Ein bewusstes Selbst

16.07.12 11:39 #1
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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo,

es gibt, wie man schnell feststellt, viele Wege und Auffassungen darüber wie man zu sich selbst findet. Meiner Meinung nach werden Ängste weniger, je bewusster man sich seiner Selbst ist. Das Unbewusste ist es was einem Angst macht. Das schreibt Tolle auch ganz gut. Ich habe ihn gelesen und fand sein Buch ansprechend, tue ich auch heute noch, aber ich kann ihm nach einiger Zeit der Überlegung nicht mehr so ganz zustimmen und finde es doch etwas einschränkend, was er so schreibt. Aber Wegweiser ist es ok. Vielleicht kommt es mir aber nur so vor.

Ich habe eine interessante Seite gefunden und finde sie gut erklärt. Sie ist irgendwie freier und experimentierfreudiger. Ich finde gerade das experimentieren in diesem Bereich gut, denn nur so lernt man sich wirklich kennen, denn laufen muss man schon selbst, dass kann kein anderer für einen tun.

Ein bewusstes Selbst


Grüsse von Juliette

Ein bewusstes Selbst

Oregano ist offline
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Juliette,

eine interessante Seite, aber auch ganz schön schwierig. Ich würde ja Jedem, der sich auf dieses GEbiet begibt, empfehlen, in eine Mediationsgruppe zu gehen, wenigstens für den Anfang. Da fällt es leichter, sich einzuarbeiten, sich gleichzeitig zu konzentrieren und zu entspannen.

Auch auf der Hauptseite zu Deinem Link findet sich einiges, was interessant ist:

Du bist dein Weg

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Ein bewusstes Selbst

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Danke Oregano für den Hinweis und den Link.

Eine Gruppe ist sicher nicht verkehrt. Kann ja jeder schauen, wo er sich gut aufgehoben fühlt.

Grüsse von Juliette

Ein bewusstes Selbst
LieberTee
Hallo Juliette,

toll, mir ist gerade ein ganz kleines Buch von/über Eckhart Tolle über den Weg gelaufen..."Die große Heilung kommt mit dem Erwachen".

Es ist was für die Tasche, für unterwegs, oder in Wartesituationen...

Zwei Sätze gefielen mir besonders:

"Die gedankliche Form, die direkt aus der Quelle kommt, trägt noch die Energie der Quelle in sich, die "Quellenenergie"...

"Wenn ich den Baum sehe, vollkommen ohne gedakliche Beurteilung, dann spüre ich auch die Energie, die dahinter liegt - weil ich sie in mir spüre."

Das habe ich ähnlich bei Martin Buber gelesen.

Hm, obwohl ich sagen würde, sie ist nicht dahinter, sondern dazwischen. Aber das ist wohl nicht so wichtig, es meint vielleicht dasselbe.

Beides kann also wohl da, Gedanken und Unmittelbarkeit (ohne Gedanken).

Das eröffnet mir wieder einen Zugang zu Tolle. Eins muß ich ihm zugutehalten: er hat eine Engelsgeduld. Er ist irgendwie "farbiger" geworden... und bemüht sich wirklich, sehr gut und anschaulich, zu erklären.

Er kann es auch gut:


Lieben Gruß
LieberTee

Geändert von LieberTee (24.08.12 um 01:44 Uhr)

Ein bewusstes Selbst

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Lieber Tee,

ich gebe Herrn Tolle in vielen Dingen recht. Er hat einen ganz bestimmten Standpunkt, der auf der philosophischen Lehre Indiens/Zenbuddhismus, aufbaut.
Er hat eine bestimmte Erfahrung gemacht und etwas wertvolles herausgefunden.

