Elektronische Gesundheitskarte

04.10.11 18:30 #1
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Elektronische Gesundheitskarte

Bunti ist offline
Beiträge: 547
Seit: 28.07.11
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen

Ich befürchte, liebe Bunti, es wird nicht zu einem Nutzen für die Patienten werden. Ich weiß auch nicht, was da nun tatsächlich wo gespeichert wird und ob dies nachlesbar und nachvollziehbar für den einzelnen sein wird.
also ich hatte diese neue Karte schon und mein Arzt sagte, man sieht eben alles wo man gewesen ist, welche Diagnosen man schon hatte etc.
da ich die Kasse gewechselt habe, habe ich wieder die alte Karte aber die wollen wieder ein Bild von mir für die neue..
tja...

2010 als ich das erste mal darüber hörte war ich auch skeptisch, jetzt sehe ich da eher die Vereinfachung vielleicht.

wie schon erwähnt, wenn vieles dadurch für dem Arzt einfacher wird, why not..
stellt mal vor..ihr geht zum Arzt und er kann gleich sehen, was schon untersucht und mit welchen Ergebnis ist, so erspart man unnötige Überweisungen oder Untersuchungen.

Elektronische Gesundheitskarte
kopf
ich denke man kann den chip,seine funktionsfähigkeit, in der mikrowelle zerstören ?
dann gäbe es doch kein problem mehr ! jemand mit mikrowelle findet sich doch bestimmt !
LG kopf

Elektronische Gesundheitskarte

Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Zitat von Kate Beitrag anzeigen
Hallo Angie,


Ich fürchte, Du wirst keine Kasse finden, die Euch jetzt noch "alte" Krankenversicherungskarten ausgibt. Denn die haben ja den Druck, bis Ende 2012 70% Ihrer Mitglieder mit der eGK versorgt zu haben


Mir fällt jetzt nur ein, das "Ersatzverfahren" für Deine Tochter zu verwenden. Normalerweise sollte es dafür reichen, sich anfang des Quartals so eine Bescheinigung zu besorgen (auf der TK-Seite kann man die sogar runterladen, siehe oben).

Siehe auch:


Du könntest auch im Blogg von Stoppt-die-ecard.de nachfragen, dort antworten teils Profis (Rechtsanwälte, Ärzte).

Liebe Grüße, ich halt die Daumen...
Kate
Kate, vielen Dank für deine Bemühungen.

Ich hatte jetzt einige Telefonate und ja, es gestaltet sich ziemlich schwierig.

Selbst die Dame von der Krankenkasse zeigte sich eher skeptisch gegenüber diesen E-Karten.

Nun, wir werden jetzt anfangs des nächsten Quartals so eine Art Überweisungsschein anfordern. Zumindest gilt das jetzt nicht für die ganze Familie.
Anscheinend müssen wir gesetzlich Versicherten wohl in diesen sauren Apfel beißen.
Naja, bin gerade etwas säuerlich und frage mich schon, wo das noch hinführt mit unserer so tollen Demokratie.

Liebe Grüsse,
Angie

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Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Zitat von kopf Beitrag anzeigen
ich denke man kann den chip,seine funktionsfähigkeit, in der mikrowelle zerstören ?
dann gäbe es doch kein problem mehr ! jemand mit mikrowelle findet sich doch bestimmt !
LG kopf
Kopf, cooler Gedanke...nur es wird nichts bringen, die neue Karte, die du dann beantragst ist wieder so eine E-Karte....leider.

Und wahrscheinlich können die Daten unproblematisch vom Zentralcomputer auf die neue Karte geladen werden.

LG, Angie

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Dora ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Mit Widerspruch und Klage gegen die Elektronische Gesundheitskarte

Das Ziel ist Karlsruhe

Die geplante elektronische Gesundheitsakte, und Strukturen, die sie vorantreiben, können rechtlich nur durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gestoppt werden. Dieses Gericht hat der Kritik daran schon zugebilligt, "durchaus gewichtig" zu sein. Es hat gleichzeitig vorgeschrieben, dass man dagegen den Weg durch die Instanzen gehen muss. (Siehe hier: Entscheidung vom 13.02.2006, Aktenzeichen 1 BvR 1184/04, Randnummern 61, 62). Man muss also zunächst zu den Sozialgerichten. Und darum geht es hier: Gegen die EGK, über die Sozialgerichte, nach Karlsruhe.

Der Ablauf, den diese Anleitung beschreibt, wird fast sechs Monate dauern. In der Zeit werden Sie dafür etwa zwei Stunden brauchen, wenn Sie nichts Überflüssiges tun. Es entstehen lediglich Portokosten. Risiken gehen Sie keine ein. Wenn alles schiefgeht: das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass Sie die EGK benutzen müssen. Und an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen werden. Wenn Sie nichts tun, wird es bedeutend wahrscheinlicher, daß Ihnen das passiert. Egal ob sie freiwillig oder unfreiwillig versichert sind: Gesetzliche Krankenkassen dürfen Ihnen nicht kündigen, sie dürfen nicht Ihren Beitrag erhöhen, weil sie nicht mit der Karte einverstanden sind.




