Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
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Sucht, Geister und die Überwindung

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Liebe lieberTee,

ich glaube nicht, dass es so gemeint ist, dass man vor dem Leben kapitulieren soll, sondern ich denke für mich, es ist eher die Kapitulation vor der inneren Unruhe immer auf der Sinn-Suche zu sein. So fühle ich es bei mir.
Das Hier und Jetzt akzeptieren, mit allen seinen Facetten und dieses glasklare Erleben.

Doch trotzdem bleiben Verletzungen nicht aus, ich erlebe es zur Zeit wieder so stark. Deswegen bin ich wohl hier auch so gut im Thread Sucht, Geister und Überwindung aufgehoben, irgenwie fühle ich mich hier eingekuschelt. Momentan habe ich große Mühe, nicht zu etwas beruhigenden zu greifen, keiner Sucht zu verfallen, da hilft mir dieser Raum sehr.

Danke an Weissnicht, dass Du uns/mir den Raum geöffnet hast.


Lieber Weissnicht, zur Dunkelheit möchte ich noch sagen, dass ich diese genauso empfinde, wie Du schreibst: als beschützend, relaxend, wohltuend, einhüllend.

Wenn nur nicht die Leidenschaft für das Erwachen wäre.
Dieses Licht braucht dann keinen Ursprung,
es leuchtet ohne Anstrengung.
Wahrnehmbar in Dunkelheit
Woher kommt dieses Licht?
Können nicht aufgenommene Gedanken sich in Licht auflösen?
Ist es die Aura?
Ist es das Göttliche?
Ich habe eher das Gefühl ich habe viel mehr Licht in mir als mir gut tut. Also zuviel Licht? Kann es soetwas geben? Viel Licht wirft auch große Schatten voraus mit gefühlter Erschöpfung.
Als Kind, wo wir dem Göttlichen Licht noch am nächsten sind, war ich schon dankbar, wenn draußen Regentage waren, also es dunkel wurde. Ich fühlte es als regelrechten Ausgleich. Irgendwie ist es ein Licht, das mich schwächt und hat wohl nichts mit dem göttlichen Licht zu tun. Phosphor, mein zugeordnetes Konstitutionsmittel, ist ja auch das einzige nicht radioaktive Element, welches im Dunkeln auch noch leuchtet. Ach, ich würde es gerne abdunkeln wollen oder einfach nur ein normales Licht haben.
Wäre schön, wenn man es normalisieren könnte, ich hoffe Du verstehst wie ich das meine. Vielleicht bleiben dann auch diese argen Verletzungen aus.

Alles Liebe für Dich und für den liebenTee.

Kayen
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Geändert von Kayen (27.09.12 um 16:21 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Liebe lieberTee,

ich glaube nicht, dass es so gemeint ist, dass man vor dem Leben kapitulieren soll, sondern ich denke für mich, es ist eher die Kapitulation vor der inneren Unruhe immer auf der Sinn-Suche zu sein. So fühle ich es bei mir.
Das Hier und Jetzt akzeptieren, mit allen seinen Facetten und dieses glasklare Erleben.
Liebe Kayen,

danke für Deine Antwort auf meine ewigen Zweifel. Komischerweise löst das Wort "Kapitulation" sofort einen heftigen Widerstand bei mir aus. Dabei ist es gar kein schlimmes Wort. Ich scheine es mit etwas zu verwechseln. Kapitulation bezieht sich für mich auf Kriegszustand und Kampfhandlung.

Insofern kommt es vielleicht hin. Ich befinde mich tatsächlich manchmal im Krieg mit mir selbst. Oder doch nicht? Ich weiß es wohl selber nicht. Es ist immer wieder dieses Gefühl, wie von einem unsichtbaren Band zurückgezogen zu werden. Ein Band, dass mich zu lähmen scheint. Ich möchte mich so gerne losreissen und es gelingt mir nicht.