Jetzt wird es etwas länger, denn ich habe es von mehreren Seiten und Büchern her beleuchtet:

Herr Tolle schimpft in seinem Buch auf das vernünftige Denken und ich kenne jemanden der es gerade über das vernünftige Denken geschafft hat. Auch in dem Buch, das ich schon recht häufig genannt habe, heißt es, manch einer schafft es sehr schnell durch eine Bewusstseinsverschiebung, die man, wenn man entsprechend veranlagt ist, vornehmen kann. So sagt es auch Herr Tolle und so hat er es erfahren. Und dann gibt es andere, die das nicht so gut können, je nach Charaktereigenschaften, sie benutzen dafür ihren Verstand, denn im Verstand treffen sich das Ich und das Selbst. Man kann hier genau hinsehen, fragen stellen und auf die Antworten hören. So wird es im Focusing beschrieben.
Herr Tolle schimpft aber auf den Verstand. Er nennt ihn sogar Schwätzer. Das ist eine stark negative Bewertung und wenn jemand von ihm lernen will, dann darf er so etwas nicht machen. An anderer Stelle sagt er, das dass was im Verstand auftauche, wie die negativen Gedanken, und auf der Gefühlsebene, die entsprechenden Emotionen, seien nicht so schlimm, auch das Unbewusste sei nicht schlimm. Also man solle es nicht bewerten. Das ist etwas schwierig, wenn man irgendetwas als schlecht ansieht und nicht weiß warum es so ist.
Er sollte meiner Meinung nach besser erklären, wo die negativen Gedanken ihren Usprung haben, so dass jemand das auch nachvollziehen kann. Der Verstand ist im Grunde unschuldig, das Ego auch. Nur die negativen Inhalte, die selbstständig neue Gedanken anziehen und auch produzieren, diese sollte man sich ansehen. Ihr Ursprung liegt in der Bedürftigkeit der Seele, die von ihrer Eigenschaft zu erschaffen, zur Bedürftigkeit herabgestiegen ist. Alles was vorher voller Energie und Licht war, muss sie jetzt von Außen beziehen. In ihr sollen alle vier Urelemente enthalten sein, Erde, Wasser, Feuer, Luft. (Quelle: Hermetik, Kabbala, Spalding, eine Bibellesung, die ich durch Zufall mal im Fernsehen gehört habe.)

Herr Tolle liebt die Stille sehr und er versucht den Menschen diese näherzubringen. Das finde ich eine gute Sache. Aber er sagt auch, und er wiederholt sich da, man solle wenn möglich nicht mehr denken. Menschen die mehr Verstandesmenschen sind können dadurch Probleme bekommen. Nicht jeder ist ein Gefühlsmensch und jeder hat andere Eigenschaften, Stärken, Schwächen. Ich verstehe, dass er sich am liebsten auf der Seinsebene aufhält. Für ihn gibt es sonst nichts mehr zu tun, oder zu erreichen, also braucht er auch nicht mehr Nachzudenken. Ich glaube ihm, dass er bis zum Ursprung vorgedrungen ist, aber er suchte jahrelang nach Antworten, um sein Erlebnis zu erklären. Er hat allein zwei Jahre über das Denken nachgedacht und viel interessantes herausgefunden.

Worte haben für mich eine Bedeutung. Ich sehe das in dem Punkt anders als er. Sie deuten nicht nur auf etwas hin. Es gibt wahre Worte die eins mit dem Bewusstsein sind und wenn man sie in den Körper hineinspricht, an bestimmte Stellen, dann wirken sie wie ein Sog und ziehen lebendige Energie an. Das ist eine feine Sache. Vertrauen ist ein Wort das dem Wurzelchakra z.B. guttut.

Und dann gibt es Worte des Ausdrucks, so wie wir sie hier im Forum verwenden. Wenn man eins ist mit den Worten, dann verbrauchen sie weder positive noch negative Energien, sie sind neutral. Man kann mit jedem Wort eins sein was man denkt.
Und dann gibt es noch Worte mit denen man tatsächlich Formen erschaffen kann. Dahinter steckt dann aber eine Absicht, indem man sich Ziele setzt, indem man vielleicht eine Phantasielandschaft erschafft und sich darin bewegt. Das kann heilsam sein.

