Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
Neues Thema erstellen
Sucht, Geister und die Überwindung
Akim
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Hallo Akim,

hm, das schreibst Du mal einfach so dahin. . .

. . . eine Erklärung wäre da von nöten; obwohl ich mir vorstellen kann, wie Du es meinst.

Jedoch kommst Du im tatsächlichen Leben wohl nicht sehr weit, ohne Standpunkt.

Hier eine Erklärung:

Der Standpunkt bestimmt die Meinung!

Liebe Grüße
Kayen
Mit dem Standpunkt kommt auch die Identifikation, die Ego-Perspektive. Du bist dann nicht mehr unabhängig, nicht unbeteiligt. Kein Wunder das es da zu tausend unterschiedlichen Meinungen und ewigen Streitereien kommt.

Wenn Du keinen Standpunkt einnimmst, dann siehst du die Dinge einfach nur so, wie sie sind. Darum ist z.B. Zen auch so schön, weil es keinen Standpunkt einnimmt. Zen ist nichts.

Mit dem Verstand kannst Du niemals wissen, ob Du alle Perspektiven kennst. Du zerlegst die Dinge nur in Teilabschnitte, das ist Analyse, Trennen, Summieren, aber niemals das Wirkliche.

Sei lieber wie eine Wolke um die Dinge herum. Bei diesem Beispiel wirst Du dann sozusagen selbst zum Stuhl, Du erfährst die Dinge in ihrem Wesen. Das ist der Punkt, an dem es keinen Beobachter mehr gibt, also auch kein Standpunkt da sein kann.

Das ist Meditation.

Gesinnung, Standpunkt, Meinung kannst Du getrost fallenlassen. Das ist sehr befreiend!

Alles Liebe

akim

PS
Ja bei dem Demetrius gibt es viele sehr gute Ansätze aber auch gefährliche Missverständnisse…

Sucht, Geister und die Überwindung
Akim
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Danke, weissnicht!

Eine sehr schöne Darstellung. . .

. . . ich vermag garnicht Erklärung zu schreiben, da es den Wert Deiner Worte nicht trifft.
Bitte mache Dir doch darüber keine Gedanken. So gehen wir doch in die Tiefe! Ich habe meinen letzten Text in erster Linie auch darum hier geschrieben, weil ich manchmal etwas übersehe und immer sehr dankbar bin, wenn weissnicht mich darauf hinweist. Dann meditiere ich darüber.

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Sucht, Geister und die Überwindung
Akim
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen
Ist ein ganz und gar stiller Ozean vorstellbar? Ich weiß es nicht.
Nein das ist absolut nicht vorstellbar, aber es ist erfahrbar!

Ein endloser stiller Ozean, ohne jede Welle…

Diese unglaublich tiefe Ruhe…

Unbeschreiblich!

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Nein das ist absolut nicht vorstellbar, aber es ist erfahrbar!

Ein endloser stiller Ozean, ohne jede Welle…

Diese unglaublich tiefe Ruhe…

Unbeschreiblich!
Ich freue mich für Dich, Akim.

Lieber Gruß
LieberTee

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
PS
Ja bei dem Demetrius gibt es viele sehr gute Ansätze aber auch gefährliche Missverständnisse…
Ich konnte erst nicht recht einordnen, wer mit Demetrius gemeint war, dachte sogar erstmal an Shakespeare oder Schiller, bis ich dann bei Kayens Link weiterblätterte und entdeckte, dass es sich um die Seite eines gewissen Demetrius Degen handelt (war mir bislang auch unbekannt...)

Dann entdeckte ich diese Seite dort: Vier Stufen des Glaubens: Die Mystik in den Religionen. , was mir wiederum gefiel und so wie ich es verstanden habe, ähnlich bei allen "mystischen" Wegen verläuft, also auch im Zen.

