Sozialer Absturz in D-land generell, aber

13.06.11 09:32 #1
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philia ist offline
Beiträge: 305
Seit: 13.03.11
Daß mehrfachen Chronikern, die im reichen Deutschland seit über 10 Jahren arbeitslos sind, die blanke finanzielle Grundlage zum Leben langfristig genommen ist durch Hartz IV und die ganzen gesundheitlichen Leistungen, die mittlerweile auf die Privatebene verschoben worden sind, muß wohl nicht extra gesagt werden. Daß es nicht genügend reelle Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt, wo auch ein anständiges Gehalt bezahlt wird, gibt, ist auch sattsam bekannt.

Und daß man in den Kreisen der Bevölkerung, wo der Lebensunterhalt insofern noch gesichert ist, als daß man Lebensmittel und andere notwendige Sachen kaufen und alle Streichungen der letzten Jahre durch das Gesundheitssystem auffangen kann, es sich einfach nicht vorstellen kann, daß in diesem Land Menschen unverschuldet sehr drastisch in die Armut getrieben werden, wo sie Monat für Monat allzu oft nur noch einen zweistelligen Eurobetrag im unteren Bereich zur Verfügung haben, nicht selten sogar nur unter 10 Euro, ist zwar keine seltene Erfahrung, leider aber gleichzeitig auch insofern immer eine äußerst frustrierende, als in den Gesprächen, wo es möglich ist, diesen äußerst unwürdigen Zustand zu thematisieren, nicht selten „Ratschläge“ von älteren Menschen erteilt werden, die heute gar nicht mehr befolgbar sind, da sie auf Verhältnissen basieren, die vor 10, 15 oder 20 Jahren in diesem Lande herrschten, die diese noch kannten.

Aber auch jüngere, noch gutbetuchte oder auch nur mit einem normalen, aber sicheren Einkommen gesegnete Menschen denken, wenn sie die so Verarmten auf Einrichtungen und Möglichkeiten aufmerksam machen, wo vollmundig Hilfe für Benachteiligte versprochen wird, daß sie sich doch dahin wenden sollten. Ihnen wird dann mit vollem Recht aus der realistischen Situation dieser Verarmten gekontert, daß man bei diesen sämtlichen Stellen schon seit einer Unzahl von Jahren vorstellig geworden ist, alle offiziellen und vernünftigerweise anzuerkennenden Beweise vorgelegt hat für die aus dem permanent nicht gedeckten Bedarf erwachsene große Not von diesen nicht zu beseitigen ist, weil ihnen entweder auch die Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen, sie von Interessengruppen geschmiert und daher dazu nicht in der Lage sind oder ihnen dafür die Kompetenz z. B. auf politischer Ebene entzogen wurde.

Und dann bekommt man von jemand, der durchaus dazu in der Lage, aber einfach nur zu bequem ist zu helfen, zu hören: Tja, dann kann ich dir auch nicht helfen.

Es gibt neben den Langzeitarbeitslosen ja auch sehr viele Kleinstrentner, die sich ebenfalls in dieser ausweglosen Situation befinden.

Daß die vorgenannte Bevölkerungsgruppe dramatisch wächst und keinesfalls lediglich aus Menschen besteht, denen man Unwissenheit darüber unterstellen kann, wie sie zu einem menschenwürdigen Dasein gelangen können, dürfte klar sein.

In anderen europäischen Ländern geht man auf die Straße --- ob es hilft?
Auf welche Weise gedenkt man in Deutschland zu gewährleisten, daß es nicht nur auf dem Papier steht, daß die Menschenwürde unantastbar ist?????

Und wie können sich Betroffene da wirksam wehren, die doch immer mehr werden?

