Ersatzsucht

24.10.06 15:21 #1
Neues Thema erstellen
Ersatzsucht
Anne B.
Stimmt Uta.

Selbstbewußt kann man selbst als schwerkranker oder "vergifteter Mensch" sein, und nicht jeder "chronisch Vergiftete" ist automatisch süchtig.

Ersatzsucht

Bakunin ist offline
Beiträge: 28
Seit: 19.10.06
Zitat von oli Beitrag anzeigen
Meine Idee ist, dass ein bestimmter Mangel oder Zustand bewirkt, dass man das Gefühl hat, sich einen Kick zu geben. Wenn man dann die eine Sorte Kick aufgibt, muss eine andere her.

Erstmal muß man definieren was Sucht wirklich bedeutet, nach gegenwertigen UN Definition - welche extra geändert wurde um THC Konsum als Sucht darzustellen - werden Menschen defakto nämlich schon "süchtig" gebohren.

Positive Reize über das Belohnungssystem sind der Weg wie die Natur/Evolution Lebewesen mitteilt wie sie sich zu verhalten haben; ein negativer Reiz für Verhalten das man unterlassen soll, und ein positiver Reiz für Verhalten das man wiederholen soll. Sich durch Sucht steuern zu lassen ist natürliches Verhalten! Primitivere Lebewesen machen defakto nichts anderes als sich von positiven- und negativen Reizen durchs Leben lenken zu lassen. Eine Sucht bekämpfen bedeutet sich gegen die natürliche "Programmierung" zu erheben, deshalb bereitet es vielen Menschen auch soviel Mühe. Auch kann man die angebohrene Sucht nie wirklich bekämpfen da ein Zustand ohne positive Reize irgendwann erst zu Depressionen und anschließend Tod führen würde.

Dopamin, Endocannabinoide und ähnliche "Suchtstoffe" produziert unser Gehirn nämlich bereits selbst. Das Wohlergehen eines jeden Menschen hängt davon ab das der Körper über jene Stoffe auch in ausreichendem masse verfügt.

PS: Das ganze gillt nur für Natürliche- bzw psychische- Abhängigkeit.

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Ersatzsucht

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Wie im Thread http://www.symptome.ch/vbboard/alkoh...efinition.html schon erwähnt, möchte ich das Thema " Ersatzsucht " wieder beleben.
Eigentlich müsste es ja " Ersatzsüchte " heissen, weil diese Verhaltensweisen meistens nicht als Einzelgänger auftauchen.

Ich möchte einfach mal eine Suchtkarriere erfinden:
In der Kindheit süchtig nach TV und Süssigkeiten.
Als Teenager süchtig nach Hanf und Alkohol. TV und Süssigkeiten werden nach wie vor gerne konsumiert.
Süchtig nach " Liebe ", deshalb viele wechselnde Beziehungen und damit sexuelle Kontakte.
Reinrutschen in eine Szene, die Kokain und Heroin ganz selbverständlich konsumiert. Als Höhepunkt Abhängigkeit von illegalen Drogen, Sex, Alkohol, Zigaretten, Schokolade, TV, Hanf.... gehören immer noch dazu.
So ein Leben kann man nicht lange auf diesem Level durchziehen, es kommt zu gesundheitlichen und sozialen Problemen.
Nach ein paar Jahren folgt zum Glück die Einsicht, dass ein Entzug unumgänglich ist.
Der in meinem Beispiel mittlerweile Heroinabhängige entzieht erfolgreich mit Hilfe von Methadon, Ärzten, Therapeuten.
Ein grosser Erfolg übrigens, das schaffen nicht Viele!
Der frischgebackene Exjunkie hält durch und wird nie wieder rückfällig.
Ist er nun geheilt?
Er hat sich unterdessen, in Ermangelung von Freunden, die er vergrault hat, zurückgezogen.
Als Einzelgänger hat er es auch sehr schwer, mit Frauen Bekanntschaft zu schliessen und irgendwie war ihm das Genörgele seiner Expartnerinnen auch zu anstrengend.
Er sitzt viel lieber vor dem PC. Die virtuellen Welten bieten ihm alles, was er will. Daneben läuft der TV, weil es sonst zu still ist in der Wohnung. Chips, Schokolade und Cola heissen seine Lebensmittel. Kippen raucht er eine nach der anderen.
Der in der Drogenstatistik als erfolgreich behandelter Exjunkie Erscheinende hat sein Suchtverhalten nie wirklich besiegen können und wird über kurz oder lang von seiner Psyche und seinem Körper geplagt in der Psychiatrie Unterschlupf finden.

Nun - meine Phantasie hat es zugegebenermassen etwas bunt getrieben.
Aber solche Karrieren gibt es!
Deshalb finde ich es äusserst wichtig, dass man sich nicht damit zufrieden gibt, wenn man erfolgreich von einem Suchtmittel entzogen ist.
Es gilt, schonungslos ehrlich in sich selber hineinzuschauen, Ersatzsüchte zu entlarven und daran zu arbeiten.
Keine schwierige Kindheit oder andere Schicksalsschläge im Leben können dann noch als Rechtfertigung herhalten.
Ich bin sicher, dass es mit sehr viel Zeit, gezielter Hilfe und Durchhaltewillen gelingen kann, ein ehrlich suchtfreies Leben führen zu können.

Natürlich gibt es viele solche Beispiele, viel harmloser. Rechthaberische Menschen mit der Sucht nach dem letzten Wort, Workaholics, Menschen mit Waschzwang, Putzsüchtige, usw. sind in der Gesellschaft akzeptiert.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Leser über dieses Thema nachdenken mag.

Liebe Grüsse, Sine

Weiterlesen
Ausgewähltes aus Rund ums Thema Sucht
Temesta - ab wann kann man süchtig werden?
 
Turboentzug
 
Onanieren Süchtig?


Optionen Suchen


Themenübersicht