Was soll auf meinem Grabstein stehen?

08.10.12 14:58 #1
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Was soll auf meinem Grabstein stehen?
kopf
Zitat von Wildaster Beitrag anzeigen
Lieber Kopf,

ich wusste,dass du uns wieder aufheiterst!

Schade, ich bin ålter und werde es nicht lesen können.

Herzlichst Wildaster die sich freut,dass du wieder da bist.
Das ist mein Ernst , liebe Wildaster !

mir gefällt das Ruinen so gut ! ich hätte ja auch Ruine schreiben können !

Liebe Grüsse -kopf

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

inchiostra ist offline
Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
danke lieber Marcel, das du mit Interesse meinen Bericht gelesen hast.

Gestern war ich mit Sohnemann auf einem Friedhof.
Einen Tag vorher waren wir woanders, da gefiel es ihm gar nicht.
Auf dem Rückweg sagte Sohnemann dann, dass er lieber auf einen Friedhof gehen würde.
Also lud ich ihn gestern ein, es zu tun.
Wir waren fast 1 Stunde dort und es gefiel ihm
Es wäre nicht so langweilig, weil er dort auch Abwechslung hätte.
Er schaute sich auch sehr interessiert die Gräber an.
Sah, wie viele sehr ungepflegt waren.

Bis wir zum Grab meiner Schwiegereltern kamen.
Das war auch ungefplegt.
Das möchten wir jetzt ändern, weil Inchiman das sonst machte.

Mich fragte er plötzlich, als wir an einem Grab vorbei kamen wo viele Dinge drauflagen, ob er bei mir kleine Teufelchen drauf tun soll.
Ganz verstanden habe ich das jetzt noch nicht.
Wir amüsierten uns dann, als ich sagte, er soll doch ruhig meine ganzen Figuren (also eher seine so 400 Stck.) drauf tun.
Aber alle hinstellen.

Von diesen Fernsehbrüdern vom Schrottplatz sah Inchiman diese Tage, dass sie ihrem Bruder die Spielautos aufs Grab legen und andere Dinge.

Ich werde jetzt erstmal demnächst alle Friedhöfe, die ich hier finden werde mit ihm besuchen.
Er hat eine ganz besondere Beziehung zum Tod. Schon immer. Jetzt, durch den Spaziergang dort erfuhr ich auch seine Ängste.
Er hat gar keine Angst vor dem Tod, sondern, dass er wieder aufersteht.

Damit ich hier nicht zu viel vom Thema abkomme.
Wir haben uns ganz viel Grabsteine angeschaut.
Überall stand eigentlich nur der Name.
Dann viele mit Daten.
Ich fand keinen, wo mal ein Spruch stand.

Ganz viele kleine Steine lagen dort. Nur mit Namen versehen, dicht nebeneinander. Das sah nicht schön aus.

Ich weiß jetzt immer noch, wie ich es nicht haben will.
Ich bin aber auf dem Weg herauszufinden, was ich auf meinen Grabstein stehen habe will.
Oder, ob ich überhaupt einen haben will.
Darum, kann man diese Frage hier nicht so schnell beantworten.
Ich habe auch Inchiman mal gefragt.
Er antwortet einfach gar nicht.
Lenkt sofort ab.

Ach ja, Sohnemann sagte noch, als ich die verfaulten Blumen auf dem Grab entfernte, dass er Blumen gar nicht schön findet auf einem Grab.
Die würden alle verfaulen, also dass, was ich auch schon geschrieben hatte.
Er findet Steine auch gut.

Liebe Grüße von inchi
__________________
Gemeinsam zu gehen, dann noch allein zu gehen, ist das Schwerste überhaupt.

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.974
Seit: 10.01.04
Ich fand diese Inschrift schön, aber sie ist nunmal alt und alterthümlich
Da ich zwar Friedhöfe mag, aber eher als Geschichts-Werkstatt, möchte ich gar keinen Grabstein haben sondern - wenn überhaupt - in einem Waldfriedhof begraben werden.
Waldbestattung: RuheForst oder FriedWald, wir beraten unabhänig!

Grüsse,
Oregano
Angehängte Grafiken
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__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Felis ist offline
Beiträge: 5.146
Seit: 14.08.10
Hallo!

Ich habe mir versucht, vorzustellen, was auf meinem Grabstein
stehen könnte.
Aber ich merke in mir sperrt sich alles. Ich will es mir nicht vorstellen.
Derzeit.