Das ist natürlich eine Art von Kampf. Ein Teil will vorwärts, der andere stoppt. Ich weiß nicht mal wohin dieses Vorwärts sein soll, außer vielleicht, einfach den Alltag geregelt zu kriegen, über den eigenen Schatten zu springen, zu handeln, nicht in der Reglosigkeit zu verharren wie das Kaninchen, dass wie hypnotisiert auf die Schlange starrt.

Ich wünsche mir etwas von ganzem Herzen und wenn ich etwas dafür tun will, ist eben dieses Band da, dass seinen Sitz ungefähr in der Magengegend hat. Ich bin dann tatsächlich wie hypnotisiert, scheinbar unfähig, mich zu bewegen. Nur eine starke Emotion treibt mich dann an. Egal welche. Es kann Angst sein, Zorn oder auch eine Art Glücksgefühl. Das erst setzt einen Zustand innerer Unruhe in Gang, der mich dazu bringt, mich zu bewegen.

Interessanterweise ist es oft der Zorn, die scheinbare Kränkung, die ein vorzüglicher Motivator ist. Meine Eitelkeit und mein Stolz geben mir das nötige Feuer, den nötigen Zündstoff. Ich lasse mich so wunderbar provozieren. Was für ein blödes Spiel!

Doch trotzdem bleiben Verletzungen nicht aus, ich erlebe es zur Zeit wieder so stark. Deswegen bin ich wohl hier auch so gut im Thread Sucht, Geister und Überwindung aufgehoben, irgenwie fühle ich mich hier eingekuschelt. Momentan habe ich große Mühe, nicht zu etwas beruhigenden zu greifen, keiner Sucht zu verfallen, da hilft mir dieser Raum sehr.
Ich wünsche Dir, dass Du stark bleibst und nicht zu Suchtmitteln greifst. Ich habe einmal der Verlockung nachgegeben, obwohl ich ganz genau wußte, dass genau die Benzos eine wirklich so große Verlockung darstellen, dass ich danach gut und gerne süchtig werden kann. Für mich war es fatal, denn das Zeug macht mich aggressiv. Es hat meine innere Unruhe letztendlich gesteigert. Darüber bin ich Gott sei Dank hinweg. Nie wieder fasse ich sie an. Es ist nichts weiter, als fürchterlicher Selbstbetrug.

Bleibe stark und versuche lieber, die Unruhe anders loszuwerden. Mir hilft ganz deutlich Bewegung. Fahradfahren oder laufen, schwimmen. Auch lautes Singen hilft manchmal, es reguliert gleichzeitig den Atem.

Du kannst Dir garnicht vorstellen, wieeee froh ich bin, diese Benzogeschichte hinter mir zu haben. Ich kann wieder lachen und mich freuen. Ich schaffe es so langsam auch wieder, mich zu konzentrieren, auch wenn es mir immer noch schwer fällt, ganz einfache Inhalte zu lernen. Nieeeee wieder Benzos! Ich hätte nie gedacht, wie übel das Zeug wirklich ist. Lass die Finger davon, wenn Du es irgendwie schaffst.

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser geht. Verletzungen tun weh, ich weiß es ja auch. Und wenn man mitten in einer frischen Verletzungsgeschichte steckt, denkt man, es nimmt nie ein Ende. Es wird ewig und ewig weh tun. Zum Glück lässt es meistens doch irgendwann nach. Unser Gehirn ist leider so konstruiert, dass es immer an alte Verletzungen und Identifizierungen anknüpft. Das aufzulösen, habe ich auch noch nicht geschafft, nicht mit Jiddu Krishnamurte, nicht mit Meditation, nicht mit E.T.

Aber ich bin dabei und ich suche weiter, was auch immer mich weiter bringt, nicht in dem ewig alten Muster, dem so bekannten Hamsterrad weiter zu laufen. Jede neue Erfahrung ist dabei ein Gewinn, auch und vor allem, wenn sie mit Heraufforderung verbunden ist. So ist es bei mir.