Die Seite von D.D. ist ja sehr umfangreich und ich hatte jetzt keine Lust, alles zu lesen, daher interessiert es mich einfach, um welche gefährlichen Mißverständnisse es sich Deiner Auffassung nach handelt.

Irgendwann von Hölzchen auf Stöckchen landete ich auf dieser Seite: Religion | Mystik aktuell, die ich auch interessant finde - erstmal so. Wollte sie einfach mal weitergeben.

Das könnte offtopic sein aber tja, es handelt sich in meinem Fall eventuell um die Sucht nach Erkenntnis

Lieber Gruß
LieberTee

Geändert von LieberTee (24.11.12 um 18:12 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Hat Gott einen Willen..?


Aber es gibt Dodos die wollen Gottes Willen erfüllen-
und wenn Du genauer hinschaust,
Gott scheint für diese einen ausgeprägten Hang zu Gewalttaten
zu haben.

Ob es nun heiliger Krieg ist, Bekehrungen, Beschneidungen von Säuglingen,
er hat Gefallen daran zu haben Völker auszulöschen mit allen Frauen und
Kindern, sogar Tiere fallen unter seiner Wut.

Gottes Verbrechen scheinen dann endlos zu sein.

Aber wer versteht schon das Gott keinen Willen haben kann?

Manche nennen es dann das TAO, das unbeabsichtigte Weben des Universalbewußtseins und doch geschieht immer das was geschehen
soll.
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
So real, das wir es erleben, als seien wir nur der abgeschöpfte Glasinhalt.

So identifizieren wir uns irrtümlicherweise mit dem Glasinhalt,
vergessen ganz woher wir kommen und wer wir wirklich sind.

Viele entfernen sich so immer weiter, morden, führen Kriege…

Wenn wir uns in dieser Welt nun unseres Wesens, unseres wahren Selbst bewusst werden, dann ist es das Erwachen, das Zurückkommen.
Es ist im Grunde so klar, aber jetzt erst ist es so klar, dass es gedacht werden darf:

wir sind von nichts getrennt, auch nicht vom Krieg. Wir führen selbst die Kriege, wir morden, sterben und trauern gleichzeitig darüber. Wir empfinden gleichzeitig Entsetzen und Wut und trennen uns, indem wir uns davon abtrennen, von der Verantwortung.

Wir sind das alles, was ist. Jede neue Trennung verursacht neues Leid.

So ist es gut, es anzunehmen und zu trauern. Verurteilung aber, ist nur erneute Trennung. Aber wir sind auch die Verurteilenden und die Verurteilten.

Sucht, Geister und die Überwindung

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Lieber weissnicht,

schön das Du es so genau nimmst, das ist dem Verstehen ja so wichtig!

Ich danke für das Bild des abgeschöpften Glases, das ist sehr treffend!

Wir sind Leben, wir sind der Ozean, waren niemals etwas anderes.



So real, das wir es erleben, als seien wir nur der abgeschöpfte Glasinhalt.

So identifizieren wir uns irrtümlicherweise mit dem Glasinhalt,
vergessen ganz woher wir kommen und wer wir wirklich sind.

Viele entfernen sich so immer weiter, morden, führen Kriege…

Wenn wir uns in dieser Welt nun unseres Wesens, unseres wahren Selbst bewusst werden, dann ist es das Erwachen, das Zurückkommen.

Wie der Träumer im Traum, der sich seines Träumens bewusst wird.

Dann brauchen wir uns nicht länger als Glasinhalt identifizieren,
sondern wir ruhen ganz in unserem Wesen.

Wohl wissend,

wir werden niemals sterben und wir gehen nirgendwo hin.



Der Ozean ist unser Sein,

das Abschöpfen die geniale Möglichkeit uns selbst zu erfahren.





Gott hat nur eine Frage, wer bin ich?
So, aus dieser einzigen Frage heraus,

ist alles entstanden, was wir sehen, hören, fühlen….

Die Frage, die wir uns selbst einst gestellt haben.

