Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

23.03.11 10:24 #1
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Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Dora Beitrag anzeigen
@ndr klar waren die Grünen stets für den Ausstieg der Atompolitik

SPD mag ja nach Tschernobyl auch die Interessen so vertreten zu haben, nur gut, dass man durch den Regierungswechsel dies nicht mehr nach vollziehen kann.
Entschuldigung, aber sie hatte die Gesetze so geändert, dass alle alten Reaktoren, wenn nicht bereits abgeschaltet, jetzt endgültig abgeschaltet würden.
Wenn das Volk dann bewusst oder wegen unzureichender eigener Information über die Ziele und Programme der CDU dann Laufzeitverlängerung wählt, kannst Du das SPD/Grünen beim besten Willen nicht anlasten, sondern einzig den Wählern.

Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Hartz IV wurde durch die SPD eingeführt.
Das ist richtig und es gefällt auch mir nicht. Andererseits muss man eben auch die Folgen der langen Jahre der CDU-Regierung berücksichtigen.

Deutschland hatte mMn., jetzt mal losgelöst von Atomkraft, eine besonders wichtige Wahl, als es um die Wiedervereinigung ging.

Der Lafontaine hat damals alles genau so vorhergesagt, wie es dann gekommen ist und deshalb eine andere Form der Wiedervereinigung vorgeschlagen. Gewählt wurde der Ausverkauf der DDR.
Da darf sich nachher keiner beschweren und der Politik einen Vorwurf machen.
Sowas wie die Tafel und die damit verbundene Not hat Deutschland vor der Wiedervereinigung doch gar nicht gekannt.

Ich sehe deine Aussage, dass es egal ist wen man wählt, als vollkommenen Unsinn. Vergiss mal bitte nicht, dass auch Hitler demokratisch gewählt wurde.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Dora ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
@...ndp, ich habe ja nicht gesagt, man soll nicht wählen gehen, das wäre nämlich auch verkehrt.

Es gibt jedoch Menschen die in einer Partei aktiv mit wirken, obgleich sie viele
inhaltliche Schwerpunkte nicht als ihre eigene Überzeugung sehen.

Dann findet man die sogenannten Parteianhänger in den Sitzungen wieder, die genau das Gegenteil ihrer eigenen Überzeugung bei den Abstimmungen tun, indem sie die Finger hoch heben.


Sorry, für meine Begriffe steckt der Karre viel zu tief im Dreck.
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Sorry, für meine Begriffe steckt der Karre viel zu tief im Dreck.
Dafür, dass wir trotz allem eine der reichsten Nationen sind, sind wir mit Sicherheit die absoluten Weltmeister im Jammern.

Was sollten da die Menschen im Hitler-Regime, unter Tito, Bokassa und wie sie alle heissen, sagen oder die 1929, als alles zusammengebrochen ist?

Was die Milliarden, die leben, ohne auch nur zu wissen was Hartz4 ist, geschweige denn Anspruch darauf zu haben?
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Dora ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Dafür, dass wir trotz allem eine der reichsten Nationen sind, sind wir mit Sicherheit die absoluten Weltmeister im Jammern.

Was sollte da die Menschen im Hitler-Regime, unter Tito, Bokassa und wie sie alle heißen, sagen oder die 1929, als alles zusammengebrochen ist?

Was die Milliarden, die leben, ohne auch nur zu wissen was Hartz4 ist, geschweige denn Anspruch darauf zu haben?


Oh NEIN, da machst Du es Dir ein bisschen zu einfach.

Es gibt im eigenen ach so reiche Land, auch viele Bürger
die an der Grenze von Harzt IV liegen, aber wegen 5 Euro
keine Hilfe bekommen.

Man darf nicht immer nur das Sehen, was man möchte.
Blickt man mal tatsächlich hinter die Fassade, schaut es gleich Anders aus.


Im Übrigen verstehe ich deine ständigen Vergleiche mit Hitler nicht.
Man könnte fast annehmen, Du hättest diese Zeit selbst erlebt?

