Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

30.05.11 09:03 #1
Neues Thema erstellen

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Aufgrund der vielen Threads zum Entzug habe ich mich entschlossen die bereits an anderer Stelle http://www.symptome.ch/vbboard/psych...tml#post405571 weniger offensichtlich geposteten Informationen zum Entzug hier an exponierter Stelle erneut zu posten.

Psychopharmka sind sehr gefährliche Substanzen.
Die Folgen von Psychopharmaka sind vielfältig, denn um das Gehirn großflächig lahm zu legen, greifen sie tief in die Gehirnfunktionen ein und können ihrerseits das Gehirn schädigen.
Gerade wenn man sich über das Absetzen informiert, wird klar, wie tiefgreifend dieser Eingriff ist, denn es wird empfohlen die Absetzphase der Dauer der Einnahme anzupassen. Auch gibt es schon etliche Untersuchungen, nach denen das Risiko nicht von Psychopharmaka loszukommen mit der Dauer der Einnahme steigt.
Ein schneller Ausstieg ist bei Langzeiteinnahme nicht zu machen.

Zudem erzeugen all diese Mittel Abhängigkeit, was man auch hier vielen Threads entnehmen kann. Selbst SSRI, ursprünglich als so harmlos beworben, entsprechen den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation zu Medikamenten mit Suchtpotential. Auch wenn an vielen Stellen immer noch gerne geschrieben wird, dem wäre nicht so.

Folgeerkrankungen durch Psychopharmaka gibt es bereits Millionenfach als Suchtkranke bzw. Medikamentenabhängige. Aber auch vielfache gesundheitliche Folgen sind möglich.
Dazu eine Übersicht der Substanzen mit Nebenwirkungen und Wechselwirkungen Psychopharmaka - Gesamt-Liste

MMN. kann man darauf warten, bis die ersten Studien eine irreversible Störung der Hirnfunktion durch SSRI bei Langzeiteinnahme feststellen. Hinweise darauf gibt es schon. Denn dies kann man zu SSRI lesen:
Bei einigen Patienten, speziell jenen unter Langzeitmedikation oder großen Dosen, können Langzeitsymptome auch lange nach Beendigung des Syndroms Psychomotorische Unruhe, Tachykardie, Depersonalisierung), sexuelle Dysfunktion in Form von Post SSRI Sexual Dysfunction (PSSD) oder Persistent sexual arousal syndrome, extreme Angstzustände wie vor der Behandlung mit auftreten. Hierbei können leichtere (Verwirrtheit, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, Konzentrationsschwierigkeiten, Tinnitus) oder schwere Symptome (SSRI auftreten. Bisher wurde nur wenig über diese Phänomene geforscht. Zuverlässige wissenschaftliche Analysen sind derzeit nicht verfügbar. Ist der Patient nicht gewillt, die Medikation fortzuführen, kann die alleinige Behandlung der Symptome das Problem lindern. Berichten von Patienten zu folge, verbessern sich die Langzeitsymptome nach dem Absetzen von SSRI innerhalb von zwei Jahren signifikant. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Symptome nie wieder abklingen.
Solche Komplikationen sind in Zusammenhang mit manchen Psychopharmaka in Bezug auf die Dopaminproduktion schon länger bekannt.

Ich will Euch damit nicht entmutigen, sondern ermutigen so schnell als möglich Eure Psychopharmaka abzusetzen, denn die Folgeschäden sind unkalkulierbar.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener Niedersachsen e.V. bietet hierbei in verschiedener Hinsicht Hilfe.
Durch Kontaktmöglichkeiten zur persönlichen Unterstützung, aber auch durch Informationen und Broschüren zur Entzugshilfe. Psychopharmaka
Die Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener Niedersachsen e.V. ist Teil des BPE.
Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) ist eine deutsche Lobbyorganisation für Patienten und ehemalige Patienten der Psychiatrie. In fast allen Bundesländern sind als Vereine gegründete Landesverbände und Landesarbeitsgemeinschaften entstanden, die mit dem Bundesverband zusammenarbeiten und seine rechtlich selbständigen Gliederungen sind.
Die einzelnen Organisationen und Landesverbände findet ihr hier: http://www.bpe-online.de/


Nachfolgend noch der 40-seitige Harm Reduction-Leitfaden zum risikoarmen Absetzen von Psychopharmaka. Herausgegeben von The Icarus Project und Freedom Center. Er ist natürlich in deutsch.
http://theicarusproject.net/download...a1EdOnline.pdf

Vielfältige Informationen bietet auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. www.dhs.de/infomaterial/broschueren-und-faltblaetter.html
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Geändert von nicht der papa (30.05.11 um 20:11 Uhr)