Mit Widerspruch und Klage gegen EGK
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Geändert von James (13.09.12 um 23:13 Uhr) Grund: unnötiger Link

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Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 9.996
Seit: 16.11.04
Hallo Kopf

Zitat von kopf Beitrag anzeigen
ich denke man kann den chip,seine funktionsfähigkeit, in der mikrowelle zerstören ?
dann gäbe es doch kein problem mehr ! jemand mit mikrowelle findet sich doch bestimmt !
Eine brilliante Idee
Ich nehme an, das Plastik bleibt heil in der Mikrowelle? (Besitze keine, aber für diesen Zweck würde ich mir eine zulegen )

Wenn Du das Verfahren etwas verfeinern könntest, wäre das die von mir gewünschte hardwareseitige Deaktivierung der Schnittstelle zur Telematikinfrastruktur. Du müsstest allerdings die Schnittstelle für den Online-Stammdatenabgleich heil lassen, denn der ist jetzt schon gesetztlich vorgeschrieben. Lässt sich das machen?

Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

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Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 9.996
Seit: 16.11.04
Hallo Bunti

Zitat von Bunti Beitrag anzeigen
also ich hatte diese neue Karte schon und mein Arzt sagte, man sieht eben alles wo man gewesen ist, welche Diagnosen man schon hatte etc.

(...)

2010 als ich das erste mal darüber hörte war ich auch skeptisch, jetzt sehe ich da eher die Vereinfachung vielleicht.

wie schon erwähnt, wenn vieles dadurch für dem Arzt einfacher wird, why not..
stellt mal vor..ihr geht zum Arzt und er kann gleich sehen, was schon untersucht und mit welchen Ergebnis ist, so erspart man unnötige Überweisungen oder Untersuchungen.
Sicher mag die zentrale Speicherung von Gesundheitsdaten in Einzelfällen auch Vorteile haben (die sich allerdings auch dezentral, über Speicherstick o.ä. realisieren ließen). In meinen Augen werden die Nachteile aber bei weitem nicht kompensiert und sind in verschiedener Hinsicht katastrophal. Um sich da zu informieren, sollte man schon das eine oder andere Stündchen investieren, denn sonst kann man es nicht beurteilen. Dazu eignen sich u.a. die Links, die hier schon eingestellt wurden.

Meines Wissens sind viele Ärzte dagegen. Siehe z.B. www.durchblick-gesundheit.de/content/red.otx/1175.

U.a. werden sie mit zusätzlichen Verwaltungs- und IT-Aufgaben belastet.

Das Ausstellen eines elektronischen Rezeptes braucht mehr Zeit als ein herkömmlich erstelltes Papierrezept (...). Ärztinnen müssen sich außerdem zukünftig durch den ständig wachsenden Informationsdschungel Ihrer gesammelten elektronischen Krankendaten wühlen. Das ist alles Zeit, die für ein persönliches Gespräch fehlen wird. Anstatt Sie zu befragen, fragt der Arzt in Zukunft Ihre Datensätze ab.
Versuche in Testregionen haben ergeben, dass viele geplante Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte die Praxisabläufe behindern, statt sie zu vereinfachen. So hat sich etwa in der Testregion Flensburg herausgestellt, dass die Erstellung eines elektronischen Rezeptes für jedes Medikament 24 Sekunden dauert, ein Papierrezept hingegen benötigt nur 2,13 Sekunden. Das klingt wenig, bedeutet aber, dass eine Praxis mit durchschnittlicher Patientenanzahl ca. 26 Stunden im Monat verloren gehen.
Einige Ärzte befürchten außerdem, dass ihnen juristische Konsequenzen drohen würden, wenn sie unter allen zukünftig auf der eGK gesammelten Informationen etwas übersehen. Der Zeitaufwand, den Ärzte mit der Sichtung der gespeicherten Datensätzen verbringen müssen, wird also steigen. Es bleibt aber fraglich, ob dieser Mehraufwand in angemessenem Maßstab zum Nutzen steht.
Quelle: Abgestempelt? Fünf gute Gründe gegen die elektronische Gesundheitskarte — (den Link hatte ich bereits oben gesetzt)

Die Nachteile für den Patienten liegen auf der Hand und sie haben nichts mit der Karte als solcher zu tun, sondern mit ihrer Funktion als Schlüssel zur Telematikinfrastruktur. Diese gefährdet aus meiner Sicht u.a.
  • das Recht auf Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung
  • die ärztliche Schweigepflicht und das Vertrauensverhältnis zum Arzt
  • das Recht auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung
Eine sichere Verschlüsselung von Daten, die auf Servern gespeichert oder online übermittelt werden, und damit ein Schutz vor dem Zugriff Unbefugter, kann niemals gewährleistet werden. Gesundheitsdaten sind besonders sensible Daten und dass diese Begehrlichkeiten (z.B. von Versicherungen, Arbeitgebern, Gesundheitsprodukte-Firmen) wecken, liegt auf der Hand. Darüber hinaus sind nach meiner Information bereits jetzt konkrete Sicherheitslücken bekannt.

