Glyphosat verbieten

16.09.15 18:33 #1
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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo,

die Weltgesundheitsorganisation warnt: Der Unkrautvernichter Glyphosat von Monsanto, Syngenta und Co. verursacht wahrscheinlich Krebs. Demnächst entscheidet die EU unter deutscher Federführung, ob das Pflanzengift für weitere 10 Jahre zugelassen bleibt.

Deutschland spielt also eine entscheidende Rolle. Ich habe deshalb gerade einen Appell an Bundesagrarminister Christian Schmidt unterschrieben. Er muss Glyphosat stoppen. Unterzeichne bitte auch Du den Campact-Appell:

https://www.campact.de/Glyphosat-verbieten
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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Bodo H ist offline
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Unterzeichnet ...

GB
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carpe diem

Glyphosat verbieten

Luft ist offline
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unterzeichnet

knappe Übersicht zu den Fakten hier:
Studien und Fakten - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

AW: Glyphosat verbieten

James ist offline
Themenstarter Moderator
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Seit: 20.05.08
Hier noch ein Auszug aus dem Newsletter des Umweltinstitites München eV., der die Gefährlichkeit des Ackergiftes deutlich macht:
"Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

erste Stichproben-Untersuchungen geben Anlass zur Sorge: Das gefährliche Ackergift Glyphosat findet sich inzwischen fast überall, in Gewässern und Lebensmitteln, in menschlichem Urin und sogar in der Muttermilch.

Würden auch Sie gerne wissen, ob Sie Glyphosat im Körper haben? Dann können Sie jetzt nicht nur Ihre eigenen Werte erfahren, sondern gleichzeitig an einer bislang einzigartigen, deutschlandweiten Studie teilnehmen. Denn bisher wurde nicht hinreichend untersucht, welches Ausmaß die Glyphosatbelastung in der Bevölkerung tatsächlich hat. Das wollen wir ändern: Über 1000 Urinproben von Freiwilligen sollen die Datengrundlage für eine belastbare Studie schaffen. Initiator ist die Kampagne "Ackergifte? – Nein Danke!", die 2014 von der Bürgerinitiative Landwende zusammen mit dem Umweltinstitut und weiteren Partnerorganisationen ins Leben gerufen wurde.

Bundesweit finden in vielen Städten Veranstaltungen statt, bei denen man zum Selbstkostenpreis von 45 Euro ein Urinprobenset mit nach Hause nehmen und im Labor auswerten lassen kann. Sie können sich die Sets auch direkt zuschicken lassen. Auf unserer Homepage finden Sie mehr zu den Hintergründen der Aktion und erfahren, wie und wo Sie den Urintest bestellen können.

Sie wollen uns im Kampf um Glyphosat & Co. unterstützen? Dann haben Sie drei Möglichkeiten, sich am Protest zu beteiligen:

1.) Nehmen Sie an der Studie teil

Alle TeilnehmerInnen erfahren dabei nicht nur die eigenen Glyphosatwerte, sondern werden gleichzeitig Teil einer großen deutschlandweiten Studie.

Jetzt mitmachen!"

...auch dort finden Aktionen, Spendenaufrufe usw. gegen Glyphsat statt.
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Gruß, James

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TheFriendlyFox ist offline
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Seit: 23.08.12
Danke, daß Du hier darauf hinweist! Hatte schon unterschrieben. Hoffentlich bewegt sich da was.
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Die Politik ist ein produktiver Zustand. Man darf sie bloß nicht als Katastrophe sehen.
TheFriendlyFox, deutscher Bürger und Forenmitglied

Glyphosat verbieten

Luft ist offline
Beiträge: 314
Seit: 02.03.12
Die Efsa (Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit), hat Glyphosat heute in einem in Parma veröffentlichten Gutachten als für den Menschen vermutlich nicht krebserregend eingestuft.

Sie kommt damit zu einem anderen Ergebnis als die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, IARC. Die IARC hatte im März auf Grundlage epidemiologischer Studien erklärt, sie sehe eine erhöhte Gefahr für Lymphdrüsenkrebs.

Es geht um die Neuzulassung von Glyphosat für die nächsten 10 Jahre.
Darüber entscheidet die EU-Kommission gemeinsam mit den EU-Staaten, wobei die Stellungnahme der EFSA die Grundlage für die Entscheidung der EU-Kommission ist, d.h. die Kommission wird der Einschätzung der EFSA folgen.

40% der landwirtschaftlichen Flächen in der EU werden mit Glyphosat besprüht. Die Landwirte dürfen das Pflanzenschutzmittel sogar ins Getreide spritzen, aber das Stroh dürfen sie nicht verwenden z.B. als Einstreu im Stall.

Inzwischen findet sich Glyphosat nicht nur auf den Feldern, sondern auch in Muttermilch und in Urinproben.

Bei Landwirten, die Glyphosat versprühen, wurde eine erhöhte Rate an Hodenkrebs gefunden.

Für die EFSA entscheidend war das Gutachten des Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR) von 2014, in dem es heißt, daß bei richtiger Anwendung von Glyphosat nicht von einem Krebsrisiko für Menschen auszugehen ist. Dieses Gutachten war deshalb entscheidend für die EFSA, weil die EU-Behörde schlicht kein Geld für eigene Studien zu dem Pestizid hat.

.... der zuständige Abteilungsleiter der EFSA, Jose Tarazona: "Wir gehen davon aus, dass Glyphosat wahrscheinlich nicht DNA-schädigend ist und wir empfehlen auch nicht eine Einstufung als krebserregend. Für eine solche Einstufung nutzen wir die entsprechende EU-Regulierung für die Klassifizierung von Chemikalien, die ist nicht speziell für Pestizide, sondern für Chemikalien. Aber nach diesen Kriterien können wir eine Einstufung als krebserregend nicht empfehlen".