Irgendwas ist da, was mich dann doch hin und wieder selbst überlistet, dann tu ich es einfach, tue das, was schon lange im "Hinterkopf" lauert, aber zurückgehalten ist. Dieses Irgendwas greift zum Telefonhörer oder fährt hin oder geht darauf zu, ganz spontan, so dass ich mich über mich selber wundere. Was ist es? Mut?

Kann sein, aber ein Mut, der nicht aus dem bewußten Willen kommt, sondern der sich sozusagen vordrängt und einfach handelt, ohne auf irgendwelche Einwände und warnende innere "Stimmen" zu achten. Es setzt sich einfach darüber hinweg und ich schwebe dann über die vermeintlichen Hindernisse, wie "keine Geld für Weiterbildung", "das Wetter ist zu schlecht zum Segeln", "Angst vor anderen Hunden" oder Bedenken wie "nicht jung genug, nicht erfahren genug, nicht schön genug, nicht klug genug, nicht selbstbewußt genug, nicht gesellig genug, ...." hinweg mit einer Leichtigkeit, die mir so sonderbar und nicht zu mir gehörend vorkommt.

Das sind die Momente, wo keine Verletzung mehr existiert. Nur eben Momente, dann holt sie mich irgendwann wieder ein. Ich gebe nicht auf.

Da fällt mir ein, warum mich das Wort "Kapitulation" so reizt. Es ist wohl ein Reizwort, weil ich es mit "aufgeben" verbinde. Aufgeben möchte ich nicht. Ich bin zu eigen-sinnig, um aufzugeben.

Alles Gute und Liebe für Dich
LieberTee

Geändert von LieberTee (27.09.12 um 23:24 Uhr)

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Mein "Problem" ist, dass ich neugierig bin. Diese Neugierde übersteigt offenbar die meisten anderen "Bedürfnisse". Also das Bedürfnis nach Sicherheit und auch das Bedürfnis nach Kontinuität. Ich frage mich, ob dies bei allen Menschen so ist. Ich nehme aber an, dass es zumindest vielen Menschen so geht. Denn woher käme die Leidenschaft, zu forschen, zu wissen und zu entdecken, wenn nicht aus der Neugierde heraus?

Zwei Worte sind in diesem einen Wort enthalten. Es ist das Wort "Neu" und es ist das Wort "Gier". Ist aber die Neugierde alleine die Gier nach NEUEM? Ist also die Neugierde vergleichbar mit der Sucht? Gilt es, sie zu überwinden, um Frieden zu erlagen? Oder kann sie sogar Motor sein, um nach der "Formel" für den Frieden zu suchen?

Ich habe gerade einen Film entdeckt, von dem ich noch nie gehört hatte.

Ich stelle ihn mal hier herein. Vielleicht hat noch jemand Lust, ihn zu sehen. Es hat mit den Fragen, den vier (scheinbar?) wichtigen Fragen zu tun.

Wer sind wir? Woher kommen wir? Was ist unsere Aufgabe? Wohin gehen wir?

Es gibt 16 Teile:
Für mich sind es nach wie vor spannende Fragen und so habe ich meine Neugierde wohl nicht verloren.

Ich frage jedoch nicht, um nach dem Sinn oder der Sinnlosigkeit des Lebens zu suchen. Für mich ist das Leben (allgemein gesehen) keineswegs sinnlos. Eher wäre es sinnlos, es in Frage zu stellen, bzw. den Sinn des Lebens in Frage zu stellen. Das Leben ist ganz einfach. Es fragt nicht danach, ob es sinnvoll oder sinnlos ist.

Diese Frage stellt sich immer nur für den Einzelnen und zwar ganz persönlich und eher selten ob es sinnvoll oder sinnlos ist sonder eher "Welchen Sinn hat für mich das Leben?" "Wer bin ich?" ....So kann sich jeder diesen Sinn nur für sich selbst beantworten. Das ist für mich die Reise in mich selbst, wenn Du so willst, der WEG.