Zur "unabhängigen Zweitmeinung" hatte ich hier schon geschrieben, warum die ePatientenakte gerade für viele User dieses Forums verhängnisvoll sein könnte:
Zitat von Kate Beitrag anzeigen
  • (...)
  • Falls nein: Kann der Patient steuern, auf welche der Daten den "elektronischen Gesundheitsakte" der jeweilige Arzt Zugriff bekommt, dass er ggf. (wenn eine unbeeinflusste, unvoreingenommene Einschätzung gewünscht ist) auch garnicht darauf zugreifen kann, sondern die Praxis nur die Kartendaten selbst zu sehen bekommt? (Ich nehme an, dass in dieser "Krankenakte" nicht nur technische Befunde und sonstige "einigermaßen objektive" Daten gespeichert werden, sondern auch subjektive Einschätzungen - ansonsten müsste man ja z.B. den Bereich Psychiatrie/psychosomatische Medizin ziemlich komplett ausklammern. Das ist sicher für viele gerade hier im Forum relevant, die recht vorschnell in der Psychosomatik-Schublade landeten, und deren Chance auf eine unabhängige Beurteilung mit solchen Vor-"Befunden" vermutlich deutlich sinken wird. Auch werden vermutlich Auseinandersetzunge und Zerwürfnisse mit Ärzten dort ersichtlich, so dass jemand evtl. in der "Schublade R" - für renitent - oder gar in einer noch unvorteilhafteren landet - ich las hier mehrfach von Menschen, denen die Idee, sie hätten etwas Körperliches, quasi als Wahnidee ausgelegt wurde).
  • (...)
Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

Geändert von Kate (15.09.12 um 11:56 Uhr)

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Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 9.996
Seit: 16.11.04
Hallo Angie

Zitat von Angie1 Beitrag anzeigen
Ich hatte jetzt einige Telefonate und ja, es gestaltet sich ziemlich schwierig.

Selbst die Dame von der Krankenkasse zeigte sich eher skeptisch gegenüber diesen E-Karten.
Find ich aber gut, dass Du das gemacht hast Ich hörte auch schon, dass manche KK da selbst nicht begeistert ist, die sollen ja genauso wie wir dazu gezwungen werden.

Nun, wir werden jetzt anfangs des nächsten Quartals so eine Art Überweisungsschein anfordern. Zumindest gilt das jetzt nicht für die ganze Familie.
Das scheint ja immerhin zu klappen Haben sie denn irgendetwas zu Erschwernissen bei der Abrechnung gesagt? Bekommst Du jetzt tatsächlich eine Rechnung und musst das Kostenerstattungsverfahren nutzen? Welche KK ist es (nur, wenn Du es sagen magst)?

Anscheinend müssen wir gesetzlich Versicherten wohl in diesen sauren Apfel beißen.
Naja, bin gerade etwas säuerlich und frage mich schon, wo das noch hinführt mit unserer so tollen Demokratie.
Geht mir genauso. Ich gekam gestern übrigens den zweiten Brief, immer noch freundlich, das komplette (nichtssagende, verharmlosende) Infomaterial wurde nochmal mitgeschickt, diesmal soll ich das Foto in 2 Wochen eingeschickt haben (vorher waren es 3)...

Ich hoffe sehr, dass der bereits stattfindende Musterprozess schnell fortschreitet bis zum Bundesverfassungsgericht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Sache verfassungskonform ist. Und ich hoffe, dass das Chaos ausbricht mit den neuen Karten, die Feldversuche scheinen ja alles andere als erfolgreich gewesen zu sein. Von daher könnte es sich eben auch lohnen, auf Zeit zu "spielen" (leider kein lustiges Spiel ).

Grüße
Kate
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Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Hallo Kate,


Unglaublich! Gestern lag für die Jüngste die El- Card (für Kinder ohne Bild) im Briefkasten mit dem Zusatz, dass die alte Karte in kürzester Zeit an die KK eingeschickt werden soll.

Nun, das werden wir jetzt mal nicht machen und die alte Karte weiter benutzen.

Das ist doch wohl zum K.....

LG, Angie

P.S. Hm, vielleicht werde ich die Idee von Kopf mal ausprobieren.

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Cheyenne ist offline
Beiträge: 2.011
Seit: 01.12.08
Das ist ja echt übel mit dieser Karte, vor allem wo Ärzte doch so kreativ und spontan mit Diagnosen umgehen.

LG
Cheyenne


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