Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

08.08.12 13:04 #1
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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Wer von euch hat Angehörige in einem Pflegeheim?

Würde mich sehr gern mit euch austauschen.
Bin sehr oft gefühlsmäßig am Ende!

Meine Geschichte sehr kurz!

Meine Mutti ist seit einem Schlaganfall rechtsseitig gelähmt ,kann nicht sprechen und ist seit 14 Jahren in einem Pflegeheim!

Mein Vati begleitete sie noch 7 Jahre mit im Heim.
Ich empfand diese Zeit besonders schwer.

Denn in dieser Zeit erkrankte mein jüngster Sohn und musste um sein Leben kämpfen.

Dann erkrankte mein Mann an Krebs.Es waren 2 Jahre die wir gemeinsam kämpften und uns wurde noch bewusster wie stark unsere Liebe war.
Ich konnte es ermöglichen in Zusammenarbeit mit tollen Ärzten,dass mein Mann friedlich zu Hause einschlafen konnte.

Das ist nun schon fast 8 Jahre her!

Meine Mutti ist nun 94 Jahre alt und ich versuche täglich da zu sein,denn das Heim ist nicht weit von mir.

Unsere große Familie zerbrach unter dieser emotionalen Belastung.

Die ersten 4 Jahre war es noch gut und dann lebte wieder jeder sein Leben ohne Gemeinsamkeiten oder Anteilnahme.

Nicht das meine Geschwister schlecht sind .Wir sehen uns öfters und dann wird aber nicht nach Mutti gefragt,niemand geht zum Friedhof und ich verschließe mich innerlich.

Natürlich habe ich sie immer daraufhin angesprochen!Aber es kamen dann oft die Sätze sie halten das Elend nicht aus oder du machst es ja.

Am meisten taten mir die Sätze weh,lass sie in Ruhe sterben und gehe nicht immer hin u.u.

Ich denke nur über dieses Thema nach und durch den miterlebten Tot meines Mannes bin ich für vieles offen.

Meine Mutti kann seit 8Jahren in keiner Form mehr das Bett verlassen.
Sie lebt von den Geräuschen um sie herum,von der liebevollen Betreuung des Pflegepersonal und von meinen Besuchen.

Ich erreiche sie immer noch und wir gehen gemeinsam durch schlechte und gute Zeiten.

Nun war ich 5 Tage im Urlaub (der 1. Seit 10 Jahren)und nun ist wieder eine schlechte Zeit angebrochen.

Noch etwas zu meiner Mutti!Sie hat ihre Kinder alle geliebt ,hat 4 Enkel mit großgezogen und war IMMER für uns da.

Meine Mutti hat im Heim nie gejammert und war (ist) immer freundlich und darum so beliebt.
Wenn sie große Schmerzen hat zieht sie die Decke über den Kopf und weint .

Sicher kònnt ihr euch vorstellen was ich dann empfinde!
Ich schreibe heute deshalb,weil ich oft denke ich zerbreche an meiner Hilflosigkeit .

Bin der Betreuer meiner Mutti und konnte ihr schon eine Magensonde
(vor Jahren),einen Katheder -Urin ,etliche Krankenhausaufenthalte und die großen Schmerztabletten(sind nun Schmerzpflaster)ersparen.

Es gab immer einen Kampf.
Meinen Vati steckten sie mit 92 Jahren wegen einem Herzschrittmacher in ein Krankenhaus und als ich Nachmittag in das Heim kam war er fort.

Natùrlich war er am Abend wieder im Heim.8 Ärzte diskutierten mit mir.
Zu diesem Zeitpunkt sprach mein Vati vom Sterben.Er lebte noch behütet von mir 2 Jahre.

Im Heim bin ich eingebunden man kennt mich und andere Bewohner auf der Station auch.
Habe schon sehr viele auf den letzten Weg mitbegleitet .

Sehe viel viel Schmerz ,Traurigkeit,Einsamkeit und Elend aber auch lustige Sachen.

Ich kann an dieser Situation nichts verändern ,nur etwas abmildern und einfach nur da sein .

Mit meinen Ängsten bin ich allein und sie quälen mich sehr.
Was wenn ich schwer krank werde?
Wer besucht mich im Heim? Denn dahin würde ich gehen.

Ich möchte nicht sehr alt werden,denn ich empfinde das Leben als sehr schwer!

Bin trotzdem gesundheitlich gut über die Runden gekommen und durch das Forum noch besser.

Was ich nicht in den Griff bekomme,auch nicht mit Forum,sind meine Panikatacken.

Habe furchtbare Angst im Dunkeln( schon immer)und sie kommen beim Schlafen.

