Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
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Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Was geschieht, wenn Du die Liebe, die Du als Sehnen empfindest, über Dich selber ausgießt, Dich in Deiner Liebe gleichsam badest?
Das ist wirklich großartig!

Ich habe vor einiger Zeit etwas Interessantes bemerkt. Nachdem ich mich nach etwas längerer Zeit des glücklichen all-ein-seins wieder einmal der Damenwelt angenähert hatte und sich meine Bekanntschaft nach einiger Zeit leider als "Mogelpackung" herausstellte, geschah etwas Interessantes. Obwohl ich von ganzem Herzen geliebt habe, hielt sich die Trauer und Verletztheit in erstaunlichen Grenzen. Stattdessen blieb ich in dem Zustand der Liebe. Meditativ stellte sich ein wohliges Gefühl des Alleinseins ein. Und plötzlich wusste ich, was Osho meinte wenn er sagt, Liebe gibt dir Raum um allein zu sein

Und die Probleme ja, die zeigen uns auf, wo wir vielleicht noch etwas verstehen können. Wenn z.B. Eifersucht aufkeimt, dann zeigt mir das, dass mit meiner Liebe etwas noch nicht ganz stimmt. Das Haltenwollen, der Schmerz, die Anhaftung...

Die Anhaftung scheint tatsächlich etwas Klebriges an sich zu haben.

Ich weiß nicht sicher, ob es so richtig ist, aber es fühlt sich gut an und ich denke es geht immer weiter. Die Liebe soll mein Lehrer sein.

Und jetzt wird mir klar, auch ihn ihr, habe ich nur sie geliebt.

Der Trieb ist schon lange runtergefahren, das Herz der Liebe pocht.

Ich frage mich, wie lange dieser Zustand halten mag, bevor vielleicht die Horizontale zieht. Die andere Seite der Medaille wird sich schon wieder zeigen, doch irgendetwas scheint sich verändert zu haben.

Ob ein Mensch gänzlich auf seinen Trieb verzichten kann? Das würde mir zumindest eine Menge Stress und Anstrengung ersparen. Aber es ist natürlich auch schön!

Liebe Grüße

Sucht, Geister und die Überwindung.
Anuka
Hallo ihr alle,

@Akim
hat das Gefühl, eine "Mogelpackung" erwischt zu haben nicht auch etwas mit den eigenen Erwartungen, die nicht erfüllt wurden zu tun? Und diese eigenen Erwartungen, haben sie nicht etwas mit den Erfahrungen der Kindheit zu tun? Wenn man z.B. stets kontrolliert und dadurch manipuliert wurde, wertet man vielleicht das Verhalten des Gegenübers manchmal vorschnell in diesem Fall als Kontrolle..., da dass Bewußtsein über die eigene Prägung fehlt.

Abgesehen davon finde ich es ziemlich wenig achtend, einen Menschen als "Mogelpackung" zu bezeichnen. Ich habe in Beziehungen auch öfter festellen müssen, dass es zuwenig oder gar keine Gemeinsamkeiten gab, oder dass das Miteinander aus anderen Gründen nicht klappte. Das sagt aber nichts über den Wert des anderen aus, sondern nur, dass es manchmal nicht passt.

Trauer und Verletztheit wird doch auch meistens verstärkt durch Vergangenes, auch der/die andere ist geprägt. Wenn diese Hintergründe verstehbar werden, kann Verzeihen möglich sein und man fühlt sich nicht be"mogelt".

Drüber reden ist sicher schwer, vor allem wenn beide Seiten sich durch oder im Prozess der Trennung Kränkungen zugefügt haben. Wenn sich die Wogen geglättet haben, Zeit vergangen ist, kann es helfen, einander zumindestens wieder zu achten in der Verschiedenheit. Vor allem, wenn Kinder aus einer Verbindung hervorgegangen sind, finde ich das sehr wichtig, da Kinder beide Elternteile lieben und die Mißachtung als Selbstmißachtung weiterleben könnten.

Vor allem die Selbstliebe gibt dir Raum. Und du brauchst sogar den Raum, um sie und dich entwickeln zu können. Auch die Trauer braucht ihren Raum, sie verschafft ihn sich sonst durch Mißachtung, Vorwurf und "sich betrogen fühlen". Liebe ist auch Erinnern und Verzeihen.

LG
Anuka

Geändert von Anuka (04.04.12 um 17:05 Uhr) Grund: Sinnfehler

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Danke, Anuka, für deinen Beitrag, finde ich wichtig. Ich habe den Begriff "Mogelpackung" auch in Anführungszeichen gesetzt, weil ich mich mit diesem Begriff selbst nicht sehr wohl gefühlt habe. Außerdem habe ich vorhin noch vergessen, ein wichtiges Zitat anzugeben, was ich jetzt noch nachholen möchte.

Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Du kannst abgewiesen werden, Deine Liebe nicht beantwortet zu finden,
aber doch problemlos weiterlieben.
Und ich habe irgendwie das Gefühl, dies zum ersten Mal genau so wahrgenommen zu haben.

