Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

08.08.12 13:04 #1
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Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Liebes Windpferd

nein,du trittst mir nicht zu nahe und gerade das - technokratisch- Männliche ist bei uns Frauen in solchen Situationen sehr gefragt.

Nach deinen Zeilen machte es bei mir hörbar klick,denn meine liebe HA,von der ich auch für meine Notfälle die Privatnummer habe,ist auch Palliativmedizinerin(?).

Aller drei Tage bekommt meine Mutti ihr Schmerzpflaster,soeben erneuert,18.00 Uhr ihr Antibiotikum und ich werde es beobachten, liebes Winpferd und auch handeln.
Oft ist man in seinem Schmerz erstarrt und handlungsunfähig und ich kann jedem von euch nur danken,auch dir von Herzen.

Liebe Grüße von Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?
Männlich Windpferd
Liebe Wildaster.

aalso: es gibt den Deutschen Verband für Palliativmedizin (DVP), Startseite, Aacherer Str. 5, 10713 Berlin, 030 / 8182 6885. Der hat eine Ärzteliste (jeweils mit Adressen, Telefon) für die einzelnen Bundesländer - auch für die annektierten im Osten. (Früher - aber das ist schon Jahre her - waren die am Telefon ein wenig abweisend, aber letzlich doch kooperativ.)

Ein Palliativmediziner, der mir schon mehrfach als auch organisatorisch aktiv begegnet ist: Priv.-Doz. Dr. Rainer Sabatowski (Schmerzzentrum, Univ.-Klinikum Dresden, Fetscherstr. 74, 0137 Dresden, 0351 / 458 3252), Startseite — Uniklinikum Dresden.

Juristisch: Ich nehme an, Du bist bevollmächtigte Betreuerin Deiner Mutti. Dann kannst Du, stellvertretend für sie, das Recht der freien Arztwahr ausüben. Auch wenn das Hausärzte, Krankenhäuser und Pfegeheime nicht gern sehen - das Recht besteht. Brauchst bloß ein wenig Sturheit. (Einen guten Arzt erkennt man auch daran, daß er seine Grenzen kennt und anerkennt.)

Du kannst Deine Ärztin ohne weiteres fragen, ob sie Fachärztin (!) für Palliativmedizin ist (und nicht nur mal ein Buch drüber gelesen oder auf einer Tagung war.) Auch die GKV übernimmt für das Zuziehen eines weiteren Facharztes m.W. in schweren Fällen die Kosten.

Was kriegt Deine Mutti denn für ein Schmerzpflaster? Fentanyl?

Und woran erkennst Du die Schmerzintensität Deiner Mutter, wenn sie nicht mehr sprechen kann? An Lauten? Am Ausdrucksverhalten?

Alles Allerliebste für Deine Mama und für Dich!
Windpferd

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?
Männlich Windpferd
PS:

Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir gerne ein paar Nahrungsergänzungsmittel (das läuft unter Orthomulekularmedizin, im weiteren Sinn Komplementärmedizin) heraussuchen, die die Wirkung von AB unterstützen / Schmerzen lindern / bei Lungenentzündung indiziert sind. Durchwegs unschädlich, wenn man vorsichtig dosiert.

Laß es mich bitte wissen, ggf.

Disclaimer: Nein, ich vertreibe diese Mittel nicht selber. Und werde für keines "Reklame" machen. Ich werde höchstens weitergeben, was schon längst in den schlauen Büchern steht.

Liebe Grüße
Windpferd

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Ich danke dir liebes Windpferd,ich sitze nun hier kämpfe mit den Tränen,denn musste ja meiner Mutti ihr Antibiotika geben und etwas zu trinken und sie verschluckte sich,furchtbar!

Meine Ärztin hat es nicht nur auf ihrem Schild stehen,denn sie ist auch Ärztin in unserem Hospiz,macht noch Hausbesuche und nimmt sich für jeden sehr sehr viel Zeit.

