Von den Vorteilen meiner Krankheit

15.11.12 20:48 #1
Neues Thema erstellen
Von den Vorteilen meiner Krankheit

Lady Ymoja ist offline
Beiträge: 634
Seit: 05.01.15
Schöner Thread, drum erlaub ich mir, den wieder hervorzuholen und versuch mich auch mal mit Antworten.
Zitat von admin Beitrag anzeigen
In diesem "Selbstfindungs"-Thread möchte ich folgendes ansprechen:

So abgründig/abwegig mir der Gedanke vorkommen wird ...

Gibt es etwas an meiner Krankheit, das mir Vorteile irgendwelcher Art verschafft?
Nicht abwegig. Ich bin überzeugt, dass es solche Vorteile gibt. So man sie dann sehen, für sich erkennen mag (und sowas sollte immer nur für SICH geschehen, gell! Im Sinne von "inneren Erkenntnissen", eben, wenn man sich mit sowas wie "Selbstfindung" auseinandersetzen mag).

Aber "abwegig" in dem Sinne, dass das Eingestehen dessen (Krankheitsvorteile) durchaus nach einem "Vom Wege abkommen" aussieht. Ja. Ist also ziemlich heikel, vor allem wenn man sich noch mitten drin befindet, dies sich selbst - und erst recht vor andern - einzugestehen.

Also ich versuchs nun trotzdem mal. Ganz laut (klammheimlich spür ichs ja durchaus!!!):
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Gibt es etwas an meiner Krankheit, das mir Vorteile irgendwelcher Art verschafft?
Durch das, dass ich nicht mehr arbeitsfähig bin, wird endlich auch gegen aussen hin wahrgenommen, dass ich "ein Problem" habe. (Dass dieses Problem dann "Krankheit" genannt wird, damit hab ich allerdings auch wiederum ein Problem ... ... was aber vielleicht ziemlich normal ist: Ich will die "Vorteile", aber nicht die "Krankheit" .)

Vorteile: Ja. Für mich wars lebenslänglich so eine Art "Ziehen". Nach "mehr". Da ist einfach mehr. Dieser ständige innere Schmerz: der will mir doch was sagen! Nur was? Und der wurde immer grösser, so sehr gross, dass ich mich nun schon viele Jahre so quasi "hauptberuflich" damit befassen konnte. Oder musste. Der zwang mich ja richtig!

Also Vorteil in dem Sinne, dass ich sowas wie "dem Ruf des Inneren, der Seele", wenn man so will, nachgehen konnte. Und kann. (Und vielleicht sogar muss.)
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Etwas, das mein Leben nach der Krankheit negativ verändern würde?
Wenn ich diesem "Ruf" nicht mehr folgen könnte, sondern wie davor wieder nur "wegdrücken" müsste, das wär bestimmt sehr negativ.

(Allerdings gäbe/gibt(?) es rein theoretisch vielleicht irgendwann die Möglichkeit, diesen "Ruf" und mich "als Ausdruck" nicht mehr zu trennen. Und wenn es dann eine Möglichkeit gäbe, damit als nicht-krank in der Gesellschaft "funktionieren" zu können, dann wäre das natürlich super. Im Moment noch Zukunftsmusik.)
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Etwas, das ich vielleicht vermissen würde?
Ja, das viele Alleinsein, Rumliegen, diese Zurückgezogenheit geniesse ich schon sehr. Irgendwie ists auch wie ein "Hobby" geworden, diesem "Ruf" nachzulauschen, und immer in einer gewissen Distanz dazu zu bleiben. Irgendwie könnt ich noch "ewig" so weitermachen. Gleichzeitig nervts aber auch. Diese meine "Uneinsichtigkeit".
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Müsste ich wieder etwas tun, was ich eigentlich nicht tun will?
Ich müsste mich wieder "mit der Welt draussen" beschäftigen. Müsste meinen Focus wieder mehr "dort" haben. Ich müsste vermutlich mehrmals täglich lügen (es heisst ja, dass jeder Mensch täglich viele Male lügt. Und ja, je mehr ich mich in sozialen Kontexten aufhalte und je mehr ich dazu gehören will, desto mehr müsste ich diese "kleinen Alltagslügen", oft vielleicht nicht mal bewusst, wohl oder übel mitmachen).
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Würde ich ein gewisses Mass an Zuneigung/Aufmerksamkeit verlieren ... allgemein oder von bestimmten Personen etc.
Von den Ärzten wohl schon. Aber das könnte ich locker kompensieren in meinem (früheren) Beruf.

Oder???

Mir kommt grad in den Sinn, dass ich zuletzt an der Arbeit sehr darunter gelitten hatte, dass es zwar beruflich so toll lief, aber privat war da die "Grosse Leere". Und Verzweiflung.

Die "grosse Leere" ist nun nicht mehr da. Die Verzweiflung schon, aber anders. Sie hat sich gewandelt. Damals wars still im Innern. Nun ists stark nach aussen gerichtet. Könnte sein, dass sie sich noch mehr wandeln wird. Bis zur totalen Umwandlung. Könnte sein. In was? Ich hoffe: Stille Freude. Ruhe. Zu-Friedensein.

Und das ... wäre dann vielleicht ... sowas wie "Selbstfindung".

( Bin noch nicht da! Manchmal dünkts mich: bin dem sehr nahe. Dann wiederum: noch weiter weg kann man gar nicht sein! )

Was das Selbst überhaupt ist und ob es das überhaupt gibt ... dem spür ich auch sehr intensiv nach.

Liebe Grüsse "in die Welt"

Ymoja

Geändert von Lady Ymoja (16.01.15 um 17:50 Uhr) Grund: Klammer geschlossen


Optionen Suchen


Themenübersicht