Wenn Realität und Illusion wegfallen, ist nur Sein.

Aus diesem Sein heraus also die Frage, wer bin ich?

Dann… der "BIG BANG"


Alles Liebe
akim
Hallo lieber Akim

Genauer:

Wir gehen zurück in den Ozean DES LEBENS

Wenn wir unseren Körper verlassen, sterben,
entspeichert sich unser gelebtes Leben
als ein Film vor unserem inneren Auge.

Aber der Unterschied zu einem üblich gesehenen Film ist,
wir sind diesesmal aktiv in allen Rollen.
Wir erleben uns in allen Einzelheiten.

Da sind viele Überraschungen.
Ruhm, Ansehen,Ausbildung,Titel, Wissen,Besitz so groß er auch ist,
das alles wird nur als Spielzeug gesehen.

Das wird als schmerzlich empfunden.
Denn wir haben ein kindisches Leben geführt
und Spielzeuge angehäuft.
Für Tingeltangel gelebt, geschuftet, gestritten.
Als ob wir niemals erwachsen waren.

Schmerzhaft ist auch,
wenn wir unser Potential nicht gelebt haben,
wenn wir niemals total in diesem Leben waren,
total geliebt, getanzt, gekocht, gerannt,
geschwommen haben.
Total geschaut haben,
in diesem ganzen Augenblick aufgegangen sind.

Aber vorsicht-
wenn wir genossen haben,
wenn wir uns gefreut haben,
wenn wir in diesem Zustand erfüllt waren,
in unserem Haus, Garten, etc.
das hat uns bereichert,
also innerlich reich gemacht.

Beziehungen mit dem Leben,
Menschen, Tiere, Natur,dem Göttlichen,in Liebe gegangen sind.
Das ist reines Gold in dieser Phase der Transition,
in diesem Übergang.

Das ist unsere "Wegzehrung"
das gibt Stabilität und Kraft.

In dem Ozean des Lebens in dem wir eingehen,
das wir als uferlos, als unendlich empfinden,
ein Ozean dessen Substanz Seligkeit ist,
empfinden wir uns,nehmen uns begrenzt wahr,
aber nur so wie sich einige verdichtete Atome empfinden.

Gruß
weissnicht

Sucht, Geister und die Überwindung

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.642
Seit: 18.03.12
Lieber weißnicht

du hast den Ozean des Lebens wunderschōn beschrieben.

Herzlichst Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Wir gehen zurück in den Ozean DES LEBENS
.....
Aber vorsicht-
wenn wir genossen haben,
wenn wir uns gefreut haben,
wenn wir in diesem Zustand erfüllt waren,
....
Beziehungen mit dem Leben,
Menschen, Tiere, Natur,dem Göttlichen,in Liebe gegangen sind.
Das ist reines Gold in dieser Phase der Transition,
in diesem Übergang.

Das ist unsere "Wegzehrung"
das gibt Stabilität und Kraft.

In dem Ozean des Lebens in dem wir eingehen,
das wir als uferlos, als unendlich empfinden,
ein Ozean dessen Substanz Seligkeit ist,
empfinden wir uns,nehmen uns begrenzt wahr,
aber nur so wie sich einige verdichtete Atome empfinden.
Ungefähr so empfinde ich es auch - als Bild (oder als Vorstellung?) Ich kann da oft nicht unterscheiden zwischen eigener Empfindung und dem, was sich aus Gehörtem und Gelesenem ergibt. Mein Eindruck aber ist, dass wenn ich etwas derartiges lese oder höre, erlebe ich es eher als Bestätigung und nicht als neue Erkenntnis. Es ist irgendwie stimmig. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Ich komme noch mal zurück auf die Konflikte im Leben, die sich subjektiv als "Gut" und "Böse" darstellen. Ich habe jetzt gelesen, dass ein Mensch auf dem Weg (der "Erleuchtung", sorry, es ist irgendwie für mich ein anmaßendes und daher blödes Wort, aber ich weiß keine Besseres, vielleicht könnte man auch "Erkenntnis" sagen) zum Frieden gelangt. Da wird Augustin zitiert: "Ama et fac qod vis" (Liebe und tue was du willst). Was wohl bedeutet, wenn Liebe (Agape) die Norm deines Handelns ist, weißt, was du zu tun hast.

