Elektronische Gesundheitskarte

04.10.11 18:30 #1
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Elektronische Gesundheitskarte

Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 10.480
Seit: 16.11.04
Hallo damdam,

da verweise ich mal auf einen Beitrag etwas weiter oben (hier relevante Textstelle rot):

Zitat von Kate Beitrag anzeigen
Ich habe gerade wieder zwei "interessante" Erfahrungen gemacht:

1. Knüpft an meinen Beitrag weiter oben an:
Zitat von Kate
Nachdem mir die TK nun auch angedroht hat, in Zukunft keine papiergebundenen Ersatznachweise auszustellen (und ich Anfang September einen Facharzttermin für eine Untersuchung habe), (...)

Laut UPD-Recherche besteht keine eindeutige rechtliche Verpflichtung der Kassen, überhaupt einen papiergebundenen Nachweis auszustellen. (...)

Ach ja, ein praktischer Tipp noch: Eine TK-Mitarbeiterin riet mir, selbst bei der TK anzurufen und den "Tages-Anspruchsnachweis" (mit Abrechnungsdaten, ganz wichtig!) per Fax anzufordern, wenn die Praxis sich da querstellt.
Der UPD hatte mir auch den Vorschlag gemacht, bei der TK schriftlich nach der Rechtsgrundlage für die Verweigerung weiterer papiergebundener Anspruchsnachweise zu fragen. Das habe ich gemacht und es kam erstmal lange nichts... und dann: ein papiergebundener Anspruchsnachweis! Tja... was soll man daraus schließen... Dieser gilt nun bis zur dritten Septemberwoche. Danach werde ich dann nochmal nach der Rechtsgrundlage fragen
Die Beiträge im engeren Umfeld des hier zitierten Beitrages sind alle ganz interessant, weil es da um Rechtsgrundlagen geht. Allerdings wird sich der BMV-Ä zum 1.1. (wie schon diskutiert) etwas (zum Nachteil der "Verweigerer") verändern.

Ich werde morgen mein Fax rausschicken und berichten, sobald ich Antwort habe.

Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

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damdam ist offline
Beiträge: 2.235
Seit: 02.10.10
Hallo Kate,

oh, dann hab ich da wohl nicht richtig gelesen. Ich dachte, Du hättest das mit dem Fax erst vor kurzem gemacht. Na, dann halt ich mal die Daumen!

Du schriebst irgendwo:
"Tages-Anspruchsnachweis" (mit Abrechnungsdaten, ganz wichtig!)
Die Abrechnungsdaten muss mir dann die KK dort reinschreiben?

Ich frag mich ja (auch auf anderen Seiten), ob es so gut ist, sich hier so offen über alles auszutauschen, da wird sicher jemand von der KK mitlesen...

Viele Grüße

Elektronische Gesundheitskarte

Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 10.480
Seit: 16.11.04
Hallo damdam

Zitat von damdam Beitrag anzeigen
Die Abrechnungsdaten muss mir dann die KK dort reinschreiben?
Das ist einer der wesentlichen Bestandteile dieser Bescheinigung. Aber hattest Du nicht selbst schon mal so eine in der Hand?

Es gibt theoretisch auch noch die Möglichkeit, dem Arzt selbst zu bescheinigen (Unterschrift unter entsprechendes Papier setzen - soweit ich weiß, ist das der sog. "Abrechnungsschein" oder auch "Muster 5"), dass man bei Kasse X versichert ist. Dies las ich mal im Forum auf stoppt-die-e-karte.de, auch ein Behandler wies mich freundlicherweise darauf hin, war sich aber nicht sicher, für welche Fälle dieses Verfahren funktioniert (der Fall, in dem er das auf Anraten der KV so gemacht hatte, war anders gelagert als unser Anliegen).

Die Abrechnungsdaten ändern sich ja selten, die neue Nr. bleibt sowieso, meine ich, lebenslang erhalten.

Ich frag mich ja (auch auf anderen Seiten), ob es so gut ist, sich hier so offen über alles auszutauschen, da wird sicher jemand von der KK mitlesen...
Tja, das ist wohl ein zweischneidiges Schwert. Wie sollten die eGK-Kritiker sich aber sonst austauschen? Und letztlich sehen die (KK- u.a.)Mitleser so auch, wie viele es doch noch sind, und wie die Bedenken aussehen, was ich nicht für schlecht halte.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (29.12.14 um 11:02 Uhr)

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Ich denke auch, dass berechtigte Kritik und Zweifel öffentlich geäußert mehr bewirken, als wenn sie nur privat oder "am Biertisch" besprochen werden. Dadurch sollte den Verantwortlichen klarer werden, dass nicht alle Versicherten klaglos Veränderungen hinnehmen wollen und berechtigte Bedenken haben.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.718
Seit: 10.01.04
Auch zu diesem Thema gibt es eine Petition:

Online-Petition - Aktion: Stoppt die e-Card!

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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James ist offline
Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.914
Seit: 20.05.08
@Oregano
Danke für den Hinweis, denn diese Petition ist glatt an mir vorbei gegangen. Es wäre sicher hilfreich, wenn 1 Mio Bürger oder mehr ihre Bedenken damit ausdrücken. Letztlich habe ich auch an anderer Stelle bemerken können, dass mehrheitlicher Bürgerwille etwas bewegen kann und solche Petitionen Sinn ergeben.
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Gruß, James

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Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 10.480
Seit: 16.11.04
Hallo zusammen,

habe mich gerade auf Stand gebracht: e-GK Zwang ab 1.1.2015? Was tun für kritische Bürger? - Aktion: Stoppt die e-Card!