Im Grunde ist die einzige Beschränkung meiner Liebe, die Bedingung, dass sie angenommen wird. Liebe ist immer dankbar, wenn sie angenommen wird. Wenn dies aber nicht der Fall ist, dann kann ich nichts tun. Aber die Liebe geht weiter...

Das Akzeptieren des eigenen Selbst und des Anderen, so wie er ist, sollte die Basis sein.

Das Thema ist halt auch mein Lernfeld. Ich halte mich nicht für vollkommen, absolut nicht, aber ich versuche mich dem zu stellen, was sich zeigen will, Licht ins Dunkle zu bringen.

Natürlich kommen immer wieder alte Verhaltensmuster nach oben und natürlich braucht auch die Trauer ihren Raum. Aber gerade dabei geht es ja darum, hinzuschauen und wenn möglich zu verstehen.

Dies zu versuchen, in Dankbarkeit und Demut vor dem Leben, ist das was ich tue. Immer nur leicht ist das natürlich nicht, aber auch das gehört dazu und es ist nichts Falsches daran.

Liebe Grüße!

Geändert von Akim (04.04.12 um 19:10 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Hallo Akim,

es fällt mir schwer, hier etwas dazu zu schreiben, weil ich eigentlich erschöpft und müde bin. Ich habe Ähnliches erlebt. Es stimmt schon, man kann problemlos weiterlieben. Ich habe in meinem Fall, in diesem Prozess , den ich für mich erlebte, in dem es viele Verwirrungen gab, viel gelernt, vor allem über mich selbst.

Ich habe schon oft geliebt und dachte, dieses mal ist es etwas Besonderes, Einzigartiges, ja eine Zeitlang war ich geradezu überwältigt von diesem Gefühl. Und aus verschiedenen Gründen trotzdem voller Angst und vielleicht sogar Mißtrauen. Ich war enttäuscht, dass ich nicht wichtig war und habe mich nicht gemeint gefühlt. Meine Liebe wurde nicht angenommen. Das tat sehr weh. Es tat noch mehr weh.

Jetzt nach einem weiteren schmerzlichen Einschnitt (es sind immer gegenseitige Kränkungen dabei, leider) nehme ich meine Liebe selber an. Es gibt auch bei mir immer wieder Rückfälle. Das was ich im Moment spüre ist, dass ich meine Traurigkeit, die ich kenne, vielleicht nie ganz verlieren werde, weil sie so mit mir verwachsen ist, schon immer. Indem ich sie aber annehme und meine Sehnsucht nach Alleinsein, mit mir selbst sein, annehme, einfach fließen lasse, verwandelt sie sich. Zwar nicht gerade in überschäumende Fröhlichkeit aber in Ruhe und Frieden. Ich hoffe für mich, damit meinen "Dreh" zu kriegen.

Ich höre jetzt auf zu schreiben, weil ich gerade heute das Bedürfniss gespürt habe, ohne Worte sein zu dürfen, jedenfalls manchmal. Das geht hier ja schlecht.

Ich wünsche Dir für Deinen Prozess alles Liebe. Ich mir für meinen auch.

Cassandra56

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Danke liebe Cassandra, ich wünsche dir auch alles Liebe für deinen Prozess. Ich kann dich gut verstehen und finde was du schreibst klingt wirklich schön!
Wenn wir erst einmal das was ist, dankbar annehmen (und loslassen) können, dann verschiebt sich auch unser Leidenspunkt. Das Leiden verändert sich.

Ich für mich habe auch noch gemerkt, dass es gut ist darauf zu achten, nicht zu flüchten, nicht unbewusst zu werden, nicht auszusteigen.

Tut eigentlich gar nicht weh…

Alles Liebe!

Sucht, Geister und die Überwindung (auch der Mißverständnisse)
Kassandra
Hallo lieber Akim,

Zitat von Akim Beitrag anzeigen
und finde was du schreibst klingt wirklich schön!
Wieso schleicht sich bei mir immer der Eindruck ein, dass Du das Geschriebene als nicht integer oder nicht konsequent ansiehst? Ich weiß ja, Worte sind unvollkommen und manchmal missverständlich. Aber ich frage, um es klären, nicht um Dir etwas zu unterstellen!
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Wenn wir erst einmal das was ist, dankbar annehmen (und loslassen) können, dann verschiebt sich auch unser Leidenspunkt. Das Leiden verändert sich.
Das ist wohl so, ich merke es ja auch bei mir.
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Ich für mich habe auch noch gemerkt, dass es gut ist darauf zu achten, nicht zu flüchten, nicht unbewusst zu werden, nicht auszusteigen.
Wovor Du auch immer versucht bist, zu flüchten...tu es einfach nicht! Mir hilft da sonderbarerweise mein Starrsinn, ich will mich einfach nicht beugen lassen. So hat auch der ab und zu nicht nur Negatives.
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Tut eigentlich gar nicht weh…
Alles Liebe!
Ich freue mich für Dich, dass Dir (eigentlich) nichts weh tut. Geniesse das Schöne, was sich Dir zeigt, es ist ja trotz aller Unvollkommenheit und Vergiftung zu erkennen.
Alles Liebe auch für Dich!
Cassandra56

Geändert von Kassandra (05.04.12 um 12:00 Uhr) Grund: Anrede fehlte

Sucht, Geister und die Überwindung.
Anuka
Hallo Akim,

danke für die Antwort zu meinem Beitrag. Ich möchte noch etwas ergänzen.