Oh,es ist kein kurzer Beitrag geworden-Entschuldigung!

Vieleicht befindet sich jemand von euch in einer ähnlichen Lage und wir können uns gegenseitig Mut machen.

Bis bald!Wildaster


Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.712
Seit: 10.01.04
Hallo Wildaster,

bei all dem, was Du schon erlebt hast, kann ich nur einen virtuellen Hut vor Dir ziehen. Das ist hart, und eigentlich ist es fast ein Wunder, daß Du "nur" Panikattacken bei Dunkelheit hast.

Du kämpfst ja an mehreren Fronten zugleich, und das nicht nur einmal wie jetzt bei Deiner Mutter sondern vorher auch schon.
Daß Geschwister in so einer Situation nicht wirklich zur Entlastung beitragen, scheint eher häufig vorzukommen. Ich denke, daß es immer schwieriger wird, Geschwister und andere Verwandte einzubinden, wenn erst einmal eine Art (feiger) Rückzug stattgefunden hat. DAnn belügen sich solche Geschwister auch und finden für sie selbst scheinbar überzeugende Argumente, um das Fernbleiben zu rechtfertigen. Oft bauen sie sogar eine Art Groll auf gegen das Geschwister, das die Mutter oder den Vater betreut, um ihr schlechtes Gewissen zu verdecken. - Wenigstens habe ich das erlebt.

Wie gesagt: ich bewundere Dich für Deine Aufopferung. Trotzdem würde ich meinen, daß auch Du das Recht hast, ein eigenes Leben zu leben und auch mal nicht zu Deiner Mutter zu gehen?Was meinst Du dazu?
Vielleicht sind Deine Besuche auch sehr anstrengend für Deine Mutter und sie wäre noch nicht einmal wirklich betrübt, wenn Du so ab und zu Pause machen würdest? Was meinen die Schwestern im Heim dazu?

Könntest Du Dir vorstellen, wenigstens einmal in der 'Woche (besser zweimal) einen ganzen Tag für Dich zu nehmen?
Du schreibst nicht, ob Du noch berufstätig bist, aber ich nehme an, daß nicht? Dann wäre so ein Tag z.B. für einen Ausflug gut, für einen Kaffeeklatsch, für den Frisör usw. usw.
Gerade wenn DU Angst hast, selbst mal krank zu werden, ist es doch jetzt wichtig, Kräfte zu tanken und nicht immer nur zu geben?

Wenn Du bei google "Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige" eingibst, findest Du viele Gruppen. Die haben bestimmt auch noch eigene Gedanken und Ideen.

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Liebe Oregano,
vielen Dank für deine Antwort.
Es tut mir gut einmal darùber geschrieben zu haben.

Ich bin noch berufstätig und dadurch bleibe ich am Laufen,denn meine Arbeit macht mir noch viel Spaß auch wenn sie Kraft kostet.

Liebe Oregano,ich versuche einmal auf deine Fragen einzugehen.
Ich habe schon ein eigenes Leben ,hier in meiner Wohnung,wo ich mich beschützt fühle.

Den Alltag zu meistern fällt mir verdammt schwer und ich muss alle Kräfte mobilisieren ,ihn zu meistern.z.B.Garten(habe ich gekniffenheute und lieber geschrieben),2 Enkelkinder,Friedhof 2Gräber( bin immer froh wenn es regnet)u.u.u.

Ich glaube nicht,dass die Besuche meine Mutti anstrengen,wir sind eine Einheit geworden.
Es sind leise Besuche wo jeder die Anwesenheit des Anderen in sich aufnimmt.
Sie schläft sehr vielund dann lasse ich sie schlafen und trotzdem spürt sie meine Anwesenheit und lächelt glücklich.

Wenn alles in Ordnung ist bin ich nicht länger als 1 bis1/2 Stunden da.oft fahre ich auch in der Pause schnell hin und ich weiß dann,sie ist zugedeckt,richtig gelagert und ist ok.

Es ist oft abhängig vom Pflegepersonal?

Es sind einfach meine Gefühle die ich nicht in den Griff bekomme.Werde immer dünnhäutiger und leide mit allen mit.

Dann habe ich immer Bauchgrummeln wenn ich losfahre,weiß nie was mich erwartet und Schuldgefühle wenn ich sie hilflos zurücklassen .

Sie quält sich schon so lange und ich gönne ihr seid sehr langer Zeit ,dass sie den Weg zum Vati findet.

Ach Oregano,es tut so gut einmal darüber zu reden !
Meine Mutti hätte niemals gewollt ,dass einer ihrer Kinder sein Leben vernachlässigt wegen ihr.
Das zu wissen tut gut und macht es leichter!