Herr Tolle sieht das mehr schwarz und weiß, so scheint es zumindest. Ich habe sein Buch schon weitergegeben an jemanden der mit Spiritualität überhaupt nichts am Hut hat. Seine erste Frage war, wie soll man denn den Alltag bewältigen ohne Denken.

Genau das ist die Frage. Ich glaube zwar auch, das Herr Tolle das grüblerische Denken meint, welches in der Zukunft– und in der Vergangenheit stecken bleibt, aber er bringt es nicht richtig rüber. Da schwingt immer noch so was mit wie, das Denken ist eine nicht zu vermeidende Notwendigkeit.

Wer sein Denken beobachtet, der wird feststellen, das er bei Sachen, die der Verstand schon gelernt hat, er still ist, also kein Gedanke auftaucht. Man kocht, trifft Entscheidungen dabei, um das Gericht herzustellen, aber es gibt keinen wirklichen Gedanken dazu. Ist das Stille?

Lernt man aber etwas Neues, dann muss man bewusst denken, bis das Ganze zur festen Konstanten geworden ist und man es verinnerlicht hat. Autofahren beispielsweise.

Die Stille sind die Gedanken Gottes und dass, was man selbst bereits gelernt hat in diesem Leben. Wenn man bewusst denkt, kann man sich mit der Stille verbinden und hineinhorchen. Beim Focusing wird es so gelehrt. In der Hermetik und in der mystischen Kabbala, deren Lehren älter sind, gibt es ein Ich, das vom Selbst wieder lernen muss, damit beide wieder zu einer Einheit verschmelzen.

Die feste Konstante, die Herr Tolle hat, ist das Sein. Die feste Konstante die die Schöpfung mit einschließt, wäre das Christusbewusstsein. Da gibt es einen Unterschied, wie ich gelesen habe. Manches soll man nur schaffen, wenn man bewusst über seine inneren Welten nachdenkt. Das soll Jesus gemacht haben, laut Buch, als er seine Seele gesehen hat und er alleine war und Hunger hatte. Er hat nachgedacht und die Energie darin auch im Außen erkannt, beispielsweise in den Steinen. Davon spricht Herr Tolle, wenn er den Baum erwähnt. Jesus hat sich in seiner Not etwas zu Essen vorgestellt, an Stelle der Steine, und so hat er in seinem Innern die Form verändert, was im Außen zur Wirklichkeit wurde. Und als er noch weiter nachgedacht hat, da erkannte er, dass die Energie unendlich überall vorhanden ist und so hat er angefangen aus dem Nichts zu erschaffen. Das wäre das Christusbewusstsein.

Ich habe also auch reichlich darüber nachgedacht. Für mich ist das meiste davon Theorie, aber manches kann ich mir durchaus so vorstellen. Was Herr Tolle besser als andere beschrieben hat, finde ich, ist das Bewusste und das Unbewusste. Wenn man das so umsetzen kann, ist es sicher eine gute Sache.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (24.08.12 um 23:58 Uhr) Grund: Korrekturen Rechtschreibung, Ausdruck

Ein bewusstes Selbst
LieberTee
Liebe Juliette,

danke für Deine lange Antwort. Deine Gedanken machen mir immer sehr viel Freude!

Ich verstehe E. Tolle inzwischen anders. Er meint nicht das Denken an sich. Er meint das Denken, dass sich mit Negativen oder Gezwungenen befasst.

"Die gedankliche Form, die direkt aus der Quelle kommt, trägt noch die Energie der Quelle in sich, die "Quellenenergie"... so äußert er sich in dem Buch, was ich oben beschrieb. Seitdem ich diesen Satz gelesen habe, geht es mir mit seinem "Denken" viel besser.

