Eine Idee zum Aufbau eines menschenwürdigen Lebensmodells

22.11.12 11:05 #1
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Eine Idee zum Aufbau eines menschenwürdigen Lebensmodells

Juliette ist offline
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Hallo Clematis,

Selbst die Gründe und Hintergründe der Finanzkrise zu verstehen, um nur ein Beispiel zu nennen, ist extrem schwer und das ist nur ein kleiner Teilbereich dessen, was geändert werden muß, wenn ein menschenwürdiges Leben möglich sein soll. Nimmt man dann noch alle anderen Teilbereiche und Verflechtungen dazu, kann man vollends ins Schwimmen kommen. Wahrscheinlich bedürfte es eines Buches mit über 1.000 Seiten, um alles zu berücksichtigen und genau zu beschreiben, das dann als eine Art Leitfaden dienen könnte. Doch beim Verarbeiten all dieser Informationen würden viele das Handtuch werfen, nicht weil sie zu faul sind, nicht denken wollen, sondern einfach weil sie völlig überwältigt wären und nicht mehr wüßten, wo sie anfangen sollen .
Da stimme ich dir zu. Wir lernen so vieles in der Schule von dem 90 Prozent nach Beendigung der Selbigen wieder vergessen werden. Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass ich immer Feuer und Flamme gewesen bin, wenn etwas lebensnah erklärt wurde. Da war dann meine Aufmerksamkeit voll da und ich habe das Gelernte auch nicht gleich wieder vergessen. Leider kam das in der Schule nur selten vor, das etwas lebensnah erklärt wurde. Meist ging es nur darum Wissen zu vermitteln. Vor kurzem war ein junger Mann im Fernsehen, der nie in der Schule war und der die Chance hatte lebensnah, seinen Interessen entsprechend, zu lernen. All das, was er gelernt hat, weiß er für immer. Darin liegt meine ich ein Teil des Problems.

Wenn man ein solches Buch schreiben würde, dann müsste es alle wesentlichen Themen beinhalten und es wäre sicher ein Wälzer, wie du sagst. Wer es schreiben könnte, das ist wahrscheinlich auch ein strittiges Thema. Meist hat jeder Mensch einen bestimmten Bereich, wo seine Interessen liegen und worin er gut ist. Ich kenne so manch einen der bemüht ist das Ganze zu sehen und doch gehen die Meinungen in einigen Punkten dann auseinander. Aber auch da müsste es Möglichkeiten geben, denn wir sind alle unterschiedlich und doch im wesentlichen wieder gleich.

Mir geht es so wie dir. Ich mache einiges und es kommt mir oftmals vor als sei es nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Andererseits sehe ich aber auch die Erfolge und das sich doch schon etwas verändert hat. Prima finde ich es auch, dass es immer mehr Menschen gibt, mit denen man sich über solche Dinge unterhalten kann und denen das auch wichtig ist. Auf der anderen Seite dann natürlich das Gegenteil. Da muss ich Wildaster recht geben, in meinem Umfeld gibt es einige denen solche Themen nicht egal sind, aber bei der Mehrheit ist es noch anders, meine ich.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (23.08.13 um 14:13 Uhr)

Eine Idee zum Aufbau eines menschenwürdigen Lebensmodells
Clematis
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Wir lernen so vieles in der Schule von dem 90 Prozent nach Beendigung der Selbigen wieder vergessen werden. Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass ich immer Feuer und Flamme gewesen bin, wenn etwas lebensnah erklärt wurde.

Wenn man ein solches Buch schreiben würde, ... Wer es schreiben könnte, das ist wahrscheinlich auch ein strittiges Thema. Meist hat jeder Mensch einen bestimmten Bereich, wo seine Interessen liegen und worin er gut ist.

in meinem Umfeld gibt es einige denen solche Themen nicht egal sind, aber bei der Mehrheit ist es noch anders, meine ich.
Hallo Juliette,

ja, Schule ist auch ein Thema, das eine Rolle spielt... Da müßte vieles verändert werden.

Bei dem Buch könnten Fachleute aus den verschiedenen Wissensbereichen zusammenarbeiten, sofern sie sich über die Richtung "menschenwürdiges Leben" einig sind. Daß sie sich dabei arg und oft streiten werden ist zu erwarten, daher müßten sie von einem "Moderator" und "Schlichter" angeleitet werden, sonst wird das nichts.

Die Mehrheit ist noch nicht einmal so wichtig - kennst du die Theorien von Rupert Sheldrake "Das schöpferische Universum: Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz"?
Das schöpferische Universum: Die Theorie der morphogenetischen Felder und der morphischen Resonanz: Amazon.de: Rupert Sheldrake: Bücher
Seit der Erstveröffentlichung 1982 steht ein Preis für die Widerlegung seiner Theorie im Raum, den bis heute noch niemand in Anspruch nehmen konnte. Seiner Theorie gemäß kann eine Minderheit von ca. 5% ausreichen, um eine grundlegende Veränderung in verschiedensten Lebensbereichen bzw. Verhaltensweisen auszulösen.

