Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
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Sucht, Geister und die Überwindung.
Anuka
Hallo Akim,

hat die "Untreue" nicht viele Gesichter?

Welche ist verzeihlich?

Ich habe noch nie gehört, dass sich Menschen in der Phase der Verliebtheit untreu werden in dem Sinn, dass sie mit einem anderen Menschen "ins Bett steigen". Dann könnte es ja mit der Verliebtheit nicht weit her sein, oder?

Besteht die Untreue in Lüge oder Verrat kann sie ebensoviele Ursachen haben, wie sie Gesichter hat. Auch da gilt es, dass es selbsterfüllende Prophezeiungen gibt. Die Herausforderung des Verrats führt ihn geradezu herbei...

Untreue ist für mein Verständnis dann gegeben, wenn sie im Geheimen geschieht. Wenn die Menschen klar und offen miteinander sind, sind auch die Gefahren der Untreue, der Lüge und des Verrats nicht so groß. Vertrauen ist eine Möglichkeit.

Selbst in der Bibel heißt es aber: sie ist die größte von allen..

- 1. Korinther 13 (Luther 1912)

Herzliche Grüße
Anuka

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Hallo Anuka,

ja das Vertrauen geht tiefer als der "Verrat".

Ich denke, dass jede Untreue letztlich verzeihlich ist.

Zitat von Anuka Beitrag anzeigen
Ich habe noch nie gehört, dass sich Menschen in der Phase der Verliebtheit untreu werden in dem Sinn, dass sie mit einem anderen Menschen "ins Bett steigen". Dann könnte es ja mit der Verliebtheit nicht weit her sein, oder?
Ich weiß es nicht. Vielleicht gibt es Menschen, die sich noch nicht genug selbst gefunden haben oder sich zu sehr von der Angst leiten lassen.
Dann kann es vielleicht zu Handlungen kommen, die unausweichlich sind. Aber womit hat das dann etwas zu tun? Man kann sicher über alles sprechen. Ich will nicht behaupten, dass dies heißen muss, dass da keine Liebe ist. Aber Liebe wird auch leicht missverstanden.

Kann der Partner denn etwas dafür, das er so ist wie er ist?

Kannst denn du etwas dafür, das du so bist, wie du bist?

Gibt es da einen "Schuldigen"?

Es sind doch letzlich selbst große "Sünder" im Grunde nur Opfer...

Können wir nicht erst in der Bewusstwerdung erkennen, annehmen und dadurch bewusst antworten?

Danke auch für die Korinther. Dabei ist mir noch ein Zitat von Krishnamurti eingefallen.

"Liebe hat nichts mit Sentimentalität und nichts mit blinder Ergebenheit zu tun.
Sie ist stark wie der Tod. Liebe kann man nicht durch Wissen erkaufen, und ein Geist, der nur nach Wissen ohne Liebe strebt, ist ein Geist, der rücksichtslos nur sein eigenes Leistungsziel verfolgt."

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Sucht, Geister und die Überwindung.
Anuka
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
... Vielleicht gibt es Menschen, die sich noch nicht genug selbst gefunden haben oder sich zu sehr von der Angst leiten lassen.
Dann kann es vielleicht zu Handlungen kommen, die unausweichlich sind. Aber womit hat das dann etwas zu tun? Man kann sicher über alles sprechen. Ich will nicht behaupten, dass dies heißen muss, dass da keine Liebe ist. Aber Liebe wird auch leicht missverstanden.
Ja, es ist wohl die Angst, die uns Menschen am meisten im Wege steht.

Mißverstehen entsteht, wenn wir Menschen nicht miteinander sprechen.

Kannst Du die Gedanken Deines Partners lesen? Oder Dein Partner die Deinen? Solange wir Menschen dazu nicht in der Lage sind, können wir allenfalls Gefühle "erspüren", die aber können in der Tat irreführend sein. Der Interpretation in jede Richtung ist Tür und Tor geöffnet.

Vertrauen entsteht durch Öffnen. Wir Menschen reagieren auf Verletzungen damit, dass wir unsere Herzen verschließen. Was können wir tun? Wir können sie nur immer wieder öffnen. Indem wir unsere Herzen öffnen sind wir in der Liebe.

Aber es besteht immer wieder die Neigung, zu verschliessen. Das liegt wohl in der Natur des Menschen. Das Besondere, welches uns mitgegeben wurde im Leben ist, wir können uns immer wieder entscheiden, unser Herz zu öffnen und damit die Angst, Eifersucht, Mißtrauen und alles, was uns und letztlich unserer Gesundheit schadet, überwinden. Wir haben immer wieder diese Chance im Leben.

Zitat von Akim Beitrag anzeigen
"Liebe hat nichts mit Sentimentalität und nichts mit blinder Ergebenheit zu tun.
Sie ist stark wie der Tod. Liebe kann man nicht durch Wissen erkaufen, und ein Geist, der nur nach Wissen ohne Liebe strebt, ist ein Geist, der rücksichtslos nur sein eigenes Leistungsziel verfolgt."
Ein sehr schönes Zitat!