Ich bin mir keineswegs sicher, ob z.B. dieser Film Antworten bereit hält. So wie es dieses Video zu siganlisieren scheint.
Ich glaube weder an Bestellungen noch an Versprechungen. Aber ich glaube daran, dass jeder einzelne Mensch ein Potential hat, dass er ausschöpfen kann oder dass er nicht ausschöpfen kann. Die Wahl hat jeder.

Irgendwo habe ich letztens den Satz gelesen: "Das Böse hat die Macht, den Menschen zu verführen, aber es kann nicht Mensch werden."

Könnten wir also unser Potential verwirklichen, verlöre das "Böse" an Macht?

Nachdenklich...
LieberTee

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Hallo Weissnicht,

was die Freude angeht und die Begeisterung haben wir uns vielleicht beide geirrt. Da mich der Vollmond wach hält, finde ich zu meiner großen Freude lauter wunderbare Schätze hier im Netz. So habe ich etwas über die Freude gefunden. Und was dort ausgesagt wird, erfreut mich ungemein. Im Grunde habe ich es wohl immer "gewusst", hatte mich nur eine längere Zeit verirrt in irgendwelchen blöden modernen Glaubenssätzen, die alle nur dazu dienen, zu trennen, was zu trennen ist. Denn Trennung schafft offenbar nicht nur Krieg, sondern auch Mutlosigkeit und Schwäche.

Freude aber verbindet (das hat schon Schiller erkannt u.a.)
An dieser Stelle habe ich die Quellen eingestellt.

Viel Freude
LieberTee

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen

Das Vertrauen kann nicht mit dem Tun, Verbessern wollen,
ider mit Anstrengungen erreicht werden, denn Vertrauen gehört zum
natürlichen Urzustand,

dieser kann vergessen werden, aber niemals verloren gehen.

Denn dieses Vertrauen gehört zu uns und kann daher nicht gesucht werden.

Aber Du kannst Dich daran erinnern, wieder eintunen, in das Urvertrauen
erwachen.


Erwachen ist immer Hier und Jetzt.
Tun braucht ein Ziel, ein Weg, also Zeit.

Aber erstmal soll eine andere vergessene Tür geöffnet werden,
denn Vertrauen ist eine Blume die aus dem Akzeptieren kommt.

Aber auch das Akzeptieren gehört zu den Vertikalen,
also zu dem "Göttlichen".

Daher kann das Akzeptieren nicht getan werden,
da es sonst ein Nichtakzeptieren des Nichtakzeptieren ist.


Das Akzeptieren, oder Annehmen, oder Hingeben an das Leben,
oder Gott, oder dem Göttlichen, überbrückt auch das gelegentliche
Nichtakzeptieren, denn es ist viel, viel größer.


Lieber weissnicht,

wenn das Akzeptieren "nicht getan" werden kann, wie funktioniert denn der Vorgang des Akzeptierens?

Wenn ich mich z.B. in einer unschönen Situation befinde und diese akzeptieren möchte, dann wird doch in mir ein gewolltes Signal (Gedanke) entstehen und dafür braucht es doch irgendwie eine "Ansage" von mir.
Zumindest, dass ich mir innerlich sage, so ich kapituliere oder akzeptiere jetzt? Ich weiß nicht, wie sich akzeptieren im "nicht tun" einstellt?

Weiterhin ist denn Akzeptanz im "nicht tun" überhaupt möglich, wenn das Urvertrauen vielleicht garnicht vorhanden ist?, Dein Text liest sich für mich so, als würde es einander bedingen.

Vielleicht magst Du irgendwann noch einmal hier hereinschauen.

Danke!