Nochmals danke Oregano und sei von mir ganz lieb gegrùßt.

Wildaster

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.712
Seit: 10.01.04
Hallo Wildaster,

es ist einfach sehr viel, was Du an Aufgaben hast und übernommen hast. Für den Garten kann man sich z.B. Hilfe holen (mache ich auch so, wenn es nicht anders geht). Denn aufgeben würde ich ihn nicht wollen; dafür bin ich viel zu gerne im Garten .
Auch die Grabpflege kann man übergeben - meistens klappt das ganz gut, wenigstens ist das meine ERfahrung. - Und an den Kosten können sich dann die Geschwister ja wirklich beteiligen oder sie gleich ganz übernehmen; - quasi als Ausgleich für nicht geleistete Hilfe . Da würde ich auch nicht lange reden sondern einfach jeweils die Rechnung schicken mit der Bitte, den Anteil zu überweisen.

Die Enkelkinder: wie alt sind sie? Werden sie eher bei Dir abgestellt, damit die Eltern Ruhe haben oder magst DU es, wenn sie bei Dir sind? Sonst wäre auch das ein Punkt, an dem man etwas drehen könnte.

Was Du über Deine Besuche bei Deiner Mutter schreibst, klingt für mich schön und harmonisch. Nur Deine Sorgen belasten Dich natürlich trotzdem. Da wünsche ich eine große Portion Gelassenheit, Glauben, Ruhe und Vertrauen. Letzten Endes wird Deine Mutter dann gehen, wenn es ihr bestimmt ist, und daran kann niemand etwas ändern.

Alles Gute und schreib Dir weiter die Gedanken von der Seele.

Grüsse,
Oregano
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inchiostra ist offline
Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Liebe Wildaster

habe deinen Tread durchgelesen und mir meine Gedanken gemacht.

Erstmal, das was du leistest würde auch jeder gesunde Mensch nicht ohne Schaden durchhalten.
Sich so hilflos fühlen wenn die Mutter so unbeweglich jahrelang im Bett liegt.
Und das es Angst, dir Angst macht, auch einmal andere evtl. einmal so hilflos zu machen, das verstehe ich.
Ich denke selber schon mal daran.

Ich äußere mich dazu, weil ich die andere Seite erlebt habe.
Ich war ein Geschwisterteil, der nicht mitpflegte.

Was deine Geschwister äußern wie sie halten das Elend nicht aus und du machst das schon. Oder ihr redet nicht über die Mutter, wenn ihr mal zusammen seid.
Wohnen die Geschwister denn sehr weit weg?
Jedenfalls machst du ja scheinbar wirklich alles.
Du beschreibst alles so, wie es meine Schwester, die meine Mutter auch über 10 Jahre pflegte, auch tat.
Sie sprach mit den Ärzten, passte auf im Pflegeheim und besuchte sie fast jeden Tag.

Ich habe aber auch das entwickelt, was Oregano geschrieben hat. Einen Groll gegen sie. Das war ganz schlimm, als meine Mutter vor einem halben Jahr starb. Da hatte ich nur Groll gegen die Schwester gehabt.
Sie hatte auch auf der Trauerkarte sich selber ganz oben geschrieben und wir drei anderen Geschwister, die "in ihren " Augen nichts taten für die Mutter, wurden nur am Rande erwähnt. So, als wenn wir nicht die Kinder waren, sondern nur entfernte Verwandte.

Ich erfuhr erst ein paar Jahre später, da wir wenig Kontakt hatten, dass meine Mutter ins Pflegeheim mußte.
Alles regelte meine Schwester.
Irgendwann kamen immer die Vorwürfe, das sie alles alleine machen muß und ihr keiner hilft. Aber welche Hilfe sie brauchte, sagte sie nicht.
Sie machte mir dann immer ein schlechtes Gewissen. Meiner Schwester auch und meinem Bruder.
Wir waren alle herzlos und undankbar.

Ich wohnte am weitesten weg. So über 800 km. Jahrelang Hartz 4 und einen kranken Sohn der auch gepflegt werden muß. Ich konnte nicht immer hinfahren. Ich fuhr nur einmal hin und da kam ich mir ziemlich überflüssig vor. Alles wurde geregelt. Ich war nur Besuch.
Was mir gefehlt hat, war, dass diese Schwester alle gemeinsam an einen Tisch hätte rufen müssen. Es hätte "gemeinsam" überlegt werden sollen wer was zu tun hat. Denn jeder hat Pflichten, doch die müssen gerecht verteilt werden.
Aber sie tat eben ALLES. Und sie bestimmte auch ALLES.
Ich hatte auch nicht direkt Groll, das kam später. Vielleicht war ich auch traurig, weil ich so weit weg war und nichts tun konnte.
Jede Ausrede, es wurde als Ausrede genannt, wurde unterstellt.

