Warum kein UPD mehr?

29.11.16 10:23 #1
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Warum kein UPD mehr?

Kate ist offline
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Seit: 16.11.04
Hallo,

ich habe vorhin beim neuen "U"PD angerufen, allerdings nur mit einer sehr allgemeinen medizinrechtlichen Frage (und weil ich dazu jetzt nicht das ganze SGB V lesen und interpretieren wollte). In diesem Fall kann ich nichts schlechtes sagen. Ich wurde verstanden, meine Frage wurde beantwortet, als ich fragte, ob es dazu einen "Beleg" aus dem SGB V gibt, bot man mir Recherche und Rückruf an (wie ich es vom alten UPD auch kannte).

Was ich eben auf Kurzrecherche noch fand: http://www.v-up.de/vup-beraten.html. Hier arbeiten "alte" UPDler ehrenamtlich und örtlich beschränkt weiter!

Die potenziellen Interessenkonflikte des neuen "U"PD werden hier gut beschrieben: Privatfirma übernimmt Patientenberatung : Streit um Unabhängigkeit - Politik - Tagesspiegel

Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

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James ist offline
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Die UPD hat zwar den Auftrag der Kassen verloren, arbeitet aber nach wie vor weiter! Sie ist deutschlandweit in der Lage sowohl Kassen- als auch Privatpatienten kostenfrei bei vermeindlichen Fehlbehandlungen oder Pfusch zu beraten. Sie ist unter der Nummer 0800-0117722 der im Netz https://www.patientenberatung.de/de/uber-uns auch in türkischer oder russischer Sprache erreichbar.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Geändert von James (11.04.17 um 16:02 Uhr)

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Kate ist offline
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Das ist eine gute Nachricht - danke für's weiter geben.

Kate
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damdam ist offline
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Hallo,

ich versteh die letzten beiden Nachrichten irgendwie nicht. Ist UDP ein feststehender Begriff für eine "unabhängige" Patientenberatung, die von öffentlicher Stelle finanziert wird (ab 2016 eben von Sanvartis)? Oder ist es der Name der Institution, die bis Anfang 2016 eine unabhängige Patientenberatung durchgeführt hat und dann keinen Zuschlag mehr bekommen hat? Also ist es die Funktion oder die Institution? Weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken kann.

Denn zum einen sollte Sanvartis ja den Auftrag über 7 Jahre bekommen, zum anderen steht bei https://www.patientenberatung.de/de/...d-finanzierung ja auch, dass es von den Krankenkassen finanziert wird...

Irgendwie bin ich so verwirrt, dass ich nicht mal meine Frage richtig formulieren kann

Viele Grüße

Warum kein UPD mehr?

James ist offline
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Ist schon richtig, dass Sanvartis den Zuschlag für die UPD bekommen hat. Die anfänglich so starke Befüchtung, dass durch die Verquickung beider Geschäftsteile ein Nachteil ür die Patienten ergeben könnte hat sich zum Glück (zumindest nicht merkbar) gezeigt. Offenbar hat es die Geschäftsleitung verstanden dass beide Teile getrennt arbeiten.
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Gruß, James

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Kate ist offline
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Jetzt bin ich verwirrt... (auch im Zusammenhang mit meinem Beitrag #11).

Ich hatte James so verstanden, dass die "alte UPD" jetzt doch - und nicht nur örtlich beschränkt - weiterarbeitet. Ob eine Pharma-finanzierte Beratung dagegen überhaupt unabhängig sein kann (bei allen Fragen) bezweifle ich. Vielleicht war da bei mir der Wunsch Vater des Gedanken...

Gruß
Kate
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James ist offline
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Auch die UPD zuvor war kassen- und pharmafinanziert. Die Kassen geben pro Mtglied eine festgesetzte Summe und so weit ich weiß auch die Pharma einen umsatzabhängigen Beitrag ab. Wie die Finanzen eingesetzt werden können sie nicht bestimmen. Die Crux lag lediglich darin, dass der neue Betreiber auch gleichzeitig für die Krankenkassen arbeitet, also auch das Callcenter der Kassen betreibt. Die Befürchtungen liefen daraus hinauf, dass hier eine Verquickung durch die Abhängigkeit des Callcenter von den Kassen zum Schaden der Patienten bei der UPD entstehen könnte. Der Betreiber aber trennte offensichtlich beide Betriebsformen so stark voneinander, sodass bisher ein solcher nicht erkennbar ist und die UPD für den Patienten auch unabhängig und nicht im Sinne der Kassen arbeitet.
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Gruß, James

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James ist offline
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Die Höhe der Finanzen ist lächerlich. Für die gesamte Selbsthilfe zahlen zB die Krankenkassen nur 60 Cent / Mitglied. Von diesen Geldernsoll eine tolle ehrenamtliche Arbeit gestaltet werden, die auch noch eine Außenwirkung ausstrahlen soll....Man wendet also den Wert einer Briefmarke auf um die Selbsthilfe am Laufen zu halten
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Kate ist offline
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Hallo James,

danke für diese
Zitat von James Beitrag anzeigen
Auch die UPD zuvor war kassen- und pharmafinanziert. (...) Die Crux lag lediglich darin, dass der neue Betreiber auch gleichzeitig für die Krankenkassen arbeitet, also auch das Callcenter der Kassen betreibt. Die Befürchtungen liefen daraus hinauf, dass hier eine Verquickung durch die Abhängigkeit des Callcenter von den Kassen zum Schaden der Patienten bei der UPD entstehen könnte. Der Betreiber aber trennte offensichtlich beide Betriebsformen so stark voneinander, sodass bisher ein solcher nicht erkennbar ist und die UPD für den Patienten auch unabhängig und nicht im Sinne der Kassen arbeitet.
... hilfreiche Erläuterung (und sorry, dass ich es nicht geschafft habe, das selbst zu recherchieren - bin überlastet gerade, aber die Thematik interessiert mich...)

Gruß
Kate
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