Sicher war es für diese Generation eine schlimme Zeit und sollte
von diesen Menschen noch jemand leben,
haben sie mit Recht Angst, was die Zukunft noch bringen kann.


Was hat die Realität mit Jammern zu tun?
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Oh NEIN, da machst Du es Dir ein bisschen zu einfach.

Es gibt im eigenen ach so reiche Land, auch viele Bürger
die an der Grenze von Harzt IV liegen, aber wegen 5 Euro
keine Hilfe bekommen.

Man darf nicht immer nur das Sehen, was man möchte.
Blickt man mal tatsächlich hinter die Fassade, schaut es gleich Anders aus.
Wer wegen 5 Euro kein Hartz4 bekommt, kann aber immer noch Wohngeld beantragen.

Ansonsten kann ich nur sagen - Mindestlohn Das hatten Parteien im Programm.
Mit der FDP hat man da die Schlechteste aller möglichen Parteien. Denn wer FDP wählt, der braucht keinen Mindestlohn, sondern beschäftigt höchstens welche, die einen Mindestlohn bräuchten.
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Dora ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Wer wegen 5 Euro kein Hartz4 bekommt, kann aber immer noch Wohngeld beantragen.

Ansonsten kann ich nur sagen - Mindestlohn Das hatten Parteien im Programm.
Mit der FDP hat man da die Schlechteste aller möglichen Parteien. Denn wer FDP wählt, der braucht keinen Mindestlohn, sondern beschäftigt höchstens welche, die einen Mindestlohn bräuchten.
Der Mindeslohn ist aber leider noch nicht durch!

Das Problem liegt daran

1.) Es werden nur noch 400 Euro Jobs in der Regel vergeben.

2.) Zeitverträge die man ein zweimal verlängert und dann sich
aus der Verantwortung zieht.

3.) Leiharbeiter die man wieder abschieben kann.

Was vielleicht viele gar nicht wissen, erhalten die Betriebe
ja einen Zuschuss, wenn man einen Arbeitnehmer einstellt.

Dieses Verhalten wurde durch die Politik erreicht.

Ich bin der Auffassung, es gibt kleine Parteien,
denen man durchaus eine Chance geben kann.



Ich wünsche einen schönen sonnigen Sonntag.
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Der Mindeslohn ist aber leider noch nicht durch!
Für einige Branchen gibt es bereits einen Mindestlohn. z.B. www.mindestlohn.de/argument/hintergrund/mindestloehne-in-deutschland/
MMn. müsste es für alle Branchen einen Mindestlohn geben. Es kann nicht sein, dass der Staat (und damit das Volk) die Arbeitgeber subventioniert, indem es zur Vollzeitbeschäftigung noch einen Ausgleich an den AN zahlen muss.

Zitat von Dora Beitrag anzeigen
1.) Es werden nur noch 400 Euro Jobs in der Regel vergeben.

2.) Zeitverträge die man ein zweimal verlängert und dann sich
aus der Verantwortung zieht.

3.) Leiharbeiter die man wieder abschieben kann.
Sorry, aber das ist falsch. Zum Glück.
Man kann und sollte sich selbst einen Job suchen und da gibt es auch nach wie vor andere Jobs.

Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Was vielleicht viele gar nicht wissen, erhalten die Betriebe ja einen Zuschuss, wenn man einen Arbeitnehmer einstellt.
Meines Wissens können Arbeitgeber schon seit Jahrzehnten (also schon weit vor der Wiedervereinigung) Zuschüsse für Arbeitnehmer beantragen, die vor der Einstellung arbeitslos gemeldet waren.
Dies ist natürlich auch bei dem neuen ALG2/Hartz4 der Fall. Aber eben eine ganz alte Sache, um dem AG einen weiteren Anreiz zu geben einen möglicherweise schon länger arbeitslosen AN einzustellen.
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Ziegenpetra ist offline
Beiträge: 6
Seit: 06.04.11
Wenn die Demokratie sich in Form von Schuldenbremsen und Privatisierungen abschafft, betrifft das naürlich auch die Gesundheitspolitik, die Gesundheitsvesorgung und schließlich die Gesundheit eines jeden Einzelnen. Diese Erosion der öffentlichen Hand und der Demokratie hat in einigen Ländern der EU jetzt schon zur Folge, dass auch notwendige Therapien nicht mehr durchgeführt werden - man denke nur an Großbritannien und seine Regelungen zur Dialyse bei alten Menschen, um nur ein Bespiel zu nennen.