Mein Bruder, ein ruhiger sehr trauriger Mensch, lebt sehr alleine. Saß oft im Pflegeheim am Bett meiner Mutter und sagte kein Wort. Irgendwann ging er wieder, bis er gar nicht mehr kam.
Jetzt, nachdem die Mutter starb schrieb ich ihm mal und fragte danach. Er konnte nicht damit umgehen, wie schlecht es der Mutter ging. Sie lag auch nur im Bett oder Rollstuhl. Er konnte es einfach nicht.
Das tut mir so weh, das unter den Geschistern nicht einmal daran gedacht wird. Das ja´nicht jeder das kann.
Aber da darf man nicht urteilen, sondern einen Weg suchen und darüber reden und nicht urteilen. Meine Meinung.
Aber meine Meinung zählte wohl nicht.
Ich war auch die Einzige die nicht auf der Beerdigung war. Auch nicht bei meinem Vater.
Ich konnte einfach nicht.

Das wollte ich dir dazu sagen.
Mir fiel auch noch dazu ein. Als meine Mutter noch lebte, hatte sie nie versucht die Geschwister zusammenzuhalten. Die Pflegeschwester war immer Mamas Liebling.
Da kommen ganz viele Faktoren zusammen.
Bei dir sicher auch.

Du hast einen ganz traurigen und schweren Weg den du gehen mußt.
Du bist am nächsten dran an deiner Mutter.
Das finde ich heute noch schade, das ich das bei meiner Mutter nicht sein konnte. Ich konnte nicht mehr mit ihr reden wie meine Schwester.
Auch nicht mir meinem Vater.
Das konnte nur die eine Schwester.

Somit hast du vielleicht deinen Geschwistern etwas voraus.

Ich denke, du bist auf einem besseren Weg.
Du fängst an, an dich zu denken.
Du hast den Weg ins Forum gefunden.
Das ist doch schon ganz viel.

Versuche vielleicht was Oregano schon gesagt hat.
Schreib dir alles von der Seele.
Das kann dir helfen etwas loszuwerden was dich so belastet.

Liebe Grüße von inchi und pass auf dich auf und ich denke an dich

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Liebe inchi,
vielen Dank für deine lieben Gedanken!
Seit einer Stunde sitze ich hier und versuche zu antworten.Es fällt mir verdammt schwer.

Mir laufen die Tränen( schon so oft seit ich hier bin) und glaub mir bitte ,dich hätte ich gern als Schwester!
Es tut mir richtig weh wie es bei dir gelaufen ist und ich kann deinen Groll verstehen.

So ist es,wenn man nicht darüber redet und sich nicht verstanden fühlt,auf beiden Seiten.

Ein Abschiednehmen ist so wichtig,gerade von den Eltern.
Liebe inchi,ich würde im Nachhinein sogern eine Lösung finden,kannst du nicht mit deiner Schwester in ein Gespräch kommen und alles aufarbeiten?

Sie weiß doch von deiner Situation und deinem Sohn!
Wir haben doch nun fast alle Internet und Telefon.

Ich bewundere dich für deine Wege die du gehst und bewältigst mit deiner angeschlagenen Gesundheit ,mit Sohnemann,Herrn inchi( die Knalltüte)und eine Gegend ohne Sonne.

Glaub mir inchi,mein Leben ist nicht so schwer wie dein Leben und ich wünsche dir immer wenn ich von dir lese Freude,Gesundheit,Glück und ein schöne Zukunft für euch drei.

Nun zu mir.
Wir sind 4 Geschwister.Mein älterer Bruder lebt schon seit Jahrzehnten im Westen.
Wir anderen drei leben in der gleichen Stadt nur 100-derte Meter von einander getrennt und haben auch die Gärten nebeneinander.

Meine Mutti hielt immer unsere Familie zusammen und opferte sich ein ganzes Leben für ihre Kinder und Enkelkinder auf.
Sie sagte immer,dass sie alle Kinder mit Liebe geboren hat.

Wir feierten ihre Geburtstag und die Feiertage immer zusammen.
Es war eine sehr schöne Zeit ,die ich so vermisse.
Das Essen ,die Gespräche,dieses Gefühl des Geborgenseins,das fehlt mir sehr!

Lange Zeit habe ich versucht die Familie zusammen zu halten und es ging auch einige Jahre gut.