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

alphaomega ist offline
Beiträge: 39
Seit: 24.04.11
Hi Philia,

es gibt viele Gruppen und Initiativen in größeren Städten, die diese Themen behandeln. Wie gut oder schlecht jene sind, muss man immer abchecken. Selbst wenn Du irgendwann was eigenes gründen willst, solltest Du dich dort umschauen, um genügend Leute rekrutieren zu können! Viel Glück!
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Willst du etwas wissen, frage keinen Gelehrten, sondern einen Erfahrenen! (Chinesische Weisheit)

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
Beiträge: 799
Seit: 05.02.10
Hallo Philia,

du sprichst ein großes Problem an, das nach wie vor auf die von dir beschriebene Weise negiert wird - "es wird einem in D immer geholfen, wenn man sich nur an die richtigen Stellen wendet", "bei uns verhungert keiner" etc.

Ich denke das Problem ist, die Leute die auf diese Weise verarmt sind sich aus mehrerlei Gründen nicht wehren (können):

1. Sie finden keine Solidarität (Ignoranz und siehe oben)
2. Sie haben keine Kraft mehr, weil sie oft bis zum Letzten um ihre Existenz oder ihre Gesundheit gekämpft haben
3. Sie haben nicht die finanziellen Mittel um sich zu wehren, zu organisieren, etc., oft reicht es nicht mal mehr für eine zusätzliche Busfahrt oder eine Briefmarke.
4. Wer es schafft, auf seine Situation aufmerksam zu machen wird mit den o.g. und den von dir bereits dargelegten "es wird einem hier immer geholfen" - Phrasen quasi Lügen gestraft und mundtot gemacht.
5. Existenzangst (vor allem begründete) lähmt.

Heute früh hörte ich in den Nachrichten, immer mehr Selbständige würden aufstockend HartzIV beziehen. Es wird hier von Sozialbetrug ausgegangen, weil Selbständige angeblich besonders gut ihre Einnahmen "kleinrechnen" könnten. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung: Das Gegenteil ist der Fall. Ich rede hier nicht von Rechtsanwälten, Immobilienmaklern und Steuerberatern, etc. "Kleine" Selbständige, besonders wenn sie im Dienstleistungsbereich tätig sind, verdienen oft weniger als ihre festangestellten Kollegen und müssen von dem Wenigen die gesamten Kosten für Sozialversicherung, Fahrtkosten, evtl. Lager- und Werkstattkosten, Behandlungsräume etc. selbst bezahlen und dann noch Steuern abführen. Dabei hat sich gezeigt, dass sogar tatsächliche Kosten von den FÄ nur teilweise anerkannt werden. Ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Gerade in den Bereichen wo Dienstleistungen ausgelagert und an Subunternehmer vergeben werden ist das besonders ausgeprägt. Hier wird die gesamte Last und das Risiko auf den Selbständigen abgewälzt und durch den großen Konkurrenzdruck werden die Preise auf Niedrigstniveau gedrückt. Ich habe selbst erfahren, wie -beinahe schon erpresserisch- Großkonzerne entgegen aller Verträge Preise drücken und die Beteiligten vor vollendete Tatsachen stellen.

Ein Teil der gerade so bejubelten "beinahe Vollbeschäftigung" und der rechnerische Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist solchen, überaus prekären Selbständigkeiten geschuldet, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Diese Menschen erscheinen in keiner Arbeitslosenstatistik, ebensowenig wie die HartzIV-Empfänger und die Arbeitsunfähigen mit Kleinstrenten.

Und die Gewinnsteigerungen der Großen zugunsten ihrer Aktionäre durch "Einsparungen" gehen oft zulasten solcher Selbständigen, denn sparen heißt hier oftmals nichts anderes als für dieselbe Leistung dem Dienstleister immer weniger zu geben. Diese können sich oft nicht einmal mehr adäquat versichern und sind im Falle einer Krankheit oder im Rentenalter mittellos.

Wie das langfristig weitergehen soll - nicht nur für die Betroffenen sondern auch für die Gesellschaft, darauf dürfen wir gespannt sein.

LG Lealee

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Sorry, auch ich würde keinem helfen!

Es gibt Menschen die darauf angesetzt werden,
mit Tricks Leute anzubetteln und gezielt ausrauben.

Hinter die Stirn seines Nächsten, kann man halt nicht schauen.

Ich schicke alle zur Tafel, deren Gründungsmitglied ich bin
und trotz eigener Situation, auch noch ehrenamtlich mithelfe.