Ich kann für mich nicht in die Gesundheit zurückfinden wollen, und gleichzeitig über
meine Grabinschrift nachdenken.
Irgendwie geht das in meinem Gehirn momentan nicht.

Ich glaube, der Tod und das Sterben machen mir doch wieder sehr Angst.
Also stoppe ich das ab.

Ich habe über eine Inschrift für meine Mutter nachgedacht.
Das geht auch nicht.Nein.
Ich wüsste nicht einmal, wo ich begraben sein wollte.

Also...ich habe darüber gemerkt, daß ich mich mit dem Lebendigsein beschäftigen will.
Der Tod gehört dazu, ich weiss, aber ich verdaue das derzeit nicht, wenn ich
ganz ehrlich bin.
Früher habe ich die Grabinschriften oft gelesen. Es machte mir keine Angst.
Heute, wo das Leben mir manchmal so sehr schnell zerbrechlich erscheint,
mache ich das nicht mehr so gerne.

Wildaster hat so schön beschrieben, was für sie ein Grab bedeutet.
Das fand ich sehr beruhigend.
Wenn man es so empfinden kann.


"Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus"

Diese Zeile aus Joseph von Eichendorff's "Mondnacht" gefiel mir schon als Kind
in diesem Zusammenhang.
In einer warmen Mondnacht fliegt die Seele nach Hause.
Oder sie fliegt, wohin sie möchte.

Vielleicht möchte ich das mal...aber das ist teuer, wenn das ein
Steinmetz macht....ja das ist nun praktisch gedacht, vielleicht auch Galgenhumor.
Oder Angstabwehr


Liebe Grüße von Felis

Geändert von Felis (20.10.12 um 18:17 Uhr)

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.454
Seit: 18.03.12
Liebe Felis,

du kannst mir glauben,in deinem Alter habe ich mir auch noch keine Gedanken ùber die Form meiner Beerdigung oder den Spruch auf meinem Grabstein gemacht.

Ich glaube der liebe Marcel wollte uns etwas ,,Reiferen " damit ansprechen!

Liebe Felis,es ist richtig und höhre auf deine innere Stimme ,wenn du du dich jetzt mit dem Lebendigsein beschäftigst und dafùr deine ganze Kraft einsetzt.

Es ist viel wichtiger,dass du gesund wirst und recht bald eine leichte und unbeschwerte Zeit mit deiner Familie erleben kannst.

Alles andere zu seiner Zeit!

Die Zeilen aus Joseph vonnEichendorfs" Mondnacht gefallen mir auch sehr ,Felis und so wird es sein- irgendwann!

Sei lieb gegrüßt von Wildaster


Liebe Oregano,wir haben einen FriedWald in der Nåhe und dort ist es auch sehr schön!
Dein Foto mit dem Grabstein (mit der Treppe und dem Mann )hat mich inspiriert.
Ich weiß nun wie der Grabstein meiner Eltern aussehen wird.

Liebe Grüße auch an dich Wildaster

Mein Lieblingsspruch!
Ganz weit draußen am Ende des Regenbogens
werde ich auf euch warten,
werde sitzen bleiben
mit verschrånkten Armen ùber den Knien
damit ihr nicht seht
und nicht so frùh erfåhrt
mit welcher Sehnsucht ich euch erwartet habe.

Und das erlebe ich!

Schließe deine Augen
und wenn ein sanfter Hauch deine Gedanken durchweht,
deinen Kōrper umgibt,
denk daran,dass ich es bin.
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Geändert von Wildaster (21.10.12 um 17:13 Uhr) Grund: Ergänzung

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Felis ist offline
Beiträge: 5.146
Seit: 14.08.10
Liebe Wildaster,

es ist eher so: ich habe schon von klein auf viel über
den Tod nachgedacht, das Sterben.
Zu viel wahrscheinlich. Das hatte alles seine Gründe, ja.
Und mit dem Nachdenken über Grabinschriften, kommen
ja ganz normal solche Gedanken wieder.

Manches etwas anders, manches aber gleich.

Verlust und eine ganz große Sehnsucht nach dem Verlorenen und endgültige Wandlungen, das Loslassen, das Unbekannte,
Abschied, Übergang, Neubeginn..und das sind Dinge, die mir schon immer
recht schwer gefallen sind.

Es sind ja alles auch Lebensthemen, je nach Zeit und je nach
Abschnitt, und nicht ausschliesslich den Tod betreffend.