Eines seiner Beispiele ist mir noch gut in Erinnerung. An menschenleeren Inseln innerhalb einer Inselgruppe in der Südsee wurden Kartoffeln von einem gesunkenen Schiff angespült. Die auf einer Insel lebenden Affenkolonien probierten die salzigen Kartoffeln und warfen sie weg. Einer kam auf die Idee sie in Süßwasser abzuwaschen und vertilgte sie mit offensichtlichem Genuß, die anderen machten es nach.

Was jedoch höchst erstaunlich war, waren die Affen auf den anderen Inseln. Zeitgleich mit dem ersten Abwaschen auf der Nachbarinsel griffen hier alle Affen zu - nicht etwa nur einer, wuschen die Kartoffeln und fraßen sie. Auf den weiteren Inseln wurde also gar nicht erst ausprobiert. Sie übernahmen einfach das Wissen der ersten Gruppe, ohne daß sie mit dieser irgendwelchen Kontakt gehabt hatten. Diesen Vorgang nennt Sheldrake "morphogenetische Felder und morphische Resonanz".

Ähnliches konnte man bei wissenschaftlichen Forschungen beobachten. An unterschiedlichen Orten, im stillen Kämmerlein, wurde zu einem Thema geforscht und fast zeitgleich kam man zu fast übereinstimmenden Ergebnissen, die dann veröffentlicht wurden. Dabei erfuhren die Forscher von der Existenz der anderen erst durch die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Das regt zum Nachdenken an, nicht wahr? Also kann auch eine recht kleine Minderheit etwas auslösen, wenn dieser "Funke" überspringt...

Gruß,
Clematis


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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Clematis,

Das regt zum Nachdenken an, nicht wahr? Also kann auch eine recht kleine Minderheit etwas auslösen, wenn dieser "Funke" überspringt...
Das Buch von Rupert Sheldrake kenne ich nicht. Aber ich habe vor vielen Jahren ein kleines Büchlein gelesen, indem das Gleiche drin stand. Als Beispiel wurden Pferde genannt. Wenn ein Tier etwas sinnvolles gelernt hatte, dann übertrug sich das auf die eigene Gruppe und wie man feststellen musste auch auf andere Gruppen auf anderen Teilen der Erde.
Diese Anschauung deckt sich auch mit Baird Spaldings Buch, indem es heißt, dass ein Mensch, wenn er eine Lösung für etwas sucht, er sich dem Geiste zuwendet, er darüber nachdenkt und irgendwann hat er eine Idee, die exakt die Lösung ist. Diese Idee wird dann in der eigenen Seele als Gefühl lebendig und wenn man es in eigene Worte fassen kann lässt man die Idee wieder los. Diese steht von diesem Zeitpunkt an jedem anderen Menschen zur Verfügung, egal wo auch immer er sich auf der Welt befindet, um aufgenommen zu werden und weiter durchdacht zu werden.

Das ist eine schöne Anschauung, wie ich meine, die alle Menschen miteinander verbindet. Was man hinein gibt als Absicht, dass kommt auch zurück. Bei dem Affen war es wohl die gute Absicht, den Speiseplan zu erweitern. War sicher eine feine Sache für die Kollegen, die davon dann profitiert haben.

Es müssten deshalb wohl auch Menschen an einem solchen Buch mitarbeiten, die, was die Schöpfung angeht, einen weiten Durchblick haben, wenn diese Ansichten denn frei von Dogmen sind. Ich kenne bisher niemanden, der das alleine könnte. Dann müssten es wieder mehrere sein und am besten welche, denen am Ganzen etwas gelegen ist und die eine gut ausgeprägte Intuition haben. Laut Platon soll es gewisse Ur-Ideen geben, die jeder Mensch sich ansehen kann, wenn er gelernt hat über die Intuition zu denken.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (23.08.13 um 16:45 Uhr)

Eine Idee zum Aufbau eines menschenwürdigen Lebensmodells

Karde ist offline
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Seit: 23.05.12
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Das regt zum Nachdenken an, nicht wahr? Also kann auch eine recht kleine Minderheit etwas auslösen, wenn dieser "Funke" überspringt...
Hallo Clematis
ich kenne diese "Geschichte vom 100.Affen", wenn eine Gewisse Menge überschritten wird.... geht eine Information ins "Feld" über, mit welchem sich dann die anderen verbinden.
Darum glaube ich auch immer noch daran, dass der Mensch doch noch eine Chance haben kann, wenn sich möglichst bald viele "umbesinnen"..... und wenn diese 5% erreicht sind... der Funke auch auf den Rest der Menschen überspringt.
Liebe Grüsse
KARDE
__________________
Alles was ich anschaue --- schaut zurück

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Clematis
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Darum glaube ich auch immer noch daran, dass der Mensch doch noch eine Chance haben kann, wenn sich möglichst bald viele "umbesinnen"..... und wenn diese 5% erreicht sind... der Funke auch auf den Rest der Menschen überspringt.
Hallo Karde und Juliette,

dann laßt uns nicht verzagen,
sondern den nächsten Sprung wagen!

