Turboentzug

05.08.07 13:11 #1
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Eben im Netz gefunden:
Der Entzug für Opiatabhängige unter Narkose.
Ist das nun DIE Chance oder ist es zu einfach gedacht?
Was meint ihr?
Drogenentzug: Turboentzug - Heroin- und Opiatentzug unter Narkose
Ich bin gespannt auf eure Meinungen!
Liebe Grüsse, Sine

Turboentzug

pita ist offline
Beiträge: 3.128
Seit: 08.04.07
Hier auch ein recht aktueller Bericht über einen russischen Arzt, der mit seiner Methode 95% Erfolgsquote erreicht:
http://www.zobin-ch.com/pdf/1/Facts_030_sch_junkies.pdf
IDEE: Die Opiat-Rezeptoren im Gehirn werden mit einem Neuropeptid blockiert.
PROZEDUR: In einem mehrstündigen Gespräch mit einem Übersetzer erörtert Zobin die Wirkungsweise von Sucht und den Ablauf der Behandlung. Um den Kopf des Patienten wird ein elektromagnetisches Feld aufgebaut und eine Substanz gespritzt, die die Rezeptoren «versiegeln» soll. Patienten berichten vom «Trip ihres Lebens».
DAUER: etwa 30 Minuten. Bei der Kontrolluntersuchung am nächsten Tag wird eine Kleinstdosis Promedol gespritzt. War die Behandlung erfolgreich, erleidet der Patient einen Atemstillstand und muss an ein Sauerstoffgerät angeschlossen werden.
Zobin heilt zwar seine Patienten von ihrer Sucht. Zu besseren Menschen macht er sie nicht – er löst auch keine anderen Probleme. Die nüchterne Konfrontation mit der Realität empfanden alle als brutal. Der Einstieg in ein neues Leben war belastet mit Schulden, Arbeitssuche, familiären Problemen. Und keine Möglichkeit, in die wohlige Scheinwelt des Heroinrausches zu flüchten. Ein zuweilen unerträglicher Zustand. Etliche berichten von gesteigerter Aggressivität.
Liebe Grüsse
pita

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Turboentzug

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallöchen,

ganz egal wie der Entzug vollzogen wird, ob warm, kalt oder "turbomäßig", die eigentliche Hürde kommt immer danach und dann ist die "Therapie" - wie auch immer die aussehen kann - gefragt! - Die meisten "scheitern" nicht im Entzug sondern im Prozess danach!
Herzliche Grüße von
Leòn

Turboentzug

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
In einem Forum wurde schon 2004 geschrieben:
Turboentzug war mal HIP und hat sich längst relativiert. Unter Intensivmedizinischen Bedingungen und unter Anästhesie wird ein Antidot (Naloxon) verabreicht, dass einen sofortigen Entzug auslöst. Das Antidot wird ausgeschlichen und man ist innerhalb eines Tages somatisch Clean, ohne bewußt die Entzugserscheinungen erlebt zu haben. Wer die Qualen des Entzugs vermeiden möchte, dem erscheint diese Therapie zunächst hilfreich.
Die Krankenkassen zahlen diese Therapie nicht und die Rückfallquote ist relativ hoch, da die Auseinandersetzung mit der Sucht in nicht ausreichendem Maße stattfindet, es sei denn, eine Entwöhnungsbehandlung schließt sich direkt an.

Auch die inzwischen weitreichenden Angebote eines niedrigschwelligen und substiuierten Entzuges haben dazu geführt, dass der Turboentzug inzwischen wieder OUT ist.
Turbo-Entzug - www.krankenschwester.de

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Turboentzug: Warnung vor Heroin-Entzug unter Narkose
Schlüsselwörter: Opiatentzug, Heroin-Entzug, Turboentzug, , Narkose, Heroinentzug, Opiate, Krankheit, Therapie, Behandlung, Medikament.
Heroinsucht: Warnung vor narkosegestützter Detoxifikation
"US-Suchtmediziner raten im amerikanischen Ärzteblatt von einer narkosegestützten Heroin-Detoxifikation ab. Die Behandlung sei teuer, potenziell lebensgefährlich und garantiere keineswegs die spätere Abstinenz der Süchtigen. In einer jetzt publizierten randomisierten kontrollierten Studie (JAMA 2005; 294: 903-913) war sie einer Entzugsbehandlung ohne Narkose nicht überlegen.