Liebe Grüße von Felis

Und siehst du, dein Spruch, bezieht sich auf jemanden,
der dir ganz nahe war, von dem Du für dich weisst, dass du
ihn ganz sicher wieder siehst. Ein schöner Spruch.

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

admin ist offline
Themenstarter Administrator
Beiträge: 19.730
Seit: 01.01.04
Zitat von Wildaster Beitrag anzeigen
Ich glaube der liebe Marcel wollte uns etwas ,,Reiferen " damit ansprechen!
Hallo Wildaster

Nein, eigentlich nicht

Ich kann mir vorstellen, dass man mit höherem Alter konkretere Gedanken bez. seiner Bestattung hat und es auch ganz gut tun kann, sich darüber zu unterhalten.
Das kann durchaus einen Teil der Beiträge hier ausmachen.

Einen anderen Teil sehe ich aber bei jedermann, ob jung oder alt, der einen Marschhalt macht und sich und sein Ziele mal genauer betrachtet.

Wenn ich also z.B. den Text auf dem Grabstein nehme, den Oregano gepostet hat, dann stehen dort viele Dinge zum Charakter drauf.

Wenn man sich solches wünscht, kann man sich fragen:
Wird man diesen Eigenschaften heute gerecht?
Bei Deinem Beispiel, Oregano, würde ich klar meinen: ja

Gruss, Marcel

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

admin ist offline
Themenstarter Administrator
Beiträge: 19.730
Seit: 01.01.04
Wem der Grabstein zu makaber ist (obwohl: "memento mori"), der darf sich auch sehr gerne der Frage stellen:

Welche Spur möchte ich hinterlassen?


Auch diese Frage zielt m.E. wunderbar aufs Gleiche und transportiert etwas zum Vorschein, dessen wir uns möglichst früh bewusst werden sollten.

Und für alle, welche bis jetzt schon im Thread mitgemacht haben, könnte die Frage sein, ob man sich denn zwischenzeitlich in den letzten 5 Jahren abgewandt/verändert hat, ob einem anderes wichtig geworden ist, oder ob es schlicht gut ist, sich dessen wieder bewusst zu werden, was man vor 5 Jahren äusserte. :-)

Gruss, Marcel

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Kayen ist offline
Beiträge: 4.620
Seit: 14.03.07
Hallo Marcel,

wenn ich nach draußen schaue, sehe und höre ich ein Frühlingserwachen und bin umgeben von zartem Blüten-Duft durch die Natur-Energien, welche uns zur Zeit "Willkomen" heißen.

Und nun diese Frage des "Abschieds".

Für mich einfach zu beantworten; da ich an die buddh. Wiedergeburt glaube . . . könnte auf dem Grabstein


to be continued
- Fortsetzung folgt -

stehen. . .


Schön wäre auch eine Torfurne am Baum, welche sich schnell auflöst und wieder mit der Erde verbindet. . .


Beste Grüße von Kayen
__________________
Alles verändert sich - dahinter ruht ein Ewiges

Geändert von James (27.04.17 um 12:11 Uhr)

Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Felis ist offline
Beiträge: 5.146
Seit: 14.08.10
Zitat von Felis Beitrag anzeigen

es ist eher so: ich habe schon von klein auf viel über
den Tod nachgedacht, das Sterben.
Zu viel wahrscheinlich. Das hatte alles seine Gründe, ja.
Und mit dem Nachdenken über Grabinschriften, kommen
ja ganz normal solche Gedanken wieder.

Manches etwas anders, manches aber gleich.

Verlust und eine ganz große Sehnsucht nach dem Verlorenen und endgültige Wandlungen, das Loslassen, das Unbekannte,
Abschied, Übergang, Neubeginn..und das sind Dinge, die mir schon immer
recht schwer gefallen sind.

Es sind ja alles auch Lebensthemen, je nach Zeit und je nach
Abschnitt, und nicht ausschliesslich den Tod betreffend.
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Wem der Grabstein zu makaber ist (obwohl: "memento mori"), der darf sich auch sehr gerne der Frage stellen:

Welche Spur möchte ich hinterlassen?


Auch diese Frage zielt m.E. wunderbar aufs Gleiche und transportiert etwas zum Vorschein, dessen wir uns möglichst früh bewusst werden sollten.