Diese Erosion halte ich für noch nicht so schlimm, dass ich der Meinung wäre, dass sich unsere Entscheidung zur EU beizutreten, keine demokratischen Legitamition hätte. Es waren die Regierungen, die wir seit Adenauer gewählt haben - und alle Regierungen haben aus gutem Grund die Europäische Integration, die Westanbindung etc. vorangetrieben und damit sind wir Österreicher und Deutschen auch gut gefahren. Zu den nicht gesundheitspolitischen Implikationen will ich mich jetzt aber nicht äußern, da sie nur bedingt in den Rahmen dieses Forums passen.

Das heißt natürlich nicht, dass wir uns alles gefallen lassen dürfen. Die Erosion der Demokratie mit ihrem Privatisierungs- und Schuldenbremsenwahn ist ja eine jüngere Entwicklung und es lohnt sich, sich dagegen mit den Mitteln des Rechtsstaats zu wehren, bevor sie uns auch lebensnotwendige Therapien wegkürzen und nur noch überleben darf, wer, wie in den USA oder der Dritten Welt, die Kohle dafür hat.

Geändert von Ziegenpetra (06.04.11 um 10:53 Uhr)

Wozu brauchen wir eigentlich die Politik?

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Ziegenpetra,

Wenn die Demokratie sich in Form von Schuldenbremsen und Privatisierungen abschafft, betrifft das naürlich auch die Gesundheitspolitik, die Gesundheitsvesorgung und schließlich die Gesundheit eines jeden Einzelnen.
Die schaffen wir schon seit über einem Jahrhundert langsam aber sicher ab.

Das wir eine Gesundheitspolitik und eine Gesundheitsversorgung haben, ist nur eine billige Illusion. Was wir haben, ist eine Krankheitspolitik und eine Krankheitsversorgung. Der Staat kümmert sich ja nicht darum, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten, sondern darum, das Wirtschaftssystem zu erhalten. Und dazu gehören nunmal Krankheitsversorgungsbetriebe wie Pharmaunternehmen, Krankenhäuser, usw. Daß die Bevölkerung immer kränker wird, ist zwar nicht direkt beabsichtigt, aber eben die ganz normale Folge dessen, daß das Wohl des Kapitals über dem Wohl der Bevölkerung steht.

Diese Erosion der öffentlichen Hand und der Demokratie hat in einigen Ländern der EU jetzt schon zur Folge, dass auch notwendige Therapien nicht mehr durchgeführt werden - man denke nur an Großbritannien und seine Regelungen zur Dialyse bei alten Menschen, um nur ein Bespiel zu nennen.
Das ist nicht weit genug gedacht. Hätten wir eine echte Gesundheitspolitik wären die Dialysen gar nicht notwendig, weil dann die Krankheiten gar nicht auftreten würden. Aber an Dialysen wird eben sehr viel Geld verdient... Fast so viel wie an Diabetes, Rheuma, Krebs, ...
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Joachim,

Du schreibst:
Hätten wir eine echte Gesundheitspolitik .... weil dann die Krankheiten gar nicht auftreten würden
Ich habe keine Ahung was Du unter echter Gesundheitspolitik verstehst. Kannst Du es mir erklären?

peter

Geändert von knutpeter (07.04.11 um 17:29 Uhr)


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