Meine Schwester und ich sind grundverschieden und wir sprechen eine andere Sprache.
Für sie bin ich die ,die es nicht anders wollte,denn war schon immer ein Büchernarr,liebte Kinder,weinte wenn jemand Kummer hatte oder ein Tier litt und bin offen für übersinnliche Dinge.

Über so etwas lacht sich meine Schwester schief und vorallem gern ùber andere.
Aber wir sind uns vertraut und kennen es nicht anders.

Mit dem Tot meines Mannes veränderte sich alles.Ich mich natùrlich auch!
Nun hegte ich einen Groll,denn es zog sich jeder zurück !

Wir hatten dann sehr,sehr lange keinen Kontakt und es ging auch.
Im Garten grüßten wir uns und das war es.Kam ich ja immer von meiner Mutti wenn ich in den Garten ging(meine Geschwister arbeiteten nicht mehr)und war erledigt von der Arbeit u.u.

Nun sitzen wir wieder zusammen und können miteinander reden und auch lachen .
Meine Schwester mòchte weiter nichts über Krankheiten hören und kein Elend sehen und wird nie einen Friedhof besuchen.

Mein Bruder hat eine Krebskrankheit überstanden,wo ich ihm beistand und möchte sein Leben leben.

Liebe inchi,ich kann es nun akzeptieren ,denn ich habe diesen inneren Frieden gefunden und wie du so schön sagtest,bin am nächsten an meiner Mutti dran.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit mit mir oder allein zur Mutti zu gehen und einmal gemeinsam Vati zu besuchen und das wissen sie auch.

Ich habe bei euch gelernt auch einmal zu weinen und über die Gefühle zu schreiben.

Mich verfolgen die Bilder aus dem Heim und immer werde ich von Schuldgefühlen geplagt wenn ich wieder gehe.
Bin so dünnhäutig geworden,dass mich Nachrichten nicht loslassen z.B.der kleine erstochene Junge von heute u.u.

Darum hätte ich gern einmal gewusst wie ihr es erlebt habt.

Habe mich sehr ùber die vielen PNs gefreut und konnte beim Lesen so wunderschön heulen.

Danke an euch und es ist ein schönes Gefùhl alles von der Seele schreiben zu können.
Die virtuelle Welt hat auch ihre schönen Seiten,stimmt's inchi?

Viele liebe Grüße und eine durchschlafende Nacht ohne Beschwerden wünscht dir Wildaster

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Friedoline ist offline
Beiträge: 467
Seit: 29.06.12
Hallo Wildaster,darf ich dir schreiben?.Ich ziehe den Hut vor dir.Du bist eine wunderbare gefühlvolle Frau mit sehr vielen Erlebnissen. Das du so dünnhäutig bist,ist kein Wunder nehme es einfach an.Die Stunden mit deiner Mutti geben ihr doch viel,sonst wuerde Sie nicht lächeln.Das wichtigste ist doch für Sie wird gesorgt,wobei du auch aufpasst,was auch richtig ist.Du musst aber auch an dich denken,und dir kleine Auszeiten nehmen wo du auch auftanken kannst.Um noch schöne Stunden mit deiner Mutti zu haben.Sehe das Leben als eine Aufgabe an,die gelöst werden will.Ich wünsche dir viel Kraft Mut und Zuversicht.Friedoline

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Liebe Friedoline
es freut mich von dir zu hören und danke für die lieben Worte.

Ich sehe das Leben als Herausforderung und schaffe es auch oft alles zu meistern.

Aber eben nicht immer und das gestehe ich mir auch ein,aber erst hier.

Dieses Forum gibt mir sehr viel und niemals hätte ich das am Anfang gedacht.
Liebe Friedoline ,wir werden uns hoffentlich noch oft hier im Forum begegnen und darauf freue ich mich sehr.

Schlaf schön und sei ganz herzlich gegrüßt von der Wildaster

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Seht ihr ,das meinte ich!
Man ist hier nicht allein

Liebe lieber Tee deine Worte kommen zur richtigen Zeit,denn komme nun durch dich und Friedoline zur Ruhe und hoffe etwas Schlaf zu finden.

Ich wünsche euch schöne Träume(das wünscht immer lieber Tee) und morgen einen unbeschwerten Tag .

Eure Wildaster

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Schlaf gut liebe Wildaster

Ich habe nun auch lange Schäfchen gezählt, und war wach.

Nun geh ich wieder schlafen, und hoffe das ich etwas schönes Träume und die Gedanken an gestern loslassen kann, denn es nützt mir nichts diese festzuhalten.

HerzlicheGrüsse
KARDE


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