Ich schaffe es ebenfalls nicht, nicht zu denken. Wenn es jemand hinbekommt und es hilft, prima! Ich habe es bisher nicht geschafft. Außerdem liebe ich es, zu denken, es macht mir außerordentlich Spaß. Aber ich meine das konzentrierte oder das freie Denken, nicht das gefangene, in Regeln gepresste, oder dass ängstliche, sorgenvolle, traurige, negativ bewertende, selbstabwertende oder vor allem das panische Denken. Es ist natürlich auch da, ich kann es manchmal nicht unterdrücken und es macht wenig Sinn, es zu unterdrücken. Negatives Denken versuche ich, zu hinterfragen. Da komme ich am besten mit klar. Manchmal reagiere ich zu schnell, eben panisch und dann kommt es dazu, dass ich andere verletze, deshalb suche ich noch nach Wegen, damit so umzugehen, dass ich es einerseits nicht unterdrücke, es mich aber andererseits nicht mehr so bestimmt. Die Idee von E.Tolle, eine Ist-Situation so wie sie ist anzunehmen, finde ich gut, wenn es gelingt. Veilleicht ist es eine Übungssache. Er sagt selber, dass es für viele ein Weg ist, auch wenn er selber es für sich anders erfahren hat.

Mein Eindruck von ihm ist inzwischen, dass er nicht sehr dogmatisch ist. Das finde ich ziemlich symphatisch. Er versucht seine Erfahrung weiterzugeben und nichts zu erzwingen. Er kommt mir insofern authentisch vor, als er offenbar tatsächlich in der Lage ist, die Ist-Situation auch mit seinen fragenden und skepitschen Gegenübers so anzunehmen, wie sie ist.

In dem Büchlein unterhält er sich mit einen Reiki-Heiler (ich habe davon Nullahnung...egal) und er sagt, ein Heiler, der nicht selbst in der Stille sein kann, kann nicht heilen. Das leuchtet mir in der Beziehung ein, dass Du nur etwas glaubhaft vermitteln kannst, was Du selber lebst. Wenn Du nur versuchst, Gedanken, Theorien zu vermitteln, versuchst Du zu überzeugen und das kann nicht funktionieren. Es ist vielmehr eine Form der Gewalt, die Du anwendest. Wenn Du selber "still" bist, kannst Du Deinem Gegenüber Raum geben, selber zu erkennen, zu entdecken. Denn es geht ja gar nicht anders, man kann es immer nur selbst entdecken, erfahren, nicht mit dem Verstand allein. Der Verstand kann Dich dorthinführen, aber ohne Erfahrung bleibt alles auf einer gelernten Oberfläche, wie im Kurzzeitgedächnis. Es verschwindet entweder oder man muss sich ständig Zwang antun, sich bemühen, was nur dazu führt, dass man sich verkrampft.

Wer sein Denken beobachtet, der wird feststellen, das er bei Sachen, die der Verstand schon gelernt hat, er still ist, also kein Gedanke auftaucht. Man kocht, trifft Entscheidungen dabei, um das Gericht herzustellen, aber es gibt keinen wirklichen Gedanken dazu. Ist das Stille?

Lernt man aber etwas Neues, dann muss man bewusst denken, bis das Ganze zur festen Konstanten geworden ist und man es verinnerlicht hat. Autofahren beispielsweise.
Wenn man sich auf etwas konzentriert und ganz bei der Sache ist, darin aufgeht in dem Tun, in dem Gestalten, denkt man meines Erachtens nichtüber das nach, sondern denkt im Moment, beschäftigt sich mit dem, was erforderlich ist, erinnert sich an Gelerntes (oft automatisch, manchmal durch Überlegen), wenn man denkt, dann eher kreativ. (Was ich oft vermisse bei gewissen Leuten, die nur den Vorgaben folgen, ohne Sinn und Verstand... ich weiß, dass das jetzt gerade bewertend ist )

Man ist viel zu sehr mit dem, was ist, beschäftigt. Man ist im Moment, im aktuellen Tun, weniger im Denken über etwas, im Bewerten. Wenn ich ein Auto repariere und stelle fest, dass mein Kollege den Schraubendreher an den verkehrten Platz gelegt hat, neige ich vielleicht zur Bewertung, weil ich darüber fluche, aber lange habe ich gar keine Zeit dazu, ich kann mich nicht stundenlang mit Bewertungen aufhalten... Wenn ich gar nicht erst bewerte und einfach nur in der Ist-Situation bin, frage ich einfach nach, wo er ist. Mit dieser Haltung erspare ich mir Ärger und Streit mit dem Kollegen wunderbar!