Demnach läuft es sehr unterschiedlich... eine Kasse stellt nach wie vor ohne Murren Quartalsbescheinigungen aus, die andere macht sogar bei Einzelfallbescheinigungen Theater. Auch darüber, ob die Lesegeräte noch die KVKs von "normalen" Kassenpatienten (also nicht Bundeswehr-, Bundespolizei- etc. Angehörigen) einlesen können, gibt es (merkwürdiger Weise) verschiedene Auskünfte.

Was klar zu sein scheint, ist, dass der Behandler "auf Kasse" abrechnen muss, wenn ein papiergebundener Anspruchsausweis vorliegt. Seht dazu dies Dokument, das man sich auch gut ausdrucken und mitnehmen kann: KBV: Fallkonstellationen in der Praxis auf einen Blick

Daraus der Fall 10:
Der Patient legt eine Ersatzbescheinigung seiner Krankenkasse (einen sogenannten papiergebundenen Anspruchsnachweis) vor.
mit folgender Anweisung für den Ablauf:
Das Praxisteam muss die Stammdaten aus der Bescheinigung manuell eingeben.
Es werden insgesamt 15 Fälle abgehandelt, darunter natürlich auch die, wo eine alte (aber laut Ablaufdatum noch gültige) KVK vorgelegt wird.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (06.01.15 um 13:47 Uhr) Grund: Link-Formatierung

Elektronische Gesundheitskarte
Luft
Das kranke Gesundheitssystem
Mein Name ist Dr. Christian Nunhofer, ich bin niedergelassener Neurologe und Psychiater, der sich nicht nur gern in schwierige medizinische Probleme verbeißt, sondern im Unterschied zu Dr. House auch noch die allermeisten seiner Patienten wirklich mag. Ich betreibe in Neumarkt (Bayern) eine private Facharztpraxis. Aus Protest gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte habe ich meine kassenärztliche Zulassung zurückgegeben. Ich weigere mich schlicht und einfach dagegen, durch die Weitergabe sensibler persönlicher Daten den Patienten "gläsern" zu machen. Meine Absicht ist es, in regelmäßigen Abständen Missstände in der Gesundheitspolitik zu thematisieren, meine Hoffnung beruht darauf, möglichst vielen Menschen, die um berechtigte Ansprüche kämpfen und dabei nicht selten allein auf weiter Flur stehen, eine kleine Hilfestellung zu leisten.

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Kate ist offline
Moderatorin
Beiträge: 10.480
Seit: 16.11.04
Tja, diese "Hilfestellung" hat aber leider eine gewaltige Kehrseite: Die allermeisten seiner Patienten, so sehr er sie auch mag, werden sich die private Behandlung wohl nicht leisten können und/oder wollen (zusätzlich zum gezahlten KK-Beitrag)...

Ich kann ihn verstehen, aber das ist auch keine Lösung aus meiner Sicht. Wenn das alle machen würden... dann vielleicht. Wenn es nicht alle, sondern nur "viele" wären, vielleicht auch. Aber vielleicht würde auch einfach nur ein miesere Versorgungssituation für Kassenpatienten entstehen.

Hier noch einige Links:

http://www.kbv.de/media/sp/BMV_Aerzte.pdf (aktueller Bundesmantelvertrag Ärzte vom 1.1.2015)
Dazu die relevante Anlage 4a: http://www.kbv.de/media/sp/04a_elekt...heitskarte.pdf
http://www.kzbv.de/sidoe8p7d04s90lp7...23284a3925.pdf (aktueller Bundesmantelvertrag Zahnärzte vom 1.4.2014)

Bei den Zahnärzten ist es wohl tatsächlich so (so habe ich es verstanden), dass man nicht bis zum Ende des Quartals Zeit hat, um ggf. den Anspruchsnachweis nachzureichen, damit eine eventuelle Privatrechnung zurückgezogen wird, sondern nur 10 Tage.

Sehr interessant: http://www.kathrin-vogler.de/fileadm...hrinVogler.pdf

Hier geht es um eine schriftliche Frage von MdB Kathrin Vogler, in der u.a. gefragt wird:
... ob Patientinnen und Patienten durch Vorlage eines papiergebundenen Anspruchnachweises zur Inanspruchnahme von Leistungen gemäß § 19 Absatz 3 BMV-Ä bereits vor bzw. während der Behandlung die Ausstellung einer Privatrechnung vermeiden können und genauso wie Versicherte mit elektronischer Gesundheitskarte behandelt werden
Aus der Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit (Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz) vom 5.10.2014 (Hervorhebung von mir):
Bei dem in Anhang 1 Nr. 2.1 der Anlage 4a zum BMV-Ä genannten Anspruchnachweis handelt es sich um einen im Einzelfall von der Krankenkasse ausgegebenen papiergebundenen Anspruchsnachweis zur Inanspruchnahme von Leistungen nach § 19 Absatz 3 BMV-Ä. Entsprechend den zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Kassenärztlichen bzw. Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung vereinbarten bundesmantelvertraglichen Regelungen kann durch die Vorlage eines derartigen papiergebundenen Anspruchsnachweises auch vor bzw. während der Behandlung der Leistungsanspruch nachgewiesen werden.
Gruß
Kate
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Geändert von Kate (07.01.15 um 15:09 Uhr)

AW: Elektronische Gesundheitskarte

Kate ist offline
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