Die narkosegestützte Heroin-Detoxifikation wird als schneller und schmerzfreier Weg zur Abstinenz von Opiatabhängigen beworben. Die Idee besteht darin, die ersten Stunden des Opiat-Entzugs, der durch die Gabe des Opiatantagonisten Naltrexon ausgelöst wird, durch die tiefe Bewusstlosigkeit einer Narkose abzufangen..." Mehr im DÄ...
Turboentzug: Warnung vor Heroin-Entzug unter Narkose
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Uta

Turboentzug

pita ist offline
Beiträge: 3.128
Seit: 08.04.07
Die Methode von Dr. Zobin in Russland scheint diejenigen Rezeptoren im Gehirn zu "versiegeln", an denen Opiate andocken. Die Lust am Stoff verschwindet. Ein körperlicher Entzug muss bereits stattgefunden haben. Das letzte Quäntchen am Erfolg hat dann die Angst:
Tatsächlich verlangt Zobin Drogenabstinenz seit mindestens 21 Tagen. Die Kandidaten müssen zudem Rückhalt in ihren Familien und einen Job haben – und bereit sein, das alte Umfeld zu meiden und Sport zu treiben.
«Denn», so Zobins Drohung, «wer nochmals Heroin spritzt, stirbt.»
Liebe Grüsse
pita

Turboentzug

yun10625 ist offline
Beiträge: 3
Seit: 03.10.09
Hallo an alle, zu der Frage Chance ja oder nein kann ich folgendes berichten: ich war bis 11-2008 selbst betroffen (H für ca 3 Jahre mit kurzen clean-zeiten). Bin dann nach Salzgitter zu Prof. Kuse und habe dort den Entzug unter Narkose gemacht und mir ein Naltrexonimplantat (danach alle 3 monate ein neues) einsetzen lassen. Vergnügungssteuerpflichtig war die Woche nicht -aber ich glaube dank Naltrexonimplantat bin ich heute noch sauber. Der Unterschied zu allen anderen Entzügen war, dass ich deutlich weniger gelitten habe und die Implantate bzw. der Wirkstoff den Druck hinterher deutlich wegnimmt. Mir hat's geholfen - ich weiss nicht wie die Erfahrungen anderer sind. Stay clean - Yun

Turboentzug

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Yun.
Danke für deinen Beitrag!
Magst du ein wenig erzählen, wie die ganze Behandlung und die Beratung davor vor sich gingen?
Wie hast du denn die psychische Anhängigkeit überwinden können?
Liebe Grüsse, Sine

Turboentzug

mondlicht ist offline
Beiträge: 11
Seit: 13.10.09
Das ist ein sehr intressantes Thema da ich wegen meiner Zahnschmerzen seit monaten ein Medikament welches abhänging macht.(Tramal150) bis zu acht stück am tag obwohl 400 mg erlaubt sind. Sobald ich ohne schmerzen bin muss ich das nächste Problem angehen nämlich den entzug. Werde mich nun mal schlau machen ob das auch bei diesen tabletten die ja soweit mir bekannt Opiathaltig sind auch so gehen kann.