@...lealee, Sozialbetrug war schon immer ein Delikt.

Ich befürchte nur, dass dies in Zukunft noch mehr ausgehebelt wird.
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Geändert von Dora (14.06.11 um 14:37 Uhr)

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
Beiträge: 799
Seit: 05.02.10
@...lealee, Sozialbetrug war schon immer ein Delikt.
Hallo Dora,

keine Frage - was ich meinte ist, dass es tatsächlich bei Selbständigen nicht selten vorkommt, dass die Einkommenssituation HartzIV Bezug notwendig macht und es gar nichts mehr kleinzurechnen gibt.

Diejenigen, die durch Kleinrechnen ihres Einkommens sich Sozialleistungen erschleichen will ich keinesfalls in Schutz nehmen.

Mir geht es eher darum, dass z.B. arbeitenden Menschen geholfen werden müsste, auf den Füßen zu bleiben oder wieder auf die Füße zu kommen noch bevor sie zum Sozialfall werden, wenn die Situation es erfordert.

LG Lealee

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Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Mir geht es eher darum, dass z.B. arbeitenden Menschen geholfen werden müsste, auf den Füßen zu bleiben oder wieder auf die Füße zu kommen noch bevor sie zum Sozialfall werden, wenn die Situation es erfordert.

LG Lealee[/QUOTE]


Die Situation ist schon drastisch, da gebe ich dir vollkommen Recht,
die Meisten Bürgern bekommen ja immer wieder noch einen drauf.

Ich bekomme ja durch die Tafel und einem Verein Alt-Arm-Allein sehr viel mit.


lg Dora
__________________
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Eric68 ist offline
Beiträge: 75
Seit: 10.05.11
Hallo,

auch ich empfinde die Lage in Deutschland mittlerweile als eine gewaltige Schieflage im gesamten sozialen Bereich.

Ich möchte auch nicht behaupten wollen, dass die Betroffenen an ihrem Schicksal selber schuld sind, abr mögliche Veränderungen werden hier und da doch zu zaghaft unterstützt.

Ich kenne genug Menschen aus dem genannten Personenkreis, die es nicht mal fertig bringen, alle 4 Jahre mal schnell ins Wahllokal um die Ecke zu gehen, um wenigstens das kleinere Übel ( was für die sozial Schwachen aber schon eine große Hilfe wäre ) zu wählen.

Wenn Menschen sich über ihre finanzielle Notlage beschweren, aber die Partei welche die massiven Umverteilungen von Arm nach Reich der letzten Jahre rückgängig machen würde nicht wählen, habe ich kein Verständnis dafür.

Genausowenig wie für Menschen, die sich lautstark aufregen, dass man als Kassenpatient fast alles selber zahlen muss, aber dann Parteien wählen, die in 100 Jahren die Zweiklassenmedizin nicht abschaffen werden.

Grüßle

Eric
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Ich habe resigniert. Nie wieder Arzt !!! ( Erst wieder für den Totenschein )

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

philia ist offline
Themenstarter Beiträge: 305
Seit: 13.03.11
Das Rad läßt sich zwar nicht zurückdrehen,
aber warum ist es eigentlich so schwer,
den Finanzstarken soziale Verantwortung abzuverlangen,
im Gesundheitswesen nicht mehr auf die Gesundheit des Geldbeutels der darin Berufstätigen als auf die körperliche, geistige und seelische Gesundheit der Bevölkerung zu setzen,
bevor man die Not in anderen Ländern mit hiesigem Geld ja offenkundig nicht zu lindern vermag, einfach dieses Geld hierzulande gegen die Not einzusetzen,
…?
? ? ? ? ?


Die Lobby läßt schön grüßen
Tritt andrer Recht mit Füßen
Doch selber sich versüßen
Das Leben und – GENIESSEN

Auf Kosten...? - Klar: Der Kranken!
Die kriegen endlos Schranken
Soll'n sich auch noch bedanken?
NEIN – wetzt jetzt eure Pranken!
(fiel mir gerade ein, vielleicht paßt's...)