Vor einiger Zeit war ich an einem "Kraftort", der sich allerdings in dieser Zeit gerade unterschwellig in Auflösung befand. Inzwischen sind viele Menschen dort weggegangen, was ich konsequent finde. Unter anderem eine Frau, die sich mit Traumata beschäftigte. In dieser Zeit hat mich ein Buch begleitet (ohne Buch zu sein, ist Strafe für mich!), dass mir sehr viele neue Einsichten brachte. Diese umzusetzen und alte Wunden zu verarbeiten ist schwer und manchmal nicht alleine möglich.

An diesem Ort gab es sehr schöne, erweiternde und achtende Begegnungen, leider auch einige unschöne, missachtende, die aber wohl auch dazugehören, zu einer Reise.

Einer der dort damals anwesenden Menschen hatte mir einen wichtigen Tip gegeben: "Nachbeeltern" hieß das Wort. Leider konnte das schöne Gespräch innerhalb dieser Begegnung nicht fortgesetzt werden, da der Mensch nicht mehr auftauchte, und ich habe erst sehr viel später begriffen, was eigentlich damit gemeint war.

Für mich selber habe ich dann erkennen können, dass ich das längst erlebt hatte und einfach nur für mich weiter fortsetzen muss. Ich muss mich nur immer wieder erinnern an die Menschen, die mir eine Zeitlang dies gaben und an die Worte, die mir weiterhalfen. Den Rest muss ich jetzt und kann ich jetzt selbst tun, so hoffe ich jedenfalls.

Nach dieser langen Vorrede nun aber das Buch: Es heißt "Ohrfeige für die Seele. Wie wir mit Kränkung und Zurückweisung besser umgehen können" und ist von einer Frau: Bärbel Wardetzki, bei dtv erschienen. Ich kann es allen, die das Thema beschäftigt, empfehlen. Es hilft, Zusammenhänge, Ursachen zu erkennen. Es ist nur eine Anregung. Den Weg muss man selber gehen.

Liebe Grüße
Anuka

Sucht, Geister und die Überwindung (auch der Mißverständnisse
Akim
Zitat von Cassandra56 Beitrag anzeigen
Hallo lieber Akim,

Wieso schleicht sich bei mir immer der Eindruck ein, dass Du das Geschriebene als nicht integer oder nicht konsequent ansiehst? Ich weiß ja, Worte sind unvollkommen und manchmal missverständlich. Aber ich frage, um es klären, nicht um Dir etwas zu unterstellen!
Hallo Cassandra,

könntest du vielleicht noch etwas näher darauf eingehen, wie du das meinst? Ich verstehe es leider nicht.

Ich habe etwas das Gefühl, hier missverstanden zu werden, was aber sicherlich auch an der Unzulänglichkeit meiner sprachlichen Fähigkeiten und meiner immer wieder unglücklichen Wortwahl liegt. Aber für so ein Thema sind Worte irgendwie sowieso so unzulänglich, das macht es nicht gerade leichter.

Werde wahrscheinlich erstmal einige Tage ohne Internet sein.

Alles Liebe

akim

Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Hallo lieber Akim,

auch ich habe manchmal das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Es liegt sicher nicht an Deiner Wortwahl, es liegt vielleicht daran, dass die Unzulänglichkeit der Verständigungsmöglichkeit Sprache, Grenzen des Verstehens setzt. Deshalb frage ich ja nach, wie gesagt, nicht, um Dir etwas zu unterstellen, sondern um zu klären.

Was ich meinte war, wenn Du sagst es klingt schön, was ich schreibe, dann lese ich (was vielleicht an meiner "Prägung" liegt), "es klingt zwar schön, aber das bist nicht wirklich Du". So in etwa: "lebst Du das, was Du sagst, oder sagst Du nur "schöne" Worte?

Nimm es also bitte nicht persönlich. Ich bin vielleicht nur ein wenig paranoid

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Osterzeit, gute Erholung, Freude und Sonne, falls sie mal zu sehen ist. Auch Pause vom Internet kann auch mal richtig gut tun.

Liebe Grüße
Cassandra56

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Zitat von Cassandra56 Beitrag anzeigen
Was ich meinte war, wenn Du sagst es klingt schön, was ich schreibe, dann lese ich (was vielleicht an meiner "Prägung" liegt), "es klingt zwar schön, aber das bist nicht wirklich Du". So in etwa: "lebst Du das, was Du sagst, oder sagst Du nur "schöne" Worte?
Achso, nein so war das überhaupt nicht gemeint! Eher: "ich glaube du bist auf einem guten Weg". Und das ich dich gerne lese, weißt du ja.

Danke Euch allen für den tollen Austausch! Ich finde das ein wirklich spannendes Thema!

Schöne Ostern!

Geändert von Akim (05.04.12 um 13:52 Uhr)


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