Turboentzug

yun10625 ist offline
Beiträge: 3
Seit: 03.10.09
Hallo Sine, angefangen hat's 2005, ich hatte ziemlichen Stress mit meinem Job und meinem damaligen Freund. Bis dahin hatte ich manchmal am Wochenende H geraucht, das ging über lange Zeit gut. Nach der Trennung bin ich dann auf H hängen geblieben. Hab dann aber sehr schnell (nach 2-3 Monaten) gemerkt, dass das alles ziemlicher Mist ist und sofort allein kalt entzogen. Das war eigentlich überhaupt kein Problem, nach ca. 10 Tagen war ich mit allem durch. Habe allerdings nicht lange durchgehalten, ums kurz zu machen - ich war rd. 3 Jahre auf H, habe in der Zeit bestimmt 6 Entzüge gemacht. Allerdings immer zuhause. Ich konnte und wollte aus beruflichen Gründen nicht in eine Klinik. Außerdem wollte ich nicht als Abhängige aktenkundig werden. Da die Entzüge jedes Mal unerträglicher wurden hatte ich schon fast aufgegeben und hatte einen tierischen Horror davor, ich wußte aber auch das es nicht so weiter gehen kann, so viel Grips hatte ich komischerweise noch. Im Sommerurlaub 2008 bin ich dann auf die Internetseite von Prof. Kuse gestoßen (turboentzug.de). Ich fühlte mich schon bei den ersten telefonischen Kontakten gut aufgehoben. Hatte dann ein Vorstellungsgespräch zu dem ich verschiedene Voruntersuchungsergebnisse mitbringen musste. Am dem Tag bekam ich auch den Behandlungstermin zugeteilt, das war 10 Tage später. Die letzten drei Tage vor dem Termin hatte ich nur noch den großen Horror. Bin dann montags stationär auf die Intensivstation aufgenommen worden. In meinem Zimmer war schon alles vorbereitet. Ich habe dann einen Zugang in eine Armvene gelegt gekommen und das Nächste voran ich mich erinnern kann war das ich irgendwann wieder wach wurde oder besser gesagt es versucht habe aber immer wieder eingeschlafen bin. Irgendwann war ich dann aber wieder durch, hatte aber noch nicht gechecked, dass ich schon entzogen war und habe alle damit genervt dass ich immer wieder gefragt habe wann es denn endlich losgeht. Ich glaube das erste mal, dass ich wieder ganz klar war, war am Donnerstag. Ich habe hinterher gefragt wie lange ich in Narkose war und man hat mir dann erzählt, dass ich zwei Tage in Narkose war und seit einem Tag wieder wach war - von dem Tag weiß ich aber überhaupt nichts mehr. Na ja als ich wieder durch war habe ich gemerkt das ich voll verkabelt war: ein Schlauch steckte in einer Halsvene, ein Schlauch in einem Blutgefäß in der Leiste und ich hatte einen Blasenkatheter (macht einen wahnsinnig weil man bei jeder Bewegung denkt man muss mal auf Toilette) außerdem hatte ich noch überall irgendwelche Überwachungselektroden. Ich hatte noch eine ziemliche Gänshaut und Kälteschauer, aber das war es dann auch schon. Die ganzen Magenkrämpfe, Muskelschmerzen und die ganzen anderen Entzugssymptome, die ich sonst hatte hatte ich diesmal nicht. Ich bin dann noch drei Tage auf der Intensivstation geblieben und habe noch 2 Tage zur Nacht Neuroleptika erhalten. Das Naltrexonimplantat war mir schon während der Narkose eingesetzt worden. Bevor ich dann am Wochenende entlassen wurde mußte ich unterschreiben, dass ich darüber aufgekärt worden bin, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit sterbe wenn ich Opiate nehme während ich das Naltrexonimplantat habe. Ich weiss jetzt nicht ob es am Implantat liegt oder an der Art des Entzugs, aber ich habe hinterher keinen Druck mehr gehabt. Ich weiss die Rückfallgefahr weiterhin besteht, ich fühle mich mit den Implantaten aber ziemlich sicher. Mein Problem ist, dass ich jetzt nicht eine Therapie auf Krankenkassenkosten beantragen kann ohne dass noch aktenkundig wird dass ich ein Problem mit H hatte. Um die lange Geschichte kurz zu machen: aus meiner Sicht war es der richtige Weg weil ich so den üblichen Horror vermeiden konnte.

Turboentzug

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Yun.
Vielen Dank für deinen Bericht!
Du bist jetzt von Heroin entzogen und bist dir der Gefahr bewusst, die von Opiaten für dich ausgeht. Deshalb lässt du die Finger davon.
Mich interessiert sehr, ob du stattdessen seither Ersatzsüchte entwickelt hast. Zum Beispiel erhöhter Konsum von Süssigkeiten, Alkohol oder Nikotin. Oder auch exzessives Surfen im Internet oder Zocken von Spielen?
Dies nur als mögliche Beispiele.
Liebe Grüsse, Sine


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