Autoimmune Thyreoiditis und Muskelschmerz

03.07.09 15:48 #1

Erkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion u.a.) führen zu Störungen im Hormonstoffwechsel
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Malve ist offline
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Viele Betroffene einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung leiden an Muskelschmerzen, Sehnenverhärtungen und Gelenkproblemen. Die Diagnose lautet häufig "Fibromyalgie", weil kein Zusammenhang mit der Autoimmunerkrankung vermutet wird, zumal die Beschwerden auch bei euthyreoter Stoffwechsellage (Hormonwerten im Normbereich) auftreten können. Die Rheumawerte sind in diesen Fällen negativ.

Mittlerweile gibt es Erklärungsversuche für dieses Phänomen, die mir einleuchten:

Aus bisher noch weitgehend ungeklärten Gründen kommt es bei den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis darüber hinaus in bis zu 20% der Fälle zu teilweise sehr stark ausgeprägten Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Typisch für die Hashimoto-Thyreoiditis (eher seltener beim Morbus Basedow) ist auch ein allgemeines Zerschlagenheitsgefühl mit Gliederschmerzen ähnlich wie bei einer schweren Grippe. Diese autoimmun verursachten Muskel- und Gelenkschmerzen können unabhängig von der Behandlung mit Schilddrüsenhormonen weiter bestehen bleiben und verstärken sich oft deutlich während der Krankheitsschübe und verschwinden manchmal vollständig wenn die Schilddrüsenentzündung „ausgebrannt“ ist. Einige Schilddrüsenexperten vermuten als Ursache für hartnäckige Muskelschmerzen und -verhärtungen ein Einwandern von Entzündungszellen in die Muskulatur. So konnten bei Hashimoto-Erkrankten bereits Antikörper gegen bestimmte Bindegewebsfasern in den Muskeln nachgewiesen werden.
www.schilddruesenguide.de/sd_schmerzen.html

Besteht trotz Schilddrüsenhormonbehandlung neben Muskel- und Gelenkschmerzen eine starke Müdigkeit bis hin zur völligen Erschöpfung, muss an ein eventuell zusätzlich auftretendes chronic fatique syndrom oder auch eine Fibromyalgie gedacht werden. Kennzeichen der Myasthenia gravis ist eine ausgeprägte Muskelschwäche, die sich auch durch die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen nicht beeinflussen lässt. Meist manifestiert sich diese Muskelschwäche zunächst im Bereich eines Augenlids, welches herabhängt.
www.schilddruesenguide.de/sd_schmerzen.html

Klarer ist die Sache, wenn es Blutwerte gibt, die eine zusätzliche Autoimmunerkrankung anzeigen:

Ein nicht unerheblicher Teil der autoimmunen Schilddrüsenerkrankten leidet desweiteren unter anhaltenden rheumatischen Beschwerden, deren Ursache ärztlich abgeklärt werden sollte. Neben Gelenkschmerzen kann es zu regelrechten Gelenkentzündungen (Arthritis) kommen, bei denen neben Schmerzen weitere Symptome wie Rötung, Schwellung und Überwärmung eines oder mehrerer Gelenke auftreten. Hier ist besonders darauf zu achten, daß bei rund 25 % der Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen weitere Autoimmunerkrankungen hinzukommen. So kommt es beispielsweise auch im Rahmen einer weiteren Autoimmunerkrankung, dem Lupus erythematodes zu Gelenkschmerzen. Betroffen sind hier besonders die Sprunggelenke.
www.schilddruesenguide.de/sd_schmerzen.html

Liebe Grüsse,
Malve

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Geändert von Malve (31.08.14 um 11:52 Uhr)

Autoimmune Thyreoiditis und Muskelschmerz

dmps123 ist offline
Beiträge: 3.829
Seit: 05.09.08
Na ja Quecksilber verursacht nicht nur Autoimmune Erkrankungen wie Hashimoto sondern auch Arthritis, CFS und Fibromyalgie.

Da ist es nicht verwunderlich dass diese Beschwerden zusammen auftreten.

Autoimmune Thyreoiditis und Muskelschmerz

OoOMauOoO ist offline
Beiträge: 1.131
Seit: 02.01.09
Danke Malve ,

schöne Site viel zum nachlesen .

LG

Geändert von Malve (31.08.14 um 11:51 Uhr)


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