Alles Liebe
Kayen
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Geändert von Kayen (06.10.12 um 15:39 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen

Irgendwo habe ich letztens den Satz gelesen:
"Das Böse hat die Macht, den Menschen zu verführen, aber es kann nicht Mensch werden."

Könnten wir also unser Potential verwirklichen, verlöre das "Böse" an Macht?
Liebe LieberTee
Ich glaube, das Böse versucht immer wieder die Menschen zu verführen und es liegt immer wieder in der Entscheidung des einzelnen Menschen in jeder Situation sich für das Gute zu entscheiden oder nicht.

Je mehr er sich für das Gute entscheidet, um so weniger "Angelpunkte" hat das Böse, entscheidet sich der Mensch jedoch immer wieder gegen das Gute, so bekommt das Böse um so mehr "Angelpunkte" wo es bei einem Menschen einhängen kann, so gesehen bekommt es Macht über ihn.
So sehe ich es.
Herzliche Grüsse
KARDE
__________________
Alles was ich anschaue --- schaut zurück

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Lieber weissnicht,

wenn das Akzeptieren "nicht getan" werden kann, wie funktioniert denn der Vorgang des Akzeptierens?

Wenn ich mich z.B. in einer unschönen Situation befinde und diese akzeptieren möchte, dann wird doch in mir ein gewolltes Signal (Gedanke) entstehen und dafür braucht es doch irgendwie eine "Ansage" von mir.
Zumindest, dass ich mir innerlich sage, so ich kapituliere oder akzeptiere jetzt? Ich weiß nicht, wie sich akzeptieren im "nicht tun" einstellt?

Weiterhin ist denn Akzeptanz im "nicht tun" überhaupt möglich, wenn das Urvertrauen vielleicht garnicht vorhanden ist?












Danke!

Alles Liebe
Kayen
Um das Akzeptieren aufzunehmen
ist Klarheit über das Leben hilfreich.

Klarheit ist, wenn jede Identifikation gesehen wird.
Wenn das Leben nur in seiner Stille, seiner Reinheit, in seiner Göttlichkeit
pulsiert.

Dann wird diese Einheit mit dem Leben erfahren.

Dann ist da nur akzeptieren und Dankbarkeit.

Zeitlosigkeit, Unendlichkeit ist eine Erfahrung in der Endlichkeit.


Kapitulieren,Hingabe, ist nicht Resignation, nicht Fatalismus, nicht Aufgabe,
es ist vielmehr erkennen, erinnern, erwachen.

So wie der Tropfen im Ozean der schließlich nach langem Kampf um seine
eigene Existenz erkennt, daß er schon immer der Ozean ist,
nie getrennt von ihm war.

So sind wir gesegnet,
denn nur diese "unschönen Situationen"
der "Lebenskampf" die Identifikation mit dem Ego,
lassen uns in diesen natürlichen Zustand der Hingabe an das Leben erwachen.

Erst kommt das Akzeptieren, daraus entsteht Gelassenheit,
aus Gelassenheit erwächst Vertrauen,
aus dem Vertrauen heraus- die Kapitulation,
dann das Erwachen in die vertikale Einheit.

Alles Liebe

weissnicht

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Um das Akzeptieren aufzunehmen
ist Klarheit über das Leben hilfreich.

Klarheit ist, wenn jede Identifikation gesehen wird.
Wenn das Leben nur in seiner Stille, seiner Reinheit, in seiner Göttlichkeit
pulsiert.

Alles Liebe
weissnicht


Lieber weissnicht,

erstmal danke für Deine große Geduld!

"Klarheit über das Leben"
Ohjeh, dieser Satz ist mir zu groß, zu umfangreich.

Kann ich es umsetzen, auf alle unschöne Situationen, die mich betreffen und die darin eingebundenen Menschen? Es genau analysiere und das warum und weshalb es so gekommen ist, verstehe? Jedoch bedarf das alles ein tun, also die Analyse, verstehen, verzeihen?
Also das eine Akzeptanz so komplziert wird . . .

