Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

23.03.11 10:24 #1
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Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

Rianj ist offline
Beiträge: 2.349
Seit: 15.06.09
Na, es würde doch z. B.schon was bringen, wenn man das Angebot an ungesunden Nahrungsmitteln stark einschränken würde.

Wenn die Kassen Mittel zur Präventation von Krankheiten bezahlen würden.

Das geht natürlich zu Lasten der Industrie, der Wirtschaft und ist aus dem Grunde nicht machbar.

LG
Rianj

Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Peter,

Ich habe keine Ahung was Du unter echter Gesundheitspolitik verstehst. Kannst Du es mir erklären?
Eine echte Gesundheitspolitik würde durch Aufklärung der Bevölkerung über die tatsächlichen Krankheitsursachen und entsprechende unterstützende Maßnahmen dafür sorgen, daß Krankheiten gar nicht erst entstehen.

Das ist aber wirtschaftlich nicht erwünscht, denn die Ursachen der heutigen Krankheiten liegen in ca. 80% der Fälle im langjährigen Verzehr von Fabriknahrungsmitteln. Da sowohl Nahrungsmittelindustrie, als auch Pharmaindustrie und das gesamte medizinische System auf die Existenz dieser Krankheiten angewiesen sind, passiert genau das nicht. Die Menschen werden also weiter fleißig krank und dann teuer verwaltet.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

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Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Rianj,

Na, es würde doch z. B.schon was bringen, wenn man das Angebot an ungesunden Nahrungsmitteln stark einschränken würde.
Natürlich. Macht nur niemand. Warum auch, denn damit wird jede Menge Geld verdient und daran hängen auch etliche Arbeitsplätze.

Wenn die Kassen Mittel zur Präventation von Krankheiten bezahlen würden.
Man darf da nur nicht Früherkennung mit Prävention verwechseln - das sind völlig unterschiedliche Baustellen. Früherkennung verhindert keine einzige Krankheit, sie sorgt nur dafür, daß die Leute schneller dem medizinischen System zugeführt werden.

Es gibt ja auch gar keine "Mittel zur Prävention", die bezahlt werden müßten. Es sei denn die Krankenkassen fangen an Gutscheine für die Obst- und Gemüseabteilung auszuteilen.
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Rianj ist offline
Beiträge: 2.349
Seit: 15.06.09
Und für Reformhäuser, Bioläden, ...
Gesundheitsschriften...

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Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Rianj

Und für Reformhäuser, Bioläden, ...
Gesundheitsschriften...
Leider ist es ein Irrtum, daß man in Reformhäusern oder Bioläden grundsätzlich gesunde Lebensmittel bekommt. Die Waren dort sind zwar schadstoffärmer, aber es wimmelt dort genauso von Fertigfraß und Konserven wie in jedem Supermarkt. Und Gesundheitsschriften - nunja. Der Staat bezahlt so viele unsinnige Infoschriften, da wäre auch noch eine für die Gesundheit drin.. Wir hätten ja die E10 Werbeblättchen dafür einsparen können...
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Rianj ist offline
Beiträge: 2.349
Seit: 15.06.09
Zitat von Joachim Beitrag anzeigen
Hallo Rianj

Leider ist es ein Irrtum, daß man in Reformhäusern oder Bioläden grundsätzlich gesunde Lebensmittel bekommt. Die Waren dort sind zwar schadstoffärmer, aber es wimmelt dort genauso von Fertigfraß und Konserven wie in jedem Supermarkt.
Ja das stimmt.
Als wir mit Biokost anfingen, gab es diese Konserven etc. im Bioladen noch nicht


Zitat von Joachim Beitrag anzeigen
Und Gesundheitsschriften - nunja. Der Staat bezahlt so viele unsinnige Infoschriften, da wäre auch noch eine für die Gesundheit drin.. Wir hätten ja die E10 Werbeblättchen dafür einsparen können...
Genau
Kennst du das Buch: Futter für`s Volk?
Das erklärt erschreckend viel.
Und es gibt bestimmt noch einige solcher guten Bücher

LG
Rianj

Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Rianj,

Als wir mit Biokost anfingen, gab es diese Konserven etc. im Bioladen noch nicht
Ja, und die Reformhäuser hatten zu Beginn auch mal einen anderen Anspruch. Gut, der ist teilweise heute auch noch vorhanden, vor allem, was die Qualifikation der Mitarbeiter angeht, aber von den ursprünglichen Werten hat man sich doch ziemlich entfernt.