Noch mal zum Nichtdenken und zur Meditation. Ich schaffe es auch da nicht, nicht zu denken. Aber mir ist etwas sehr Komisches passiert. Ich dachte während der Meditation darüber nach, dass ich nicht aufhören kann zu denken, dass ich nicht aufhören kann, traurige Gedanken zu denken und prompft fing ich an, zu weinen, was in dem Rahmen auch völlig ok ist, Gott sei Dank! Es macht es keine Peinlichkeit.

Nur, plötzlich kam mir der Gedanke: ich darf hier einfach aufhören damit, ich muss nicht denken. Das war ein Aufatmen und eine unglaubliche Erleichterung. Sofort enkrampfte sich alles und ich fing an, im Geiste zu malen. Ich malte mit meiner Vorstellung und es machte Spaß. Ich malte einfach wild drauflos und während ich malte dichtete ich. Ich musste über mich selbst grinsen, dass ich da in einer Meditation sitze und "leer" sein sollte und meine Kopf füllt sich mit Versen. Es war völlig verrückt, aber es machte Spaß. Ein Phänomen bemerkte ich noch - normalerweise muss ich alles sofort aufschreiben, sonst ist es futsch. Dieses mal war es noch zwei Stunden später im Gedächnis und das ohne krampfhaftes Festhalten....Sonderbar.

Eins ist mir jedenfalls klar geworden: Denken ist nicht gleich Denken und Gedanken sind nicht gleich Gedanken. Wo allerdings die wirklichen Unterschiede sind, da fehlen mir noch die Worte.

Lieben Gruß
LieberTee

Ein bewusstes Selbst

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo LieberTee,

danke für deine Gedanken. Du hast einiges, so finde ich sehr treffend formuliert.

"Die gedankliche Form, die direkt aus der Quelle kommt, trägt noch die Energie der Quelle in sich, die "Quellenenergie"... so äußert er sich in dem Buch, was ich oben beschrieb. Seitdem ich diesen Satz gelesen habe, geht es mir mit seinem "Denken" viel besser.
Das ist sicher richtig. Aber er vergisst die Schöpferische Seite, glaube ich. Sie ist nicht in seinem Bewusstsein, oder er hat eine andere Vorstellung davon. Im Leben und Lehren der Meister im fernen Osten steht es so. Ich finde es ist eine interessante These: Jeder der einen bewussten Gedanken aussendet kann sich das vorstellen, wie in einem Wasserglas, in das man einen Stein wirft. (Physik)
Der Stein erzeugt Wellen die bis zum Rand des Glases gelangen. In diesem Falle wäre es die göttliche Urenergie mit der wir eins sind. Ist der Gedanke angekommen bekommt er die Energie der Quelle und die Information des einen Gedankens wird um ein vielfaches verstärkt, im Quadrat hoch vier, heißt es im Buch und zum Absender zurückgesendet. So Sicher wie die Wellen in dem Glas Wasser irgendwann wieder den umgekehrten Weg antreten, zum Absender zurück, so sicher wird er das, was er für Wahr hält zurückbekommen. Das wäre Schöpfung und es soll das Christusbewusstsein sein, von dem ich oben schrieb.

Ich habe einmal einen Beitrag von einer Frau gelesen, die sich mit dem Denken befasst hat. Sie nannte es ein lebendiges Denken, dass auf der Schwelle zum Sein stattfindet. Das Sein wäre hier der Ursprung und die Schöpfung der Ausdruck. Wer beim Sein stehenbleibt vergisst den lebendigen Ausdruck, so sagte sie. Sie hatte da einiges aus der antroposophischen Lehre Rudolf Steiners und es so für sich interpretiert.