Liebe Grüße
Kayen
__________________
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Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Um das Akzeptieren aufzunehmen
ist Klarheit über das Leben hilfreich.
...
So wie der Tropfen im Ozean der schließlich nach langem Kampf um seine
eigene Existenz erkennt, daß er schon immer der Ozean ist,
nie getrennt von ihm war.
...
der "Lebenskampf" die Identifikation mit dem Ego,
lassen uns in diesen natürlichen Zustand der Hingabe an das Leben erwachen.

Erst kommt das Akzeptieren, daraus entsteht Gelassenheit,
aus Gelassenheit erwächst Vertrauen,
aus dem Vertrauen heraus- die Kapitulation,
dann das Erwachen in die vertikale Einheit.
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
"Klarheit über das Leben"
Ohjeh, dieser Satz ist mir zu groß, zu umfangreich.

Kann ich es umsetzen, auf alle unschöne Situationen, die mich betreffen und die darin eingebundenen Menschen? Es genau analysiere und das warum und weshalb es so gekommen ist, verstehe? Jedoch bedarf das alles ein tun, also die Analyse, verstehen, verzeihen?
Liebe Kayen, lieber weissnicht,

wir sind ja leider noch die einzigen Übriggebliebenen in diesem Thread. Aber ich freue mich doch, dass er trotzdem immer wieder zum Leben erwacht.

Das Nicht-Tun und die Akzeptanz, die im Nicht-Tun entstehen kann, oder nur darin entstehen kann.

Auch ich erkenne hier einen Widerspruch in sich, was aber nicht bedeuten muss, dass er tatsächlich existiert. Er existiert jedoch in meinem Denken, dass nicht anders kann, weil es an seine Erinnerung, an das Erfahrene und Gelernte gebunden ist.

Ich versuche mal, die Physik (sorry, ich hatte da immer mangelhaft..) zu Hilfe zu nehmen. Wenn ich mich recht erinnere, verursacht jeder Bewegung auch eine Reibung (Luftwiderstand), die wiederum eine Energie darstellt, die ich mir zunutze machen kann. Indem ich die Energie beobachte und daraus meine Schlüsse ziehe, können neue Ideen und Entdeckungen dabei herauskommen.

Dies ist nur durch die Beobachtung möglich, der ein Tun vorausging. Denn Beobachten und Tun gleichzeitig scheint nicht möglich.

Es ist also schon ein Tun, d.h. ein Be-Mühen um Akzeptanz erforderlich, um dann im Nicht-Tun (wertfrei) beobachten zu können.

Ich verfügte früher über das, was man wohl "wilde Spiritualität" nennen mag. Das heißt, ich tat vollkommen unbewußt das, was ich jetzt als "Channeln" identifizierte. Ungalublich, aber wahr und ich hätte es nie so bezeichnet und hätte das auch nie gedacht. Aufgefallen ist es mir das erste mal, als ich den "Schutzengel" von Paulo Coelho las. Ich schätze, das "tut" jeder kreative Mensch unbewusst.

Seitdem ich mich jedoch bewußt auf die Suche nach meiner Spiritualität machte, entdecke ich, dass ich durch die Suche, also die Bewegung, den Weg mehr Richtung bekomme und auch tatsächlich ein Prozess entstanden ist, den ich ganz ganz vorsichtig als "Erwachen" bezeichnen will. Wäre jedoch da nicht der Anstoß gewesen und dann die Suche, also die TAT, das Tun, würde ich mich noch immer in dem verwirrendem Zustand dieser "wilden Spiritualität" befinden, die für mich ein Leidensweg war. Warum das so war, will ich nicht näher hier ausführen, es sei denn, es interessiert jemanden, sonst betrachte ich ihn eher als meine Privatsache.