Allerdings, so der EFSA-Fachmann heute, müsse die Toxizität von Glyphosat neu definiert werden. Die Behörde schlägt demnach vor, die Aufnahme von Glyphosat auf 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht zu beschränken.
Mit der heutigen Stellungnahme stellt sich die EFSA gegen eine Bewertung der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die wiederum zur Weltgesundheitsorganisation gehört. Die hatte Glyphosat im Sommer als wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen eingestuft

Die unterschiedliche Bewertung erklärt die EFSA so: Das BfR habe das reine Glyphosat bewertet, während die WHO-Agentur sprühfertige Gemische bewertet hätte, die auch andere Substanzen enthalten. Es gäbe aber über 100 verschiedene Mischungen, und die könne man nicht alle einzeln untersuchen. Außerdem sei die Zulassung von Einzelsubstanzen Ländersache. Auf die Felder werden aber Gemische gesprüht.

Deutschlandfunk

bluewin.ch

Geändert von Luft (12.11.15 um 18:06 Uhr)

Glyphosat verbieten

Luft ist offline
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Seit: 02.03.12
Ärzteblatt
Wissenschaftler kritisieren Glyphosat-Bewertung von EU-Behörde
30. November 2015

Im Streit um das auch in Deutschland viel verwendete Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat haben 96 Wissenschaftler aus aller Welt den europäischen Behörden gravierende Mängel vorgeworfen. In einem offenen Brief an EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis kritisieren sie, dass die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Stoff kürzlich als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ eingestuft hat. Auch gegen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erhoben die Wissenschaftler schwere Vorwürfe.

In dem Schreiben fordern die Wissenschaftler die EU-Kommission auf, bei ihren Entscheidungen „die fehlerhafte Bewertung der Efsa nicht zu beachten“. Die Analyse des BfR sowie die darauf aufbauende Bewertung der Efsa enthalte schwerwiegende Mängel, ... Sie sei in Teilen „wissenschaftlich inakzeptabel“, ihre Sprache „irreführend“. Außerdem seien die Ergebnisse „durch die vorliegenden Daten nicht gedeckt“ und „nicht auf offene und transparente Weise erzielt worden“. …...

Koordinator des offenen Briefes ist der Krebsforscher Christopher Portier, ehemaliger Direktor des US National Toxicology Program, einer wichtigen Einrichtung der US-Regierung zur Chemikalien-Prüfung. Er begründet sein Engagement damit, dass der wissenschaftlichen Risikobewertung ein „schlechter Dienst“ erwiesen werde, „wenn sorgfältig entwickelte Methoden zur Analyse und Interpretation von Informationen zugunsten spontaner Herangehensweisen beiseite gelegt werden, die entweder falsch sind, oder für eine genaue Untersuchung durch eine breitere wissenschaftliche Gemeinschaft nicht zugänglich sind“.

Unter den 96 Unterzeichnern sind anerkannte Wissenschaftler, die für international renommierte Institute arbeiten, etwa die Deutsche Forschungsgesellschaft oder das Krebsforschungszentrum Heidelberg sowie Universitäten in den USA, Australien oder Japan. Die Forscher weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sie für sich selbst sprechen, nicht für ihre Institutionen.

AW: Glyphosat verbieten

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Die Zeit wird knapp!
Bitte unterstützt die eMail-Aktion von foodwatch:
Keine Neuzulassung von Glyphosat! http://www.glyphosat-aktion.foodwatch.de
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Gruß, James

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
In einer Untersuchung des Umweltinstitutes von beliebten Biersorten kamen erschreckende Ergebnisse zu Tage. Während beim Trinkwasser ein Höchstwert von 0,1 µg/Liter Glyphosat nicht überschritten werden darf, hatten alle untersuchten Biersorten wesentlich höhere Werte, die z.B. beim Hasseröder Pils um das fast 300-fache über dem Grenzwert von Trinkwasser liegt. Da es für Bier aber keinen verbindlichen Grenzwert gibt, kann man dazu nur "Prosit" sagen.

http://www.umweltinstitut.org/filead...titut_2016.pdf
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Gruß, James

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Luft ist offline
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Seit: 02.03.12
1996 ist das sehr sachliche aber zutiefst beunruhigende Buch Die bedrohte Zukunft erschienen

Autoren:

Dr. John Peterson Myers, Wissenschaftler
Dr. Theo Colborn, Wisswenschaftlerin
und Dianne Dumanoski, Wissenschaftsreporterin, ausgezeichnet vom MIT

Jetzt haben sie zusammen mit anderen Wissenschaftlern Stellung zu Glyphosat genommen:

Environ Health. 2016
John Peterson Myers et al.
Concerns over use of glyphosate-based herbicides and risks associated with exposures: a consensus statement

Und dies sind Veröffentlichungen, die Einflüse von Glyphosat auf des Darmmikrobiom beschreiben:

Current Microbiology
April 2013
Awad A. Shehata et al.
The Effect of Glyphosate on Potential Pathogens and Beneficial Members of Poultry Microbiota In Vitro

Sciencedirect
Monika Krüger et al.
Glyphosate suppresses the antagonistic effect of Enterococcus spp. on Clostridium botulinum

Current Microbiology
2015 Mar
Ackermann W. et al. T
he influence of glyphosate on the microbiota and production of botulinum neurotoxin during ruminal fermentation.


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