Auch ein Herr Goldsmith, der sich mit diesen Themen auseinandergesetzt hat und einige Bücher geschrieben hat, hat nichts mehr in Gut und Schlecht aufgeteilt. Das hat er für sich klar gemacht, nach reiflich Nachdenken. Er hat einige interessante Erfahrungen gemacht und er hatte dadurch auch heilerische Kräfte. Eines Tages saß er im Wartezimmer bei einem Arzt und neben ihm saß ein Mann, der wohl schwer krank war. Man sah ihm das äußerlich an. Herr Goldsmith führte, einen inneren Dialog und fragte was er da wohl machen könne. Die Antwort war: Ich gab dir das Wort. Er hörte die Stimme in seinem Kopf. Herr Goldsmith benutzte das Wort was er für richtig hielt und der Mann wurde geheilt.

Wenn man sich auf etwas konzentriert und ganz bei der Sache ist, darin aufgeht in dem Tun, in dem Gestalten, denkt man meines Erachtens nichtüber das nach, sondern denkt im Moment, beschäftigt sich mit dem, was erforderlich ist, erinnert sich an Gelerntes (oft automatisch, manchmal durch Überlegen), wenn man denkt, dann eher kreativ.
So sehe ich das auch.

Nur, plötzlich kam mir der Gedanke: ich darf hier einfach aufhören damit, ich muss nicht denken. Das war ein Aufatmen und eine unglaubliche Erleichterung. Sofort enkrampfte sich alles und ich fing an, im Geiste zu malen. Ich malte mit meiner Vorstellung und es machte Spaß. Ich malte einfach wild drauflos und während ich malte dichtete ich. Ich musste über mich selbst grinsen, dass ich da in einer Meditation sitze und "leer" sein sollte und meine Kopf füllt sich mit Versen. Es war völlig verrückt, aber es machte Spaß. Ein Phänomen bemerkte ich noch - normalerweise muss ich alles sofort aufschreiben, sonst ist es futsch. Dieses mal war es noch zwei Stunden später im Gedächnis und das ohne krampfhaftes Festhalten....Sonderbar.
Das war ein schönes Erlebnis.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (25.08.12 um 18:10 Uhr) Grund: Zu schnell geschrieben. Falsche Vormulierung

Ein bewusstes Selbst

Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo,

ich habe da noch etwas gefunden. Ein Mr. Hawkins aus den USA hatte wohl, wie einige andere auch, ein erleuchtendes Erlebnis gehabt und hat daraus dann 30 Jahre seine Schlüsse gezogen. Es ist ein etwas anderer Betrachtungswinkel. Er hat die Kinesiologie für seine Tests benutzt.

Hawkins / ?Die Physiologie von Wahrheit


Und hier schreibt er auch etwas über Lehrer und Werke des Menschen, in welchem Bewusstseinszustand sie diese wohl verfasst haben. Alles sollte man sicher nicht glauben, aber manches liest sich ganz interessant. Dem vernünftigen Verstand wird hier ein guter Stellenwert eingeräumt, was ich persönlich nicht schlecht finde.
Er teilt das Bewusstsein auf, in einer Skala von 0 bis 1000. 0 wäre hier kein Leben und 1000 Buddha und Jesus. Alle anderen liegen irgendwo dazwischen. Interessant finde ich dass er diejenigen, die von sich sagen sie seien voll erleuchtet, nicht ganz oben einordnet, sondern sie auf einem anderen Platz stehen.
Er räumt im Gegensatz zu anderen dem Ego einen Stellenwert ein und es ist ein Begleiter für die eigene Entwicklung.


Quallität
1 Mensch mit
Bewusstseinsebene Quantität
Ausgleichsfaktor für ...


