Lebensthemen und Überlebensstrategien erkennen und auflösen

23.10.16 06:37 #1
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Lebensthemen und Überlebensstrategien erkennen und auflösen

Gleerndil ist offline
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Tarajal und Clematis, ich hatte nicht gemeint, dass unbedingt eine Konfrontation mit traumatischen Erlebnissen/Gefühlen stattfinden sollte (soweit ich überhaupt etwas davon weiß), aber ich halte Worte wie "ganz tief verdrängen" und "gar nicht mehr erinnern" für trügerisch.
Das mag sicher in bestimmten Fällen ein Mensch/eine Seele so tun und schaffen - nun, wenn sich jemand "gar nicht mehr erinnert", kann ja auch niemand auf die Idee kommen, nach einem Trauma zu suchen - ich denke, dass sich eher häufiger(?) irgendwelche Probleme zeigen, mit Situationen, Gefühlen, Beziehungen o.ä., die sich nicht unbedingt "normal" erklären/einordnen lassen, oder die "alte Geschichten" triggern, dass man sich fragt, was ist da los mit mir, oder was gab es da mal, dass es heute so passiert.

Und ich denke, dass jemand verstehen KÖNNTE, dass durch "ganz tiefes Verdrängen" bewusst eine traumatische Situation "vergessen" werden kann, dass man sich, auch bewusst, gar nicht mehr erinnert. Und das glaube ich nicht, dass es so, bewusst, mit Absicht, und mit "Verdrängung", und ganz allgemein überhaupt möglich ist.

Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Geändert von Gleerndil (13.12.16 um 11:41 Uhr)

Lebensthemen und Überlebensstrategien erkennen und auflösen
Clematis
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aber ich halte Worte wie "ganz tief verdrängen" und "gar nicht mehr erinnern" für trügerisch.
Hallo Gerd,

das kann in manchen Fällen trügerisch sein, in anderen ist es das aber keineswegs. Du vergißt hierbei wie mächtig unsere eigenen Schutzvorrichtungen sein können, bewußt und unbewußt. Hier geht es ums Überleben. Ist das gefährdet, setzt dieser Schutz ein und kann sehr mächtig sein.

ich denke, dass sich eher häufiger(?) irgendwelche Probleme zeigen, mit Situationen, Gefühlen, Beziehungen o.ä., die sich nicht unbedingt "normal" erklären/einordnen lassen, oder die "alte Geschichten" triggern, dass man sich fragt, was ist da los mit mir, oder was gab es da mal, dass es heute so passiert.
Auch dies kann geschehen und jeder wird da anders reagieren. Die Psychiater mit ihren angeblich so wissenschaftlichen Umschreibungen können die Probleme noch verschärfen, in dem sie den Klienten ein Etikett verpassen, was alles andere als real ist und nur ihrer eigenen phantastischen Auslegung entspricht. Siehe dazu auch hier:
http://www.symptome.ch/vbboard/gesun...initionen.html
Die Psychiatrie ist m.E. die allergefährlichste der Krankheitserfinder, weil sie mit der Seele, den Emotionen usw. des Menschen manipulativ umgeht und sie so erst recht durcheinander bringt. So ist z.B. Trauer nach einem Todesfall in der Familie normal. Dem aber das Etikett einer schweren psychischen Krankheit anzuheften, womöglich noch Psychopharmaka zu verschreiben, ist bodenlos unverantwortlich und gemein. Der Trauernde braucht mitfühlende Unterstützung aber kein pseudowissenschaftliches Etikett.

Und das glaube ich nicht, dass es so, bewusst, mit Absicht, und mit "Verdrängung", und ganz allgemein überhaupt möglich ist.
Diese Verdrängung und das völlige Vergessen geschehen nicht willentlich, sondern ganz unbewußt. Der Betroffene selbst beeinflußt das nicht wissentlich. Es geschieht einfach. So entsteht z.B. nach einem schweren Unfall eine teilweise Amnesie, nur auf den Unfall bezogen, manchmal sogar eine retrograde Amnesie, die einen etwas längeren Zeitraum vor dem Unfall mit umfaßt.

Ein weiteres echtes Beispiel: 5-jähriges Kind hat einen schweren Unfall. Körperliche Folgeschäden blieben fast gänzlich aus. Komplettes Vergessen des Unfalls. Im Alter von 44 Jahren erinnerte sich diese Person ganz plötzlich und vollständig an den Unfall. 39 Jahre lang gab es keinerlei Erinnerung daran. 39 Jahre lang schützte die Seele den Menschen vor dieser Erinnerung und gab sie erst frei, als der Erwachsene stark genug und in der Lage war, diese Erinnerung zu verarbeiten OHNE Schaden zu nehmen.

Unser Erinnerungsvermögen kann sehr stark ausgeprägt sein, aber auch sehr schwach. Es gibt Menschen, die erinnern sich an Vorgänge in ihrem 1. Lebensjahr vollständig und sehr detailliert. Die meisten von uns erinnern sich jedoch nur bruchstückhaft an Vorgänge in den ersten Lebensjahren. Schon hier zeigt sich wie selektiv die Erinnerung ist. Auch die Erinnerung an Unangenehmes ist häufig reduziert, Schönes und Positives wird vielfach weit öfter erinnert. Auch dies kann als ein Schutzmechanismus betrachtet werden. Würden wir uns an jedes Detail unseres gesamten Lebens erinnern, würden wir wahrscheinlich durchdrehen, weil uns das total überfordert. Also erinnern wir uns meist nur an für uns Wichtiges, wobei Belastendes vielfach ins Archiv des Vergessens verschoben wird.

Gruß,
Clematis

Geändert von Clematis (13.12.16 um 13:26 Uhr)

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Gleerndil ist offline
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Nur kurz dazu, Clematis....
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Die Psychiater mit ihren angeblich so wissenschaftlichen Umschreibungen können die Probleme noch verschärfen, in dem sie den Klienten ein Etikett verpassen, was alles andere als real ist und nur ihrer eigenen phantastischen Auslegung entspricht.
...
Die Psychiatrie ist m.E. die allergefährlichste der Krankheitserfinder, weil sie mit der Seele, den Emotionen usw. des Menschen manipulativ umgeht und sie so erst recht durcheinander bringt. So ist z.B. Trauer nach einem Todesfall in der Familie normal. Dem aber das Etikett einer schweren psychischen Krankheit anzuheften, womöglich noch Psychopharmaka zu verschreiben, ist bodenlos unverantwortlich und gemein. Der Trauernde braucht mitfühlende Unterstützung aber kein pseudowissenschaftliches Etikett.
ich kann für mich nicht sehen und nachvollziehen, warum man hier über Psychiater und erfundene Krankheiten, oder über Psychopharmaka bei Trauer sprechen sollte.

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es seit einigen Beiträgen hier um Traumata.

Gerd
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Clematis
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
ich kann für mich nicht sehen und nachvollziehen, warum man hier über Psychiater und erfundene Krankheiten, oder über Psychopharmaka bei Trauer sprechen sollte.
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es seit einigen Beiträgen hier um Traumata.
Das gehört m.E. mit zum Thema, weil Betroffenen leider oft höchst zweifelhafte Diagnosen dieses oder jenes Traumas angedichtet werden, obwohl sie in der Form real gar nicht vorliegen. Und das kann dazu führen, daß der Betroffene in die Irre geführt wird, dadurch sein eigentliches Problem nicht erkennen und/oder behandeln kann.

Gruß,
Clematis


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