(hat das schon mal jemand gesagt? Copyrightverletzung ist nicht beabsichtigt)

Gruß,
Clematis

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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
dann laßt uns nicht verzagen,
sondern den nächsten Sprung wagen!
Genau.

Grüsse von Juliette

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Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Guten Morgen
ein guter Beitrag zu diesem Thema ist auch dieser Vortrag den ich eingestellt habe. Es geht ums Thema Ethik-Menschenwürde und Entwicklung von Heilberufen Richtung Marktwirtschaft
http://www.symptome.ch/vbboard/gesun...tml#post948144
Herzliche Grüsse
KARDE
__________________
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Geändert von Karde (25.08.13 um 14:32 Uhr)

Eine Idee zum Aufbau eines menschenwürdigen Lebensmodells
Clematis
Hallo,

Erdling hat unter "Verschwörungstheorien" diesen Link eingestellt:
http://www.dominik-storr.de/00-downl...nd%2010-08.pdf

Nachdem ich mir das ganz durchgelesen habe, denke ich, daß hier ein Modell vorgestellt wird, das -wenn auch sehr schwer zu realisieren- insgesamt gesehen eine Alternative vorstellt, die ein menschenwürdigeres Organisations- und Lebensmodell aufzeigt. Diese Alternative wird hauptsächlich in Teil III aufgezeigt. Dennoch sind die ersten beiden Teile, die schildern woran unsere Systeme kranken, als Einführung wichtig. Wie die Autoren schreiben, ist es sicherlich noch verbesserungswürdig, doch als Einstieg und Anregung scheint es mir schon recht ausgereift.

Viel Spaß beim Lesen!

Gruß,
Clematis

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Juliette ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Danke euch beiden für die Einstellung Karde und Clemantis,

@Karde

Das ist ein guter Ansatz für die Ärzte, wenn sie einen in dieser Form begleiten würden, wie es in dem Vortrag vorgeschlagen wird. Es ist ein Weg in eine ganzheitlichere Sichtweise, die ich auch schon in anderer Form gelesen habe.

@Clematis

Alles habe ich noch nicht durchgelesen. Aber das hier, da weiß ich nicht, ob das wirklich was werden kann. Meiner Meinung nach eher nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Ich halte etwas von einem Völkerstaat über den gewisse auch allgemeingültige Regeln aufgestellt werden, die aber als Grundlage, die Kreativität aber auch das innere Wesen des Menschen mit einbezieht. Aber wie ich schon schrieb ich bin ja noch nicht ganz durch und vielleicht wird es noch genauer definiert.

Dies beinhaltete auch die völlige Freiheit darüber, wie diese ihr Gebiet sozial- und
wirtschaftspolitisch entwickeln, in welcher Weise sie sich dem zunehmenden Wettbewerb
unter den einzelnen Kommunen (demoi) stellen, was letztlich auch die Entscheidung darüber
einschließt, mit welcher Währung sie kommunal oder sogar überregional ihre
wirtschaftlichen Abläufe unterlegen. Es bliebe dann auch den Gemeinden überlassen, welche
Bedingungen sie an einwanderungswillige Bürger und Unternehmen stellen und wie sie ihre
territorialen Umstände regeln möchten.
W

Grüsse von Juliette

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Clematis
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Aber das hier, da weiß ich nicht, ob das wirklich was werden kann.
Hallo Juliette,

hier ein Beispiel wie man im Kleinen mit Veränderungen beginnen kann:
rette-sich-wer-kann.com/loesungen/selbstorganisation/selbstorganisation-die-essbare-stadt/#more

Alle Grünflächen, die sich zum Gemüse- und Obstanbau eignen, werden in diesem kleinen Ort genutzt. Um Erlaubnis wurde gar nicht erst gefragt, denn warum sollte man jemanden vor Gericht zerren, der einen Himbeerstrauch pflanzt, an dem sich jeder bedienen darf?

Einer öffnete seinen Gemüsegarten, lud andere ein sich zu bedienen und bald taten es viele nach, ein Geben und Nehmen und ein Weg in die Ernährungsautonomie! Monsanto dürfte das so gar nicht schmecken!

Da Friedhöfe in England eher ein Aufenthaltsort sind und selbst bei einem mittäglichen Picknik, in der Sonne und auf dem Grabstein verwendet werden, weil man davon ausgeht, daß die Toten sich auch über lebendige Gesellschaft freuen, wurde hier auch zwischen den Gräbern Gemüse angepflanzt...(siehe Film). Das ist nicht pietätlos, wie mancher denken mag, sondern das normale Leben, wo Tod und Leben zusammen gehören.

In England machen es bereits eine Reihe Städtchen nach und in anderen Ländern plant man ähnliches.

Gruß,
Clematis


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