D: Sparen für Behinderte verboten

29.05.13 11:19 #1
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James ist offline
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Auszug aus der Petition von Constantin Grosch

"Wie viel Geld darf ich sparen?"

Diese Frage werden sich wohl die wenigsten Menschen bisher gestellt haben. Warum auch?
Für Menschen mit Behinderungen ist das anders. Wer trotz Behinderung erfolgreich einer Arbeit nachgeht und gar beruflich Karriere machen möchte, hat in Deutschland dazu eigentlich keinen Grund. Die Anstrengungen, die eine höher qualifizierte Berufsausbildung und Erwerbsarbeit mit sich bringen, zahlen sich selbst dann nicht aus, wenn der Karriereerfolg sich tatsächlich einstellt.
In Deutschland werden voll berufstätige Menschen ohne eigenes Verschulden daran gehindert, zu sparen. Wir dürfen nicht mehr als 2.600 Euro auf dem Konto haben! Danach wird alles abkassiert.
Anlegen einer Altersvorsorge? Unmöglich.
Rücklagen für *Reparaturen, Ausfälle und Notfälle bilden? Nicht erlaubt.
Geld für einen Autokauf ansparen? Fehlanzeige.
Eine Erbschaft annehmen? Wozu?
Die große Liebe heiraten? Besser nicht.
Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf intensive Unterstützung durch persönliche Assistenz angewiesen sind, werden dadurch arm gehalten. Ein weitestgehend “normales” Leben und gesellschaftliche Teilhabe wird so unterbunden. Aber wie sieht das finanziell denn aus?
Da die Inanspruchnahme einer persönlichen Assistenz, ohne die die meisten Menschen mit Behinderung nicht (über-)leben könnten, unter die Sozialhilfe fällt, gelten für diese auch die entsprechenden Regelungen.
Behinderte zahlen die üblichen Steuern und Abgaben. Darüber hinaus zieht der Staat aber bis zu 40% des Einkommens zusätzlich ab. Sollte man trotzdem noch Geld sparen können, ist dies nicht gestattet. Mehr als 2.600 € darf ein Mensch mit Behinderungen, der auf intensive Hilfe angewiesen ist, nicht besitzen. Diese beiden Bestimmungen gelten auch für Ehepartner.

Weitere Infos und zur Unterzeichnung der Petition:
http://www.change.org/de/Petitionen/...nderungen-2600
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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Gleerndil ist gerade online
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Hab das unterzeichnet, auch wenn die AGBs im Moment nur in Englisch zu lesen sind.

Für Leute, die noch beim Arbeitsamt (wie auch immer das gerade heißt in Deutschland) weiter "laufen", gelten ja seltsamerweise andere Sätze.
Z.B. 150 € Vermögen pro Lebensjahr, für fest angelegte Rentenversicherung nochmal ein anderer Satz, 750 € pro Lebensjahr, und es gibt einen Freibetrag für besondere Anschaffungen, 750 €.

Hartz IV Freibetrag für Anschaffungen

Wer also gar nicht mehr kann, soll scheinbar auch (fast) gar nichts mehr besitzen, wie Du es schilderst, James.

Ist das nun sozial, oder christlich? Oder christlich-sozial?

Ich denke auch, man müsste sich das mal sehr sozial-kritisch ansehen.


Herzliche Grüße

Gerd
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Mingus ist offline
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Danke für den Beitrag, mir war das Alles total neu.

VG
Mingus

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silberpfeil ist offline
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meine Tochter(24) GdB von 50 % seit der Kindheit -fällt ab Juli in Hartz IV....Sofern sie nach Bewerbungen zum Vorstellungsgespräch kommt- kommt ein paar Tage später ein liebes nein danke-wir haben uns für jemand Anderen entschieden
Traurig -wenn ich sehe, wie sie sich bemüht....
Bei der Arge (Reha-Abtlg.) kann auch keiner was machen, bzgl. Job...Ich frage mich sowieso, wozu es dort solche extra Abteilungen gibt.....

