedingt beachten.
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Leòn ist offline
Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Der Begriff der "Ressourcenorientierung" ist in vielen Bereichen, sowohl der Wirtschaft als auch in pädagogischen, sozialarbeiterischen und therapeutischen Sektoren nicht mehr wegzudenken und zu einem wesentlichen, zielführenden Element geworden.

Nach meiner Auffassung ist die konsequente Ressourcenorientierung auch im persönlichen, privaten Leben die hilfreichste Einstellung. Sowohl im allgemeinen Umgang, in der Partnerschaft, in der Kindererziehung, am Arbeitsplatz, bei der Lösung von Problemen, Aufgabenstellungen und Konflikten.

Was ist Ressourcenorientierung?

Um Lösungen zu entwickeln, Ziele zu erreichen, Probleme zu bewältigen, benötigen wir eine Blickrichtung auf die Stärken, nicht auf die "Schwächen".

Um Aufgabenstellungen zu bewältigen, hilft es nicht viel, daran "kleben" zu bleiben, welche Schwächen da sind, was nicht funktioniert und wie schrecklich alles ist, sondern sich auf die Lösungen zu konzentrieren und dafür brauchen wir die Ressourcen die vorhanden sind.

Ressourcenorientierung meint eine Grundhaltung, die sich nicht an Defiziten, sondern an den Stärken und Kompetenzen der Menschen orientiert.
Lösungsorientierte Kurztherapie – Wikipedia

Methoden:

Um ressourcenorientiert vorgehen zu können, benötigt man zunächst die Überzeugung, dass Ressourcen vorhanden, entwickelbar und einsetzbar für Lösungen, Entwicklungen und Veränderungen sind.

Die Einsicht, dass Schwächen auch Stärken enthalten (im Sinne des Januskopfes ) ist hilfreich.

Ressourcenermittlung/ Ressourcencheck
Um Ressourcen gezielt einsetzen und ggf. ausbauen zu können, ist die Ermittlung von Stärken, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Eigenschaften, wie zum Beispiel sozialen Kompetenzen, hilfreich.

Ziel und Lösungsorientierung:
Was soll verändert, welche Ziele sollen erreicht werden.
Welche Ressourcen werden dafür benötigt.

Grenzen:
Bei der Lösungskonstruktion ist die Erkenntnis, dass nicht alles, immer und schon gar nicht sofort erreichbar ist, meines Erachtens sinnvoll!

Herzliche Grüße von
Leòn

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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Konsequente Ressourcenorientierung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Eine Methode kann die "Ressourcensammlung" - der sogenannte "Ressourcencheck" sein.
Es geht dabei darum, die Ressourcen (Stärken - Fähigkeiten, Fertigkeiten, Eigenschaften, hilfreiche Kontakte etc.) zu sammeln und sich ihrer bewusst zu werden.

Hierbei kann man unterschiedlich vorgehen!

a) Ich setze mich hin, mit einem Zettel, stelle mir die Frage nach meinen Stärke usw. und schreibe sie nacheinander auf.
Man kann sich zudem die Frage stellen: Woran erkenne ich das? - und dies genauer beschreiben.

b) Als Partnerarbeit, in der Familie, in einer Gruppe usw., kann man zirkulär vorgehen. Das heißt, man beginnt mit einer Person und sammelt deren Stärken, in dem sie zunächst ausgesprochen, verschriftlicht und beschrieben werden. Jeder kommt dran und jeweils zuletzt die Person, um die es geht.

Dann wird der Fokus auf die nächste Person gerichtet.


Hilfreiche Fragen können zum Beispiel sein:

- Woran erkennt man das?
- Wann und wie äußert sich das?
- Wozu ist das gut?

Herzliche Grüße von
Leòn
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Konsequente Ressourcenorientierung

Oregano ist offline
Beiträge: 53.512
Seit: 10.01.04
Eine Frage zu b):
Verstehe ich das richtig, daß hier jeweils die ganze Gruppe die Stärken einer Person sammelt und äußert? So daß also die starken Seiten einer Person von den Gruppenmitgliedern zusammen getragen werden?