Kennst du das Buch: Futter für`s Volk?
Speziell dieses Buch nicht, aber ich habe die Bücher von Hans Ulrich Grimm gelesen ("Die Suppe lügt", usw.), die stark in die gleiche Richtung gehen.

Der Witz an der Sache ist aber eigentlich, daß man gar nicht wissen muß, was in den Produkten der Nahrungsmittelindustrie so alles drin ist, wenn man sich bewußt ist, daß diese Fabriknahrungsmittel generell gesundheitsschädlich sind. Wenn man den Krempel sowieso meidet, kann es einem auch egal sein, was da hineingepanscht wird... Das macht das Leben sehr viel leichter...

Und es gibt bestimmt noch einige solcher guten Bücher
Mein Tip ist da immer: "Unsere Nahrung, unser Schicksal" von M.O.Bruker. Sollte imho zur Pflichtlektüre an der Schule gehören.
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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Joachim,

Bruker vertritt mit seiner Therorie der lebendigen versus toten Nahrung eine Außenseiterdiät die vegetarisch orientiert ist. Sie hat keine Evidenz in der Vermeidung von Mortalität und Morbilität. Es gibt keine einzige gute Studie dazu. Soetwas an die Schule bringen zu wollen ist fundamentalistisch.

peter

Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Rianj Beitrag anzeigen
Ja das stimmt.
Als wir mit Biokost anfingen, gab es diese Konserven etc. im Bioladen noch nicht


LG
Rianj
Das stimmt. Aber abgesehen davon, dass wir uns selbst entscheiden, was wir kaufen und essen und im Prinzip jeder weiss, was gut und was weniger gut für den Menschen ist, leben wir nun mal im Kapitalismus. Und da wäre es eine geradezu sozialistische Markt-Reglementierung wenn Produkte verboten würden, die es überall anderswo gibt.
Zudem spricht ja nichts dagegen, dass auch die Produkte in der Dose schadstoffreduziert sind. Da sind Tiefkühlprodukte freilich dennoch besser.

Etwas eigene Verantwortung muss man Menschen schon lassen.

Daher sehe ich die Politik hier nur insofern in der Pflicht, als dass sie auf gefährliche Inhaltsstoffe, Grenzwerte, Gammelfleisch etc. achten soll.

knutpeter, Du amüsierst mich wieder. Es wird seinen guten Grund haben, dass man dazu keine Studien findet. Denn das würde erst richtig offenbaren, wie stark Menschen durch den ganzen Industriefrass krank werden.
Und das kann politisch nun wirklich nicht erwünscht sein.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo knutpeter,

Bruker vertritt mit seiner Therorie der lebendigen versus toten Nahrung eine Außenseiterdiät die vegetarisch orientiert ist.
Das ist keine Diät, so ("lebendig") haben sich die Menschen bis vor ca. 150 Jahren fast alle ernährt. Fleischverzehr mal außen vor gelassen. Sämtliche Tiere der Erde ernähren sich naturbelassen und auch bei Haustieren setzt sich eine artgerechte Fütterung immer mehr durch, weil die Menschen merken, daß die Tiere gesünder bleiben.

Wohl schwerlich eine "Außenseiterdiät...". Bestenfalls in dem Sinne, daß sich heute nur noch vergleichsweise wenige Menschen so ernähren. Aber deshalb sind ja eben auch vergleichsweise viele Menschen krank...

Sie hat keine Evidenz in der Vermeidung von Mortalität und Morbilität. Es gibt keine einzige gute Studie dazu.
Solche Aussagen zeigen, daß du dich offensichtlich mit dem Thema noch nie näher beschäftigt hast. Informiere dich doch mal über die Forschungen von Kollath, Pottenger, Price, Cleave, Campbell, Dam, Yudkin, Bernasek, um nur mal ein paar zu nennen. Dann haben wir wenigstens eine gemeinsame Ausgangsbasis, um zu diskutieren.


Soetwas an die Schule bringen zu wollen ist fundamentalistisch.
Wie du das nennst, spielt keine Rolle. Fakt ist, daß die Schüler damit bessere Noten schreiben, aufmerksamer sind und deutlich weniger Konzentrationsschwierigkeiten haben. Und ja - dazu gibt es auch Studien.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)


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