Mir ist weiter aufgefallen, dass, wenn ich nicht suche, mich nicht immer wieder auf diesem einmal eingeschlagenen Pfad bewege, verliere ich mich wieder in der Verwirrung, im Alltag, in all den Alltagssorgen und in der Sinnlosigkeit.

So muss ich in der Tat immer wieder bewußt tun, um nicht zu tun. Ich muss mich bewegen, um an einer Meditation teilzunehmen, muss den Entschluss fassen, mich um einen Platz und möglicherweise die Bezahlung kümmern und dann mich dorthin begeben. All das ist Tun, sogar zielgerichtetes Tun - Anstrengung, um Nicht-Tun zu können.

Ich lerne dieses Nicht-Tun nur sehr mühsam, aber je mehr ich lerne, desto leichter fällt es mir auch im Alltag, zumindest ganz kurze Zeit einfach innezuhalten, mich aus dem Strom der Gedanken, Befürchtungen, Urteile und Gefühlsverstrickungen zu lösen. In diesem Innehalten, diesen ganz kurzem Nicht-Tun und Nicht-Denken, eröffnet sich ein Mehr an Klarheit und auch Kreativität und Kraft, die ich vorher nicht hatte.

Bei mir sind es bisher immer nur ganz kurze Sequenzen, aber ich erkenne den Nutzen und meine Haltung verändert sich sehr langsam. Aber ich weiß auch, wenn ich nicht am Ball bleibe, nicht immer wieder meine Aufmerksamkeit darauf lenke, laufe ich im Moment immer noch Gefahr, wieder in die Unbewußtheit abzutauchen. Es geschieht immer wieder, aber diese Gegenkraft der Stille, einmal gefunden, existiert eben auch und sie ist es, die mir das Fliegen ermöglicht. Sowie die beiden Lufströme, die durch die Wölbung des Flugzeugflügeln den Auftrieb ermöglichen. Einmal das Prinzip erkannt...

Im Moment bin ich sehr dankbar, dass ich z.B. in diesem Forum immer wieder die Anregung finde, meine Aufmerksamkeit auf diese Anstrengung (leider immer noch) zu richten. Denn im realen Leben habe ich die Menschen, die Unterstützungsgruppe, noch nicht gefunden. So bleibt im Moment noch immer nur das Netz. Aber auch da bin ich auf dem Weg. Und dieses TUN, dieses mich Bewegen, ist unverzichtbar, sonst, wie schon gesagt, ergebe ich mich wieder dem Leiden.

Nun könnte man einwenden, dass ich dazu keine anderen Menschen, keine unterstützende, motivierende Gruppe, benötige. Das mag für einige Menschen stimmen. Für mich stimmt es ganz offensichtlich nicht, denn sonst würde ich mich zum Beispiel hier nicht befinden.

Dumm ist nur, dass ich immer noch die Begriffe "horizontal" und "vertikal" verwechsle. Da sieht man: Physik ist meine Schwäche (nachsichtiges )

Alles Gute!
LieberTee

P.S. Es scheint, als ändere sich für mich auch ganz langsam das Verständnis über den Begriff "Kapitulation". Bisher noch eher vage...

Geändert von LieberTee (07.10.12 um 15:16 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung
LieberTee
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Liebe LieberTee
Ich glaube, das Böse versucht immer wieder die Menschen zu verführen und es liegt immer wieder in der Entscheidung des einzelnen Menschen in jeder Situation sich für das Gute zu entscheiden oder nicht.

Je mehr er sich für das Gute entscheidet, um so weniger "Angelpunkte" hat das Böse, entscheidet sich der Mensch jedoch immer wieder gegen das Gute, so bekommt das Böse um so mehr "Angelpunkte" wo es bei einem Menschen einhängen kann, so gesehen bekommt es Macht über ihn.
So sehe ich es.
Liebe Karde,

entschuldige bitte vielmals, ich hatte Deinen Beitrag vollkommen übersehen. Das kommt davon, wenn man nicht alle letzten Beiträge liest. Ich hoffe, Du kannst es mir nachsehen.

