Initiatische Therapie nach Dürckheim und Hippius

24.02.08 16:13 #1
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Malve ist offline
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Karlfried Graf Duerckheim entwickelte mit Maria Hippius die Initiatische Therapie, die sowohl Einflüsse der Tiefenpsychologie Alfred Adlers als auch der analytischen Psychologie C. G. Jungs enthält.
Er bezieht den spirituellen Aspekt in die psychotherapeutische Arbeit mit ein; der Mensch soll sich seines "doppelten Ursprungs" bewusst werden, d.h. dass er seinen Alltag sowohl weltbezogen als auch seinem Wesen verpflichtend gestaltet. Die Therapie ist nicht nur symptombezogen, es geht auch darum, sich seiner Ganzheit anzunähern.

Zur den Säulen der Therapie gehören

- die Tiefenpsychologie
- die Personale Atem- und Leibtherapie
- das Geführte Zeichnen
- meditative Verfahren

Das Duerckheim-Zentrum in Todtmoos-Rütte wurde 1951 von Graf Duerckheim und Maria Hippius gegründet und ist Bildungs- und Begegnungsstätte/Schule für Initiatische Therapie

Initiatische Therapie
Einführung
Mit der Initiatischen Therapie (initiare: das Tor zum Geheimen öffnen) entwickelten Anfang der 50er Jahre Prof.Dr.K.Graf Dürckheim und Dr.M.Hippius-Gräfin Dürckheim eine Seelenheilkunde, die jene Dimension im Menschen einbezieht, in der das Leben auf existentielle Weise in Frage gestellt ist: jener Punkt, an dem der Mensch durch Schicksal und innere Erschütterung keinen Ausweg, keine Sinnhaftigkeit mehr vor Augen hat. Sich an diesem Punkt als 'gemeinter' Mensch angesprochen wissen zu dürfen, kann den Weg von der "Störung" hin zur Vertiefung und Erweiterung der Persönlichkeit bahnen.
Angesprochen sind Menschen unterschiedlichster Herkunft und Alters in der sie verbindenden Unruhe und der brennenden Frage nach der Sinnhaftigkeit ihrer Lebenskonstellation, nach dem Woher und Wohin in ihrem Leben. Hierfür ein Feld zu öffnen, in welchem sich der Mensch als ein "Getroffener" auf seinen Weg machen kann, ist ein Anliegen der Initiatischen Therapie. "Ich bin es, der gemeint ist", und in diesem 'Ich' ist nicht das 'Welt-Ich' angesprochen, wie Dürckheim dies nannte, es ist das aus der Tiefe aufsteigende, im Wesen des Menschen kernhaft angelegte.
Dürckheim-Zentrum in Todtmoos-Rütte

Liebe Grüsse,
uma

Initiatische Therapie nach Dürckheim und Hippius

Malve ist offline
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Seit: 26.04.04
Graf Dürckheim beschäftigte sich intensiv mit dem ZEN-Buddhismus sowie der Tuschemalerei. Bei der mit ZEN verbundenen Malerei wird nur schwarze Tusche verwendet, wobei das bevorzugte Motiv der Bambus ist.
Die Tuschemalerei ist eine mit äußerster Konzentration und Einfachheit ausgeführte Übung.

www.wachstums-impulse.de/jpg/Bambus4.jpg

"Durch die ständige Wiederholung der Übung geschieht eine Automatisierung des Ablaufs. Die Übung wird zunehmend müheloser, geht wie von selbst und wirkt nach innen. Nicht die vorzeigbare, äußere Leistung ist ihr Sinn, sondern die Verwandlung des ganzen Menschen, in der Entdeckung des Wesens. Es sind Übungen zur Ganzheit."
In der von ZEN beeinflußten Tuschmalerei wird nur die schwarze Tusche verwendet. Die verschiedenen Tonabstufungen, die sich mit der Tusche erreichen lassen, stellen die Wahrnehmung der Farbe durch Kontrast mit der weißen Fläche her. Sie gelten zugleich als unmittelbarer Ausdruck des Gefühls. Auch die weißen Flächen werden Leben bekommen und Tiefen bilden, wenn ich selbst mit dem Gegenstand und der Technik verschmelze und eine Form schaffe. Der "weiße Raum" im Bild hat seine unmittelbare Entsprechung im Taoismus und im ZEN-Buddhismus: die Vorstellung des Einmündens und Aufgehens des Realen in das "Nichts" und die Existenz der "Leere" ist hier von zentraler Bedeutung.
www.wachstums-impulse.de/tuscherede.html

Karlfried Graf Dürckheim,
Der leere Kreis im Zen
Die Bedeutung des leeren Kreises im Zen:
Der Himmel stürzt auf die Erde. Und wenn
der Mensch seinen Tod gestorben ist,
sind alle Dinge im Umkreis wieder,
was sie ursprünglich sind: Träger des Lichtes.
Liebe Grüsse,
uma

Initiatische Therapie nach Dürckheim und Hippius

Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Graf Dürckheim muss eine faszinierende Persönlichkeit gewesen sein, der lebte, was er lehrte. Die Praxis war ihm wichtiger als die Theorie, und er hat wohl seine Erfahrungen und sein Leben ausgestrahlt.

Trotz seiner vielen Veröffentlichungen interessierte sich Karlfried Graf Dürckheim eher für die Praxis als die Theorie. Er war mehr bestrebt, in Menschen den Sinn für große Erfahrungen zu wecken und sie auf ihrem Weg dorthin zu begleiten, als ihnen etwas theoretisch Richtiges (aber praktisch oft Folgenloses) beizubringen. Es war der Eindruck seiner Persönlichkeit, der viele seiner Besucher in Bann schlug, und der auch die Faszination seiner frei gehaltenen Vorträge bewirkte. Da stand jemand, innerlich wie äußerlich aufrecht, zentriert und sprach mit einer Leichtigkeit über den menschlichen Reifungsweg: es floß einfach nur so aus ihm heraus. Er wirkte ungemein gegenwärtig, dabei unangestrengt und gelöst, menschlich schlicht, und vertrat doch einen großen Anspruch, nämlich zu zeigen, dass es mehr gibt als Gutes zu tun. So erschien er als etwas ganz Besonderes, ein Wissender, besser: ein Erfahrener.
KARLFRIED GRAF DÜRCKHEIM Sein Beitrag zur Spiritualität

Mich erinnert er an den Willigis Jäger: http://www.symptome.ch/vbboard/philo...is-jaeger.html
Die Beziehung zwischen dem spirituellen Lehrer und seinem Schüler

Hermann Schwemer - Ein Weiser des inneren Weges

Zu Maria Hippius und Graf Dürckheim:
Historie, Dürckheim-Zentrum Todtmoos-Rütte

Gruss,
Uta

Initiatische Therapie nach Dürckheim und Hippius

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Uma,

ich danke Dir für die Vorstellung dieses, wie ich finde, außerordentlich spannenden und interessanten - und vor allem für seine Zeit, äußerst außergewöhnlichen Ansatz.
Hier http://www.symptome.ch/vbboard/thera...e-ans-tze.html habe ich die Initiatische Therapie unter die "tiefenpsychologischen Ansätze" eingeordnet. Da sollte er auch einstweilen bleiben , obwohl ja ganz unterschiedliche Aspekte enthalten sind! Karlfried Graf Dürckheim - Wikipedia

Herzliche Grüße von
Leòn

Geändert von Leòn (28.02.08 um 17:52 Uhr)


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