Wissen allein führte zu den größten Unglücken und UnHeil in der Menschheitsgeschichte und führt es noch.

Was steckt dahinter? Welche Gier nach mehr und mehr Macht, Geld und Kontrolle!

Nur gemeinsam sind wir stark in der Liebe, um dieser Gier entgegenzutreten. Nur, indem wir die Gewalt immer und immer wieder überwinden, in uns selbst und außerhalb von uns, kann etwas Gutes in der Welt geschehen.

Herzliche Grüße und alles Liebe
Anuka

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Hallo Anuka,

ja ich nehme es auch so wahr und kann dir nur zustimmen. Bei deinen Worten fällt mir wieder mal ein Zitat ein, welches ich dazu doch sehr treffend finde. Diesmal von Neale Walsch:

"Ihr habt auf die harte Tour gelernt, sagt ihr euch, und wollt verdammt sein,
wenn ihr euch noch einmal verletzlich macht.

Die Wahrheit ist, ihr werdet verdammt sein, wenn ihr es nicht tut."



Alles Liebe

Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Hallo Weissnicht und alle anderen,

mir juckt es in den (Fingern, kann ich nicht sagen) "Zellen", das Wort EIFERSUCHT auseinander zu nehmen. Es läßt mich nicht los, dieses Wort. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht es für besitzen wollen, nicht teilen wollen und die Angst vor Verlust, gaube ich.

Es steckt aber auch das Wort "Eifer" darin. Eifer an sich ist nichts Negatives. Es kann auch bedeutet, mit ganzem Herzen bei einer Sache zu sein, etwas gerne tun, Spaß an etwas haben.

Eifersucht kenne ich natürlich auch. Manchmal hat sie den Eifer bei mir ausgelöst, mich unabhängiger zu machen, andere Interessen zu suchen und ihnen mit Eifer nachzugehen, die Energie für mich zu nutzen.

Sie kann jedoch genauso zerstörerisch sein, wenn aus dem Eifer ein Eifern wird, ein Wetteifern um jeden Preis, eine Rechthaberei, ein Übertrumpfen wollen. Das kann auch sehr verletzend sein.

Was kann sie noch machen? Sie kann einengend und vereinnahmend wirken, dann bewirkt sie das Gegenteil von dem, was man will. Es führt eher zu Distanz als zu Nähe. Sie wirkt kontrollierend und verursacht ein schlechtes Gewissen beim anderen, dass vielleicht gar nicht begründet ist. Und das was ist, kann nicht genossen werden, immer schwebt ein Schatten darüber.

@Akim
In der Phase der Verliebtheit "fremdzugehen" ist nach meinem Dafürhalten gar nicht möglich. Vielleicht ist es bei Männern aber auch ganz anders. Sie können vielleicht eher den reinen Trieb vom Herzen trennen. Ich könnte es nicht. Schließt Du da vielleicht von Dir auf andere?

Liebe Grüße
Kassandra

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Zitat von Kassandra Beitrag anzeigen
@Akim
In der Phase der Verliebtheit "fremdzugehen" ist nach meinem Dafürhalten gar nicht möglich. Vielleicht ist es bei Männern aber auch ganz anders. Sie können vielleicht eher den reinen Trieb vom Herzen trennen. Ich könnte es nicht. Schließt Du da vielleicht von Dir auf andere?
Liebe Kassandra, bitte lies doch genau...

Zitat von akim
Aber doch gerade während des Verliebtseins aber auch in der Liebe, habe ich zumindest eigentlich nicht das Bedürfnis nach Polygamie. Treue find ich schon schön.

Halte inne



Liebe Grüße

Geändert von Akim (28.04.12 um 09:20 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Hallo Akim,

ich denke es ist richtig alle Gefühle anzunehmen, genau so wie sie sind. Diese variieren täglich, mal ist es Freude oder auch Ärger oder auch Eifersucht, Verletzbarkeit, u.s.w.
Genau das macht unsere Persönlicheit als Mensch aus, diese vielen verschiedenen Varianten.

Für mich, ist die Liebe keine Essenz von allem, sondern genau, wie die Gefühle/Emotionen auch, etwas sehr eigenständiges und differenziert zu betrachten. Man könnte die Gefühle auch das Ego nennen, aber die Liebe bleibt für mich, hm wie könnte man es nennen . . . einzigartig vielleicht.

Also in Instanzen aufgeteilt: 1. Verstand ==>2.Gefühle (Ego)==> und als 3. und höchste Instanz die Liebe (Geist und Intuition).

Wenn nun Gefühle (Traurigkeit, Eifersucht) unangenehm in einem aufsteigen, könnte ich doch sagen, schön Du gehörst zu mir, aber es gibt auch noch die andere starke/edle Seite und das ist die Liebe . . .