Ich interpretieren dieses Zitat von Kafka vor dem Hintergrund meiner eigenen Erkennnis, vor dem Hintergrund des Buches "Das Lächeln des Universums"und vor dem Hintergrund der Erkenntnisse von Joachim Bauer Joachim Bauer (das Buch habe ich allerdings noch nicht gelesen) inzwischen ganz anders. Oder vielleicht ist es auch gar nicht so ganz anders...

Das Böse ist nicht in uns und es ist auch in Wirklichkeit als "das Böse an sich" nicht existent. Es wird nur von uns kreiert. Das Gute aber existiert wirklich. Wir sind aus dem Guten und es lebt in jeder lebendigen Zelle und für mich existiert es auch in der Unendlichkeit. (Denn die Unendlichkeit, oder das Nichts und das Alles und das Leben sind ein und dasselbe. Wir benutzen es nur als Spiegel, aber hinter dem Spiegel ist nichts, außer wir selbst, wenn wir dahinter treten.)

Das Gute ist die Liebe, die Solidarität, die Gerechtigkeit, das Mitgefühl, das tiefe Verstehen unserer Existenz, die Menschlichkeit, die Kooperation, die Nachsicht, die Freude, die Kreativität, die Fürsorge füreinander, die ehrliche Freundlichkeit, die gegenseitige Anerkennung, die Achtsamkeit, die Zärtlichkeit, die Trauer, die liebevolle Zuwendung, die Sehnsucht nach dem Paradies....all das ist tief in uns verwurzelt, in den Genen sogar verankert. All das dient dem Überleben und der Motivation des Überlebens. Denn das Leben will SEIN, das ist der allerwichtigste Antrieb - zu SEIN und dies zu erfahren in der Vielfalt und Individualität. Das ist letztlich das, was alle großen Weisheitslehren ursprünglich lehrten und das ist es, was so oft leider verfälscht, mißverstanden und verbogen wird - aus der Unwissenheit heraus.

Eine der wichtigsten Sätze im Buddhismus ist die Bitte um Freiheit von Unwissenheit. Auch dieser Satz wird oft vergessen. Das hat aber nichts mit dem Schulwissen zu tun, sondern es beinhaltet alles Wissen und es kann sicher nur mit Kopf und Herz zu gleichen Teilen gesehen werden. Denn der Verstand ist nur unser Werkzeug, der uns helfen kann, zu erkennen.

Warum aber kreieren wir Böses, wenn es nicht aus unserer Substanz ist? Die einzige Erklärung, die ich gefunden habe ist, dass das, was wir als das "Böse" bezeichngen und als Todes- oder Aggressionstrieb irrtümlicherweise identifizierten, zu vergleichen ist mit der SUCHT.

In der Sucht erleben wir die gleichen Reaktionen, werden die gleichen Botenstoffe gebildet und ausgesandt, wie in der Phase der glücklichen Verliebtheit, wenn wir uns in einem wunderbaren Hochgefühl befinden, wir fühlen uns geliebt, anerkannt, gewertschätzt, besonders, bestätigt.....

Welches wunderbare Geschenk des Lebens an uns!

Die Sucht und "das Böse"( beides keine Geschenke des Lebens, beides nicht in uns angelegt) haben gemeinsam, dass sie Illusion sind, gefährlich und lebensfeindlich. Beide entstehen aus dem Mangel. Und es ist dummerweise der Mangel, den wir irrtümlicherweise (unbewußt) immer wieder kreieren.

Wenn wir es schaffen, diese Tür aufzustoßen, dann haben wir es als Menschheit geschafft. Wir sind so nah dran...

Alles Liebe und Gute!
LieberTee

Geändert von LieberTee (07.10.12 um 16:01 Uhr) Grund: Tippfehler, die Sinn verfälschen


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