Sie hat erst mal keine Chance zum sparen .....
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Je mühsamer ein weg war, desto schöner ist das Gefühl am Ziel angekommen zu sein

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James ist offline
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Hallo silberpfeil,

auch das ist ein Teil der traurigen Wirklichkeit, wo zwischen dem Anspruch und der Praxis Welten klaffen. Während man in der privaten Wirtschaft bei kleineren Betrieben noch ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen kann, fehlt mir dieses bei Großkonzernen, staatlichen Unternehmen und kommunalen Einrichtungen völlig. Nicht nur, dass (wenn man möchte) mit Sicherheit etliche Arbeitsplätze auch durch Menschen mit Behinderung besetzt werden könnten, zahlt man lieber Strafen um dieses zu umgehen. Dabei ist bekannt, dass sehr oft gerade Behinderte sehr wohl eine gleichwertige Leistung erbringen können und meist sogar einen höheren Einsatzwillen zeigen.
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Gruß, James

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James ist offline
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Inzwischen haben über 33.000 Menschen die Petition unterschrieben. Das Ziel sind 50.000 Unterschriften.
Hilf bitte mit, damit eine Behinderung in Deutschland nicht weiter als Sozialfall sondern als Erkrankung angesehen wird.

"Der 20-jährige Jura-Student Constantin Grosch aus Hameln wehrt sich dagegen, dass er niemals mehr als 2.600,- Euro auf dem Konto haben darf. Constantin hat Muskeldystrophie. Das heißt, seine Muskeln werden immer schwächer. Während er als 11-jähriger noch auf dem Fußballplatz stehen konnte, ist er nun auf einen Rollstuhl angewiesen.

Constantins Erkrankung wird nach deutschem Recht nicht als gesundheitliche Einschränkung, sondern als Sozialfall eingestuft. Behinderte Menschen wie er werden behandelt wie Hartz IV-Empfänger. Das bedeutet konkret: Wenn er eines Tages als Jurist arbeitet, wird er niemals auf einen Urlaub oder eine eigene Wohnung sparen können.

Constantin möchte das ändern, helft Ihr ihm dabei?"

Zur Petition: http://chn.ge/14GsS1Z
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Gruß, James

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silberpfeil ist offline
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meine Tochter ist seit letzter Woche in der Psychosomatischen Klinik. Der Neurologe ist der Meinung, dass ihr dort geholfen werden kann- bzgl. Selbstwertgefühl u.s.w. stärken...
Sie ist nun erst mal Dauerkrank- und so nicht ins Hartz IV gerutscht...
Ich habe mich mit der Caritas in Verbindung gesetzt, sie bekommt nun von da eine Hilfe, was dieses ganze Anträge stellen u.s.w. betrifft...Ich bin z.Zt. damit auch sehr überlastet- . Und ich hoffe, dass die sich besser auskennen und bei Behörden und Ämtern mehr Druck ausüben können- wie pünktl. Zahlung von Krankengeld und Mietzuschuss....
Aber ob sie durch den Klinikaufenthalt auch danach eine Arbeit bekommt-die sie ausüben kann?? Für die Werkstätten ist sie "zu gut" - obwohl der psycholg. Test sehr schlecht ausgefallen ist.

Alles zum Verzweifeln ....
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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo silberpfeil,

das ist der richtige Weg! Da man in eine solche Situation immer völlig unvorbereitet kommt, Regeln und Wege nicht kennt sowie auch schnell Fehler begeht ist es immer besser professionelle Hilfe zu suchen und zu beanspruchen. Ob nun Caritas, AWO, Behindertenverband oder eine andere Einrichtung...das spielt keine große Rolle, wichtig ist nur, dass man so eine Begleitung findet. Ob als selbst Betroffener oder als Elternteil, man ist mit den Folgen einer Erkrankung schon genügend belastet...
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Gruß, James

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silberpfeil ist offline
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DANKE und dir ein schönes WE
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Quexx ist offline
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Seit: 24.01.10
Man nehme auch mal folgenden Fall an: Jemand war sein ganzes Leben lang krank und wird aus irgend einem Grund gesund. Er wird wieder so leistungsfähig wie alle Anderen und möchte arbeiten oder sogar studieren. Selbst wenn er jetzt einen Doktortitel holt hat er es sehr schwer gleichwertig bezahlte Arbeit zu finden oder überhaupt Arbeit zu finden.


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