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Nachfolgend von der LMU München die Studie
MUSIL R - Medikamentenabhängigkeit und Entzugsbehandlung zum Download, die weitere Anregungen und Hinweise zum Thema enthält. Medikamentenabhaengigkeit_Entzugsbehandlung

und Das Ashton Handbuch von Professorin Heather Ashton
BENZODIAZEPINE: WIRKUNGSWEISE UND
THERAPEUTISCHER ENTZUG
PROTOKOLL FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DER ENTWÖHNUNG VON BENZODIAZEPIN-ABHÄNGIGKEIT
• Medizinisch-wissenschaftliche Information aus einer Benzodiazepin-Entzugs-Klinik
benzo.org.uk : Benzodiazepine: Wirkungsweise & therapeutischer Entzug, CH Ashton DM, FRCP, 2002
Mit vielen Hinweisen für den Entzug von Benzodiazepinen und ähnlichen Substanzen.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

Zahira ist offline
Beiträge: 887
Seit: 25.10.08
Danke danke danke

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Hallo Zahira,
meine Mutter war Alkoholikerin, mein erster Mann Alkoholiker, mein grosser Bruder Gelegenheits-Heroinuser und mein kleiner Bruder ist Polytoxikomane und Heroinjunkie. Hört sich ganz schön übel an. Ich weiss also leider was Abhängigkeit bedeutet.
Ich weiss auch, dass es schon ein grosser Schritt ist seine Sucht zu erkennen. Aktiv einen Entzug anzugehen ist ein noch viel grösserer.

Wenn ihr Euch für einen Entzug entscheidet wäre es natürlich optimal, wenn ihr einen netten Hausarzt habt, mit dem man auch wirklich über alles reden kann und der bereit ist Euch bei Eurem Vorhaben postiv zu unterstützen.

Ich hoffe, dass Euch die Tipps, Anleitungen und Kontaktadressen weiter helfen werden und wünsche allen viel Kraft und Erfolg.

Ach ja. Und falls noch jemand weitere gute Links, Tipps, Adressen usw. hat- immer her damit.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

Zahira ist offline
Beiträge: 887
Seit: 25.10.08
Ich danke hier als psychopharmakagegener

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Zitat von Zahira Beitrag anzeigen
Ich danke hier als psychopharmakagegener
Nun. Das bin auch ich und noch mehr sind das die Verbände Psychiatrie-Erfahrener (Man könnte auch schreiben Psychiatriegeschädigter).

In unseren 3 deutschsprachigen Ländern Schweiz, Österreich und Deutschland gibt es Millionen Menschen, die abhängig von Medikamenten und insbesondere Psychopharmaka sind und Hilfe brauchen.

Auch eine gute Adresse ist der Antipsychiatrieverlag, der insbesondere entsprechende Bücher verkauft.
Denn auf dieser Homepage findet man wirklich unglaublich viele weiterführende kostenlose Informationen und Links.
Vor allem auch Links zu Selbsthilfenetzwerken in Schweiz, Österreich, Deutschland, ganz Europa und international.
Peter Lehmanns Internationales Internetportal "Statt Psychiatrie"
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

Zahira ist offline
Beiträge: 887
Seit: 25.10.08
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Psychiatriegeschädigter
also solche kann ich mich wohl leider auch bezeichnen... aber es würde den rahmen sprengen...
belassen wir es einfach dabei, dass ich auf grund meiner erfahrungen dafür bin JEGLICHEn drogen und medikamnetenkonsum und jegliche annahme von diagnosen zu hinterfragen

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Hallo zusammen
Meine heutigen psychischen Auffälligkeiten in folge der Psychopharmaka Vergiftung MCS sind:
Multi – Chemische - Sensibilisierung mit:
-Medikamentenunverträglichkeit
-Rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remitiert.
-Psychische und Verhaltensstörungen durch Psychopharmaka.
-Dissoziativen Bewegungsstörungen
-Empfindungsstörungen

Zusätzlich habe ich schriftlich.
Extremzustände-Todesängste und Ausnahmezustände usw.

Die von meiner ehemaligen Nervenärztin Pille-Pups verordnete Chronische Depression, ist bis zum heutigen tag , nach dem absetzen der Psychopharmaka nachweißlich nicht aufgetreten.
Auch sonst keine anderen Psychischen Diagnosen.

Das schlimmste Schimpfwort was es in meinen Augen gibt, lautet:
Sie sind psychisch krank, ich könnte zum Mörder werden.


Thriller komplett Video Michael Jackson
YouTube - ‪Michael Jackson - Thriller - complete Video!‬‏

Michael Jackson Metamorphosis
Ein Freund von Michael Jackson hat gesagt:
@ Michael Jackson ist an dem gestorben, an dem die Menschheit noch sterben wird.
Lieben Gruß Saloma

Geändert von Saloma (31.05.11 um 15:34 Uhr) Grund: @ nachgertragen

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Hilfen zum Entzug von Psychopharmaka

Thomas22 ist offline
Beiträge: 25
Seit: 29.05.11
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Danke für die Info!


Optionen Suchen


Themenübersicht