Lealee, du sprichst mir aus dem Herzen. Zu deinen fünf aufgezählten Gründen käme sicher auch noch diese mehr oder weniger ausgeprägte Scham dazu. Allerdings bin ich in diesem Fall der Meinung, sie ist unberechtigt, denn es gibt ja schließlich die bekannten größenwahnsinnigen Abzocker „im Nadelstreifenanzug“. Denen stünde Scham, möglichst natürlich auf dem TV-Bildschirm zur besten Sendezeit, eigentlich viel besser zu Gesicht. Doch das ist reines Wunschdenken und für sie natürlich ein Fremdwort.

Ich denke aber, daß man darum an diejenigen, die man erreichen möchte, nur schwer herankommt, was auch nachvollziehbar ist.

Es ist natürlich schwer zu organisieren, daß jedem seine Menschenwürde, wo sie ihm nachhaltig von „ganz offizieller“ Seite gestohlen wurde, zurückgegeben wird von woandersher. Schließlich bringt normalerweise kein Dieb freiwillig das Diebesgut zurück, selbst wenn es immateriell ist. Oder eher: gerade WEIL es immateriell ist? Denn das erfordert seitens der Täter Einsicht, Demut, Reue... kennen die das heute noch? Sie verschanzen sich hinter ihren großen und mächtigen Institutionen und Organisationen. Oft sprechen Opfer des Systems deshalb darüber, wie ihnen der Garaus gemacht wurde, eben nicht unbedingt gerne und womöglich auch noch offen und schonungslos. Verständlich, denn womöglich lauert wieder irgendwo unter den Zuhörern ein „schwarzes Schaf“.

Ich weiß aber nicht, ob das „einfach“ als Mentalitätsangelegenheit abgetan werden kann. Deshalb habe ich auch die anderen Länder erwähnt. Hinzu käme hier nun natürlich noch Afrikas Norden, da ist ja auch heftig was los. Und es geht noch weiter ...

Längst pfeifen die Spatzen von den Dächern, daß die Tatsache, daß in Deutschland „endlich“ wieder deutlich mehr Menschen in Arbeit sind, längst nicht bedeutet, daß sie davon auch leben können – was früher definitiv anders war!!! - Aber dürfen die damit verbundenen existentiellen Schwierigkeiten verschwiegen oder schöngeredet werden? Das aber wird zu gern von „denen da oben“ so praktiziert. Wen wundert es da noch, daß deren Glaubwürdigkeit sonstwo gelandet ist? Denn man weiß doch, daß die Löhne derart niedrig sind, daß aufstockendes Hartz IV bezahlt werden muß. Dann der Rausschmiß von festen Arbeitskräften, für die dann deutlich billigere Leihkräfte eingestellt werden etc. pp.



Mir schwebt vor, daß endlich umgesetzt werden sollte:

die Beweislastumkehr bei offenkundigem und durch Lobbyismus aufrecht erhaltenem schweren Unrecht an Schwerkranken, also daß endlich die Schuldigen herangezogen werden (ich denke da z. B. an den berühmten Holzschutzmittelprozeß mit dem damaligen Staatsanwalt Erich Schöndorf; sein Buch dazu „Von Menschen und Ratten“ ist sehr klar und deutlich.) - - - im Prinzip aber auch bei jedem anderen Unrecht, das aus Gründen des Machterhalts oder Wirtschaftsinteressen u. dergl. Gründen Einzelpersonen angetan wird.
Rücknahme von „Reformen“ der letzten Jahre, die zu „Einsparungen“ angeblich hatten führen sollen, was aber offenkundig ja nicht so ist. Das weiß man auch nicht erst seit gestern. Denn sparen tun die Großen, die es sich leisten können, an denen, die nichts mehr haben, aber dafür blechen müssen. Als da wären allein im Gesundheitswesen: Aufgabe der Zuzahlungen zu medizinischen Hilfsmitteln, Brillen, Praxisgebühr, IGEL. - Zuzahlungen, Befreiung davon erst nach Ableistung von 1 bzw. 2%, was bis dahin für viele auch schon ruinös ist. Ausklammern von wirksamen Medikamenten und Therapien aus der Erstattung, während bekannt nebenwirkungsreiche Medikamente und gerne auch nutzlose Therapien von der GKV übernommen werden, z. B. … ich weiß, die Liste könnte noch viel länger werden.