Herzliche Grüße
Kayen
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Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Lieber Akim,

entschuldige, wenn ich Dir "auf den Schlips getreten habe". Ich hatte mich wohl eher auf diesen Text bezogen.

Zitat von Akim Beitrag anzeigen
... Vielleicht gibt es Menschen, die sich noch nicht genug selbst gefunden haben oder sich zu sehr von der Angst leiten lassen.
Dann kann es vielleicht zu Handlungen kommen, die unausweichlich sind.
Wahrscheinlich habe ich selber mit der Eifersucht zu tun, sonst würde mich dieses Wort und Thema wohl nicht so beschäftigen.

Bei mir führt sie eher nicht zu Klarheit, wie es weissnicht geschrieben hat, eher zu Verwirrung.

Weniger bin ich eifersüchtig auf bestimmte Menschen. Eher auf die Zeit, die mir genommen ist.

Ich lese nebenher (quer) gerade ein Buch: John Gray, "So bekommst du, was du willst, und willst, was du hast". Quer und nebenher, weil ich Schwierigkeiten habe, mich zu konzentrieren und weil ich gegen meinen Widerstand anlese.

Dort geht es u.a. um die Liebesspeicher, die gefüllt sein wollen. Wenn ich an einem Menschen "klebe", von ihm erwarte, dass er alle Bedürfnisse erfüllt ist es manchmal so, dass eigentlich ein ganz anderer Liebesspeicher gefüllt werden will.

Mein Liebesspeicher in Bezug auf "Partnerschaft" (ich mag das Wort nicht, weil es an Geschäftsbeziehung erinnert) scheint so übervoll zu sein, es passt nichts mehr rein. Also schaue ich, welche Bedürfnisse sind noch vorhanden, um die ich mich nicht gekümmert habe, bzw. nicht kümmere.

Wie soll ich da innehalten? Aber Du hast recht, gestern hatte ich so sehr das Gefühl, mich völlig zu überfordern, falls Du das meinst. Mein Herz schlägt aus dem Rhythmus und ich verstehe nicht, warum.

Was versuche ich, einzuholen? Die Zeit?

Liebe Grüße
Kassandra

Sucht, Geister und die Überwindung.
Akim
Hallo ihr Lieben,

vielleicht drücke ich mich missverständlich aus?
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
ich denke es ist richtig alle Gefühle anzunehmen, genau so wie sie sind. Diese variieren täglich, mal ist es Freude oder auch Ärger oder auch Eifersucht, Verletzbarkeit, u.s.w.
Genau das macht unsere Persönlicheit als Mensch aus, diese vielen verschiedenen Varianten.
Ja! Aber wir können auch darüber hinaussteigen, wir können lernen und erkennen. Alles verändert sich. Das ist die Evolution des Bewusstseins.

Vielleicht werden wir eines Tages erkennen, dass all unser Leiden einfach überflüssig ist.

Zitat von Kayen
Für mich, ist die Liebe keine Essenz von allem, sondern genau, wie die Gefühle/Emotionen auch, etwas sehr eigenständiges und differenziert zu betrachten. Man könnte die Gefühle auch das Ego nennen, aber die Liebe bleibt für mich, hm wie könnte man es nennen . . . einzigartig vielleicht.

Also in Instanzen aufgeteilt: 1. Verstand ==>2.Gefühle (Ego)==> und als 3. und höchste Instanz die Liebe (Geist und Intuition).
Habe ich das nicht auch gesagt? Ich habe von der gewöhnlichen Liebe einiges subtrahiert, wodurch ich auf eine Art "Essenz" gekommen bin. Vielleicht auch nicht sehr treffend dieses Wort? Ich meine schon ALLES, dessen Teil auch wir sind. Bzw., in diesem Sinne, vielleicht der vertikale Anteil.

Zitat von Kayen
Wenn nun Gefühle (Traurigkeit, Eifersucht) unangenehm in einem aufsteigen, könnte ich doch sagen, schön Du gehörst zu mir, aber es gibt auch noch die andere starke/edle Seite und das ist die Liebe . . .
Ja! Ich bin dankbar! Ich bin dankbar, für all das Leid, für all den Schmerz!

Könnte ich doch sonst niemals verstehen.

Ich nehme an - und lasse in Dankbarkeit los.

Die Liebe bleibt.



Herzliche Grüße

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von Akim Beitrag anzeigen
Hallo Akim,

vielleicht drücke ich mich missverständlich aus?
Sorry Akim, ich hätte Dich nicht direkt anschreiben sollen, es sind nur meine ureigenen Gedanken dazu, dessen Ziel es nicht ist, mit Dir völlig konform zu sein. Das Missverständnis liegt da auf meiner Seite.

Liebe Grüße
Kayen
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