1 gutwilliger Mensch (BW 310) 90 000 Menschen mit BW unter 200
1 rationaler Mensch (BW 400) 400 000 Menschen mit BW unter 200
1 liebender Mensch (BW 500) 750 000 Menschen mit BW unter 200
1 erlösender Mensch (BW 600) 10 Millionen Menschen mit BW unter 200
1 weiser Mensch (BW 700) 70 Millionen Menschen mit BW unter 200
1 Avatar (BW 1000) die Negativität der gesamten Menschheit.


Basierend auf Power vs. Force, Hay House Ausgabe, S. 282, 2002
Das All-sehende Auge, Kapitel 3, S. 72, 2005 / The Eye of the I, chapter 3, S. 67, 2001
SpiritualWiki - ListeWahreLehrer


Grüße von Juliette

Geändert von Juliette (31.08.12 um 09:34 Uhr)

Ein bewusstes Selbst
LieberTee
Liebe Juliette,

danke für den Link. Ich finde David R. Hawkins schwer zu lesen. Deshalb brauche ich dafür anscheinend etwas länger, um zu verstehen, was er meint. Ich habe allerdings auch nicht das Vorwissen. Zum Thema habe ich fast nichts gelesen.

Wenn ich durch bin, schreibe ich vielleicht was dazu.

Aktuell kam mir der Gedanke, dass das "ich-bin" nicht existiert. Es ist lediglich eine Bewegung, eine Sendung, ein Empfang und vielleicht noch eine Bereitschaft dazu. Ohne das stirbt das Ich-Gefühl. Danach wäre der physische Tod, bzw. der Prozess des Sterbens nicht das Sterben des "ich", sondern vielmehr das Sterben des DU. Ohne Bezogensein=kein "ich", es kann nicht existieren. Das würde erklären, warum Menschen lieber allein sterben. Sie vermeiden Kontakt, dadurch können sie leichter den physischen Körper aufgeben.

Was dahinter liegt - keine Ahnung. Für mich war es immer die Erlösung von der Individualität zum Zustand des Einseins. Ob man durch Übung in der Meditation da hin zu kommen vermag, das probiere "ich" aus. Ein Selbstversuch, ein Tun, wenn man so will, kann ja nie schaden.

Und wenn nur dabei ein wenig mehr Gelassenheit herauskommt, ist auch schon viel gewonnen, denke "ich" (wer auch immer das ist).

Lieben Gruß
LieberTee

Geändert von LieberTee (31.08.12 um 18:31 Uhr)

Ein bewusstes Selbst

Biene 94 ist offline
Beiträge: 351
Seit: 16.08.11
Genau das ist mein Problem.

Wie du richtig schreibst, das Unbekannte/bewusste macht einem Angst.

Ich habe Augenflimmern, leicht taube Haut, Kribbeln, Kopfdruck & andere Symptome. Mein Körpergefühl ist dadurch total verändert.

Ich bin mir nicht mehr richtig bewusst in dem was ich tue. Bei allem. Diese Zustände ermöglichen es mir nicht mehr. Meine Gedanken entsprechen nicht der Realität. Sie sind so negativ, depressiv, einfach anders.

Dadurch bin ich wieder schüchtern geworden, obwohl ich es nicht bin. Das macht mich krank. Ich will das es vorwärts geht, mich ändern, aber mein Körper erlaubt es mir nicht. Äußerlich werde ich immer als schüchtern wahrgenommen. Was in mir diese ganzen Bakterien, Viren etc. in mir anstellen sieht niemand und es will auch gar niemand sehen. Das ich das gar nicht bin. Ich bin mental viel weiter....

Ich will endlich wieder das Leben spüren.

Ich hoffe wirklich das es Borreliose ist und die ggf. verordnete Therapie anschlägt. Erst wenn die Infektion bekämpft ist, dann bin ich wieder ganz ich.

lg Biene

Geändert von Biene 94 (02.09.12 um 16:58 Uhr)


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