Gruss,
Uta
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Do what you love, love what you do, and the world will come to you.

Konsequente Ressourcenorientierung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Eine Frage zu b):
Verstehe ich das richtig, daß hier jeweils die ganze Gruppe die Stärken einer Person sammelt und äußert? So daß also die starken Seiten einer Person von den Gruppenmitgliedern zusammen getragen werden?
Ja, genau! - Am günstigsten ist es, meiner Erfahrung nach, wenn jemand - und zwar am Besten jemand, der "außen steht" - die Gesprächsleitung übernimmt, den Prozess ein wenig lenkt und mit hilfreichen Fragen unterstützt.

Man kann dann zum Beispiel mit derjenigen Person beginnen, die am wenigsten Ressourcen (oder auch Hoffnung etc.) sieht, und sie als erste in den "Mittelpunkt" stellen. So dass alle anderen, nacheinander, die Stärken benennen können. Zuletzt ist die betreffende Person dran und dann geht es mit der nächsten weiter.

Da jede Stärke ja auch eine "dunkle Seite hat" (Beispiel: Durchsetzungsbereitschaft - Dickköpfigkeit), sollte man - als "Dritter" darauf achten, dass die Benennung im Ressourcenbereich bleibt. Ggf. kann man dann "refraimen" - also umdeuten oder positive Zusammenhänge herstellen (Positive Konnotation).

Einen wesentlichen Sachverhalt möchte ich noch benennen: bei der konsequenten Ressourcenorierung geht es nicht darum, auf "Deubel komm raus" positiv zu denken. Sondern es wird von der Idee ausgegangen, dass die wesentlichen Lebensthemen - oder Probleme (wie zum Beispiel familiäre Beziehungen) eher mit Hilfe von Stärken als mit dem Wissen um die Schwächen, bewältigt, bzw. auch verändert werden können!
Die Ressourcensammlung dient also der Bewusstmachung von Stärken, die man dann wieder bei der Formulierung von Veränderungszielen und deren Verwirklichung benötigt!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Oregano ist offline
Beiträge: 53.512
Seit: 10.01.04
Dabei fällt mir ein Seminar ein, bei dem damit angefangen wurde, daß sich jeweils drei Personen zusammen stellten. Sie nannten ihren Namen und hatten dann die Aufgabe, den anderen beiden Personen "Nettigkeiten/Freundlichkeiten" zu sagen. Bei anderen fand ich das recht einfach - für mich selbst finde ich so etwas eher schwierig.
Die Atmosphäre war in Nullkommanix ganz entspannt und fröhlich! - Wer hört denn nicht gerne etwas Positives über sich selbst?

Gruss,
Uta
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Konsequente Ressourcenorientierung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

diese Methode kenne ich auch als "Ermutigungsdusche". Hier werden die einzelnen Eigenschaften/ Ressourcen nicht weiter hinterfragt, sondern "prasseln" in schneller Folge auf jemanden herab. Sehr schön, finde ich das!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Juliette ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 23.04.06
Eine Freundlichkeitsdusche

Ressourcen kennen, heißt für mich auch, was habe ich an Zeit, psychischer und physischer Kraft zur Verfügung, um dem Alltag und seine Aufgaben gerecht zu werden. Kommen neue Aufgaben hinzu, dann schaue ich, ob das in mein Leben hinein passt, oder nicht. Da heißt es auch Nein-Sagen zu können, falls etwas nicht passt. Nicht auf allen Hochzeiten zu tanzen, sondern mich bewusst zu entscheiden.

Grüsse von Juliette

Konsequente Ressourcenorientierung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Hai,

auch an dieser Stelle möchte ich gerne auf den inhaltlichen Zusammenhang mit diesen beiden Threads aufmerksam machen:

http://www.symptome.ch/vbboard/thera...tml#post166660


http://www.symptome.ch/vbboard/zielf...elfindung.html

Herzliche Grüße von
Leòn
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