Dies erscheint mir wahr und auch sogar logisch, jedoch im täglichen Leben oft nur schwer umsetzbar. Was sind das für Konflikte im Großen und im Kleinen, die uns plagen, mit denen wir uns manchmal gezwungenermaßen auseinandersetzten müssen? Wie ist es z.B. mit Mobbing oder mit Machtkämpfen? Leider ist es nicht möglich, sich dem immer zu entziehen und manchmal vielleicht auch gar nicht richtig, wenn man ein Unrecht nicht zulassen will.

Was tun, wenn man konfrontiert ist mit Machtmenschen, die sich (oft aus Unsicherheit) voll und ganz mit ihrem Machtego identifizieren? Wenn die eigene Existenz vom Wohlgefallen dieser Menschen abhängt, beispielweise bei Vorgesetzten? Oder im Umgang mit Ärzten, dieser besonderen Spezies, die sich extrem schnell auf den Schlips getreten fühlt, weil sie es nicht erträgt, auch mal zu scheitern?

Das sind ja nur die Konflikte im Kleinen, im Großen nehmen sie noch ganz andere Ausmaße an, da fühlen sich dann ganze Völker "auf den Schlips getreten", jeder beansprucht für sich "Recht zu haben" und setzt damit natürlich die andere Seite automatisch ins Unrecht. Aus ihrer subjektiven Perspektive ist das auf jeder Seite sogar manchmal nachvollziehbar, wenn man versucht, in die Haut des anderen zu schlüpfen, aber das allein birgt noch längst keine Lösung in sich, wenn nicht alle Parteien ernsthaft nach friedlichen Lösungen suchen und Kompromisse wirklich finden wollen.

Wenn ein Machtgefälle (z.B. Arzt - Patient) da ist, wird es noch schwieriger. Manchmal kann man das ganze nur einfach ertragen, so erlebe ich es, den Konflikt möglichst nicht noch anheizen und manchmal kann man nur versuchen, mit einigermaßen heiler Haut davon zu kommen. Es ist unbefriedigend.

Zur Erfahrung der Stille kann ich nichts sagen, außer dass sie wunderbar sein muss und dass ich sie leider nicht teilen kann. Ich denke, im täglichen Leben ist es nicht einfach. Einfacher ist es, mal ein Zeitlang "aussteigen" zu dürfen, die Energie z.B. in einer gemeinsamen Meditation oder auch Kontemplation zu erleben, um dann wieder in den Alltag zurückzukehren.

Welchen Weg gibt es, wenn das Leben dazu keinen Spielraum lässt?

Lieber Gruß
LieberTee

Geändert von LieberTee (27.11.12 um 10:57 Uhr) Grund: Satz zum besseren Verständnis umgestellt

Sucht, Geister und die Überwindung

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen
Ungefähr so empfinde ich es auch - als Bild (oder als Vorstellung?) Ich kann da oft nicht unterscheiden zwischen eigener Empfindung und dem, was sich aus Gehörtem und Gelesenem ergibt. Mein Eindruck aber ist, dass wenn ich etwas derartiges lese oder höre, erlebe ich es eher als Bestätigung und nicht als neue Erkenntnis. Es ist irgendwie stimmig. Anders kann ich es nicht beschreiben.


Lieber Gruß
LieberTee
Ja so stimmt es..


Wenn wir an etwas erinnert werden, was wir schon lange wissen,
da ist ein Erkennen der Wahrheit, ohne das wir dafür nach Beweise
verlangen.


Optionen Suchen


Themenübersicht