Die Schmerzintensität meiner Mutti ist leicht zu erkennen,wenn ich lange bei ihr sitze und zwar am Ausdruck und an ihren Bewegungen.
Schmerzverzerrtes Gesicht,krampfhaftes Festhalten an der Bettdecke,verstecken unter der Bettdecke damit ich es nicht sehe,lautloses Weinen ,Zuckungen( Krämpfe)hält sich wimmernd an ihre gelähmte Hand fest und ihre Augen sind dabei wach und findet keinen Schlaf und möchte oft schreien und verkneift es sich.
Liebes Windpferd,ich kann es momentan in meiner Verfassung nicht besser beschreiben.

Sie reagiert auf alle meine Berührungen und trinkt und isst auch etwas,für ihre Tochter.
Du hast Recht,dass Schmerzpflaster ist Fentanyl und hat die Stärke 12.

Liebe Grüße von Wildaster
Ich bekam soeben von einer lieben Freundin eine Mail,dass ich das Antibiotika nicht mit Milchprodukten geben soll.Sie isst aber nur noch süßen Brei und wenn nicht,wird sofort der Mund zugelassen.Auch Obstbrei isst sie nicht.
Ich weiß,ein Teufelskreis!
Nun hält sie meine Hand,hat sich vom Verschlucken erholt,mich angelächelt und wir warten gemeinsam auf den erlösenden Schlaf.
Zur Nachtschicht kommt eine sehr sehr liebe Pflegerin!

Meine Mutti teilt sich das Zimmer und ich muss Rücksicht nehmen und wenn sie tief und fest schäft,fahre ich für ein paar Stunden nach Hause.

Nochmals liebe Grüße von mir der Wildaster
__________________
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.712
Seit: 10.01.04
Hallo Wildaster,

mit Fentanyl-Pflastern werden durchaus Fehler gemacht. Es gibt bestimmte Punkte zu beachten:

Der richtige Umgang mit Schmerzpflastern | Heimversorgung

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?
Männlich Windpferd
Liebe Wildaster,

Du schreibst: "Musste ja meiner Mutti ihr Antibiotika geben und etwas zu trinken und sie verschluckte sich,furchtbar!"
Wenn das die Regel ist und sehr quälend, könnte man vielleicht über eine Magensonde nachdenken?

Meine Ärztin hat es nicht nur auf ihrem Schild stehen,denn sie ist auch Ärztin in unserem Hospiz,macht noch Hausbesuche und nimmt sich für jeden sehr sehr viel Zeit.
Dann ist's ja o.k.

Die Schmerzintensität meiner Mutti ist leicht zu erkennen,wenn ich lange bei ihr sitze und zwar am Ausdruck und an ihren Bewegungen.Schmerzverzerrtes Gesicht,krampfhaftes Festhalten an der Bettdecke,verstecken unter der Bettdecke damit ich es nicht sehe,lautloses Weinen ,Zuckungen( Krämpfe)hält sich wimmernd an ihre gelähmte Hand fest und ihre Augen sind dabei wach und findet keinen Schlaf und möchte oft schreien und verkneift es sich."
Schlimm. Aber m.E. auch ein sicheres Zeichen, daß die Analgesie bei weitem nicht reicht. Wundert mich, daß die Ärztin das anders sieht. Sie sollte vielleicht auch mal ein Medikament rezeptieren, das unter's Betäubungsmittelgesetz fällt - auch wenn das etwas bürokratischer Aufwand ist. (Der Aspekt der Suchterzeugung ist hier wirklich irrelevant und Lebensverkürzung würde jetzt auch noch nicht eintreten.)