Und für alle, welche bis jetzt schon im Thread mitgemacht haben, könnte die Frage sein, ob man sich denn zwischenzeitlich in den letzten 5 Jahren abgewandt/verändert hat, ob einem anderes wichtig geworden ist, oder ob es schlicht gut ist, sich dessen wieder bewusst zu werden, was man vor 5 Jahren äusserte. :-)
Ganz eigenartig berührend ist es für mich, das nun nach fünf Jahren zu lesen, Marcel.
Ich habe mich die letzten zwei Jahre ganz intensiv mit diesen Themen auseinander gesetzt. Speziell auch mit dem Tod.
Heute würde ich sagen, ich kann nicht über den Tod nachdenken, ohne gleichzeitig an den Sinn des Lebens zu denken.

So viel hat sich vor allem innerlich verändert.
Wir schreiben jetzt 2017.
Ich stand mehrfach auf dem Kopf.
Eine Zeit, die auch um mich herum viele Umbrüche mit sich bringt.
Unruhe, Veränderungen ins nicht Abschätzbare, Aufflackern von Aggressionen und Angst auf der einen Seite und das deutliche Formieren des Gegenteils, bekennen und arbeiten an den heilsamen Energien für unsere verrückte Menschheit, den Planeten, die Natur, den Einzelnen.
Die Liebe. Das Bewahren.

Ich kann das nicht mehr getrennt wahrnehmen. Das eine scheint mit dem anderen Hand in Hand zu gehen.

Was sich in mir verändert hat, ist auch die Angst.
Ich spüre sie viel schneller deutlich, viel heftiger als jemals vorher, aber auch umrissener - was sich ebenso verändert hat ist der Glaube an das Gute, die Hoffnung und auch der Mut.

Als ich 2012 oben diese Zeilen an Wildaster schrieb, war ich der Angst wehrloser ausgeliefert. Aber irgendwie auch noch unbedarfter...
Heute bin ich es nicht mehr. Ich weiß sie wahr zu nehmen, zu beherrschen.
Sie besitzt mich nicht mehr.

Ich weiß, was ich tun kann um sie abzubauen, wenn sie mich im Griff haben will.

Ich habe 2015 angefangen zu meditieren.
Ich meditiere zwei Stunden jeden Tag.
In einer Meditation wurden mir plötzlich ganze Sinnzusammenhänge von Situationen und Begegnungen in meinem Leben klar.

Liebe.
Der für mich einzige Sinn des Lebens ist die Liebe in ihren vielfältigen Formen.

Abgedroschene Phrase? So hört es sich fast an
Aber Nein:
Es ist eine tiefe Erfahrung.

Liebe kann eine Omi sein, die ihre Enkelchen mit in den Wald nimmt und sie somit in der Natur verfestigt.
Liebe kann ein Mann sein, der sich seinem Sohn zuwendet oder seiner Tochter, und damit ihr Wachstum fördert.
Liebe kann eine Biolandbäuerin sein, die ihre Felder hegt und pflegt.
Liebe kann ein Lehrer sein, der seine Schüler bereichert.
Liebe kann ein Mensch sein, der anderen hilft - egal auf welche Art und Weise.
Liebe kann mein Sohn sein, der feststellt, dass sein Gefühl einer kranken Katze gegenüber bedingungslos und warm ist.
Liebe kann ein Mensch sein, der vielleicht das erste Mal im Leben wieder in seine Mitte zurück kommt und Selbstliebe entwickelt und somit heilt.
Liebe kann auch sein, wenn ein Mensch durch mich erkennt und ich durch mein Gegenüber erkenne, was das Gefühl der Liebe überhaupt ist - oder sein könnte.
Es gibt noch viele Beispiele.
Und es muss nicht das Große sein.

Auf meinem Grabstein, wenn ich einen wollte, hätte ich einmal gerne meinen Namen, Geburts - und Sterbetag.
Meinen Spitznamen noch und einen Satz:

"Erinnere Dich an die Liebe."

Wenn es mir gelungen ist in irgendeiner Form einen Menschen mit der Liebe in Berührung gebracht zu haben und selbst berührt worden zu sein davon, dann ist das schon sehr viel.

Die Liebe ist das einzige Band, das das Leben und den Tod miteinander verknüpfen kann.

Davon bin ich überzeugt.

Liebe Grüße von Felis
__________________
Was man liebt, das möchte man bewahren.

Geändert von Felis (13.04.17 um 07:39 Uhr)


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