Hierdurch wird, denke ich, vor allem Armut erzeugt. Denn Tafeln, Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser usw. helfen keinen Deut, wenn das Gesundheitswesen so ausgelegt ist, daß die Kosten für die bekanntermaßen wirkungsvollen Maßnahmen, Hilfsmittel, Therapien und Medikamente, was man sich zuvor jahrelang leisten konnte, weil man menschenwürdig versorgt war, das Einkommen auf Hartz-IV-Niveau regelmäßig weit übersteigen und „natürlich“ dafür keiner zuständig ist.

In Antragsformularen sollten klare, zielführende Fragen stehen anstatt unterschwellige Unterstellungen, Fangfragen oder daß Druck ausgeübt wird, denn es wird ja schließlich immer darauf bestanden, daß „wahrheitsgemäß und vollständig“geantwortet werden muß, wie es ja immer so schön heißt.

Sicher gibt es da noch weitaus mehr Bereiche, wo es einem mit dem Recht haben und Recht bekommen doch extrem schwer gemacht wird. Wer als Familie oder Paar zusammenhält, steht das sicher besser durch als wer jahre- und jahrzehntelang völlig allein vor diesen sich immer mehr auftürmenden Schwierigkeiten steht und dann womöglich kapituliert oder die Familie sozusagen auf der Gegenseite steht.

Das System ist krank, wenn es auf Profit bei den Falschen setzt, wenn es die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderzerrt, wenn es Korruption begünstigt, wenn es immer mehr Ungerechtigkeiten schafft, wenn es Willkür übt, wenn es Menschen ihre Reputation nicht erarbeiten, sondern ergaunern läßt, wenn es die Falschen fördert und vor allem, wenn Inkompetente es in erster Linie, und zwar möglichst undurchsichtig, steuern.

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

lealee ist offline
Rubrikenbegleiterin Entsaften / Mixen
Beiträge: 799
Seit: 05.02.10
Hallo Eric68,

bitte nich persönlich nehmen, das ist keine Kritik an deinem Beitrag. Aber das vielbemühte Argument, man dürfe nur nicht immer die Falschen wählen, dann wären wir nicht da wo wir sind ist eine dieser Keulen, mit der sich die Menschen von denen gesprochen wurde gerne mundtot gemacht werden.

Dazu muss ich sagen (und da bin ich sicher nicht alleine): Ich gehe immer wählen und ich habe definitiv nicht die Partei gewählt, welche die Gesundheitsreform durchgesetzt hat, und auch nicht die, die von der Pharmaindustrie beraten wird. Trotzdem darf ich die Folgen ausbaden.

Genausowenig habe ich - wie der größte Teil der Wähler auch - nicht die Partei gewählt, die durch die Bildung einer Ampelkoalition als erstes ihrer Lobbyarbeit nachgekommen ist und den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% statt 19% für Hotelübernachtungen durchgesetzt hat. Trotzdem: auf meinen Geschäftsreisen bezahle ich nun denselben Bruttopreis für meine Übernachtung, kann aber nur noch 7% Vorsteuerabzug geltend machen. Babynahrung ist nach wie vor mit 19% besteuert.

Welche Partei sollen wir wählen, um das soziale Gleichgewicht wieder herzustellen und der Ungleichverteilung von Werten und Geld Einhalt zu gebieten? Ich habe den Eindruck, egal wie wir wählen, es bleibt sich gleich.

LG Lealee

Sozialer Absturz in D-land generell, aber

Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
@.....lealee ein wahres Wort.

@...Eric in keinem anderen EU Land sind die Medikamenten so teuer, wie bei uns.
Das ist aber noch lange nicht alles, die Regierung bekommt ja den Rachen nicht voll genug und kassiert auch noch 19% Mehrwertsteuer.

Geld wo man als Selbstzahler gut gebrauchen könnte.

lg
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Geändert von Dora (17.06.11 um 08:31 Uhr)


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