Sie reagiert auf alle meine Berührungen und trinkt und isst auch etwas,für ihre Tochter.
Sehr schön!
Andererseits - ein grausamer Gedanke, ich weiß: Ob man wohl eine alte, schwer leidende Frau noch festhalten sollte, eben wenn schon das Essen sie so sehr quält? Hat sie nicht schon genug für ihre Kinder durchgemacht? Könnte man nicht eine Haltung einnehmen und mitteilen: "Mama, Du mußt jetzt nichts mehr. Ich freu mich über jeden Tag, den Du noch bleibst. Aber Du darfst gehen. Auch wenn Du gehst, wirst Du in meinem Herzen bleiben."

Du hast Recht,dass Schmerzpflaster ist Fentanyl und hat die Stärke 12.
Die Stärken müßte ich googeln, hab ich nicht im Kopf. Bei Fentanyl kann es (sogar lt .Beipackzettel) zu Atemlähmung kommen. Die ist dann in der Regel irreversibel.

Ich bekam soeben von einer lieben Freundin eine Mail,dass ich das Antibiotika nicht mit Milchprodukten geben soll.
Weiß ich nicht. Da würde ich zur Sicherheit auf dem Beipackzettel nachschauen. Oder, wenn Du schreibst, wie das Zeug heißt, kann ich in der Roten Liste nachschauen, da stehen alle Wechselwirkungen drin.

Kann man nicht, falls nötig, milchfreie Breis machen? Mit Sojamilch oder dgl. Auch wenn das nicht so empfohlen ist - hier kommt's auf anderes an.

Sie isst aber nur noch süßen Brei und wenn nicht,wird sofort der Mund zugelassen.Auch Obstbrei isst sie nicht.

Nun hält sie meine Hand,hat sich vom Verschlucken erholt,mich angelächelt und wir warten gemeinsam auf den erlösenden Schlaf.
Zur Nachtschicht kommt eine sehr sehr liebe Pflegerin!

Meine Mutti teilt sich das Zimmer und ich muss Rücksicht nehmen und wenn sie tief und fest schäft,fahre ich für ein paar Stunden nach Hause.

Nochmals liebe Grüße von mir der Wildaster

und von mir,
Windpferd

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Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Liebes Windpferd,

ich sehe es wie du und sie braucht sonst auch nie etwas zu essen oder zu trinken wenn sie nicht möchte,aber nun wegen derTabletteneinnahme schon.

Ach Windpferd,ich lasse sie doch gehen und erzähle es ihr so oft,dass es einen wunderschönen Ort gibt ,wo man schon auf sie wartet.
Oft bin ich so verzweifelt und das schon seit mehreren Jahren und verstehe es nicht,warum ein Mensch so leiden muss und an was meine Mutti noch festhält.Es waren für sie schwere Jahre und wir beginnen hier im Heim,das15.Jahr.
Ich wünsche ihr schon sehr lange,dass sie ihren Weg findet.

Vielleicht wartet sie auf ihre anderen Kinder und Enkelkinder?Ich hoffe nicht!

Lieben Gruß von Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

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Friedoline ist offline
Beiträge: 467
Seit: 29.06.12
Hallo liebe Wildaster,

drücke dich ganz festeund schicke dir eine große Portion Mut zu.
Ich verstehe dich das du deine Mutti nicht ins Krankenhaus bringen möchtest.

Deine Hilflosigkeit und deine Tränen,ach wie gern wäre ich jetzt da und würde dir beistehen mit Rat und Tat.
Deshalb aus der Ferne einen ganz lieben und herzlichen Gruß für dich und deine Mutti sowie leuchtende Tage.
Habe eine Kerze angezündet meine Gedanken sind bei dir und deiner Mutti.

Friedoline
__________________
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare-Christian Morgenstern

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Wildaster ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.641
Seit: 18.03.12
Du bist da ,liebe Friedolineund ich danke dir.

Liebe Oreganoich habe dich nicht überlesen im Gegenteil,habe mir den Link gründlich durchgelesen,auch dir vielen Dank.

Liebe Grüße von Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Geändert von Wildaster (01.03.13 um 21:48 Uhr)

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inchiostra ist offline
Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
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heart.giflichst deine Schwester


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